Obst ist so gesund!

Der ultimative Diät-Tipp für die figurbewusste Frau.


Habt keine Angst, liebe Schwestern, ich komme euch nicht mit der 1001. todsicher funktionierenden Diät. Ich sage nur: Esst mehr Obst! Und … vor allem … greift beherzt zum einheimischen Obst! Dieses vereint mehrere Vorteile. Es wird vollreif gepflückt, hat kurze Transportwege – obwohl, von den Alpen bist zur Ostsee sind es schon einige Kilometer. Also wählt möglichst Obst aus der Region, allerdings ist das keine Bedingung. Nur das Obst aus Nachbars Garten kann uns manchmal mächtig mit Übelkeit und Bauchweh plagen. Unser einheimisches Obst wächst in allen Lagen unseres Landes. Es ist reich an Nährstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen, Folsäure, Spurenelementen, hat wenig Kalorien und kein Fett. Stimmt, es gibt Ausnahmen, wie die saftigen Trauben des Weins oder Aprikosen, die wärmeliebend sind. Das ist Saisonobst, genau wie die Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren usw. Wird Saisonobst außerhalb derselben angeboten, rate ich zur Vorsicht. Die Früchte sehen wunderschön und lecker aus, kommen aber von weit her, und vom Geschmack wird Frau oft enttäuscht.

 

Übrigens: Das Apfelessen, welches das abendliche Zähneputzen erspart, gehört ins Reich der Legenden.

 

Meine Empfehlung: Greift zu Obst, welches immer Saison hat.

 

Greift zum Apfel!

 

Vom Apfel gibt es unendlich viele Sorten – süße und säuerliche, saftige und mehlige, frühreife und Lagerobst, Kornäpfel, Weihnachtsäpfel. Der Apfel hat eine glatte, eine fein gepunktete oder raue Schale. Nur schrumpelig sollte er nicht unbedingt sein. Der Apfel ist dann zu alt. Für jeden Geschmack gibt es den richtigen Apfel, genau wie für jeden Topf den passenden Deckel. Manche der Schwestern muss halt etwas länger suchen, bis sie den Richtigen findet. Lustig finde ich, dass DER Apfel meist weibliche Namen hat. Die meisten Apfelzüchter sind sicher Männer. Hi, hi … was die für ein Bild im Kopf haben, wenn sie an Äpfel denken, kann ich mir gut vorstellen. Also ist diese Namensgebung kein Wunder.

 

Ich bevorzuge den frischen, saftigen und knackigen Apfel. Er darf keinen Schorf oder sonstige sichtbare Erkrankungen haben. Meist erkennt Frau auch am Stiel, wie der Apfel beschaffen ist.

 

Spätestens seit der ersten Vorlesung des märchenhaften Dramas um Schneewittchen wissen, wir liebe Schwestern, dass der Apfel zwei Backen hat! Unbedeutend für uns sind die wechselseitigen Farben der Backen. Schwestern, die allerdings diese unterschiedliche Farbgebung bevorzugen, sollten sich in Fachkreisen umschauen und werden sicher Hilfe erhalten.

 

Wisst Ihr, liebe Schwestern, was Kur-Patienten nach einem achttägigen Fasten als erste feste Nahrung erhalten? Erraten … einen Apfel! Ihnen wird beigebracht, dass Nahrungsaufnahme ein Genuss für alle Sinne sein sollte, gepaart mit Behutsamkeit und Andacht.

 

Und genau so geht ihr auch an euren Apfelgenuss heran. Denkt daran, der von euch erwählte Apfel ist einmalig! Es kann bessere und schlechtere geben, aber euren … nur ein einziges Mal! Packt es aus, euer Prachtstück. Aus der BIO – Hülle, wieder verwertbar, in uni, gestreift, kariert oder weiß gerippt, aus dem Netz oder der Folie. Ist er ausgepackt, könnt ihr euch einen ersten Eindruck machen, erkennt ihr auch Mogelpackungen oder Fallobst. Verpackungen sind Werbung, meine Damen und oft genug stecken ungeahnte Enttäuschungen dahinter. Aber wem sage ich das, liebe Schwestern, mit diesem Thema kennen wir uns doch bestens aus, stimmt´s?

 

Zurück zu eurem Apfel! Vor dem Verzehr solltet ihr ihn, wie jedes Obst vor dem Essen, gründlich unter warmem fließendem Wasser waschen. Keime und Schmutz werden entfernt. Nach dem Abtrocknen wird euer Prachtstück strahlen und glänzen. Nun platziert den Apfel so, dass ihr ihn gut im Blick und in Griffnähe habt. Der Tastsinn ist einer unserer ursprünglichsten Sinne, fühlt die Formen nach, ertastet Unebenheiten, Spalten. Die Blüte ist rau, manchmal fast stachelig. Gegenüber ist der Stiel. Dazu kommt der Duft, inhaliert ihn tief ein. Ich hoffe, er wird euch unvergesslich sein.

 

Pheromone, obwohl Frau sie nicht riecht, wirken trotzdem, machen mutiger. Ihr seid bereit, euch auf eine bildliche Wahrnehmung einzulassen. Gefällt euch, was ihr seht? Dann nutzt mit Hingabe und Inbrunst alle Sinne. Tasten. Riechen. Sehen. Schmecken! Spielt mit den Lippen, Zähnen, mit der Zunge! Schwestern, schwelgt in dem Genuss! Lasst euch gehen! Und … nehmt euch Zeit! Sucht auch den Punkt, den ganz speziellen, zwischen Blüte und Stiel. Ihr merkt, dass ihr ihn gefunden habt, spätestens dann, wenn sich der Apfel euch entgegen drängt. Seid sanftmütig, zielstrebig und lasst nicht locker. Er steigert alle animalischen Gelüste. Nutzt es aus! Habt ihr euren Apfel nach allen Regeln der Kunst genossen, vergesst den Stiel nicht. Kaut nicht gedankenverloren darauf herum, behandelt ihn mit der gleichen Hingabe, wie den Apfel selbst und eure Verzückung wird sich steigern und vollenden.

 

Ihr fragt euch immer noch, warum ich euch den Apfelgenuss so ans Herz lege? Schwestern, esst mehr davon! Ihr verbraucht bei jedem Verzehr mindesten 400 kcal! Wenn das mal kein Erfolg ist! Macht das Apfelessen zu eurem Spiel! Euer Liebster wird begeistert sein und euch mit Sicherheit zeigen, welches Obst er am liebsten mag.

 

Allerdings muss ich auch erwähnen, dass manche, meist junge, unerfahrene Schwestern oder die, welche es drauf anlegen, vom Apfelgenuss zunehmen. Das vergeht aber wieder, und nach neun Monaten trifft dann der Spruch zu: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Dieser Ableger ist dann allerdings ein Leben lang euer Begleiter, an dem unwiderruflich euer Herz hängt. Ihr werdet ihn umsorgen, verwöhnen und bestrafen, aber immer voller Liebe für ihn sein.

 

Übrigens: Mein Lieblingsapfel hat zwei süße Grübchen und manchmal, wenn ich ihn sinnlich betrachte, scheint er zu lächeln, zu locken: „Komm, du Hübsche, vernasch mich …“

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Schwestern und auch den Brüdern …

 

Guten Appetit! 

 

©murr