Sauna


Mit John in die Therme zu gehen, ist immer wieder schön. Wir zwei kennen uns seit gefühlten 100 Jahren und sind fast genauso lang Freunde. Wir sind beide verheiratet und beide glücklich mit unseren Partnern. Von Versuchung kann bei uns zweien höchstens ansatzweise die Rede sein. Das wissen auch unsere zwei Angetrauten. Also keine Gefahr!

Diesmal aber ist es irgendwie anders. In die Sauna gehen wir eher selten zusammen. Man soll ja keine schlafenden Hunde wecken. Oder waren es Löwen? Aber heute ist mir so kalt. Ich friere schon den ganzen Tag, und nur deshalb habe ich wohl auch spontan zugestimmt. John wollte mir mit seinem Vorschlag auch bestimmt nur helfen. Dummerweise waren da aber noch jede Menge anderen Leute in der Sauna, unter anderem zwei junge Frauen, die ich schon vom Sehen kenne. Sie sind beide single und flirten alles an, was männlich, über 12 und unter 95 ist. Einem Abenteuer sind sie – wie man hört – durchaus aufgeschlossen.

Und diese Weibsen unterhalten sich ungeniert und vor allem laut über den Sex, den sie mit Skilehrern und sonstigem Mannsvolk schon hatten, und dass sie es jetzt gerne im Schnee mit einem Fremden treiben würden – vor dem Panoramafenster unserer Sauna! Die Jungs, die neben uns sitzen, sind schon ziemlich kopflos. Ich grinse mir eins bei diesem Anblick. Hochrote Birnen hochoben und auch einen Stock tiefer. Hübsche Ständer haben sie ja alle drei, bloß trauen tun sie sich nicht. Natürlich nicht, wir kennen sie alle drei und könnten sie ja verraten. Aber schauen müssen sie schon.

Das ist aber auch klar. Ich schaue ja auch. Und … tatsächlich! Auch mein John kann seine Blicke nicht keusch abwenden, obwohl er doch sonst immer so katholisch ist. Ich muss aber zugeben, dass der Anblick dieser zwei Grazien sehenswert ist. Sie knien am Fenster, schauen in den Schnee hinaus und sinnieren über eine passende Füllung ihrer uns präsentierten Schnecken. Doch, genau das tun sie. Sie recken ihre prallen Ärschlein in den Raum, aber so, dass man auch wirklich alles sieht. Gespreizte Schenkelchen und Hohlkreuz. Natürlich sind sie auch blitzeblank rasiert, die Schönen, und außerdem sind sie – unübersehbar – geil. Es glänzt und schillert zwischen den offenen Lippen, dass einem himmelangst werden kann.

Diese Sauna hat inzwischen bestimmt rund 150 Grad und die Herren der Schöpfung klingen recht asthmatisch. Als die zwei noch nachlegen und ihre Hände ins Spiel bringen, reicht es dem anwesenden Pärchen. Dass da flinke Finger Suchen und Verstecken spielen, das bekommen die schon nicht mehr mit. Fluchtartig verlassen sie die Sauna und werfen sich in den Schnee – direkt vor dem Fenster. Für einen Moment kann man den Hochofen der Braut zwischen ihren Beinen sehen, aber dann gibt ihr Freund Zunder. Die treiben es hier ganz öffentlich, und sie grinst mit erhobenem Daumen zu uns herein. Frei nach dem bayrischen Motto: Wer ko, der ko! Aber dann wird es den beiden Sexgören doch zu viel. Keiner erbarmt sich ihrer, also werden sie jetzt wohl woanders suchen. Sie verlassen die Sauna und es dauert keine Minute, da sind auch die Boys verschwunden.

Ich atme auf. Heiß hat mich diese Vorstellung schon auch gemacht. Verstohlen schaue ich zu meinem besten Freund. Ich will ihn ja nicht unnötig in Verlegenheit bringen. Er seufzt, und dann – ich glaub das jetzt nicht – nimmt er mich in seine Arme und küsst mich. Ich vergesse glatt mich zu wehren. Und wie der küssen kann! Wer hätte das gedacht. Mir wird ganz anders. Seine Hand sucht meinen Busen und massiert zärtlich. Genau richtig. Oh John, was tust du denn da? Wie komme ich aus dieser Kiste bloß wieder raus? Und vor allem: Will ich da wieder raus?

Er küsst ja so verdammt aufregend. Dann schaut er mich an, mit großen, dunklen Augen. Bisher habe ich nicht gewusst, dass er Augen hat zum Hineinfallen und sich drin verlieren. Er lächelt wehmütig und nimmt meine Hand. „Damit du auch weißt, wie es um mich bestellt ist …“ Sanft drückt er meine Handfläche in seinen Schoß – und schaut wie ein trauriger Cockerspaniel. Hhhmmmm Ppppfffffffffffffff! Ich atme auf und lasse meine Hand unter sein Handtuch gleiten. Behutsam umfasse ich den Penis und küsse seinen Besitzer. „Danke!“, flüstere ich. Konsterniert schaut er mich an. „Weißt du John, ich bin geil bis zum Abwinken und du auch, und wenn du jetzt hier bei mir wärst, mit einer Latte ohne Ende … sag mir, wie sollte ich dich abweisen können, wenn ich es doch gar nicht will?"

Er hat Tränen in den Augen, als er mich noch einmal an sich zieht. Und ich genieße diesen Kuss und seine erregenden Hände auf meinem heißen Körper. Wie weit darf man gehen, wenn es eigentlich gar kein Betrug werden soll? Aber es wird ja kein Betrug! Nicht etwa weil ich so standhaft wäre, sondern weil er so ein guter Freund ist. Na ja … seine zärtliche Hand hätte eigentlich nichts zwischen meinen Schenkeln zu suchen, aber sie fühlt sich so gut an, und ich bin ja auch schon so unheimlich bereit dafür: Feucht, heiß und glatt. Stöhnend lasse ich zu, dass er mich in Besitz nimmt. Seine Finger machen jedem erstklassigen Vibrator Konkurrenz, und … nein … ich kann ihn jetzt nicht zurückweisen.

Ich muss ihn doch trösten – oder er mich?

© Anna