Das `Geo-erotik-caching`-Projekt

 

„Kekseeeeee“, ruft es aus meiner Handtasche und die Mitarbeiter, die sich um den Tisch im Büro versammelt haben, grinsen breit.

Es war nicht das Krümelmonster, das da einen Laut von sich gab, sondern mein neuer SMS-Signalton.

Ich schicke ein Lächeln in die Runde und beende einen Moment später die Besprechung, indem ich die Aufgaben für den heutigen Tag verteilte.

Neugierig öffne ich dann das Slide meines Handys.

„53° 57.7`N  10°52.9`O  - Du findest es dann. Ich freu mich auf Dich. Kuss Olli“

Ein Räuspern schreckt mich auf. Meine Assistentin Lizzy wartet darauf, meine Aufmerksamkeit zu erlangen.

„Ich benötige noch einige Unterschriften, Frau Bachmann.“

„Natürlich Lizzy. Und dann sagen Sie bitte die Termine für heute Nachmittag ab. Mir ist etwas Privates dazwischengekommen.“

 

Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen, Termine aus privatem Anlass zu verschieben. Aber seit mein Mann Oliver vor zwei Jahren einen leichten Herzinfarkt hatte, ist Vieles in unserem Leben anders geworden. Olli hat zwar noch immer sein Architekturbüro, schafft es jedoch immer besser, sich entbehrlich

zu machen.

Unsere Ehe profitiert sehr davon, dass wir uns auch als Paar wieder mehr Zeit füreinander nehmen.

 

Olli hat mein Navigationssystem so programmiert, dass ich die Koordinaten eingeben kann, ohne dass ich vorher erfahre, wohin die Fahrt gehen wird. So weiß ich nur, dass bei 53° 57.7`N  10°52.9`O mein Mann auf mich wartet und ein erotisches Abenteuer für mich bereithält.

 

Eine prickelnde Ungeduld macht sich in mir breit. Am Kreuz Hamburg Ost ist mal wieder ein Unfall passiert, der einen Kilometerlangen Stau zur Folge hat. Kurz vor der Unfallstelle, verengt sich die Autobahn von zwei Spuren auf eine. Es ist mir ein Rätsel, warum die Menschen sich nicht einfach im Reißverschluss einfädeln können?!

Der Sprecher im Radio sagt plötzlich etwas, das mich aufhorchen lässt:

„…und angerufen hat auch der Olli aus Hamburg, der seine Frau Karen grüßen und ihr sagen möchte, dass er sich auf den gemeinsamen Nachmittag mit ihr freut und heute eine besonders schöne Überraschung für sie hat. Na, liebe Karen, dann viel Spaß heute Nachmittag mit Ihrem Mann und vielleicht rufen Sie uns mal an und verraten dann, was das für `ne Überraschung war. Einen Titel hat der Olli sich noch für seine Karen gewünscht, hier kommt Cat Stevens mit `If you want to sing out`…“

Ich muss lachen, als ich mir vorstelle, wie ich dem Moderator live in einer Nachmittagssendung von unserem `Geo-erotik-caching` Projekt erzählen würde. So haben Olli und ich diese Art von Freizeitbeschäftigung getauft. Wir waren Weihnachten darauf gekommen, als unser Neffe ein GPS-Gerät bekommen hatte und begeistert erzählte, was er und seine Freunde so erleben, wenn sie als Geo-chatcher unterwegs sind.

Was Olli und ich suchen, sind jedoch keine versteckten Plastik- oder Blechdosen mit Zetteln oder kleinen Belohnungen, sondern lustvolle Momente zu zweit.

 

Ich drehe das Radio so laut, dass es in meinen Ohren dröhnt. Das würde Harold und Maude auch gefallen, so im Cabrio über die Autobahn zu brausen.

Eine Dreiviertelstunde später parke ich am Leuchtturm in Travemünde und halte nach meinem Mann Ausschau. Da ich ihn nirgends entdecken kann, mache ich mich auf den Weg in Richtung Strandpromenade. Plötzlich habe ich eine Vermutung, an welchem Ort er mich erwartet. Und so betrete ich einen Moment später den rückwärtigen Eingang der Aqua-Top Passage. 2003 wurde das Spaßbad wegen Baufälligkeit geschlossenen. Olli weiß um meine Vorliebe für verlassene Orte. Er hat schon so mach stillgelegte Industrieruine mit mir besichtigt und wenn er vor einem Umbau den Schlüssel für eine Immobilie bekommt, die lange leer stand, machen wir meist eine kleine Entdeckungstour.

 

Blaue Fußspuren aus Klebefolie sollten einst den Besuchern den Weg zum Eingang der Trave-Sauna weisen. Doch auch der abgetrennte Saunabereich, der noch einige Jahre nach Schließung geöffnet war, hat im vergangenen Jahr seine Tore geschlossen.

Traurig sehe ich durch die Glasscheibe neben der Tür. Wir waren gern hier in die Sauna gegangen und der Entschluss des Bäderland-Betriebes zur Stilllegung, tut mir noch immer in der Seele weh.

Der Tresen aus Buchenholz steht verstaubt einige Meter hinter der Tür. Hier werden keine Gäste mehr empfangen.

Mein Blick fällt auf die Klingel. Der gelbe Smileyaufkleber verrät mir, dass ich mein Ziel erreicht habe.

Neugierig drücke ich den Klingelknopf. Nichts zu hören. Ob an solchen Orten der Strom abstellt ist? 

 

Gerade suche ich nach meinem Handy, um meinen Mann anzurufen, als die Tür geöffnet wird. Allerdings nicht von Olli, sondern von einer Frau mittleren Alters mit dunklem Teint. Sie hat schwarzes, durchgestuftes Haar, das von einigen grauen Strähnen durchzogen ist und trägt enge weiße Jeans und ein weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt.

Erwartungsvoll sieht sie mich an.

„Entschuldigung, ich dachte, ich wäre hier mit meinem Mann verabredet. Aber wahrscheinlich habe ich mich getäuscht…“, sage ich.

„Vielleicht aber auch nicht“, sagt die Frau mit angenehm dunkler Stimme und ihr Lächeln entblößt eine Reihe gerader, weißer Zähne. Sie tritt einen Schritt zurück und macht eine einladende Handbewegung.

Zögernd betrete ich den Vorraum.

„Ich gebe Ihnen erstmal Handtücher und einen Bademantel. Sie werden sicher Verständnis dafür haben, dass die Saunalandschaft Ihnen nicht in vollem Umfang zur Verfügung steht?“ Die Frage war offenbar rhetorisch, denn sie spricht gleich weiter:

„Im Innenhof wurde eine Liege für Sie hergerichtet und ein kleiner Imbiss bereitgestellt. Gehen Sie nur, ich werde später nach Ihnen sehen.

Meine Pumps hallen durch die Stille, als ich mich zögernd auf den Weg mache. Irgendwie fühle ich mich in meinem Business-Outfit ziemlich overdressed, so dass ich mich kurzerhand im Unkleidebereich ausziehe und in den weichen Bademantel schlüpfe. Die Badeschlappen, die auf der Bank liegen, erkenne ich wieder - es sind die, die ich im letzten Sommer auf Madeira gekauft habe.

 

In den Räumen der Saunalandschaft hat sich nicht viel verändert. Der Gastronomiebereich ist noch immer mit Tischen und Stühlen ausgestattet und auf dem Tresen stehen noch die Windlichter, auf die jemand mit Serviertentechnik maritime Motive geklebt hat. Eine Staubschicht überzieht Mobiliar und Deko.

Ich streife mit den Handtüchern im Arm durch die Räume. Whirlpool und Kneipp-Becken sind ohne Wasser und auch das Außenschwimmbecken hat nichts zu bieten, was zum Schwimmen einladen würde. Die großen Fensterfronten schimmern leicht grünlich im Sonnenlicht, offenbar hat sich seit längerer Zeit niemand die Mühe gemacht, sie zu putzen. Wozu auch, wenn der Abriss bereits beschlossene Sache ist?

Die Hitze des Sommertages staut sich in den Räumen, so dass ich in den Innenhof gehe. Dort wartet eine weich gepolsterte Liege mit passendem Sonnenschirm auf mich. Direkt neben dem leeren Schwimmbecken.

 

Ein Cocktail wäre jetzt toll - vielleicht ein `Sex on the beach`?

Bei dem Gedanken muss ich lachen.

Die fremde Frau gefällt mir. Was sie wohl hier bei unserem `Geo-erotik-catching` Projekt zu suchen hat? Olli kennt meine Schwäche für hübsche Frauen. Allerdings werde ich nur sehr selten schwach, denn es endet meistens mit Liebeskummer. Und ich bin mit Olli sehr glücklich. Manchmal sitzen wir zusammen an der Elbe und gucken Frauen an.

 

„Guten Tag, Frau Bachmann“, die fremde Frau trägt jetzt einen offenen Arztkittel über ihrer engen weißen Kleidung und hat ein Klemmbrett in der Hand. „Ich bin Frau Dr. Gölpert, Ihre Kurzärztin.“

„Soso, meine Kurzärztin“, sage ich und nicke lächelnd. Plötzlich weiß ich auch, wo ich die Frau schon gesehen habe:

Christian Gölpert ist seit einigen Monaten der Kompagnon meines Mannes. Als wir zu seinem Einstand ein Essen für die Mitarbeiter gegeben haben, zeigte er ein Foto seiner Frau Inga. Sie konnte damals nicht anwesend sein, weil sie ein großes Hotel in Dubai leitet.

 

Wie Olli es nun geschafft hatte, ausgerechnet sie zu meiner `Kurärztin` zu machen, ist mir ein Rätsel.

„Haben Sie noch gar nichts zum Trinken? Ich fürchte, unser neuer Kellner ist nicht besonders motiviert“, entschuldigt sie sich und verschwindet von der Terrasse, um einen Moment später mit meinem Mann in Kellner-Montur im Schlepptau zurück zu kommen. Er trägt ein kleines Tablett mit einem Cocktail.

„Bitte entschuldigen Sie die Verzögerung, gnädige Frau“, sagte Olli mit seinem Dackelblick, was Frau Dr. Gölpert jedoch nicht gnädiger stimmt.

„Sie sind dann für heute von Ihrem Dienst entbunden und ich sehe Sie morgen um 8 Uhr in meinem Büro - pünktlich“, sagt sie streng und schneidet Olli mit einer forschen Geste sofort das Wort ab, als er etwas erwidern will. Den Umgang mit faulen Kellern ist sie ganz offensichtlich gewöhnt.

„Einen schönen Tag dann noch, die Damen“, wünscht Olli kleinlaut, stellt das Tablett auf das Tischchen neben meiner Liege und verschwindet im Haus.

„Ich hoffe, `Sex on the beach` ist okay für Sie?“ Die Doppeldeutigkeit dieser Frage bereitet ihr Freude. Mir auch.

„Perfekt, vielen Dank!“

„Ich habe Ihren Fragebogen ausgewertet, Frau Bachmann.“

„Meinen Fragebogen?“

„Den Fragebogen über Ihren Gesundheitszustand.“

„Ach so, damit Sie entscheiden können, welche Anwendungen ich bekommen werde?“

„Richtig. Sie haben angekreuzt, dass Sie beruflich sehr unter Druck stehen?“

„Ja, ich leite eine große Baufirma.“

„Ich schlage Ihnen vor, dass Sie sich die ersten Tage einfach Zeit für sich nehmen. Gehen Sie am Meer spazieren, lassen Sie die Seele baumeln. Den Wellnessbereich können Sie jederzeit gern nutzten. Ist das okay für Sie?“

„Absolut.“

 

„Prima. Gibt es von Ihrer Seite etwas, worüber Sie mit mir reden möchten?“ Aufmunternd sieht sie mich an.

„Nein.“

„Okay“, sie vertieft sich noch einmal in meinen Fragebogen. Dann sagt sie: „Über Ihre Harninkontinenz sollten wir noch sprechen, Frau Bachmann.“

„WORÜBER?!“ Ich verschlucke mich fast an meinem Cocktail.

„Sie brauchen sich nicht zu schämen. Es war sehr mutig von Ihnen, das auf dem Fragebogen zu vermerken. Viele Patienten genieren sich, aber man kann eine Blasenschwäche im Anfangsstadium gut behandeln.“

„Meine Amnesie im Anfangsstadium sollten wir auch unbedingt behandeln“, sage ich kopfschüttelnd.

„Ich werde Ihnen einige Übungen zeigen. Hatten Sie mal mit Beckenbodengymnastik zu tun?“ Sie sucht meinen Blick, den ich starr zu Boden gerichtet halte.

„Nein“, sage ich leise.

Sie zieht sich einen Stuhl neben meine Liege.

„Wissen Sie, es ist so: Bei den Beckenbodenmuskeln handelt es sich um Muskeln, die im Körperinneren verborgenen sind. Diese Muskeln wahrzunehmen und gezielt zu trainieren, ist also gar nicht so einfach. Meist erhält der Beckenboden erst dann Beachtung, wenn die Folgen einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur ernstzunehmende und nicht selten belastende Folgen nach sich ziehen. Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Körper?“

Ich ziehe eine Augenbraue hoch, weil ich schon ahne, worauf diese Frage hinausläuft.

 

„Gleich wollen Sie sicher wissen, ob ich masturbiere?“
Sie schüttelt den Kopf und ihr Lächeln erreicht ihre Augen: „Nein, das will ich nicht wissen. ICH will wissen, ob Sie dabei einen Orgasmus haben.“ Gespannt beugt sie sich vor.

Erschüttert sehe ich sie an. „Über so etwas Intimes spreche ich nicht!“

„Nicht einmal mit Ihrem Partner? - Sehen Sie, diese Offenheit wäre hier sehr wichtig. Ein trainierter Beckenboden vermindert das Risiko von Senkungsbeschwerden und steht in dem Ruf das Lustempfinden und die Orgasmusfähigkeit bei der Sexualität für beide Partner zu steigern.“

„Ich habe keinen Partner“, sage ich scharf.

Neugierig sieht sie mich an. „Nicht? Pardon, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.“

„SIE und MIR zu nahe treten…“

Sie legt ihre Hand auf meine. Ihre Stimme klingt jetzt sehr einfühlsam: „Wissen Sie, keinen Partner zu haben, bedeutet ja nicht gleichzeitig, keinen Sex zu haben!“

„Ich weiß“, sage ich leise und lege ein wenig Theatralik in meinen Blick, „aber irgendwie begegnen mir immer die Falschen! Von den sympathischen, gutaussehenden Männern will mich einfach keiner…“ Eine Träne rollt meine Wange hinab und ich staune selbst über meine Fähigkeit, auf Kommando zu weinen. Vielleicht sollte ich meine Baufirma verkaufen und eine Karriere als Schauspielerin starten?

 

Inga Gölpert bricht mit ihrer Rolle und tut zu meinem Erstaunen etwas, was für eine echte Kurärztin vermutlich nicht in Frage gekommen wäre: Sie setzt sich zu mir auf die Liege und nimmt mich sanft in den Arm.

Es fühlt sich gut an. Ich schmiege mich an sie, schließe die Augen und atme ihr blumiges Parfüm ein. Jedes Wort ist plötzlich überflüssig.

Ihre Lippen und Hände auf meiner Haut kommen mir vor wie eine Fremdsprache, die ich schon einmal irgendwo gehört, aber lange nicht gesprochen habe.

Voller Sehnsucht gebe ich mich dieser fremden Frau hin, die zum Glück vom Thema Beckenbodengymnastik abgesehen hat und damit beschäftigt ist, meine Sinne durcheinanderzuwirbeln. Sie zaubert eine Sinfonie der Erregung hervor.

Mein Bademantel liegt längst auf dem Fußboden und ich vermute, meine Unterwäsche wird ihm bald Gesellschaft leisten. Inga dagegen ist noch vollständig bekleidet. Als ich versuche, ihren Kittel abzustreifen ernte ich nur ein Kopfschütteln. Dabei würde ich so gern ihre nackte Haut auf meinem Körper spüren.

Ich versuche, eine Hand unter ihr enges T-Shirt gleiten zu lassen, aber sie funkelt mich an.

 

„Entschuldigung.“

Ich genieße unsere Rollenverteilung. Auch wenn ich gern den Ton angebe, wenn ich mit Olli im Bett bin, erregt mich Inga, die mir jetzt forsch meinen BH auszieht und mich zurück auf die Liege drückt.

Damit ich nicht noch einmal in Versuchung kommen kann, sie zu berühren, hält sie meine Handgelenke fest. 

„Schon gut, ich habe verstanden“, sage ich leise.

Inga richtet sie sich etwas auf und schiebt meine Knie auseinander. Ein paar Sekunden später liegen mein Höschen und der Bademantel einträchtig auf den angestaubten Fliesen und ich genieße Ingas bewundernde Blicke.

 

„Und? Habe ich dir nicht gesagt, dass sie die schönste Frau ist, die du je gesehen hast, Inga?“ Olli sitzt auf der gekachelten Bank neben einem Fußwaschbecken und versucht nicht einmal  die Erektion, die sich unter seiner Kellnerschürze ausbreitet, zu verbergen.

„Platzhirsch“, necke ich und streiche ihm über die Wange.

„Stimmt nicht“, Inga zwinkert mir zu. „Platzhirsche teilen nicht.“

Ich muss lachen.

„Sie ist zauberhaft“, ruft Inga über ihre Schulter und nickt Olli anerkennend zu. „Du musst ein sehr glücklicher Mann sein.“

„Das bin ich!“ Er kommt langsam auf die Liege zu und legt Inga die Hand auf die Schulter. „Mit Karen wird mir nie langweilig.“

„Ihm offenbar auch nicht“, meint Inga und deutet auf Ollis Penis, der ihre Flanke wie zufällig streift.

„ER ist ganz verrückt nach ihr. Aber ich bleibe im Hintergrund. It`s your turn, baby!“

 

„Ich überlege, ob ich ihr zuerst zusehe oder gleich selbst Hand anlege“, meint Inga.

„Es ist ein Schauspiel, wenn ihre zarten, schlanken Finger sich den Weg zwischen ihre Schenkel bahnen“, verrät Olli.

„Kann ich mir denken. Aber ich möchte diejenige sein, die ihr Lust bereitet. Meine Hände sollen es sein, die eine Gänsehaut auf ihren Körper zaubern und die sie wahnsinnig machen.“

Die Art, wie sie über mich reden, als wäre ich nicht anwesend, erregt mich.

Ganz zaghaft berühre ich ihr Gesicht. Inga wirkt sehr kühl, aber ich kann spüren, dass es ihr gefällt. Sie atmet ein wenig schneller und hebt sanft mein Kinn - sieht mir tief in die Augen. Unsere Lippen vereinen sich zu einem sinnlichen Kuss.

Ingas lange Fingernägel streifen meinen Rücken und hinterlassen rote Kratzspuren auf meiner Haut. Dann zieht sie die Krallen ein und geht dazu über, kreisende Bewegungen in Richtung meiner Brustwarzen zu machen.

„Das gefällt dir“, flüstert sie heiser und ich nicke.

„Es ist so schön, zu sehen, wie deine Knospen erblühen, Karen.“

Während sie mein Dekolleté, meine Brüste und meinen Bauch mit vielen kleinen Küssen bedeckt, spürt ihre Hand schon die warme Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen. Jetzt stöhne ich auf.

 

Olli zwinkert mir zu. „Gleich hast du sie soweit“, sagt er zu Inga diese nickt zustimmend.

„Wäre eigentlich ein Grund, jetzt aufzuhören.“ Sie grinst verwegen. „Du könntest auch weitermachen. Ich würde euch gern zusehen.“

„Kommt überhaupt nicht in Frage“, keuche ich und die beiden lachen. „Das bringen Sie mal schön zu Ende, Frau Dr. Gölpert. Und danach hängen wir Ihren Kittel an den Nagel und gehen in die Sauna.“

„Wir haben keinen Strom, Schatz“, meint Olli.

„Das ist egal! 60° schaffen wir auch so. Wenn nicht sogar 95°“, antworte ich voller Überzeugung.

„60° nördlich, 95° südlich - mal sehen, wo ihr landet…“, sagt Olli.

„Es muss ein Feuchtgebiet sein“, murmelt Inga. „Auf jeden Fall ist es ein Feuchtgebiet…“

 

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