Der dritte Bräutigam

Da stand sie nun, „seine“ Susanne! Jetzt durfte er das glauben, denn jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie stand am Altar, in einem blütenweißen und Unschuld suggerierenden Brautkleid, das ein unfassbar teurer Traum aus Organza und Spitze war - und außerdem so transparent, dass er diesen verdammt sündigen Büstenhalter sehen konnte! Seine Susanne, das It-Girl schlechthin, trieb es bunt. Suse, die „Gottesanbeterin“, wie die Presse sie nannte!

 

Wie verdammt reizvoll sie war, wie sexy – und wie geldig! Man munkelte von Milliarden. Diesen überreichen Geldsegen hatten ihr die Ehen mit zwei „alten Knackern“ eingebracht, und sie hatte die beiden einfach zu Tode gevögelt. Der Gedanke trieb ihm ein amüsiertes Lächeln ins Gesicht. Er selber war noch nie verheiratet gewesen. Das hätte sich nicht mit seiner unverblümt ausgelebten Promiskuität vertragen. Er tat es oft, gern und vor allem mit mehreren Ladys gleichzeitig, aber wenn er es recht bedachte: Diesmal hatte er sich doch wirklich und wahrhaftig verliebt - in die „Gottesanbeterin“. Ausgerechnet! Brave Mädchen hatten ihn niemals interessiert, und sie war nicht brav, oh nein! Sie war verschlagen, gerissen und gefährlich – also genau seine Kragenweite.

Lächelnd schritt Marco Waldstein auf seine Braut zu, beugte sich zu ihr und flüsterte: „Ich muss mit dir reden!“, dann fasste er ihre Hand und zog sie vor aller Augen mit sich am Altar vorbei in die Sakristei.

 

Susanne zerrte an seiner Hand, konnte den Griff aber nicht sprengen. „Bist du verrückt?“, zischte sie verärgert. „Was willst du? Das ist jetzt wohl kaum der richtige Zeitpunkt …!“ Sie kochte vor Wut über diese Unbotmäßigkeit. Die Leute würden sich schon wieder das Maul zerreißen, und genau das wollte sie verhindern. Zumindest an ihrem Hochzeitstag. Das wusste er doch!

 

Aber Marco kümmerte sich nicht darum. Sein süßes Weibchen war es wohl gewöhnt, dass alles genauso lief, wie sie es wollte, das war ihm völlig klar. Sie hatte ihn sogar ausspionieren und durchleuchten lassen – von einem Profi – und sie hatte sich das Einiges kosten lassen! Jetzt wurde es Zeit ihr klarzumachen, dass diese Spielchen vorbei waren. Marco ließ los und sah sie an. Sein Pokerface war in einschlägigen Kreisen berüchtigt. Innerlich schmunzelte er. Susanne rieb ihr rotes Handgelenk und atmete schwer. Eine kleine Minute ließ er sie noch im Ungewissen …

Dann fiel er unerwartet vor ihr auf die Knie, griff unter diesen unschuldigen, weißen Spitzenrock und umfasste behutsam ihre schmalen Fesseln. „Ich kann keine Minute länger warten!“, keuchte er gierig. „Es bringt mich um!“ Seine Finger glitten über ihre glatten Waden. „Du bist so heiß, Susanne, dass ich dich jetzt einfach haben muss!“ Er packte ihre Hüften und zerrte sie an sich, vergrub sein Gesicht in ihrem Schoß und ließ seine Finger von hinten zwischen aufreizende Backen gleiten. „Viel hast du ja nicht drunter!“, lächelte er siegessicher, als er das schmale Bändchen des Tangas zerriss. „Ich hab’s geahnt: Du bist für mich gemacht!“

Ganz plötzlich schlug Susannes Empörung in Erregung um. Damit hatte sie nicht gerechnet und genau das hatte sie vermisst. Sie stöhnte lüstern in seinen Armen.

 

Hatte er doch gewusst, wie er dieses Mädchen behandeln musste! Sie wollten doch eigentlich alle einen richtigen Kerl, einen, der ihnen zeigte, wo es lang ging. Man durfte es nur nicht übertreiben. Hier allerdings rannte er offene Türen ein. Seine kleine Braut war ein Sex-Junkie! Auch er wusste längst alles über sie, schließlich hatte auch er Freunde, u.a. einen, den auch SIE für sehr vertrauenswürdig hielt. Er verbiss sich das Grinsen, wenn er daran dachte. Ihre zwei Uralt-Ehemänner hatten sie nie befriedigt, und so war es nur logisch, dass sie sich des Öfteren schadlos gehalten hatte. Das würde jetzt, mit ihm, nicht mehr nötig sein. Dafür würde er sorgen. Er drängte sie nach hinten gegen den Schreibtisch des Priesters, schürzte ihren Rock und presste seine Lippen auf ihren blanken Schamhügel. Dann drückte er seine Zunge tiefer und ließ sie auf ihrer Perle flattern. Gleichzeitig hielt er sich das lüsterne Stückchen Stoff unter die Nase - schnüffelte. „Du bist so ein geiles Luder!“ Dieser Duft wirkte wie Dope.

Und die Rechnung ging auf. Sie spreizte die Beine und empfing stöhnend seine Finger. „Du bist unmöglich!“, keuchte sie kichernd. Der Priester würde sie nicht stören – oh nein! Das würde er nicht wagen. Trotzdem! Sicher war sicher. „Komm schon, beeil dich, mein geiler Hengst!“

 

Er rappelte sich auf und ließ die Frackhose fallen. Sein wippender Ständer entlockte ihr einen glücklichen Seufzer.

 

„Keine Unterhose!“, spottete sie.

 

„Wozu auch?“ grinste er und pfählte sie genießerisch.

 

„Mach nichts schmutzig!“

 

Er stieß zu. „Warum? Die Unschuld ist eh hin!“ Lachend und schwer atmend beeilte er sich tiefer einzudringen, bevor es zu spät sein würde. Als er sah, dass sie den Handrücken auf ihren Mund presste, um nicht die gesamte Gemeinde zu alarmieren, gab er nach und spritzte in ihr zuckendes Fleisch - zog sich aber im selben Augenblick zurück, sodass der weiße Stoff einige altweiße Schlieren bekam.

 

Belustigt sah er ihren Blick. Einen Augenblick später schlüpfte Marco in seine Hose zurück, steckte den Tanga in die Brusttasche und bot ihr seinen Arm.

 

Susanne war es gewohnt zu herrschen. Das war ab sofort vorbei. Dieses Zwischenspiel war das Zuckerbrot gewesen. Es würde kein „ER und SIE“ mehr geben. Ab jetzt gab es nur noch „WIR“!

 

Als sie die Kirche wieder betraten, wurde sie blass. Nun kam die Peitsche: „Übrigens! Darf ich dir meinen Trauzeugen vorstellen? Mein bester Freund Karsten Maybach … seines Zeichens Detektiv! Ich glaube, ihr kennt euch schon.“ Sollte sie ruhig wissen, dass ihr zukünftiger Ehemann längst Bescheid wusste über ihre kleinen Tricks. Er liebte diese Schlange und er würde dafür sorgen, dass diese Ehe ein Erfolg wurde. So wahr er Marco Waldstein hieß.

 

© Anna