Das Ende der Scham

Da saß sie nun und weinte sich die Augen aus dem Kopf. Was war sie nur für eine Frau? Eine geile Schlampe! Sie hasste sich für das, was sie getan hatte. Sie schämte sich. Und sie hasste ihn! Dafür, dass er ihr das angetan hatte. Günther war ein Schwein! Ein rücksichtsloses Schwein. Brigitte schluchzte laut. Ihr Herz tat ihr weh - so weh! Was hatte er ihr angetan! Warum hatte er ihr das angetan? Dieser Mistkerl! Dieses Stück Dreck, das sie geliebt hatte. Die Fragen drehten sich in ihrem Kopf, wie ein Brummkreisel. Ein Karussell ohne Ende.

 

Hatte sie ihn geliebt? Jetzt zweifelte sie! Hatte er sie geliebt? Nein! Diese Antwort kannte sie. Sie hatte es nur geglaubt. Glauben wollen, als sie - eine junge - unerfahrene Braut - mit ihm vor den Altar trat. Aber es war ein Irrtum gewesen. Er liebte sie nicht. Er hatte keine Ahnung, was das war: Liebe! Er war nur ein egoistischer Mistkerl, der seine Frau opferte - nur um Absolution zu bekommen - von ihr.

 

Ein ganzes Jahr hatte er sie bearbeitet. Über ein Jahr. Immer wieder hatte er auf sie eingeredet. Sie solle ihn doch begleiten - in diesen Swingerclub! Es sei doch mal was anderes! Und eine Abwechslung könne man schließlich brauchen. Und er liebe doch nur sie. Und sie wäre doch schließlich dabei. Und sie könne es doch stoppen, wenn sie es nicht wolle. Er würde gehorchen. Sofort aufhören würde er. Aber in seinem Herzen sei sowieso nur sie! Lauter solches Dreckszeug. Lauter Lügen!

 

Letztendlich hatte sie nachgegeben. Nicht aus Überzeugung, sondern weil er sie zermürbt hatte. Sie gab nach, weil in ihrem Herzen die Frage aufgetaucht war, ob er es nicht alleine tun würde...? Und ob sie nicht tatsächlich eingreifen könnte...? Und ob sie ihn nicht verlieren würde...? Und jetzt? Jetzt hatte sie ihn verloren! Nein nicht verloren! Sie hatte ihn erkannt - und jetzt wollte sie ihn nicht mehr. Und sich selber auch nicht mehr. Sie wollte nur noch vergessen. Ihn und sich. Und sie wollte, dass es aufhörte. Dass dieser unerträgliche Schmerz nachließ.

 

Was hatte sie nur getan? Natürlich hatte sie es nur aus Verzweiflung getan - und nur um ihm zu zeigen, wie weh es tat - und dass er nicht der Einzige war, der... - und weil sie getrunken hatte... - und willenlos war - und weil er sie so nett behandelte, obwohl sie nicht verstand was er sagte... und... und... und... Aber sie wusste es: Es waren alles nur Ausreden. In Wahrheit war sie schuld. Sie alleine. Denn schließlich hätte sie gehen können. Flüchten! Aber dann hätte sie nicht gewusst, was er tat. Oh Gott! Sie wollte, sie hätte niemals gesehen, was er tat - es niemals gewusst!

 

Schon diese unsägliche Kabine! Dieses winzige Stück Rückzugsmöglichkeit. Da sollten sie sich ausziehen! Wie entsetzlich! Sie hatte sich so geschämt. Sie hatte geglaubt, es würde sie umbringen. Jetzt war sie gescheiter. Das war noch lange nicht das Ende der Scham. „Du hast doch gesagt, du würdest es tun!“, hatte Günther sie bedrängt. „Du bist doch eine schöne Frau! Stell dich doch nicht so an!“ Brigitte fand nicht, dass sie eine schöne Frau war. Sie war unsicher. Sie wollte nicht preisgeben, dass ihr Bauch zu dick und ihre Hüften zu breit waren. Die Haut ihrer Bauchdecke war übersäht von Dehnungsstreifen. Aber sie hatte ja ihr Baby dafür! Das alles ging ihr durch den Kopf, als sie sich auszog. Ein Kleidungsstück durften sie anlassen, hatte man ihr gesagt. Was denn nur? Verzweifelt dachte sie nach. Das Höschen oder den BH? Hätte sie nur einen Tschador gehabt!

 

„Nun mach schon!“, drängte ihr Mann. Er stand da - völlig nackt. Reckte sich - wie ein Hahn auf dem Mist. Schließlich war er völlig davon überzeugt, der Traum aller Frauen zu sein. Ja, ja! Ihr Günther! Er war ein selbstsicherer Mann. Selbstsicher und geil. Momentan war er das gerade nicht. Er hämmerte an die verschlossene Schlafzimmertür und schrie. Aber sie hörte es nicht. Sie saß auf ihrem Bett - sie hatte es abgezogen und sich auf die nackte Matratze gesetzt - und weinte. Nie wieder würde sie sich in dieses Bett legen um ihn zu lieben. Oder auch nur bei ihm zu schlafen. Nie wieder! - Er hatte sie betrogen. Preisgegeben! Verkauft! Nur um sein Gewissen zu schonen! Eine Nacht nur - und alles war zerstört! Alles war zu Ende! Alles! Ihre Ehe - ihr Leben!

 

Ihre Gedanken! Wenn sie nur enden würden! Sie marterten sie. Immer und immer wieder sah sie es vor sich! Wie in einem schlechten Film. „Günther! Warum, Günther, warum?“ Sie hatte sich für den BH entschieden. Ihr Busen war zu groß. Erst Recht, seit das Baby da war. Sie konnte ihn nicht zeigen. Aber der Bauch...? Nur nicht dran denken.

 

Also waren sie hineingegangen - in die Bar! Gott sei Dank war es ziemlich dunkel. Da sah man vielleicht nicht ganz so viel. Er führte sie an den Tresen - wie man ein Lamm zur Schlachtbank führt. „Setz dich da her!“, kommandierte er. Oh Gott auch das noch! Sie saß schon so nicht gerne auf diesen winzigen Barhockern - aber nackt...? Und so hoch war das Ding. Es war bestimmt ein Bild für Götter, als sie diesen Hocker erklommen hatte. Daran denken durfte sie nicht. Sie beschloss sich nicht mehr weg zu rühren, von diesem Stuhl. Zwei bildschöne, junge Mädchen kamen zu Günther. Sie sah es nicht genau, denn sie hielt die Augenlider gesenkt. Wie ein Kind, dachte sie! Sie schloss die Augen, um nicht gesehen zu werden - um nicht vorhanden zu sein.

 

Er nahm sie in die Arme, an jede Seite eine und setzte sich ihr gegenüber an die andere Seite des Tresens. Als sie aufsah, hatte man ihr einen Drink hingestellt. Irgendetwas Buntes - mit Schirmchen. Bunt und stark! Brigitte nahm das Glas in die Hand. Sie zitterte. Schnell stellte sie es zurück auf den Tisch. Sie würde mit dem Strohhalm trinken. Schließlich war der dazu da. Sie beugte sich vor und tat einen langen Zug. Brennen glitt in ihre Kehle - und weiter in ihr Herz. Die Platinblonde küsste ihren Günther, als wolle sie ihn verschlingen - und ihre Hand lag in seinem Schoß. Was sie da tat, konnte Brigitte nicht sehen - aber sie konnte es sich denken. Schnell noch einen tiefen Zug von dem Bunten!

 

Wie alleine sie war! Vollkommen verlassen! „Hallo, Frau Meier!“, tönte da eine Stimme hinter ihr. Auch das noch. Nein, sie drehte sich nicht um. Aber er kam zu ihr herum. Der Verkäufer aus der Fleischabteilung im Supermarkt! „Ich hätte sie beinahe nicht erkannt!“, lächelte er süffisant und musterte sie von oben bis unten. „Sie sind ja doch eine attraktive Frau, Brigitte!“, flüsterte er und legte ihr vertraulich die Hand auf die Hüfte. Brigitte zitterte. Wenn er nicht augenblicklich seine Hand entfernte, würde sie ihm den Drink in die Gurgel drehen! Auf der anderen Seite! Wie sah das aus! Sie saß hier splitternackt herum, wie bestellt und nicht abgeholt - und er war schließlich nur freundlich! Widerlich zwar, aber dennoch. Wenn nur ihr Mann da gewesen wäre!

 

Aber nein! Der war gerade anderweitig beschäftigt. Die Schwarzhaarige war verschwunden und er stand mit dem Rücken zu ihr - lehnte am Barhocker. Nein! Sie war nicht verschwunden. Sie kniete vor ihm auf der Erde! - Und Günther stöhnte brünstig! „Ihr Mann scheint sich zu amüsieren!“, stellte der andere Idiot fest. Ihr brach gerade das Herz, und der grunzte wie ein Schwein! Sie drückte die Augen zu - ganz fest. Vielleicht war das alles nur ein Traum? Ein schrecklicher Alptraum!

 

Wie konnte er ihr das nur antun? Jetzt drehte er sich herum und grinste sie an. Oder war das ein Lächeln? Auch das noch! - Sie sah es in seinen Augen. Es machte ihn an, dass sie da saß und sich zu Tode schämte. Den Blicken der gesamten Meute preisgegeben - und zusehen musste, wie irgendeine Nutte ihm seinen Schwanz blies! Er geilte sich daran auf. An ihrem Leid! Sie hatte doch zugestimmt! - Schließlich und endlich! - Nein, hatte sie nicht! Es war ihr nur keine Wahl geblieben. Er war der hartnäckigere von ihnen beiden. Neckisch lächelnd trank er ihr zu - und küsste die Blonde. Tief und wild! - Bitte, jetzt nicht hier sein. Sie hatte geglaubt, es könne nicht schlimmer werden - von wegen!

 

Sie sog an ihrem Drink. War das schon ein neuer? Egal! Der Fleischverkäufer taxierte sie, als sei sie ein Kilo Rind - für die Suppe. Sie tat so als bemerke sie es nicht. „Ich tröste gerne die Verlassenen!“, nuschelte er ihr ins Ohr - atmete schwer. Wenn er nicht sofort ging, würde ihr die Hand ausrutschen. Er musste es gesehen haben - in ihrem Blick. Schulterzuckend wandte er sich ab. Begann ein Gespräch mit der nackten Bardame. Gab es eine Steigerung zu verlassen?

 

Als der Schwarze den Raum betrat fiel ihr das Herz in die Hose - die sie nicht anhatte. Sich zu bedecken würde nur lächerlich sein. Also trank sie. Sie hielt sich an ihrem Glas fest, als sei es eine Rettungsleine. Es ging schließlich um ihr Leben. Er war ein schöner Mann. Das bemerkte sie sogar in ihrer Not. Groß und breitschultrig. Vielleicht 30 - und völlig nackt. Er bewegte sich locker, völlig selbstverständlich. Als sei es für ihn normal nackt zu sein. Sie beneidete ihn! Und als er zu ihr trat, brachte sie sogar ein etwas verunglücktes Lächeln zustande. Er sprach sie an - aber sie verstand ihn nicht. Sie konnte nicht Englisch. Die Barfrau antwortete für sie. Sein breites Lächeln beruhigte sie ein bisschen. Mit seinem Drink prostete er ihr zu und seine Blicke glitten diskret über ihren Körper. Ja, er betrachtete sie - aber nicht so plump wie die anderen. Seine Augen leuchteten. Es war offensichtlich, dass sie ihm gefiel.

 

Als sie Günthers Gesicht sah, hätte sie beinahe gelacht. So hatte er sich das wohl nicht vorgestellt. Hatte er geglaubt, sie wäre uninteressant für andere Männer? - Brigitte schluchzte auf. Ach wäre sie es doch gewesen! Ach wäre sie doch bloß nie geboren!

 

 - Behutsam legte der Schwarze seine Hand auf ihren Arm. Es fühlte sich seltsam an - wie Sandpapier. Es sah seltsam aus. Der Kontrast zwischen seiner schwarzen Haut und ihrer weißhäutigen Schönheit. Erregend. Vielleicht war es auch der Drink! Sie tat noch einen Schluck - und seine Hand glitt über ihren Arm, berührte ihren grünen BH. Bittend sah er sie an. Fragend. Die Bardame mischte sich ein - redete mit ihm und lachte. Dann stellte sie ihr einen neuen Drink hin. Gierig schüttete sie ihn hinunter. Der Alkohol half ihr lockerer zu werden. Seine Hand auf ihrem Po störte sie schon gar nicht mehr so sehr. Sie war warm. Ein kleines bisschen Geborgenheit. Und Günther glotzte wie ein Karpfen. Sollte er! Sie wandte sich an den Schwarzen und lächelte.

 

Zärtlich legte er seine Lippen auf ihre Wange. Es tat ihr gut. Dann berührte er ihren Mund. Sanft! Ganz behutsam küsste er sie, ließ seine Hände über ihren Rücken wandern und öffnete ihren Büstenhalter. Seine Augen wurden groß, als ihre weißen Brüste zum Vorschein kamen. Bewunderung klang in seiner Stimme. Sie glaubte es zumindest. Noch ein tiefer Zug Buntes. Es war ja gar nicht mehr so unangenehm. Die warme Hand auf ihrem Hintern begann sie zu erregen.

 

„Come on!“, flüsterte er ihr ins Ohr. Ja! Oh ja! Weg hier! Egal wohin. Nur runter von dieser Präsentierscheibe. Er nahm ihre Hand und zog sie mit. Folgsam gehorchte sie. Wohin würde er sie bringen? Doch noch einer, der Liebe nicht als öffentliche Angelegenheit betrachtete! Gott sei Dank! Da war eine kleine Türe und dorthin zog er sie. Ein winziger Raum - nur ein großes Bett und ein Sessel. Die Wände geschmückt mit irgendwelchen Bildern, aber ohne Fenster. Sie atmete auf. Sie waren alleine.

 

Ein Mann mit ihr in einem Schlafzimmer. Ein Fremder. Ein Schwarzer. Aber immerhin nur einer! Und auch noch einer, dem sie gefiel. Sie konnte es sehen. Sein Glied war erregt und es war groß - größer als Günthers. Er drängte sie auf das Bett und sie ließ es geschehen. Was sollte sie auch sonst tun? Schließlich waren sie dazu ja hier! Oder nicht! Seine Hände berührten sie, streichelten sie - überall und langsam wurde sie geil. Sie stöhnte, wenn sie daran dachte. War sie ein Stück Vieh, das von jedem besprungen werden konnte?

 

Er drehte sie um - sie kniete vor ihm und sie keuchte, als seine Finger in sie eindrangen. Diese Gefühle waren so intensiv. War es, weil er ein Fremder war - ein Mohr aus dem Märchenland? Oder war es, weil sie betrunken war, wie nie in ihrem Leben? Egal! Darüber konnte sie nicht nachdenken. Nicht jetzt. Was kam jetzt? Er hielt etwas in der Hand - sie erkannte nicht mehr, was es war. WOW! Als er den Vibrator in sie einführte, wäre sie fast geplatzt. War das geil. Und auch noch... Brigitte wand sich in ungeahnter Lust. Ihr Po und ihre Muschi im gleichen Takt. Geil - geil - geil! Der Schwarze saß auf dem Sessel und bewunderte sie. Dann stand er auf.

 

„Oh god, she is so horny, I must fuck her now“, murmelte er und das verstand sie nun. Dann tat er es. Er fickte sie. Die weiße Frau von Günther, dem er zu diesem Besuch geraten hatte. Er präsentierte sie ihm - sein kleines, treues Frauchen. Er machte sie geil wie nie und fickte sie um den Verstand, zeigte Günther was er war. Ein unfähiger, kleiner Schlappschwanz. Und auch was sie war: Eine geile Schlampe, die jeden ran ließ, der sie genug befingerte. Er lachte laut und dann spritzte er sich die Seele aus dem Leib.

 

Brigitte war nach einem ziemlich wirren Schlaf erwacht. Nackt wie sie war, verließ sie den Raum und sah sich um. Draußen stand ihr Mann - mit wirrem Blick. Als sie auf ihn zutrat, wich er zurück und zeigte mit ausgestrecktem Finger auf ein Fenster in der Wand. Fragend sah sie hindurch - und erkannte was sie da sah.

 

Jetzt war es genug. Sie brach zusammen. Sie könne ja „Nein“ sagen. Das hatte er ihr gesagt, aber es war nicht die Wahrheit gewesen. Jetzt war sie frei es zu sagen. Jetzt konnte sie gehen, denn soeben war ihr das Herz aus der Brust gerissen worden. Sie verließ den Raum und zog sich an - fuhr nach Hause. Ihr Kind war bei ihrer Mutter. Gott sei Dank. Dann konnte sie beenden, was sie begonnen hatte.

 

Weinend saß sie auf dem Bett. Verzweifelt. Was hatte sie getan? Was hatte sie mit sich tun lassen? Sie war eine geile Hure! Der Schwarze hatte Recht gehabt. Sie war ein Miststück - ein mieses Stück Dreck! Sie war es nicht wert, dass ihr Mann sie beschützte. Er hatte es schon vorher gewusst.

 

Sein Schweizer Offiziersmesser würde ihn befreien von ihr. Als sie sich die Klinge der Länge nach über die Arme zog, war sie erstaunt, wie wenig sie spürte. Der Schmerz in ihrem Herzen war bei Weitem schwerer zu ertragen. Aber er würde enden - mit jedem Schwall roten Blutes, das aus ihren Venen schoss! - Jetzt!

 

 

 

©BvS                                                                                               Ihre Meinung?