Krankenhaus



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Es war ganz plötzlich gekommen. Marcel hatte sich zu Bett begeben und aufeinmal krampfte sich sein Körper zusammen. Er bekam Bauchschmerzen. Zuerst hatte er sich noch nichts dabei gedacht. Es würde schon wieder vergehen. „Was von selbst kommt, geht auch von selbst wieder!“ Das war seine Meinung. Leider schien sich das nicht zu bewahrheiten. Der Schmerz wurde immer schlimmer. Er hatte von Koliken gehört, aber das war ein Schmerz der anschwoll und dann wieder ab. Er wurde weniger und erst dann wieder mehr.

 

Bei ihm wurde der Schmerz stärker - und stärker - und noch stärker - und immer noch stärker. Er dachte, es gäbe keine Steigerung mehr, aber er wurde eines Besseren belehrt. Es gab immer noch eine Steigerung. Er stöhnte. Normalerweise war er hart im Nehmen. Jetzt jedoch wusste er nicht mehr, wie er liegen sollte, oder stehen oder laufen oder sich zusammenkrümmen, über die Lehne der Couch hängen. Stöhnen war nicht mehr genug. Der Schmerz nahm überhand. Er wimmerte! Tränen liefen über sein Gesicht. Solche Pein hatte er noch nie erlebt, und es war noch lange nicht zu Ende. Nach zwei Stunden schrie er in namenloser Marter.

 

Er, der nie einen Arzt wollte - er musste, wollte jetzt den Notarzt - mitten in der Nacht! Egal! Ganz egal wen er aus dem Bett werfen musste, wen er belästigen musste. Egal! Er wollte Erleichterung, musste fliehen vor dem unbeschreiblichen Schmerz, der ihn in seinen Klauen hielt, der ihn folterte. Mit zitternden Fingern wählte er die Notrufnummer. Sie stand in seinem Haus am schwarzen Brett: 19222. Normalerweise wusste er sie auch auswendig - nur momentan war er total von der Rolle.

 

Als die Notärztin kam, sah sie sofort, was los war. Er hatte eine Nierenkolik. Sie untersuchte ihn, rief den Krankenwagen und dann spritzte sie ihm ein Schmerzmittel. Marcel wartete sehnsüchtig auf Erleichterung, aber er wartete vergebens. Was hatte die Frau ihm gegeben? Hustensaft? - Und dann waren die Sanitäter da. Im Wagen legten sie ihm einen Tropf an. Jetzt wurde es besser, besser als dieser schneidende, alles-zerreißende Schmerz, der in seinen Eingeweiden fraß. Er konnte zumindest wieder atmen. Mehr aber auch nicht! Wann würden sie ihm endlich etwas geben, das ihm half?

 

Sie karrten ihn durch lange Gänge, und dann stand er in der Notaufnahme. Normalerweise würde er sich jetzt sehr unwohl fühlen - hier in Nachtwäsche auf einer Liege herumzuliegen - aber der Schmerz ließ ihn einfach nicht zu Verstand kommen. Er dachte nicht - er litt! Dann kam irgendwann ein Arzt, aber auch der tastete nur, untersuchte und fügte ihm Schmerz zu, anstatt ihn endlich zu beenden. Aber immerhin! Er stellte die erste, fundierte Diagnose. Ein Nierenstein! Und er erklärte ihn zum stationären Patienten. Es war ihm egal! Er wollte sterben! Er schloss die Augen und versuchte sich zu hypnotisieren - nur noch schlafen - keinen Schmerz mehr fühlen - entfliehen!

 

Die Krankenschwester brachte ihn in ein Zimmer. Es war schon fast morgen. Er hatte kein Gefühl mehr dafür. Sie stellte sein Bett in ein abgedunkeltes Zimmer. „Wie geht es Ihnen, Herr Rhys?“ Er hörte ihr Mitleid, aber er war einfach unfähig zu antworten. Er wimmerte. „Sie müssen keine Schmerzen leiden!“ -

„Bitte!“ Mehr brachte er nicht heraus. Schwester Angela verschwand und nach einer endlosen Weile kam sie zurück. Sie spritzte etwas in seinen Tropf - und die Erleichterung kam über ihn, wie ein Geschenk des Himmels. Er schloss die Augen und war im selben Moment eingeschlafen.

 

Als Marcel erwachte, war alles ganz anders. Er fühlte sich so wohl, dass er beschloss, die Augen noch nicht aufzumachen. Zuerst wollte er noch dieses wundervolle Gefühl der Schwerelosigkeit genießen. Er liebte diesen Schwebezustand! An seiner Wange fühlte er ein weiches, warmes Kissen, wie die zärtliche Hand einer Frau. Leise begann er zu schnurren und schmiegte sich noch tiefer in die Kissen. Gott, ging es ihm gut!

 

Doch plötzlich zuckte die Erinnerung in ihm hoch. Er war im Krankenhaus! Ganz fest presste er die Augen zu, als könne er damit alle Unbill dieser Welt aussperren. Er lag wie versteinert. Trotzdem: Der Schmerz war verschwunden - und er kam auch nicht zurück, obwohl er es fast erwartete. Langsam machte er ein Auge auf. Es war dämmrig in seinem Zimmer. Hatte er nur so kurz geschlafen? Dabei fühlte er sich richtig erholt! Marcel öffnete das zweite Auge und dann sah er auf seine Armbanduhr. Es war jetzt genau 9. 15 Uhr. Das konnte nicht sein! Es müsste heller Morgen sein. Nur langsam begriff er, dass er diesen Tag verschlafen hatte. Es war Nacht! - Und es ging ihm gut! Erleichtert atmete er aus, ließ sich in die Entspannung zurücksinken. Mit einem Lächeln dachte er an die Nachtschwester. Sie hatte ihn gerettet - erlöst von unerträglichen Schmerzen. Er würde sich bei ihr bedanken, aber jetzt würde er noch ein bisschen schlafen.

 

War er eingeschlafen? Hatte er nur ein paar kurze Minuten geträumt? Wieder fühlte er eine Hand an seiner Wange. Sie streichelte sanft sein Gesicht und weiche Lippen drückten sich auf seine Stirn. Er riss beide Augen auf. Vor ihm stand ein Engel. Eine unglaubliche Frau, schön wie ein Stern! Mit einem weichen, zärtlichen Gesicht, umrahmt von blonden, langen Engelslocken. Ein Mund wie geschaffen zum Küssen - weich und breit - sinnlich und schön geschwungen. Leuchtend blaue Augen und ein Lächeln bei dem selbst ein Mönch schwach geworden wäre.

 

„Kathrin! Komm raus da! Dein Mann liegt auf 318!“ Das war die Stimme der Nachtschwester. „Lass ihn schlafen! Es geht ihm nicht gut - er hat große Schmerzen!“ Erst jetzt sah sie ihn an, sah direkt in seine Augen! Mitgefühl und Zärtlichkeit stand in ihrem Blick.

„Verzeihen Sie mir!“, flüsterte sie und küsste noch einmal seine Stirn, dann drehte sie sich um und verließ sein Zimmer.

 

Marcel sah ihr nach - mit den großen, erwartungsvollen Augen eines Kindes an Weihnachten. Sie stand unter der Türe, umrahmt vom strahlend-hellen Hintergrund des Krankenhausganges. Es sah aus, als habe sie eine blendend weiße Aura aus Licht. Das blonde Haar fiel wie flüssiges Gold über ihre Schultern auf einen knallroten Overall. Mein Gott, war diese Frau schön! Vielleicht träumte er ja doch noch. Er hatte noch nie so ein bezauberndes Wesen gesehen. Und eine Figur hatte sie! Sie war das Modell gewesen, dass Gott für die Frauen ersann - da war er ganz sicher! Hingerissen starrte er ihr nach. Warum ging sie schon?

 

Ach ja! Die nette Schwester hatte es gesagt. Sie wollte zu ihrem Mann! Er wünschte, sie wäre zu ihm gekommen! Aber leider - sie war schon vergeben. - Sie hatte ihn geküsst! Er spürte noch immer den süßen Druck ihrer Lippen auf seiner Stirn, die weiche Hand auf seiner Haut. Marcel schloss die Augen, erinnerte sich an den betörenden Duft, der ihrem Dekolltée entstiegen war. Er atmete tief. Wenn sie doch noch geblieben wäre! Aber schon alleine die Erinnerung war wunderbar. Das einem so etwas im Krankenhaus widerfuhr! Jetzt, wo er keine Schmerzen mehr hatte, konnte er genießen, was sich ihm bot. Er entspannte sich und fiel zurück in diesen angenehmen Zustand zwischen Wachen und Träumen - und jetzt wusste er, wovon er träumen würde!

 

Am nächsten Tag wurde er durchgecheckt - von Kopf bis Fuß. Jeder Zentimeter an ihm wurde geröntgt, durchleuchtet, gemessen, gewogen, begutachtet. Marcel wurde von einer Station zu anderen gekarrt, und er ließ alles über sich ergehen - mit stoischer Ruhe. Die Erinnerung an die höllischen Schmerzen, die er aushalten musste, half ihm geduldig zu sein. Am Abend jedoch, war er richtiggehend geschafft. War das nun der Schmerz gewesen, der ihn soviel Kraft gekostet hatte oder dieser Untersuchungsmarathon? Egal! Er war zurück in seinem Bett und entschwebte schon ins Reich der Träume - da wurde er wahr: Sein Traum!

 

Marcel hatte nichts gehört - vielleicht schlief er ja schon, aber dieser unverkennbare Duft, brachte ihn sehr schnell zurück. Kathrin! Süß und verführerisch! Als er seine Augen aufriss, blickte er direkt in ihr umwerfendes Dekolltée - denn sie beugte sich über ihn, um seine Stirn zu küssen. Er handelte nicht überlegt. Er griff einfach zu, legte seine Arme um ihre Taille und zog sie an sich - und küsste diesen wunderbaren Mund. Einen einzigen zauberhaften Moment lang gab sie nach, küsste seine Lippen - und Marcel hatte das deutliche Gefühl, als genieße sie es! Als sie sich dann aber aus seinen Armen befreit hatte und hell auflachte, wünschte er, er hätte sie fester gehalten.

„Ich wollte mich entschuldigen bei Ihnen - weil ich Sie gestern gestört habe!“, erklärte sie mit einer Stimme, die ihm wie himmlische Chöre anmutete. „Aber ich sehe, Sie sind auf dem Weg der Besserung!“ Ihr Lachen schien im Zimmer zu schweben.

„Wenn Sie noch ein bisschen bei mir bleiben, Kathrin, werde ich ganz schnell wieder gesund!“, versprach er vorlaut. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen.

„Woher wissen Sie meinen Namen?“ Jetzt lachte Marcel. „Ach, ich weiß einiges von Ihnen. Sie heißen Kathrin und Sie besuchen in Zimmer 318 - leider nicht mich - Ihren Mann! Und außerdem sehen Sie aus wie die Göttin der Barmherzigkeit, die gekommen ist, die Traurigen und Leidbeladenen zu trösten!“  Oh dieses Lächeln! Er war einfach sprachlos vor soviel Anmut und Grazie.

„Nachdem ich Sie ja nun getröstet habe - anscheinend mit Erfolg - kann ich jetzt ja wieder gehen!“, erklärte sie bestimmt und beugte sich noch einmal über ihn. - Marcel war wieder fit. Er reagierte schneller, als sie gedacht hatte. Und ihr Abschiedskuss landete nicht auf seiner Stirn, sondern direkt auf seinem Mund - und er war wesentlich heißer und leidenschaftlicher, als geplant. Verwirrt senkte sie die Augen, ganz kurz hatte er den Eindruck, sie würde in Tränen ausbrechen, dann verließ sie seinen Raum.

 

Aber auch Marcel konnte nicht mehr klar denken - an diesem Abend. Der Abdruck ihrer Lippen brannte auf seinem Mund. Diese Frau war - der Traum seiner schlaflosen Nächte! Noch immer hing ihr Duft im Zimmer, vernebelte seine Sinne. Marcel stellte sich vor, wie es wäre - wenn sie zu ihm käme - ihn pfleglich streichelte, seine Hand hielt, wenn er litt, aber er litt ja nicht mehr und die vorgestellten Streicheleinheiten wirkten nachhaltig. Er stöhnte leise vor Verlangen: „Kathrin!“

 

Als er aber seine Augen schließen wollte, um von dieser Traumfrau nun auch tatsächlich zu träumen, da bemerkte er, wie im Zimmer gegenüber das Licht anging. Er konnte direkt hineinsehen in dieses Zimmer, wenn auch der Vorhang halb zugezogen war, und was er sah, war nicht dazu angetan ihn schlafen zu lassen. Kathrin! „Zimmer 318!“ murmelte er. Sie stand in hellen Licht und doch hatte er das Gefühl, sie leuchte von innen heraus. Der rote Overall ließ ihn nicht los. Sie trat an das Bett und beugte sich über den Insassen. Marcel konnte ihn nicht sehen. Er lag mit dem Kopf zum Fenster. Wahrscheinlich küsste sie ihn. Stöhnend schloss Marcel die Augen, dachte an ihren Kuss. - Doch dann trat sie zum Fenster und zog den Vorhang zurück - sah zu ihm herüber! Er hatte den Eindruck, sie könne ihn sehen. Das war nicht möglich. Er lag hier im Dunkeln und sie stand - in Helligkeit gebadet - dort drüben. Für sie, war außerhalb des Fensters alles schwarz. Und doch!

 

Warum ließ sie diesen Vorhang soweit offen? Sie musste doch wissen, dass er hier die Aussicht des Stadttheaters genoss! Oder nicht? - Vielleicht wollte sie aber auch, dass er diese Aussicht hatte? Er sah ihr Lächeln. - Sie wusste es, musste es einfach wissen! Marcel zitterte vor gespannter Erwartung. Was würde jetzt passieren? Seine Phantasie schlug Kapriolen - unglaubliche Kapriolen! Was, wenn sie jetzt ...?

 

Er hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, als sie betont auffällig zum Reißverschluss ihres Overalls griff. Sie zog ihn hinab - und wieder ein Stück hinauf. Was sollte das werden? Jetzt trat sie vom Fenster zurück - vor das Bett ihres Mannes, aber immer noch sah sie nur ihn an! - Oder nicht? Langsam zog sie wieder an dem Zipper. Diesmal aber ganz hinab. Sie begann ihren Körper zu wiegen, wie nach einer - für ihn unhörbaren - Musik, klappte das klaffende Oberteil zur Seite.

 

Marcel rührte gerade der Donner! Sie strippte! Und sie strippte für ihn! Als er den schwarzen Spitzenbüstenhalter sah, vergaß er zu atmen. Wahnsinn! Und er kannte ihr Dekolltée aus nächster Nähe. Um Luft ringend schloss er die Augen, aber nur, um sie im nächsten Moment wieder aufzureißen. Von diesem Schauspiel wollte er sich keine Sekunde entgehen lassen.

 

Jetzt allerdings sah er nurmehr ihren Rücken. Das blonde Haar schimmerte wie Gold und dann rutschte der rote Overall drunter vor, gab den Blick frei auf gebräunte, glatte Haut und eine aufreizende Hinterfront. Offensichtlich waren ihre Dessous genau für diesen Zweck bestimmt gewesen. Der schwarze String, der sich zwischen ihre Backen schmiegte, sorgte dafür, dass ihm die Luft  schon wieder knapp wurde.

 

Wahrscheinlich hatte er den Nierenstein los, aber er würde gleich an Sauerstoffmangel sterben - wenn sie so weiter machte. „Oh bitte, bloß nicht aufhören!“, flehte er in Gedanken. Und als habe sie sein Stoßgebet gehört, schob sie das äußerst knappe Höschen über ihre langen, schlanken Schenkel hinunter, reckte ihm ihr pralles Hinterteil entgegen. Leider war kurz oberhalb ihres Knies sein „Fernsehbild“ beendet. Aber immerhin: Die wesentlichen Ausschnitte hatte er im Blickfeld.

 

... dann drehte sie sich zur Hälfte um und lächelte ihn an, oder vielleicht auch den Mann im Bett vor ihr - oder alle beide! Ihre Hand tastete auf dem Rücken nach dem Verschluss des Büstenhalters und - schon fiel das zarte Gebilde. Ihre Brüste wippten ihm entgegen. Himmel! Die würden genau in seine Hand passen! Wenn er sich jetzt vorstellte diese üppigen Rundungen zu berühren, zwischen seinen Fingern zu fühlen, die festen Brustwarzen zu massieren und dafür zu sorgen, dass sie noch härter wurden, dann wurde ihm heiß. Diese Frau schaffte ihn! „Kathrin!“, flüsterte er und schob seine Hand unter die Bettdecke.

 

Ganz kurz schloss er seine Augen, stellte sich vor, dass es ihre Hand sei, die seine pralle Härte umfasste. Marcel stöhnte laut. Als er sich wieder auf sie konzentrierte, hatte sie sich schon umgedreht, und er sah wundervolle, üppige Brüste, die schaukelnd hin und herschwangen. Kathrin trat jetzt zum Bett ihres Mannes und beugte sich darüber. Offensichtlich küsste sie ihn - und dann kniete sie sich zu ihm auf sein Bett. Aufreizend langsam schwang sie ihr langes Bein über ihn, richtete sich hoch auf und umfasste ihre Brüste. Sie legte den Kopf in den Nacken, öffnete den Mund.

Marcel war beinahe, als könne er sie stöhnen hören vor Lust. Sogar auf diese Entfernung konnte er ihre rot-lackierten Fingernägel sehen, die auf dem geilsten Busen lagen, den er sich vorstellen konnte. Rund und fest, weiß mit dunklen Spitzen vor einem braungebrannten Körper, der ihn so anmachte, dass er nicht mehr wusste wohin, mit seiner Gier. Und sie massierte und knetete diesen Prachtbusen hingebungsvoll! Marcel hatte den Eindruck, sie tat es für ihn, nur für ihn - um ihn scharf zu machen. Sie musste sich wirklich keine Mühe mehr geben, um dieses Ziel zu erreichen. Er hechelte schon, so geil war er. Am Liebsten wäre er zu ihr gegangen und hätte gefragt: „Kathrin, meine süße Kathrin, kann ich dir nicht irgendwie zur Hand gehen? Lass mich das tun! Ich massiere deine Brüste - oh jaah, Süße, jaah - dass Du dich im Himmel glaubst!“ Aber er hätte auch noch jede Menge andere Vorschläge gehabt, wie er sie gerne verwöhnt hätte.

 

Als er jedoch genauer hinsah, glaubte er zu sehen, dass sie sich auch in dieser Beziehung zu helfen wusste. Eine Hand vergnügte sich zwischen ihren Schenkeln. Sicher war er zwar nicht - vielleicht verwöhnte sie auch ihren Mann. Gott! Er wollte er wäre dieser Mann gewesen. Wenn er daran dachte, dass sie sich so über ihn knien würde, er ihre Brüste vor seiner Nase gehabt hätte ... Ihre heiße Scham, die sich langsam auf ihn senkte!

„Jaaaahhhh!“ Stöhnend musste er sich selber helfen. Sie war dort drüben - bei ihrem Mann. Warum gehörte diese Frau nicht ihm? - Dieser leibhaftige Engel, der sich im passenden Moment in ein heißes Teufelchen verwandeln konnte. - Genau die Art Frau, von der jeder Mann träumte?

 

Sie war so weit weg! Sie gehörte einem anderen - und doch sahen sie sich an, sahen sich tief in die Augen - waren verbunden in dem Wissen, dass sie zueinander gehörten. Sie hatten Sex - miteinander! Egal wie es aussah - für Außenstehende. Es war sein Körper, der sie erregte. Es waren seine Lippen, die sie küssten - sehnsüchtig liebkosten und es war er, der sie zum Höhepunkt liebte. Sie bewegten sich in gleichem Klang - Marcel schloss die Augen. Kathrin war bei ihm - auf ihm. Sie trug ihn in sich, stieß gegen ihn und schrie ihre Lust heraus. Sie wand sich auf ihm, rieb ihre heiße Muschi an ihm und er explodierte in dem Wissen, mit einer wunderbaren Frau geschlafen zu haben. Stöhnend ließ er sich zurücksinken in sein Bett. Dass sich hier im Krankenhaus sein Leben verändern sollte, das hätte er niemals geglaubt - wenigstens nicht in dieser Art und Weise. Er, der überzeugte Junggeselle - sehnte sich nach einer Frau! Am Liebsten wäre er aufgestanden, hätte sie aus den Armen dieses Mannes gerissen und mitgenommen ... hätte sie gebeten, seine Frau zu werden!

 

War er jetzt komplett verrückt? Der Gedanke an einen Heiratsantrag, war ihm niemals gekommen. Und nun? Er wollte eine Frau, die einem anderen gehörte! Er wollte sie heiraten! Er musste einfach verrückt sein! Seine Überlegungen kamen zu keinem Ende - sie drehten sich im Kreis. - Was dachte sie? Bildete er sich alles nur ein? Oder spürte sie es auch - die Anziehung zwischen ihnen?

 

Und dann sah er zu ihr hinüber. Er fiel fast aus dem Bett. Sie war verschwunden! Das Licht war aus und der Vorhang zu - Alles sah aus wie vorher! Hatte er eine Halluzination gehabt? War das alles ein Wunschtraum gewesen? Sicher, er hatte starke Medikamente bekommen, aber das war vorgestern gewesen! Ob das so lange wirken konnte? - Aber sie war ja da gewesen! Sie war bei ihm gewesen und hatte sich entschuldigt - hatte ihn geküsst!

 

Er würde die reizende Nachtschwester fragen! Sie kannten sich. Sie war es doch gewesen, die ihm ungewollt die Information über Kathrin gegeben hatte. Sie würde ihm weiterhelfen können. Marcel wartete - sie würde schon noch kommen. Es war schon kurz vor Mitternacht und seine Ungeduld nahm stetig zu. Wann machte sie endlich ihre Runde? - So konnte er nicht schlafen. Nicht ohne zu wissen - ob Kathrin ...? 

 

Aber sie kam nicht - und dann war er doch eingeschlafen! Am nächsten Morgen war seine Geduld am Ende. Er ging hinüber. - Zimmer 318! - Er musste ihn sehen - diesen Glückpilz, der seine Kathrin gestern Abend....! - Zimmer 318! - Er klopfte. Sein Herz schlug im Hals! Was sollte er sagen? "Falsch verbunden?" - Zimmer 318! - Niemand antwortete - also öffnete er langsam die Türe. Zimmer 318 war leer! Ob es ihm gefiel oder nicht - er musste auf die Nachtschwester warten.

 

Als sie kam, überfiel er sie förmlich. „Haben Sie Kathrin gestern Abend gesehen?“ Fragend sah sie ihn an.

„Wieso gestern? - Nein! Natürlich nicht! Ihr Mann wurde gestern Morgen entlassen - und er ist gar nicht mehr nach Hause gegangen. Ich denke, er ist gleich zu seiner neuen Freundin gezogen, der Idiot!“

Marcel starrte sie an, als wäre sie vom Mars. „Er betrügt sie? - Er betrügt Kathrin?“ Er war völlig fassungslos. Wie konnte dieser Mann so eine Frau betrügen? Aber dann brach, wie ein Lichtstrahl, die Erkenntnis in sein Hirn, dass sie frei war. Kathrin war frei für ihn - und sie wollte ihn! Sie hatte mit ihm geschlafen! - Gestern, hatte sie mit ihm geschlafen!

„Wo kann ich sie finden? - Angela! - Wo?“ Sie sah ihn seltsam an. Irgendetwas stimmte hier nicht. Vielleicht hatte sie schon zuviel gesagt. Ob es Kathrin recht war, dass sie ihm gesagt hatte, dass ...!

 

„Warum? - Warum wollen Sie das wissen, Herr Rhys?“ Sie würde nichts mehr sagen. Sie musste erst sicherstellen, dass ihre Freundin damit einverstanden war. Aber plötzlich lachte Marcel. Er würde sie finden. Das war das kleinste Problem!

„Ich werde sie heiraten!“, sagte er laut. Und dann nahm er die Nachtschwester in den Arm und küsste sie ungestüm. „Sagen Sie ihr das, Angela! - Sagen Sie ihr das!“ Und dann ging er zurück, zurück in sein Zimmer. Nicht 318 - aber das beste Zimmer des ganzen Hauses!

 


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