Salsa Lilith

3 große Tomaten
2 rote Paprika
3 rote Chilis
1 große Gemüsezwiebel
1 Tomato al Gusto
50 ml Rotwein
1/8 l Rotweinessig
Salz / Pfeffer
1 TL Paprika scharf
1 TL Chili
1 TL Senfkörner
1 TL Ingwerpulver
2 Brühwürfel
&
250 g Gelierzucker

 

10 Minuten köcheln




© Anna


Ihr Ex hatte ihr dieses Rezept gewidmet, ihr Lilith, der Frau, die Unruhe ins Paradies brachte, der ersten Hexe, und der Frau, „die ihn bezwungen hatte“.
„Zumindest vorübergehend bezwungen!“, dachte sie, als sie die Zutaten bereitlegte.
Sechs Jahre waren sie verheiratet gewesen, als sie ihn auf der jüngsten Kellnerin seines Restaurants fand! Noch immer kochte heiße Wut in ihr. Warum hatte das sein müssen? Sie waren so glücklich gewesen, sie und Marbas.

Damals hatten sie sich sofort verstanden. Es gab so viele Gemeinsamkeiten, und ihre Eltern hatten die gleiche unmögliche Vorliebe für abseitige Namen!
„Marbas“, hatte er sich ihr vorgestellt. „Du musst wissen, ich bin der Präsident der Hölle und befehlige 36 Legionen! - Allerdings nur in meiner Gestalt als Löwe!“ Aus seinen grünen Augen strahlte pure Lebenslust.
Und sie hatte ihm verraten, warum sie sich Lili nannte, und wie sie in Wirklichkeit hieß. Sie hatten sich kringelig gelacht, und nach einem halben Jahr waren sie verheiratet.

Nun waren sie schon ein halbes Jahr getrennt, und doch war er immer noch in all ihren Gedanken. Warum nur konnte sie ihn nicht vergessen?
Sie suchte ihr schärftes Messer und begann. All diese bereitgestellten Zutaten mussten gewürfelt werden. Wie oft hatten sie diese Salsa zusammen gekocht, und wie oft hatte er sie dabei auf diesem Küchentisch zwischen den bunten Zutaten geliebt! Eine Gänsehaut überzog ihren Körper.
„Hol dich doch der Teufel!“, knurrte sie, um im nächsten Moment verlangend zu stöhnen. Er war so verdammt gut gewesen, ihr persönlicher Teufel.

Lili schloss die Augen ... „Au!“, und … riss sie wieder auf.
„Was zur Hölle?“ Wütend rammte sie das Messer ins Brett und besah sich ihren Finger. Sie hatte sich geschnitten, eigentlich mehr gestochen als geschnitten. Eine winzige Wunde, die höllisch brannte!
„Satans Kiss Chili!“, fluchte sie.
Ihr Fleisch glühte. Eins - zwei - drei Blutstropfen fielen in die scharfe, rote Masse.
„Du bist schuld, du Teufel! Du und die Tatsache, dass du mich immer noch so heiß machen kannst!“
Wenigstens würde man das Blut weder sehen noch schmecken!

Wenn sie sich nun mit diesen Chilifingern berühren würde … Ihr wurde heiß. Sie lachte. Zumindest würde es brennen wie die Finger ihres Höllenfürsten!

Als zwei Arme sie umschlangen, keuchte sie lüstern, aber dann erkannte sie, dass das kein Traum mehr war. Sie fuhr herum.
„Was tust du hier?“, fauchte sie ihren Ex an.
Wie war er hereingekommen? Hatte er noch einen Schlüssel? Nein, sie hatte sie zurückgefordert und bekommen.
„Du hast mich gerufen!“
Diese Stimme! Rau und dunkel drang sie ihr sofort ins Blut, entfachte einen Flächenbrand auf ihrer Haut. Auch er konnte sie nicht lassen. Er war offenbar genauso gierig wie sie, denn so klang er normalerweise nicht - aber sie dachte ja gar nicht daran, sich von ihrer eigenen Wollust düpieren zu lassen. Außerdem war sie immer noch wütend.

„Leck mich!“, fauchte sie.
Er trat einen Schritt zurück und lächelte – teuflisch geradezu.
„Ganz wie du befiehlst, meine Schönste, aber eins solltest du wissen …“
„WAS?“
„Ich bin … nicht dein Mann! Verzeih, dein Ex-Mann!“
„…?“
„Ich bin der, den du gerufen – mit deinem Blut beschworen hast! Ich bin ... deine fleischgewordene Begierde.“

Lili wusste auf einmal, was er meinte, und ihr schauderte, aber das konnte doch gar nicht sein, oder?
„Du bist der, der …? - Blödsinn, Marbas, du bist ein verdammter, Kellnerinnen fickender Idiot – aber mich fickst du nicht mehr! Verschwinde!“
Aber wollte sie das wirklich, gerade jetzt wo sie so gierig war? Das er - wer auch immer - verschwand? Er sah so unglaublich gut aus, war so verführerisch selbstsicher, und sie war so … scharf.
„Aber du weißt doch, Lilith, ich bin der, dem du gehören wirst – heute Nacht.“ Er streckte ihr die Hand entgegen. „Ich freue mich, dass du mich gerufen hast. Ich werde dir Gefühle bereiten, wie du sie noch nie verspürt hast, denn ich bin … unwiderstehlich.“
Plötzlich war sie ganz sicher: Er sagte die Wahrheit, und er hatte Recht – sie zitterte vor Begierde!
„Warum … warum siehst du so aus wie …?“
„Weil du es noch immer mit ihm treibst - in deinen Träumen, aber ich kann auch in jeder anderen Gestalt …“

Lili warf die restlichen Zutaten in den gusseisernen Topf, stellte den Herd auf eins und schob das Schneidbrett beiseite.

Oh ja, sie wollte, erst recht, wenn er nicht ihr Ex war - und doch …
„Wenn ich jetzt mit dir, mit dir … verkaufe ich dann dir meine Seele?“
„Aber nein, Lilith, an deiner Seele bin ich nicht interessiert!“, er lachte selbstgefällig. „Ich tue das hier zu meinem Vergnügen! Nur an deinem faszinierenden Körper, an deiner Geilheit bin ich interessiert – an deiner herrlichen Verderbtheit!“
Seine begehrlichen Blicke brannten heiße Lust in ihr Fleisch.
Und Lilith spürte, wie feucht sie schon war. Langsam schob sie ihren Rock höher, nahm das Messer, zerschnitt ihr Höschen und setzte sich auf den Tisch. Sie ließ ihn nicht aus den Augen, und plötzlich, im Heben und Senken ihrer Augenlider war er – nackt!
Sie stöhnte lüstern und spreizte die Schenkel.

„Du sagst, du könntest jeder …?“
Er lachte dröhnend. „Mit wem willst du vögeln?“
„Nein, du … er … ist gut - perfekt, aber dein, sein … Schwanz?“
Finger glitten über ihren glatten Schamhügel, hinterließen eine Feuerspur.
„Du willst mehr?“ Er umfasste seinen steifen Schwanz …
…und Lili traute ihren Augen kaum. Dieses Wunderwerkzeug war gerade ein Viertel gewachsen!
Lilith stöhnte kehlig, schob ihre Finger tiefer und forderte: „Komm!“, und ihr Ex umfasste ihre Hüften und hob ihren Unterleib in die Luft als sei sie eine Feder. Er lächelte dämonisch und leckte betont langsam seine Lippen – mit einer langen, gespaltenen Zunge. Dann beugte er sich hinab.
Sie hing beinahe kopfüber und doch konnte sie nur diese Zunge spüren – dort oben. Sie stöhnte, spreizte sich ihm entgegen.
Diese glatten, schlüpfrigen Zärtlichkeiten machten sie wahnsinnig. Er kitzelte hier, massierte dort, reizte ihre Glut und drang ein.
„Oh ja, mein Teufel, tu es!“, keuchte sie. Diese ungewohnte Stellung schürte ihre Lust, und seine Zunge tat ein Übriges.
„Bitte, bitte, bitte!“, wimmerte sie. „Lass mich dich spüren!“ Sie wollte ihn, oh ja, sie wollte ihn so sehr!
Er drehte sie - lächelnd, spielerisch fast, und dann tauchte er seinen Speer in ihre scharfe Soße. Lili seufzte selig.
„Mehr!“, flehte sie, und er gab ihr alles.

Als sie wieder zu sich kam, kostete er gerade von der Salsa.
„Perfekt!“, stellte er fest.
Lilith griff nach dem Löffel, leckte und lächelte zufrieden.
Sie liebte die süße, brennende Schärfe ihrer Salsa! Davon würde sie nie genug bekommen. Erneut tauchte sie den Löffel ein, drehte sich zu ihm …
und schnappte nach Luft.

„Wohin zum Teufel …!“



© Anna