Ekkehard




Es gibt nur einen Grund für mich, meine Karriere in dieser Schule zu beginnen: Das ist ER! Ekkehard! Mein Kunsterzieher! Meine Sehnsucht  - meine Liebe! Die einzige, die ich je hatte. Dabei weiß er nicht mal, dass es mich gibt. Er war nie MEIN Lehrer! Er hat „nur“ meine Parallelklasse unterrichtet. Ich habe sie beneidet, diese Mädels - jeden einzelnen Tag!

 

So und nun bin ich fertig mit meiner Ausbildung. Sekretärin bin ich geworden und ein Pfundszeugnis habe ich bekommen. Ich konnte wählen unter den Jobs, aber das war eigentlich gar keine Frage. Als eine Sekretärin für das Direktorat „meiner“ Schule gesucht wurde, da war das mein Job! Ich war die Beste und der Chef war entzückt, mich wiederzusehen. - Ich auch! Und wie!

 

Aber dann hieß es warten - auf eine Gelegenheit. Und nun ist sie da und lacht mich an. Besser geht es eigentlich kaum noch. Frau Mertens, seine Kollegin möchte, dass ich ihm etwas ausrichte. „Aber ja! Natürlich gerne, Frau Mertens!“ Ich jubiliere schon fast - und sie guckt seltsam.

 

Wie gut, dass ich mich heute früh so hübsch gemacht habe. Mein schwarzes Haar ist frisch gewaschen und duftet nach grünem Apfel und mit der weißen, engen Bluse und dem roten, getupften Rock, sehe ich aus wie Schneewittchen. Oh, ja ich fühle mich sexy! So sexy!

 

Aber dann - vor der Türe - höre ich ihn schreien. Oh, oh! Das klingt nicht gut! Ausgerechnet heute muss das sein? Ich hätte ihn so gerne bei bester Laune erwischt. Aber nein! Er brüllt da drin durch die Gegend wie ein Stier! So laut, dass er nicht mal mein Klopfen zur Kenntnis nimmt.

 

Leise öffne ich die Türe und trete ein. „Da setz dich hin! Und fang endlich an!“, fegt er mich an. „Ich soll...“, versuche ich einen Einwand. „Den Mund halten und arbeiten!“, donnert er, mein cholerischer Ekkehard. Er drückt mir den Stift in die Hand. „Mach!“ - Ja, ähhhhh... und nun? - Ich setze mich erst mal hin. Was soll ich auch sonst tun? - „Bist du neu?“, flüstert das Mädchen in der Bank neben mir und ich nicke, sehe mich um. An der Tafel hängt ein Plakat. Es ist eines meiner Lieblingsbilder: Der Rückenakt von Picasso. Daran sollen sie sich versuchen?

 

Ich muss schmunzeln. Ist aber schon starker Tobak für die Schule, wenn auch für die Abiturklasse. - Besser könnte es aber wirklich gar nicht mehr kommen. Er hat auf mich gewartet! Oh mein süßer Ekkehard, ich werde dir zeigen, was dir fehlt. Na, dann sehen wir mal, ob wir ihn nicht verblüffen können, den Traum meiner schlaflosen Nächte.

 

Diesen Akt kann ich im Schlaf zeichnen. Ich habe es bestimmt schon an die 100 Mal getan - in meinem Aktkurs. Wie gut, dass ich wirklich begabt bin. Nur für IHN habe ich mit der Malerei angefangen, und ich war wirklich erstaunt, dass ich auf Gold gestoßen bin. Ich fasse die Kreide fester und lege los. Großzügig! Eine Minute - und man sieht jetzt schon, wie gut ich bin.

 

Auf einmal brüllt er neben mir los: „Donnerwetter! Wir hatten gesagt, wir drehen den Akt um! Von vorn! Von vorn!“ Und - ratsch - ist mein Blatt entzwei. Zuerst bin ich erschrocken, aber dann... Von vorne? Ehrlich? - Wahnsinn! Das ist ja noch viel besser! Oh Ekkehard, mein süßer Ekkehard! Jetzt werde ich dir einheizen!

 

Mit „Feuereifer“ mache ich mich an die Sache. Wenn du wiederkommst, mein Liebster, dann wird dir die Luft wegbleiben. Aber Vorsicht! Nicht zu viel! Es soll reizen, nicht abstoßen. Nicht zu viel! Schwungvoll zaubere ich eine nackte Schöne. Komisch! Sie hat ziemlich viel mit mir zu tun.

 

Als er „meinen Akt“ sieht, fallen ihm beinahe die Augen aus dem Kopf. Jetzt habe ich seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Auf einmal kann er mich ansehen! Und wie er mich mustert. Von oben bis unten - und zurück. Er könnte mich auch zeichnen. Sogar blind könnte er das! Dieser Blick! Irgendwie neugierig, ungläubig - und bewundernd. Aber noch will er sich nicht geschlagen geben.

 

Ich sehe, dass er überlegt, einen Weg sucht. Gut! Soll er. Er wird es nicht schaffen. Ekkehard, mein Ekkehard! Er nimmt mir den Stift aus der Hand und zeichnet. Jetzt hat meine Schöne einen „Balkon“. „Ich stehe auf ein bisschen mehr!“, grinst er - aber ich habe seine Augen gesehen. Also folge ich seinen Blicken und schaue ganz offen meinen Busen an - vergleichend und lächle ein klein wenig hilflos. Na, wie fühlt sich das an, Schatz? Wie ist es, einer Frau, die man liebt wehzutun? Wolltest du nicht, ich weiß es! Dann denk, bevor du redest!

 

Na komm, schmoll nicht! Ich bin dir nicht böse. Mit zwei, drei Bewegungen habe ich „seinen“  Busen „verschönt“. Jetzt hat er aufregend erregte Brustwarzen - und Ekkehard hält den Atem an. Aber dann hält ihn nichts mehr. Er reißt mir fast die Kohle aus der Hand - korrigiert und schraffiert, reibt mit der Fingerspitze - und schon hat er wirklich „meinen“ Busen unter seinen Händen. Wahnsinn! Ich fange an zu zittern. Meine Nippel stellen sich steil auf - nicht nur die auf dem Papier!

 

Oh Mann! Ich kann ihn spüren. Seine schönen, männlichen Hände mit den rotgoldenen Härchen halten meine Brüste, kneten - ganz leicht nur. Ich stöhne. Gott, ich beherrsche mich so gut ich kann, aber ich will ihn so sehr. Wie sehr, wie sehr... Seit Jahren träume ich nur von ihm - und habe so lange gebraucht, bis ich mir ein Herz fasste.

 

Und nun... schaut er. Sieht mich zum ersten Mal - nimmt mich wahr - und was er sieht gefällt ihm, setzt ihn in Erstaunen. Was für ein Weib! Überrascht sieht er mich an. Die kennt er doch irgendwoher, oder? Seine Blicke wirken fast körperlich auf mich. Es ist, als würde er mich streicheln. So wunderschön! „Sind Sie wirklich eine neue Schülerin?“, fragt er ungläubig. - Nein! Bin ich nicht! Nicht mehr! Ich bin deine Frau - du weißt es nur noch nicht! Ich schüttle den Kopf.

 

Langsam und vorsichtig gleiten meine Finger tiefer. Ich deute nur an - zwischen den Beinen der Schönen - beobachte seine Augen. Sein Blick wird hungrig - und meine Striche eindeutiger. Sanfte Lippen - erregt - plastisch - weich - lockend. Und seine Finger kommen mir zu Hilfe, reiben, streicheln. Kein Wunder, dass die Frau reagiert auf dem Bild - ich. Zärtliche Finger treiben sie zur Ekstase. Verdammt! Er schiebt ihr seine Finger hinein und schaut mir dabei in die Augen. Ahhmmm. Ich spüre heiße Feuchtigkeit an dieser Stelle. Oh, ob er weiß, was er da tut! Weiß er...? Weiß ich es?

 

WAS, zum Teufel, tun wir denn wirklich hier? Muss das in der Klasse sein - vor all diesen Leuten? Ja, verdammt, ja! Es muss! Er hat mich erkannt. Jetzt weiß er es. Der Funke ist übergesprungen, und die Luft brennt zwischen uns. Ich will jetzt nicht aufhören - noch nicht. Dazu ist es zu aufregend. Und wer sieht es schon? Die Kids arbeiten schließlich angestrengt.

 

Langsam beuge ich mich vor, berühre ihn. Meine Brüste reiben über seinen Arm. Durch den dünnen Stoff spüre ich die Wärme seines Körpers. Meine harten Nippel drücken sich in seine Haut, und ich fühle den Schauer. Seinen Schauer! Seine giftgrünen Augen leuchten plötzlich - phosphoreszieren fast. Die Augen einer Raubkatze! Wild! Sei mein Panther, mein Leopard, mein Tiger - Liebster! Und die Zungenspitze netzt seine Lefzen. „Oh, ich begehre dich!“ - Ich möchte ihn küssen, beißen, verschlingen! Ich möchte es so sehr! - Ich will dich, mein Mann!

 

Meine Linke wandert unter seinen weißen Mantel, berührt den Oberschenkel. Ich zögere - aber er reagiert nicht. Also weiter! Sein Atem geht tiefer - schwer. Langsam gleiten meine Finger höher, und ich fasse zu, spüre, wie er seine Muskeln anspannt. „Du gehörst mir!“ Eine Hand legt sich auf meine Schulter und presst mein Fleisch zwischen den Fingern. Und ich halte still. - Ich kann es nicht fassen - eine Hälfte seines sexy Hinterns in meiner Hand! Seine Augen sagen mir, dass er mich haben will: Sofort! Am liebsten hier und jetzt. Auf dem Pult.

 

Oh ja! Ich könnte es mir vorstellen. Aber dazu sollten wir wenigstens bis zur großen Pause warten. Während meine eine neugierige Hand noch weiter... setze ich noch eine Linie: Stramm und gerade, rund und so aufregend tief. Ich liebe dich, mein wundervoller, geiler Schatz! Ich kann es spüren. - Signieren muss ich das Bild auch noch. Das tue ich, während ich langsam, ganz langsam aufstehe.

 

„Ach ja! Ich soll Ihnen ausrichten, dass Frau Mertens morgen Ihre Stunden übernimmt. - Wie gewünscht! Aber jetzt muss ich wieder zurück - ins Sekretariat! Und danke für Ihre „Nachhilfe“!“ - Als ich mich umdrehe, um die Türe hinter mir zu schließen, sehe ich gerade noch, wie er mein Bild aufrollt. Ekkehard lächelt berückend, hat er doch meine Signatur gesehen - „Hier - 2 Uhr!“ - und schiebt die Rolle provozierend langsam in seine Hand... um sie dann in der Tasche seines weißen Mantels verschwinden zu lassen. Ekkehard, mein Ekkehard! Wir werden uns wiedersehen! Oh ja! Wir werden uns wiedersehen.

 

 

 

© BvS                                                                                          Ihre Meinung?




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