Alte Liebe


Benjamin Schober wusste einfach nicht mehr, was mit ihm los war. Er war 37 Jahre alt und nahe daran verrückt zu werden. Er lebte in Düsseldorf und das schon seit seinem 20. Lebensjahr. Es gefiel ihm auch sehr gut in dieser Stadt. Er hatte einen wunderbaren Beruf – Vermögensberater - und er verdiente so viel Geld, dass kaum mehr wusste, wohin damit. Trotzdem: Benjamin war allein! Und in letzter Zeit hatte er so komische Gefühle. Er träumte immer wieder von einem Mädchen, das er schon lange vergessen hatte. Ja, er sah sie sogar! Und er wurde schier verrückt dabei. Sein Verstand sagte ihm, dass das gar nicht möglich sei - und doch...

 

Vor Jahren, in seiner Kindheit, hatte er in einem kleinen Dorf, direkt an der Zonengrenze gelebt. Die Grenze gab es heute nicht mehr, aber für ihn existierte sie noch. Sie war in seinem Kopf eingebrannt - durch sie! Durch seine Angelika! Sie war die Tochter des Dorfarztes gewesen, und für ihn war sie eine Prinzessin. Sie gehörte eigentlich nicht dahin - und doch: Sie gehörte zu ihm! Keiner seiner Freunde konnte sie leiden. Oder zumindest taten sie so. Er konnte sich gar nicht leisten, zu sagen, dass er sie nett fände. Sie hätten ihn ausgelacht! Aber er fand sie nett! Sehr sogar!

 

Es gab damals zwei Kinderbanden im Dorf. Die „Bären“ und die „Wölfe“. Und sie bekämpften sich. Warum wusste keiner! Er war ein „Wolf“! Und sie war irgendwo dazwischen. Eines Tages streifte er durch den Wald, und als er in die Höhle kam, die ihr Lieblingsspielplatz war, fand er sie. Sie war gefesselt und weinte. Kein Mensch war weit und breit. Kein „Bär“ und kein „Wolf“. Aber er war da - und sie! Er befreite sie und trocknete ihre Tränen! „Wer war das?“ fragte er böse. Sie schniefte. „Die Bären!“ Benjamin atmete auf. Es hätten auch genauso gut die „Wölfe“ gewesen sein können. Gemeinsam liefen sie nach Hause, sprachen kein einziges, weiteres Wort, aber bevor sie in ihrem Garten verschwand, gab sie ihm einen Kuss - auf die dreckverschmierte Wange. Und er war zum ersten Mal in seinem Leben so glücklich, dass er glaubte fliegen zu können. Als er nur noch ihren Pferdeschwanz sehen konnte, rief er hastig: „Gehst du morgen mit mir Eisessen?“

 

Seit dieser Zeit war es abgemacht: Er war ihr Beschützer! Mit der Schnelligkeit einer Lawine verbreitete sich die Nachricht im Dorf. Angelika war Benjamins Freundin! Die anderen Jungs waren neidisch und seine Eltern überhaupt nicht begeistert. Sie war eine Honoratioren-Tochter! Sie passte nicht zu ihnen! Aber Benjamin war glücklich!

 

Angelika und er waren von da an immer zusammen. Er holte sie nach der Schule ab, und die Bande war ihm völlig egal. Er ging mit ihr ins Bad und sie standen gemeinsam auf dem 3-Meter-Brett. Sie hatte Angst zu springen, aber er konnte das schon. Mit Engelszungen redete er auf sie ein, aber sie zitterte nur! Bei der Schwimmprüfung hatte sie gemogelt. Der Lehrer hatte ihnen gesagt, sie sollten ganz vorne im See - in der Nichtschwimmer-Zone – hin- und herschwimmen. Angelika war sehr groß für ihr Alter. Sie hüpfte auf einem Bein - und bekam den Freischwimmer! Nur konnte sie nicht schwimmen. Das hatte sie nur ihm erzählt. Nun stand das Sprungbrett im tiefen Wasser, und sie traute sich nicht.

 

„Du musst keine Angst haben! Es ist nicht weit. Du musst doch nur zur Leiter schwimmen. Das kannst du!“ Sie schüttelte den Kopf. „Wenn ich dir die Hand gebe und wir zusammen springen? Traust du dich dann?“ Sie sah ihn an - mit großen, blauen Augen. Tränen glitzerten darin und sie nickte, dass ihr Pferdeschwanz nur so flog. Benjamin gab ihr die Hand und sie klammerte sich fest. Dann sprangen sie - und sie schaffte es!

 

Zum ersten Mal fühlte er sich als Mann. Er war unendlich stolz. Auf sie und auf sich! Sie vertraute ihm - völlig! Sogar ihr Leben legte sie in seine Hände! Abends schlich er zu ihr und warf kleine Steinchen an ihre Balkontüre. Angelika hörte es und kam heraus - winkte ihm. Benjamin hatte ein Geschenk für sie: Einen Ring! Er war aus Plastik, orangerot und mit Goldglitter darin! Er hatte ihn aus dem Kaugummi-Automaten. Wortlos legte er das kleine Päckchen unter einen Stein und dann lief er weg. Am nächsten Tag in der Schule trug sie seinen Ring!

 

Es war die wunderbarste Zeit in seinem Leben gewesen! Er war so verliebt wie nie mehr. Kein Wunder, dass er auch heute immer wieder an sie dachte. Obwohl es schon 30 Jahre her war! Sie war die Prinzessin seines Lebens! Als ihre Eltern sich trennten, zog sie fort - mit ihrer Mutter und ihm brach fast das Herz. In den nächsten Jahren schaute er keine andere an und erst langsam fand er seine Lebensfreude wieder. Nur einmal hatte er sie wieder gesehen. Wie grausam konnte das Schicksal sein?! Sein Vater bekam eine Stelle in Düsseldorf und seine Familie hatte beschlossen dorthin zu ziehen. Der Möbelwagen war schon unterwegs, und er und seine Mutter sollten am nächsten Tag fahren. Benjamin war 20 Jahre alt gewesen, und da stand sie plötzlich vor ihm: Angelika! Sie besuchte ihren Vater und wollte bei ihm ihren Führerschein machen - während der Ferien. Sie freute sich so sehr ihn wieder zu sehen. Sie fiel um seinen Hals und küsste ihn. Wortlos hielt er sie fest und glaubte zu zerspringen vor Glück und Trauer gleichzeitig! Sie gingen Eisessen - wie in alten Zeiten - und sie erzählte ihm, warum sie damals seinen Ring mit einem Stein zerklopft hatte.

 

Benjamin musste lächeln. Damals fand er es nicht lustig. Sie war auf der Straße gesessen und hatte mit einem großen Stein auf das Plastik-Ringlein eingeschlagen, bis es in Stücke brach. Und dann sprach sie eine Woche lang nicht mehr mit ihm! „Du hast Gudruns Hand gehalten, als du mit ihr Eis gegessen hast!“, klagte sie jetzt. Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Sie war eifersüchtig gewesen! Und jetzt saß er hier und hatte sie wieder - nur um sie wieder zu verlieren! „Morgen ziehe ich nach Düsseldorf!“, sagte er verzagt. Angelika nickte, aber sie verabredeten sich wenigstens noch für diesen Abend. – Und dann kam sie nicht! Ihr Vater hatte es ihr verboten!

 

Und nun - nach dreißig langen, einsamen Jahren - dachte er wieder an sie. Unerfüllte Liebe war anscheinend zäh! Langsam wurde es aber wirklich lästig, denn es war mehr, als eine kurze Erinnerung an eine alte Jugendliebe. Er sah sie überall. Neulich hatte er sogar eine junge Frau auf der Straße angesprochen, weil er glaubte Angelika gefunden zu haben! Sie war es nicht gewesen, und er hatte eine Abfuhr bekommen. Wer glaubte schon so einen Spruch? „Ich dachte, sie seien eine alte Freundin von mir!“ -  Lächerlich! Er musste jetzt wirklich aufpassen, nicht zum Sonderling zu werden. Auch seine Mutter machte sich schon Sorgen, um ihre ungeborenen Enkelkinder.

 

Als er nach Hause kam, stellte er fest, dass das Hochhaus, das sie gegenüber bauten, seine Aussicht behinderte. Jetzt wurde es langsam so hoch, das er in die Wohnungen gegenüber sehen konnte. Das konnte ja lustig werden! Es war schon spät und er war müde. Erschöpft setzte er sich in seinen bequemen Sessel und schaute zum Fenster hinaus. Er überlegte. Die Leute, die dort einziehen würden, könnten auch zu ihm herüber schauen. Wer würde wohl einmal dort wohnen? Eigentlich interessierte es ihn nicht. Wenn es ihm hier nicht mehr gefiel, konnte er umziehen! Seine Augen fielen zu, und er schlief den Schlaf des Gerechten.

 

Als er aufwachte, brauchte er eine ganze Weile, um zu erkennen, wo er war. Er saß immer noch in seinem Sessel, und er sah Licht in der Wohnung gegenüber. Das konnte nicht sein! Es war ein Rohbau! Dort gab es noch kein Licht und auch noch keine Wohnung! Und doch! Benjamin saß da, völlig entspannt und seine Gedanken flossen. Er sah, was er sah! Das hellerleuchtete Fenster war ganz deutlich und dann bemerkte er eine junge Frau. Sie bewegte sich in dem Zimmer gegenüber. Er konnte nur die Schattenrisse sehen durch den Vorhang. Offenbar tanzte sie - mit sich selber. Bildete er sich das ein, oder hörte er tatsächlich die Musik dazu? Sie war gut gebaut. Ihr langes Haar flog, wenn sie sich drehte. Ihre Bewegungen faszinierten ihn. Sie waren so weich und harmonisch. Und was für schöne Beine sie hatte: Lang und wohlgeformt. Alles in allem war es eine wunderbare Abendunterhaltung. Benjamin genoss es, ihr zuzusehen. Vielleicht hatte ein Haus gegenüber ja auch Vorteile!

 

Am nächsten Tag, als er auf die Straße trat und die Bagger und großen Kräne sah, fiel ihm seine „Nachbarin“ wieder ein. Sie konnte doch dort noch nicht wohnen?! Er fragte einen der Arbeiter. Nein, dort würden erst nächsten Frühling die Mieter einziehen! Ein Rätsel, das er aber im Laufe des Tages wieder vergaß. Erst als er alleine nach Hause kam um 22 Uhr nachts und ihm einfiel, wie einsam er war, da fiel ihm auch die „Nachbarin“ wieder ein. Er rannte fast in seine Wohnung - und tatsächlich: Sie war da! Die Wohnung war hell erleuchtet und der Vorhang war diesmal zurückgezogen. Er konnte direkt hineinsehen - aber er sah sie nicht! So wie er war, setzte er sich mit Mantel und Schal in den Sessel und wartete. Nach einer Weile kam sie doch, lief hin und her, schaltete die Musik ein - Er konnte es hören! Sie sang mit! Trug irgendwelche Gegenstände und setzte sie ab, holte neue, räumte eine Kommode ein. Er sah ihr zu. Als sie lange genug gelaufen war, blieb sie vor der Kommode stehen und beugte sich hinunter, reckte ihm ihr Hinterteil zu und wippte mit den Hüften im Takt. „Sehr sexy!“, fuhr es ihm durch den Kopf. Sie stand so eine kleine Ewigkeit und ließ ihn ihre Formen bewundern, dann richtete sie sich auf und dehnte sich. Offensichtlich hatte sie Kreuzschmerzen. Sie streckte die Arme hoch in die Luft und drückte ihre Brüste heraus. Er konnte die festen Brustwarzen durch den Stoff sehen. Sie schüttelte ihr Haar und streifte es aus dem Gesicht! Er sah sie in vollem Licht stehen! - Angelika!

 

Benjamin schüttelte sich. Das konnte nicht sein! Er stand auf und zog sich endlich aus. Gewaltsam riss er sich von seinem Sessel los. Er musste damit aufhören - sonst würde er tatsächlich verrückt! Er ging in die Küche und machte sich etwas zu Essen, stellte es auf sein Tablett, holte sich ein Glas Wein und trug es ins Wohnzimmer. Er würde sich in seinen Lieblingssessel setzten und zu Abend essen. Nichts würde ihn stören. Es gab nichts, was ihn ablenken konnte, da war nur ein Rohbau!

 

Benjamin ging hinein und setzte sein Tablett ab. Er griff nach dem Glas und trank einen großen Schluck – und damit war sein Essen beendet. Da war sie wieder: Seine Angelika und sie wusste offensichtlich, dass er da war. Oder bildete er sich das nur ein? Sie bewegte sich nur für ihn! Sie arbeite – klar - aber sie schien nur in dem Bereich zu tun zu haben, den er sehen konnte. Zwischendurch tanzte sie. Erst langsam und gleitend, dann wild und schnell. Er sah, dass ihr heiß wurde. Ihr Gesicht war rot und sie holte sich ein Tuch um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Dann bückte sie sich und griff nach dem Saum ihres Rockes, zog ihn hoch und fächelte sich Luft darunter. Benjamin sah ihre nackten Beine! Ihm wurde jetzt ebenfalls heiß, und er aß keinen Bissen! Das war ihr aber noch nicht genug Kühlung. Sie knöpfte ihre Bluse auf! Und auch hier verwendete sie den Stoff als Fächer.

 

Da war kein Büstenhalter, und er hatte ihre bloßen Brüste direkt vor seiner Nase. Seine Hände öffneten und schlossen sich krampfhaft. Was war denn bloß los mit ihm? Er war auf einmal so geil, so verrückt nach ihr!  Aber so konnte das doch nicht weiter gehen. Er hatte nie auf diese Art und Weise an sie gedacht. Er hatte sich vorgestellt sie zu lieben, sie zu heiraten aber niemals... Oder vielleicht doch. In seinen Träumen war immer nur sie gewesen. - Wenn er mit anderen Frauen zusammen war, war sie im Hintergrund dabei gewesen! - Es waren immer ihre blauen Augen, die ihn ansahen, die ihm vertrauten. Es war immer ihr Kuss, der ihn aufheizte. Und jetzt war sie da, und sie machte ihn an! Zum ersten Mal in seinem Leben gestand er sich ein, dass er sie wollte – in seinem Bett wollte! Er wollte sie lieben, ihren Körper spüren an seiner Haut. Ihre Brüste streicheln, ihren Bauch, das weiche Schamhaar berühren, ihre langen Beine... Benjamin stöhnte laut auf.

 

Was sollte er bloß tun? Er wollte es so sehr! Und die Frau dort drüben strippte für ihn - für ihn allein! Sie zog ihre Bluse aus. Er schnappte nach Luft. Die Musik wurde lauter und wilder. Sie fiel in diesen Rhythmus ein und tanzte, wirbelte durch den ganzen Raum. Ihre nackten Brüste wippten und ihr langes, blondes Haar schwebte hinter ihr her. Der weite Rock flog hoch - sie hatte unglaubliche Beine. Genau wie seine Angelika! Aber sie konnte es doch nicht sein - oder doch? Morgen früh würde er hinüber gehen! Er musste es wissen! Aber jetzt wartete er gespannt auf mehr - da machte sie das Licht aus! Seine Liveshow war zu Ende.

 

Benjamin räumte sein Abendessen weg. Er hatte keinen Hunger - jedenfalls nicht nach einem Wurstbrot! Am anderen Morgen wachte er schon um 5 Uhr auf. Er zog sich an und ging hinunter, hinüber in den Neubau. Noch war niemand da. Als er hinaufstieg, fragte er sich, ob er noch bei Trost war. Hier konnte niemand sein. Die Treppenhäuser waren noch ohne Fenster, der Wind pfiff durch das halbfertige Haus. Es gab keinen Lift - noch nicht. Er stieg hinauf in den 9. Stock und suchte die Wohnung, die seiner gegenüber lag. Er fand sie auch. Aber seine Angelika war nicht da! Wie erwartet, war hier alles kahl und leer. Benjamin kam sich ausgesprochen albern vor. Seine Wunschträume und Fantasien wurden nicht wirklicher, wenn er fest daran glaubte.

 

Den Tag über ging es einigermaßen. Er hatte viel zu tun, aber als er seine Sachen zusammenpackte, fieberte er schon dem Abend entgegen. Würde sie da sein? Er fantasierte ja nicht absichtlich. Wer steuerte seine Vorstellung? Sein Unterbewusstsein? Wenn es danach ging, musste sie da sein! Er sehnte sich so sehr nach ihr. Er brachte kaum noch fertig, an etwas anderes zu denken. Sie war so schön gewesen - damals mit 19! So unglaublich süß. Und er hatte überlegt, ob er sie küssen sollte - wenn sie sich abends trafen! Hätte er sie doch gleich geküsst! Hätte er sie doch in seine Arme genommen und festgehalten! Er wäre so gerne mit ihr zusammen gewesen - damals, so wie heute und sein ganzes Leben lang.

 

Benjamin rannte fast nach Hause. Es war sehr früh für ihn: Und es war keiner da! Enttäuscht setzte er sich in seinen Sessel und starrte hinüber - sah zu, wie die Bauarbeiter schufteten, wie sie einpackten und gingen. Betrachtete, wie die Schatten länger wurden, das Haus in unwirkliches Grau tauchten. Die Nacht sank herab und immer noch konnte er sich nicht entschließen, seinen Posten zu verlassen. Als er sich um halb zwölf Uhr entschloss aufzugeben, ging drüben das Licht an!

 

Benjamin war elektrisiert. Und schon war sie da! Seine Traumfrau! An der Wand gegenüber dem Fenster hing jetzt ein großer Spiegel. Aber er war doch dort gewesen. Da gab es nur leere Wände! Sie hatte ihre Wohnung weiter eingeräumt. Und jetzt trat sie ans Fenster und sah zu ihm herüber. Sie konnte ihn doch nicht sehen. Bei ihm war alles finster! Und doch, er hatte das Gefühl, als müsse sie wissen, dass er da war. „Ach meine Liebste! „flüsterte er. „Ich bin hier! Komm doch zu mir, meine süße Angelika! Ich liebe dich so!“ Angelika trat zurück in den Raum und sah in ihren Spiegel. Sie griff zu ihrer Haarbüste und kämmte ihr wundervolles Haar. Wie gerne hätte er sie gekämmt!

 

Als er sah, dass sie begann sich auszuziehen wurde ihm ganz schwach. „Jaa!“ flüsterte er. „Oh ja, meine Süße, zeig’ mir deine Schönheit! - Wenigstens anschauen, kann ich dich!“ Wieder hörte er die Musik. Auch das konnte nicht sein! Er wusste es, aber es war ihm egal. Er wollte es nicht erklären - er wollte es genießen! Sie wiegte sich im Takt der Musik, knöpfte dabei ihre Bluse auf und wirbelte sie bei einer Drehung von ihren Schultern. Sie sah aus - zum Verlieben! Wenn er nicht schon verliebt gewesen wäre! Heute trug sie einen Büstenhalter - schwarze Spitze! Sie warf den Kopf zurück und lachte. Benjamin konnte es hören!

 

Als sie den Saum ihres Rockes in die Hand nahm und Cancan zu tanzen begann, zweifelte er endgültig an seinem Verstand. Es war ganz klar, diese „Vorstellung“ war nur aus seiner Sehnsucht geboren! Aber was es auch war - er würde sich keine Sekunde davon entgehen lassen. Der Rock flog mit einem Ruck über ihren Kopf davon und sie stand da in BH und Höschen. „Zum Fressen!“ schoss es ihm durch den Kopf. Und er hatte das Vergnügen sie gleichzeitig von vorne und von hinten - im Spiegel zu betrachten. Tanzte sie für ihn? Es sah so aus!

 

Jetzt wiegte sie nur noch langsam ihren schönen Körper hin und her und öffnete den Spitzen-BH. Ihre Hände glitten in die Körbchen, streichelten ihre Brüste. Benjamin keuchte. Er sehnte sich so sehr danach ihre Haut zu berühren. Ihre Brüste zu streicheln, zu kneten - zu lecken! Er schloss seine Augen, stellte sich vor, sie in seinen Armen zu halten. Er riss seine Augen wieder auf. War er verrückt? Sie zog ihr Höschen aus, und er sah nicht hin! Er sah gerade noch, wie sie das kleine, schwarze Spitzenetwas über ihren Po schob. Benjamin zitterte vor Sehnsucht nach ihr. Er bekam kaum noch Luft, und ihr schien es ähnlich zu gehen. Offensichtlich war sie so heiß auf einen Mann - auf ihn? - dass sie es kaum mehr erwarten konnte. Und ebenso offensichtlich war sie genauso alleine, wie er!

 

Sie stand dort drüben, so unglaublich sexy, hinreißend und verführerisch und doch war sie ihm so fern wie der Mond! Plötzlich ließ sie ihren Kopf hängen. Er glaubte sie leise Schluchzen zu hören. Benjamin stand auf und lief zum Fenster. Wenn er ihr doch helfen könnte! „Liebling, meine Süße!“ flüsterte er. „Wenn ich nur wüsste, wo ich dich finden kann?“ Er zermarterte sich sein Gehirn. Ihr Vater war tot. Wo ihre Mutter lebte, oder ob sie überhaupt noch lebte, wusste er nicht. Seine nackte, zauberhafte Vision von gegenüber lief plötzlich hinaus und kam mit einem dicken Telefonbuch zurück. Sie setzte sich, so wie sie war, auf den Boden und blätterte.

 

Sie hatte ein Telefon in der Hand und schließlich begann sie zu wählen. Als bei Benjamin das Telefon läutete, bekam er beinahe einen Herzinfarkt vor Schreck. Das gab es nicht! Das konnte es nicht geben! Er war verrückt! Er hatte Wahnvorstellungen! Anders konnte er es sich nicht erklären. Langsam ging er zurück zu seinem Sessel und setzte sich. Dann nahm er ab und sagte leise: „Angelika!“ - Sie sah ihn an! Im Hörer war Stille. Dann flüsterte sie: „Benjamin!“ Er hatte das Gefühl, als zöge ihm jemand den Boden unter den Füßen weg. Er hatte ein „Bildtelefon“!

 

Er räusperte sich und dann beschloss er die Wahrheit zu sagen: „Gela, meine süße Gela! Ich liebe dich!“ Verwirrt kam ihre Stimme zu ihm: „Du weißt, wer ich bin?“ - „Ja, ich weiß, wer du bist und ich denke seit Tagen nur noch an dich - ich brauche dich! Sag’ mir, wo du bist. - Ich weiß, du bist hier! Ich sehe dich vor mir, wo immer ich bin! Ich weiß nur nicht, wo ich dich suchen muss!“.

 

Jetzt hörte er ihr leises Lachen. „Ich bin in Düsseldorf! Ich wurde hierher versetzt, und ich dachte auch an dich - ich wollte nur erst meine Wohnung einrichten und dann wollte ich dich anrufen - aber jetzt halte ich es nicht mehr so lange aus!“ - „Es ist schon spät, ich weiß, aber wenn du es möchtest, komme ich zu dir.“ Er wollte sie sehen, spüren, riechen, schmecken, lieben! „Adalbertstraße 247!“ sagte sie sofort. Benjamin stand auf und sagte laut: „Ich komme und - zieh’ nichts mehr an!“

 

Es war nicht weit, aber auf keinen Fall so nah, dass er sie hätte sehen können. Er sprang in sein Auto und fuhr wie der Teufel. Atemlos stand er vor ihrer Türe und als sie öffnete, konnte er nicht anderes. Er riss sie in seine Arme und küsste sie, wie er noch nie geküsst hatte! Angelika schmiegte sich an ihn und flüsterte ganz leise: „Endlich!“ Er drängte sie in die Wohnung. Sie hatte doch etwas angezogen, aber als er den Spiegel in ihrem Wohnzimmer sah, wusste er, dass er doch nicht verrückt war.

 

„Hast du vorhin für mich gestrippt?“ fragte er. Sie sah ihn leicht verwirrt an. „Wie kommst du darauf?“ fragte sie und wurde rot. „Ich habe es gesehen - und -  ich bin verrückt nach dir!“ flüsterte er und zog sie an sich. Sie wollte ihn fragen... aber seine Lippen verschlossen ihren Mund, nahmen ihr jede Willenskraft, machten sie trunken, sehnsüchtig nach ihm. Sie öffnete sich seiner Zungenspitze und dann schlang sie die Arme um ihn und presste sich an ihn. „Du wusstest, dass ich nackt war?“, er nickte. „Weißt du jetzt auch...!“ fragte sie langsam. Er schüttelte den Kopf und gleichzeitig ließ er seine Hand unter ihren Rock gleiten, dann nickte er lächelnd. Er spürte ihre Haut und dann wusste er es. „Du willst mich?!“ flüsterte er. Als sie nickte, fiel er auf die Knie.

 

„Oh jaah!“ Er konnte nur noch atemlos keuchen. Benjamin schlang seine Arme um ihre Hüften und drückte sie an sich. Er atmete tief. Ihr Duft bewies ihm, dass er nicht träumte. Seine Hände verirrten sich unter ihren Rock. Schließlich war sie nackt darunter - und sie hatte ihn darauf hingewiesen.

 

Angelika sah auf ihn herunter. Sie konnte sich das alles nicht erklären, aber er war da! Er war bei ihr und er liebte sie. Sie hatte sich so sehr gewünscht, ihn zu sehen. Sie liebte ihn schon seit sie ein kleines Mädchen war. Aber er war immer nur ihr Freund gewesen. Ihre Hände knöpften sein Hemd auf, streiften es ab und als sie seine nackte Haut spürte, kam sie zu ihm auf den Boden. Er hatte es gewusst, gewusst, dass sie für ihn getanzt hatte. Sie hatte sich vorgestellt, wie sie ihn verführen würde - und sie hatte ihn verführt! „Zieh’ dich noch mal aus - für mich!“ bettelte er. Wer konnte da schon widerstehen? Aber zuerst wollte sie ihn sehen. Seine Hose war kein Hindernis mehr.

 

„Ich will dich so sehr!“, stöhnte er. „Ich habe niemals mit einer anderen Frau, als mit dir geschlafen! In meinen Gedanken, warst es immer nur du!“ Benjamin hob sich auf die Knie und hielt sie an sich gepresst. Zusammen sanken sie zu Boden. Seine Hände streichelten ihren Körper,  griffen nach ihren Brüsten. „Ich wollte sie vorhin schon lecken!“, bekannte er und dann machte er sie völlig verrückt mit seiner Zunge. Ihr wunderbarer Leib wurde seine Spielwiese. Die harten Spitzen ihres Busens zu saugen, zu massieren, brachte ihn selber an den Rand des Wahnsinns. Sie stöhnen zu hören vor Lust, vor Geilheit nach ihm, machte ihn so an, dass er glaubte, es fast nicht länger auszuhalten.

 

Angelika legte sich zurück und spreizte ihre langen Beine. Sie streckte ihm ihre Hand entgegen und flüsterte: „Komm!“ Benjamin kniete sich zwischen ihre Schenkel: „Du bist mein Himmel!“ Dann sank er auf sie, über sie, drang in sie ein. Sein harter Penis drückte sich zwischen ihre Schamlippen, durch den engen Eingang und sie - kam ihm entgegen, hob ihr Becken zu ihm empor. „ Schöön!“, stöhnte sie. „Gott, ist das schöön! - Benni, ich liebe dich!“ Sie drängte sich an ihn.

 

Seine Finger strichen über ihre Haut, und er wünschte sich, nie mehr damit aufhören zu müssen. Seine Handflächen spürten den Po, massierten und drückten und kreisten. Aber er konnte sich nicht lange fern halten von dem heißen Urquell seiner Lust. Ihre weichen Schamlippen, der feste Schamhügel, das zarte Schamhaar, all das brachte ihn in höchste Höhen der Lust, und als sie unter ihm zu wimmern begann, platzte er vor Glück. Angelika fühlte die zärtlichen Finger zwischen ihren Schenkeln, und sie kreisten um ihren gierigsten Punkt. Er machte sie so verrückt, dass sie sich immer schneller bewegte. Die Fingerspitze auf ihrem Kitzler und seine Hand, die sie auf den harten Schwanz presste, ließen sie überschnappen. Sie wand sich und keuchte, stieß gegen ihn und dann verkrampfte sie sich um seinen, tief in ihr steckenden Penis.

 

„Benni, oh Benjamin!“, stöhnte sie. Sie keuchte nach Luft. Nur langsam kam sie wieder zu Atem, und als sie sich etwas erholt hatte, fasste sie nach ihm. Ihre Hände streichelten seine Hoden und dann kam sie ihm entgegen, stieß sanft gegen ihn. „Nein, Liebes! Nicht, nicht bewegen!“, flehte er. Sie hielt ein und sah ihn an. Er stöhnte vor Lust. Nie in seinem Leben war er so unglaublich geil gewesen und gleichzeitig so beherrscht, darauf bedacht, nur ihr Lust zu bereiten. Angelika spannte ihre Muskeln an und massierte seinen Schwanz. „Lass! Oh Gott, lass! Bitte nicht, nicht, ich kann nicht länger...!“ Er küsste ihre Lippen. Er musste ihr das erklären. Schwer atmend brachte er hervor: „Ich will dich spüren! - Die ganze Nacht! Verlass mich nicht, bitte verlass  mich nicht! - Ich spüre dich bis in die letzte Haarspitze. Du bist in mir! - Bleib so, bitte bleib! - Sie hielt ihn in ihren Armen und wiegte ihn. „Du willst nicht mit mir zusammen...?“ Sie war erstaunt. Er schüttelte den Kopf. „Ich will dieses Gefühl behalten…dich zu spüren an mir, um mich -  es ist so unglaublich! Ich kann nicht aufhören. Lass mich, bitte...!“

 

Benjamin hatte nie zuvor solch elementare Lust erlebt. Sein Herz war so voll von Liebe, dass er glaubte platzen zu müssen. Er zog sie an sich, hielt sie ganz fest. „Lass uns so schlafen. Ich muss wissen, dass du mir gehörst!“ Sie lächelte. Ja, sie begriff! Sie hatte sich so nach ihm gesehnt und ihm war es offenbar genauso gegangen. Er wollte, konnte sich nicht von ihr trennen! Und so lagen sie aneinander geschmiegt, einer in den Armen des anderen und genossen die Nähe des Liebsten.

 

Leise erzählte er ihr von seinen abendlichen Erlebnissen. Wie er sie gesehen hatte und sie erkannte, dass er - wie auch immer - ihr neues Heim gesehen hatte, die neue Wohnung und sie. Und sie hatte immer wenn er sie sah, intensiv an ihn gedacht, hatte ihn verführt in Gedanken - hatte so einen Kontakt hergestellt. Und nun hatten sie sich gefunden, waren immer noch tief verbunden.

 

Jetzt verstand sie ihn! Es war ein unglaubliches Gefühl mit ihm zu sprechen und ihn gleichzeitig zu spüren, tief in ihrem Inneren. Aber es war immer wunderbar mit ihm zusammen zu sein -  schon in ihrer Kindheit hatte sie gewusst, dass er für sie geboren war und jetzt erfüllte sich ihr Schicksal. Langsam bewegte sie sich in seinen Armen. Benjamin stöhnte. Jede winzige Bewegung schickte heiße Lust durch seine Adern. Er fühlte sich so nahe an der Erfüllung wie niemals zuvor - und doch! Aber Angelika konnte einfach nicht widerstehen. Ganz vorsichtig, fast unmerklich stieß sie gegen ihn. Genoss es, seine Seufzer zu hören, sein lustvolles Stöhnen! Und auch das Gefühl seine Härte tief in sich zu fühlen, ihn zu umfassen, zu massieren und ihn immer noch ein Stückchen tiefer hinein zu drücken in ihre feuchte, weiche Muschi. Er erfüllte sie. Nur ganz, ganz langsam bewegte sie sich. Vor und zurück! Immer wieder. Ihre Hände lagen auf seinen Hüften, hielten ihn fest, streichelten seine Haut, glitten zu den Backen und griffen zu. Fest packte sie seinen Po und presste ihn an sich, stieß ihm gleichzeitig entgegen. Und als sie fühlte, dass er keine Beherrschung mehr aufbringen konnte, stöhnte sie leise: „Oh jaah! Benni, jaahh! - Bitte!“

 

Benjamin hatte niemals das erlebt, was jetzt über ihn kam. Die Lust erfüllte - überflutete ihn, verschmolz ihn mit ihr. Sein Orgasmus erfasste ihn von den Zehenspitzen bis zum letzten Härchen. Sein Samen quoll aus ihm hervor und vermischte sich mit ihrem Liebessaft zu einem neuen Lebenselixier. Stöhnend presste er sich an sie. Er und sie -  sie waren eins! Er spürte, wie sie zuckte in seinen Armen, zitterte, wie damals auf dem Sprungbrett und wie damals, hatte sie auch heute wieder ihr Leben vertrauensvoll in seine Hände gelegt.

 

„Endlich kann ich meiner Mutter sagen, dass sie ihre Enkelkinder bekommt!“, flüsterte er in ihr Ohr und sie küsste zärtlich seine Wange. „Bisher wollte ich keine Kinder haben! - Ich habe keine passende Mutter gefunden. Und doch wusste ich es immer schon: Du bist meine Frau!“ Angelika konnte nur nicken, denn es fehlten ihr die Worte!

 

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