40!


Als sie aufwachte, fiel es ihr wieder ein. Sie hatte Geburtstag! Am Liebsten wäre sie gleich wieder eingeschlafen, aber ihr Hund hatte entdeckt, dass sie wach war. Er stellte seine Vorderpfoten aufs Bett und sah sie an - von oben herab. Es war der erste Geburtstag, an dem sie alleine war, aber ob ihr das gefiel, wusste sie noch nicht so genau. Allerdings war sie ihn los! Und das war auch schon etwas wert. Samuel war ein Lügner und ein Betrüger und sie hatte Jahre gebraucht, um es zu merken! Dann hatte sie die Konsequenz gezogen und hatte ihn hinausgeworfen.

 

Er hatte nicht schlecht gestaunt. Sie musste noch immer schmunzeln, wenn sie an sein dummes Gesicht dachte, als er „von der Geschäftsreise“ zurückkam und sein Hausschlüssel nicht mehr passte. Thalia hatte das Schloss inzwischen austauschen lassen. Samuel hatte sich felsenfest darauf verlassen, dass sie ein gutmütiges Schaf war und ihm blind vertraute. Sie würde ihm vergeben! Und das war auch tatsächlich jahrelang der Fall gewesen. Dann aber, war eine Winzigkeit dazwischen gekommen. Ihre Freundin in Brüssel war erkrankt und hatte sie um Hilfe gebeten. Sie fuhr sofort nach Brüssel und dort war justament auch ihr lieber Ehemann auf Geschäftsreise. Selbstverständlich wollte sie ihn benachrichtigen, aber - der Vorsehung sei Dank - sie kam nicht durch auf seinem Handy. Sie beschloss, ihn zu überraschen.

 

Er war überrascht! Und wie er überrascht war, als sie bei ihm ins Hotelzimmer kam - und wieder war ein glücklicher Zufall verantwortlich. Sie hatte Blumen gekauft für Anna, ihre Freundin und die wollte sie ihr gleich bringen - zusammen  mit ihrem Mann. Sie wollte ihn nur schnell aus dem Hotel abholen. „Welche Zimmernummer hat Herr Peterson? - Ich habe eine kleine Freude für ihn!“, fragte sie den Portier. „Die Herrschaften haben Zimmer 314!“, gab er bereitwillig Auskunft, denn er nahm an, sie sei die Blumenbotin. Als sie mit dem Lift hinauffuhr, dämmerte ihr, was er gesagt hatte: Die Herrschaften! Welche Herrschaften? - Welche Herrschaften gemeint waren erkannte sie, als sie die Zimmertüre öffnete - nachdem sie - nur ganz kurz - geklopft hatte.

 

Samuel donnerte los: „Was fällt Ihnen ein, hier ...!“ Dann allerdings hatte er sich von seiner Sekretärin heruntergewälzt und seinen Irrtum erkannt. Den Rest des Satzes hatte er verschluckt. Nackt donnert es sich auch nicht allzu gut! Thalia stand mitten im Raum und hatte einen großen, bunten Strauß Blumen in der Hand und sah von ihrem splitternackten Mann zu seiner ebenso nackten Sekretärin, der süßen, blonden, blöden Greta! Im Augenblick sahen sie beide nicht so sehr intelligent aus.

 

Thalia lachte plötzlich! Warum sie jetzt lachen musste, das wusste sie nicht. Sie fand diese Situation einfach komisch. Und eigenartigerweise tat es nicht weh. Vielleicht hatte sie es tief im Inneren immer gewusst. Ohne Kommentar drehte sie sich um und verließ den Raum - und das Hotel.

 

Sie fuhr zu ihrer Freundin und regelte, was zu regeln war. Sie versorgte Anna. Sie musste ins Krankenhaus - das war sicher. Thalia konnte im Moment nichts tun - außer nach Hause fahren. Das tat sie dann auch und als erste Amtshandlung rief sie den Schlüsseldienst an, der ihr das Schloss austauschte. Noch am selben Abend kam Samuel. Sie hörte, wie er vorfuhr und seine Schritte in der Auffahrt. Dann hörte sie seine erfolglosen Versuche die Türe zu öffnen und anschließend hörte sie seine Wutanfälle, als er erkannte, dass er nicht mehr erwünscht war - aber sie hörte nur zu. Sie stand nicht auf, um zur Türe zu gehen. Sie gab keine Kommentare, sie schimpfte nicht, sie gab nicht einmal zu erkennen, dass sie zu Hause war. Als er sich endlich geschlagen gab und zurück in sein Auto stieg, da gönnte sie sich allerdings doch einen letzten Blick. Er sah ausgesprochen dumm aus der Wäsche!

 

Seitdem hatte sie ihn nie mehr alleine gesehen. Sie wurde geschieden ohne größere Probleme, denn er hatte die Aussichtslosigkeit seiner Situation erkannt, aber sogar dem Richter erzählt er, dass seine Frau ihn immer noch liebe. Sie wisse es nur nicht! Thalia fragte sich im Nachhinein, wie sie die Jahre mit ihm durchgehalten hatte. Hatte sie diesen Menschen wirklich einmal geliebt? Sie war nicht sicher! - Jetzt lebte sie auf. Nach und nach erkannte sie, worauf sie verzichtet hatte - an seiner Seite. Und die erste wirklich selbständige Entscheidung, die sie traf, war die, für ein Haustier. Und es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Sie war spazieren gegangen und auf einer Wiese kam ihr ein Hund entgegen. Sie hatte von weitem den Eindruck gehabt, es sei ein Pony. Er war einfach riesig! Und er war so gutmütig, so anhänglich, so lieb, dass sie den Besitzer ansprach. Sie unterhielten sich lange und so erfuhr sie, dass er Hunde züchtete und sie besuchte diese Hundezucht eine Woche später.

 

Und das „Kalb“ hatte einen kleinen Bruder. Ein blondes Riesentier, dass sie aus hellbraunen Augen zutraulich ansah und ihr mit seiner großen, nassen Zunge über das Gesicht leckte - und sie hatte sich innerhalb von fünf Minuten in „ihren“ Hund verliebt. „Petrus!“ Petrus liebte sie so selbstlos, dass sie erst jetzt erkannte, wie wunderbar diese Art Liebe sein konnte. Sie musste sich nicht schminken, nicht frisieren, nicht stylen. Sie konnte verschlafen sein und mumpfelig! Petrus kam zu ihr ans Bett und leckte zärtlich ihre Ohren, stupste sie an und wollte spazieren gehen. Sie machte stundenlange Ausflüge in die Umgebung mit ihm und sie genoss jede einzelne Minute. Und sie lernte jede Menge Leute kennen. Hundebesitzer - ausnahmslos! Und es schien, als seien diese Menschen eine besondere Rasse. Reizend - und ein bisschen abgehoben.

 

Es gab da zwei Männer! Jeweils mit Hund - natürlich! - die ihr gefielen (die Männer - aber auch die Hunde!). Der Erste: Mitte Dreißig - schlank, um nicht zu sagen dünn! Sehr groß mit kurzem, kohlschwarzem Haar. Das Gesicht war kantig - Drei-Tage-Bart. Er trug auch schwarz. Ausschließlich! Jedenfalls hatte sie ihn noch nie in einer anderen Farbe gesehen. Und er fuhr einen großen Wagen. Silbern! Teuer! Stern! - Der Hund dazu war auch groß, aber keineswegs dünn. Er war eher massig. Möglicherweise ein Irischer Setter. Genauso schwarz wie sein Herr: „Diavolo!“ In Gedanken nannte sie auch den Mann Diavolo, denn sie hatte keine Ahnung wie er hieß. „Diavolo der Hund“ und Petrus verstanden sich prächtig. „Diavolo der Herr“ zog sie an, obwohl er zeitweise recht arrogant war, aber vielleicht war er auch nur unsicher - und einsam! Sie hatte da so ein Gefühl.

 

Der Zweite war der „Indianer“, denn er hatte einen dicken Zopf, geflochten aus einer langen Lockenmähne. Er sah aus, wie ein Künstler und er schien in ihrer Nähe zu wohnen. Nie sah sie ihn komplett angezogen. Meist trug er nur ein kariertes Hemd und eine alte Jeans. Sein Hund hieß „Arpad“! Sie hatte ihn schon oft gesehen, aber irgendwie glaubte sie, er ging ihr aus dem Weg. Am Fluss, wo sie immer zusammentrafen, lief ein breiter Weg entlang. Er wechselte die Seite, wenn er ihrer ansichtig wurde. Oder war das Einbildung?

 

Offensichtlich war es Einbildung gewesen. Denn es war etwas passiert, dass diese Theorie widerlegte. Ihr Petrus lief geradewegs in ein Wespennest. Die Wespen gingen los auf ihren armen Hund. Sie umschwärmten ihn wütend, bohrten sich in sein gesamtes Fell, in die Schnauze, die Ohren - und sie war völlig hilflos. Plötzlich hatte sie eine Idee. Sie zog ihre Socken aus und steckte ihre Hand hinein und versuchte ihren winselnden Hund von der summenden Plage zu befreien. Da kam er!

 

Er riss ihr die zweite Socke aus der Hand und half ihr nach Kräften. Sie arbeiten hart und befreiten das arme Tier. Trotzdem! Sie fand es peinlich ihm zuzusehen, wie er mit ihrer Socke, die Wespen aus dem Fell ihres Petrus klaubte, aber irgendwann hatten sie es geschafft. Als er die Socke von seiner Hand streifte, glaubte sie versichern zu müssen, dass „die Socke ganz frisch gewaschen“ war. Er lachte schallend. „Die Idee mit den Socken, war einfach genial! Sie haben ihren Hund gerettet!“

 

Seitdem trafen sie sich oft am Fluss und sie redeten. Mit ihrem Mann hatte sie nie geredet. Das heißt: Er hatte nie zugehört! Für Thalia war das eine ganz neue Erfahrung. Und sie genoss es.

 

Eines Tages trafen der „Indianer“ und „Diavolo“ zusammen und es war gar nicht mehr lustig. Sie gingen aufeinander los, wie zwei Kampfhähne. Als der „Indianer“ die Rasse ihres Hundes wissen wollte, fragte sie ihn: „Wollen sie das wirklich ganz genau wissen?“ - „Natürlich möchte ich es wissen. Ich arbeite nämlich in unserem Zoo und ich kenne fast alle Hunde, aber Ihrer ...?“ Sie überlegte kurz. „Es ist ein „Mastin de los pyreneos!“, erklärte sie. Und prompt fauchte „Diavolo“: „Das klingt aber schon recht arrogant - oder?“ Thalia sah ihn irritiert an - und scheinbar merkte er, dass er zu weit gegangen war. Er drehte sich um und verschwand. Als sie nach drei Tagen wieder zum Fluss kam, stand er schon da. Ohne Begrüßung kam er direkt zur Sache. „Ich warte schon seit drei Tagen auf Sie und Petrus! Ich wollte mich entschuldigen. Meine Bemerkung ging wirklich zu weit, denn auch wenn der Name von Petrus arrogant klingt, ist das schließlich nicht Ihre Schuld!“ Thalia lachte. Er wollte sie versöhnen. Was für ein völlig neues Gefühl für sie. Samuel hatte es nie für nötig befunden, sich zu entschuldigen - ganz egal, was er verbrochen hatte.

 

Sie machten einen langen Spaziergang und er erzählte ihr so nebenbei, dass sein Hund ihn sehr liebte. Was ja eigentlich ganz klar war, aber er fügte als zweiten Halbsatz hinzu: „Sonst liebt einen ja nur die Mutter!“ - Er war einsam! Sie hatte Recht gehabt! Und er war so nett. Und auch überaus attraktiv. Seine hagere Gestalt, seine Art sich zu bewegen, sein schmales, hartes Gesicht. Sie fühlte sich wirklich sehr von ihm angezogen, obwohl sie sich geschworen hatte, keinen Mann mehr anzusehen.

 

Und dann kam der Tag ihres Geburtstages und - ihr Ex-Mann! Als sie aus der Türe trat, stand er da. An sein Auto gelehnt musterte er sie arrogant. Im Stillen dankte sie Gott, für die Eingebung sich heute „schön“ zu machen. Sie trug einen königsblauen Nicki Anzug, der vorzüglich zu ihren blauen Augen passte und ihr hellbraunes Haar, fiel lockig wie frisch vom Friseur. Sie sah gut aus! Selbstsicher und weiblich! „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“ Er sah sie an, als sähe er sie zum ersten Mal. Erstaunt! Seine Stimme klang gepresst, sie konnte es hören. Thalia wusste nicht, ob sie sich freuen sollte - sie hatte sich noch nicht entschieden, aber dann fügte er ärgerlich hinzu: „Du wirst auch nicht jünger, meine Liebe! 40! Ganz schön, oder?“ Sie schüttelte sich, wie ihr Hund. Es traf sie nicht, aber sie wollte sich das einfach nicht mehr antun. Sie ließ ihn stehen und ging mit Petrus hinunter zum Fluss. „Ich warte auf dich!“, rief er ihr nach. „Ich werde hier sein, wenn du wieder kommst!“ Kommentarlos ging sie weiter. Sie fühlte, dass er ihr folgte  - in gebührendem Abstand.

 

Von weitem schon, sah sie „Diavolo“! Spontan ging sie auf ihn zu, blieb stehen und flüsterte: „Würden Sie mir einen Gefallen tun? - Bitte küssen Sie mich! Ich werde es Ihnen später erklären.“  Sein Gesicht zeigte keinerlei Überraschung - er lächelte leise. „Ich wüsste nicht, was ich lieber täte!“, murmelte er, nahm ihr Gesicht in seine Hände und legte vorsichtig seine Lippen auf ihren Mund - küsste sie sanft. Doch dann ließ er sie los, holte tief Luft und nahm sie fest in seine Arme. Leidenschaftlich küsste er sie, presste sie an sich, stöhnte leise. Nur langsam entließ er sie aus seiner Umarmung, atmete tief ein, versuchte in die Realität zurückzufinden. „War das in etwa so, wie Sie sich das gedacht hatten?“, fragte er. Sie konnte nicht antworten. Er hatte sie völlig aus der Fassung gebracht. Er griff nach ihrer Hand und sie gingen schweigend, langsam den Weg entlang. Plötzlich hörte Thalia einen aufheulenden Automotor und quietschende Reifen - sie war ihn los! Samuel hatte das Weite gesucht.

 

Sie lachte befreit auf. „Wer war der Herr, für den Sie so eine Show abziehen?“, fragte er und sie konnte den unwilligen Unterton überdeutlich hören. Sie lächelte. „Das war mein geschiedener Mann, der meinte, mir heute - an meinem vierzigsten Geburtstag - klarmachen zu müssen, dass ich zum alten Eisen gehöre. Zumal ich, ohne ihn, überhaupt nicht lebensfähig bin!“ „Diavolo“ blieb stehen und sah sie an. Dann überzog ein Strahlen sein Gesicht. „Sie sind geschieden!“ Er atmete erleichtert auf. „Gratuliere!“ - Thalia grinste süffisant. „Danke!“, antwortete sie spitz. „Nein! So war das nicht gemeint!“, beeilte er sich zu versichern. „Ich freue mich, dass Sie ... tja, dass Sie solo sind! - Und: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! - Leider muss ich jetzt gehen, aber wir sehen uns wieder!“ Er pfiff seinem Hund. Bevor er sich umwandte, überzog ein verschmitztes Lächeln sein Gesicht. „Darf ich noch mal? - Just to make sure!?“, fragte er, zog sie in seine Arme und küsste sie zärtlich. „Ich wünsche dir einen schönen Tag, Nathalie!“

 

Thalia sah ihm lange nach, als er mit Diavolo am Fluss entlang ging. Sie hatte spontan reagiert - und es hatte ja funktioniert - auf der einen Seite, aber jetzt war sie nicht mehr so sicher, ob sie richtig gehandelt hatte. Auf einmal hatte sie Frühlingsgefühle - obwohl doch Herbst war. Seine Küsse hatten sie erinnert, dass da ja noch etwas war! Sie hatte sich eingeredet, DAS nicht mehr zu brauchen. Vielleicht war dem ja auch so, aber sie hätte es trotzdem gerne gehabt! - Zwei Stunden ging sie mit Petrus spazieren und dachte nach. Sie war zum ersten Mal wirklich schonungslos ehrlich mit sich selbst. Trotzdem kam sie zu der Erkenntnis, dass sie nichts tun konnte - sie würde abwarten müssen - und genau das würde sie tun!

 

Thalia ging nach Hause und beschloss ihre Arbeit zu tun - wie sonst auch. Sie arbeitete für ein Übersetzungsbüro - online - aber „Diavolo“ ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Er hatte sie erregt. Sie spürte seine Arme wieder um ihre Taille und seine Küsse auf ihren Lippen. Wie lange hatte sie sich nicht mehr so lebendig gefühlt? Und: Er hatte sie Nathalie genannt! Woher kannte er ihren Namen? Rätsel über Rätsel!

 

Obwohl sie Geburtstag hatte, war sie alleine. Ein paar Anrufe - ja! Und ihre Freundin aus Brüssel, würde sie am Wochenende besuchen, aber sonst hatte sie sich von den Freunden ihres Mannes getrennt. Eigene Freunde hatte sie nicht mehr! Sie musste sich darum kümmern, aber nicht heute! Heute war es ihr gerade recht. Gegen Abend beschloss sie sich etwas zu Essen zu kochen. Nicht zu viel Arbeit, aber am Geburtstag, wollte sie nicht nur ein „Brot aus der Hand“ essen! Sie beschloss „Spaghetti vongole“ seien genau das Richtige, und als sie sich gerade den Tisch deckte, läutete es.

 

Sie öffnete die Türe und sah in einen riesigen Strauß bunter Rosen. Dahinter tauchte ein dunkelroter Kopf auf. „Diavolo“! Sie war sprachlos. „Störe ich?“, fragte er. Sie schüttelte stumm den Kopf. „Seit ich dich heute früh geküsst habe, ist mir so nach Rosen, nach Rotwein und Mondschein!“, gestand er und reichte ihr die Flasche Rotwein. „Übrigens, mein Name ist Axel Spiegel!“ Thalia bekam kein Wort mehr heraus. Sie bat ihn mit einer Geste herein und schloss die Tür.

 

Konnte er ihre Gedanken lesen? Sah man ihr ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte an der Nase an? - Nein! Bestimmt nicht! Axel Spiegel konnte nicht wissen, dass die Sehnsucht in ihr brannte - die Sehnsucht nach ihm! Und sie würde es ihm nicht sagen! Aber zum Essen konnte sie ihn einladen - er kam ja gerade recht. Sie stellte noch zwei Rotweingläser dazu und drückte ihm den Flaschenöffner in die Hand. Thalia würde an ihrem 40. Geburtstag nicht alleine  sein.

 

„Woher kennst du meinen Namen?“, fragte sie. Er wurde schon wieder rot. „Ich habe ..., ich wollte ..., ich bin dir gefolgt und habe an deiner Haustüre spioniert!“, stotterte er mit gesenktem Blick. „Warum?“, wollte sie wissen. Er sah sie an, dann lächelte er. „Du weißt es wirklich nicht!“, stellte er fest. Seine Unsicherheit war verflogen. Diese Frau war genauso naiv, wie er. Immer noch ruhte ihr fragender Blick auf ihm. „Du hast mir gefallen!“, gestand er. Jetzt wurde Thalia rot. „Du mir auch!“, flüsterte sie.

 

Axel nahm sie in seine Arme. „Lass’ uns doch noch mal probieren, wen wir alles verscheuchen können! Vielleicht gibt es ja noch ein paar alte Gespenster!“ Und damit küsste er sie zärtlich. Seine Lippen waren so weich, so verführerisch und sein Duft nahm ihre Sinne gefangen. - Und der Kuss hörte nicht auf. Er dauerte - ging weiter und weiter. Thalia erwischte sich dabei, dass sie gar nicht wollte, dass er endete. Um sie herum sprühten Sterne und sie fühlte sich wie Alice im Wunderland. Bitte nur nicht aufhören!

 

Behutsam öffnete sie ihre Lippen, hieß ihn willkommen in ihrer warmen Mundhöhle, leckte sanft über diese hinreißenden Lippen. Axel reagierte sofort. Schon spürte sie seine Zunge, die vorsichtig ihren Mund erkundete. Tastend berührte er ihre Zungenspitze, saugte sanft. - Doch dann zerbrach seine Beherrschung. Sein Kuss wurde leidenschaftlicher - heißer - gieriger! Die süße, zärtliche Zunge tanzte Walzer in ihr. Drehende, wirbelnde Gefühle stiegen aus den Tiefen ihres Leibes empor. Brachen sich Bahn, verließen ihr Gefängnis, in dem Thalia sie jahrelang eingesperrt - geknechtet hatte. Axel befreite alle ihre Sehnsüchte mit dem Zauber dieses Kusses. Sie konnte ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Sie wollte alle ihre Begierden ausleben - mit diesem sensiblen, leidenschaftlichen Mann: Axel Spiegel!

 

„Diese Vorspeise lasse ich mir gerne gefallen!“, lachte er und setzte sich an den Tisch. Gemeinsam aßen sie - genossen es, nicht alleine zu sein. Es war, als hätte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Sie redeten ununterbrochen. Themen hatten sie zuhauf und sie stellten schnell fest, dass sie auch sehr viele Gemeinsamkeiten hatten. Sie verstanden sich wunderbar und die erste Flasche Rotwein war getrunken, bevor sie es richtig zur Kenntnis nahmen. Axel verließ sie nur kurz. Er hatte Nachschub im Wagen. Thalia wurde lockerer, erlaubte sich zum ersten Mal seit Jahren, so zu sein, wie sie war.

 

Ihr Mann hatte immer eine gewisse Vorstellung von ihr gehabt, die er erfüllt sehen wollte. Und sie hatte mitgespielt. Jetzt stellte sie fest, wie erlösend es sein konnte, kein Theater spielen zu müssen - nicht ständig kontrollieren zu müssen, was sie sagte, was sie tat. Axel nahm sie so, wie sie war - und er fand sie wunderbar. - Er sagte es ihr! Sagte ihr, was für eine schöne Frau sie war, wie charmant, wie bezaubernd. Es tat sooo gut! Seit Jahren hatte sie sich nicht mehr als Frau wahrgenommen. Jetzt flirtete sie - und sie genoss jede Minute.

 

Nach dem Essen setzten sie sich auf die große Couch vor dem Kamin. Das flackernde Feuer verbreitete sein warmes Leuchten und das war ihnen Licht genug. Thalia fühlte sich so wohl, wie schon sehr lange nicht mehr. Sie konnte sich jedenfalls nicht daran erinnern. „Bekomme ich jetzt noch eine Nachspeise?“, fragte er anzüglich und griff nach ihr. Langsam zog er sie näher, und sie dachte nicht daran sich zu wehren. Seine Lippen waren ein Versprechen der Lust, und sie sehnte sich nach ihm. Sie war erwachsen! Sie war frei und sie wollte ihn! Axel nahm sie in seine Arme, ließ sich mit ihr auf das weiche Leder sinken. Seine Hände erforschten ihren schlanken Körper, glitten unter das lange, blaue Nickioberteil.

 

Er traf auf nackte Haut - warm und weich, erschauerte, als er ihre Reaktion spürte. Eine Gänsehaut überzog ihren ganzen Leib. Sie drängte sich an ihn, wollte mehr von ihm spüren. Seine Finger berührten den Büstenhalter, griffen zu und öffneten ihn. Bevor er sich traute, holte er tief Atem, dann streichelte er weiter - über ihren Rücken, nach vorne, liebkoste ihren flachen Bauch. Axel fühlte die Wölbung ihres Busens an seiner Handkante, glitt vorsichtig entlang. Und dann entschloss er sich. Ihre feste Brust fiel in seine Hand und er drückte zu, hörte sie stöhnen, sah, wie sie ihre Augen schloss und sich zurücksinken ließ. „Liebes, mein Liebes! - Wie schön du bist - wie sexy!“, flüsterte er an ihrem Hals, küsste die zarte Haut ihres tiefen Dekolletés. Er drückte ihre Brust höher hinauf - zu seinem hungrigen Mund, leckte zärtlich über ihre festen Brustwarzen. Sie wurden noch härter unter dem sanften Druck seiner Lippen. Thaljas Hände suchten nach den Knöpfen seines Hemdes - er glaubte zu träumen!

 

Axel war nicht vom Glück verwöhnt. Er war ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann - ja! - aber er war alleine und er war - auch wenn es nicht den Anschein hatte - nicht besonders selbstsicher. Seine Mutter hatte ihm immer gesagt, dass er nicht der Traum aller Mädchen war - und er hatte es geglaubt. Und diese bezaubernde, wunderschöne Frau - wollte ihn! Er wusste nur nicht, ob er sich trauen sollte! Er wollte es nur - um alles in der Welt - nicht verderben bevor es begann!

 

Aber er half ihr das Hemd abzustreifen. Seine Gedanken kreisten um ihre süßen, weichen Brüste, die er immer noch zu spüren glaubte - in seinen Händen. Er stellte sich vor, sie anzusehen -  nackt  - wogend - mit festen Spitzen - zwischen seinen Fingern. Axel zog ihr den Pulli über den Kopf. Mein Gott, war diese Frau schön! Die schmale Taille wurde von der engen Hose noch betont und ihre sanften Kurven, machten ihn verrückt. Er würde sie berühren. Thalia kniete nieder und öffnete seine Hose. Die Luft wurde ihm knapp. „Willst du das wirklich tun?“, fragte er atemlos. Sie nickte und schob die Hose zärtlich über seine Beine hinab.

 

Nackt stand er nun vor ihr - nicht eigentlich verschämt, aber doch flatterten in seinem Bauch ein paar tausend Schmetterlinge auf und ab. Als er jedoch ihre Augen sah, fühlte er sich wunderbar. Er gefiel ihr - das war nicht zu übersehen! Sie streichelte seinen Körper mit ihren Blicken, liebkoste ihn geradezu. Ihre Hände lagen noch immer auf seinen Knöcheln, langsam ließ sie sie höher wandern. Als sie bei seinen Knien angekommen war und zärtlich die Innenseite seiner Oberschenkel berührte, schnappte er nach Luft. „Du hast wunderschöne Beine!“, flüsterte Thalia. In Wahrheit interessierten sie andere Dinge noch viel mehr. Sie fuhr nur mit den Fingerspitzen entlang - noch weiter - weiter hinauf. Axel hatte das Gefühl sie behandelte ihn mit Eiszapfen  - oder vielleicht mit glühenden Kohlen. Sein Penis stand aufrecht - zitternd - seinen gesamten Verstand einnehmend. Er bestand nur noch aus diesem wahnsinnigen Gefühl, sie zwischen seine Beinen zu spüren - darauf zu warten, dass sie ihn berührte, dass sie seinen harten Schwanz in die Hand nahm.

 

Ihr Gesicht war direkt vor ihm, betrachtete seine zuckende Männlichkeit. Axel sah in ihre Augen, sah wie sie fast lasziv ihre Zungenspitze zwischen die Lippen schob. Sie spielte ein aufregendes Spiel. Benetzte ihren verführerischen Mund - leckte, als ob - ja, als ob sie seine Spitze...! Er stöhnte vor Verlangen. War nur noch gierig - gierig ihn hineinzuschieben, in diese weiche, warme Höhle, die Verheißung des Himmels. - Aber dann stand sie auf - und er fand sein Gehirn wieder, schob seine Hände unter ihren Hosenbund. Ihre nackte Haut machte ihn verrückt. Zärtlich streifte er diese letzte Hülle von ihren bezaubernden, glatten Beinen. Küsste jeden Zentimeter der zarten Haut, deren er ansichtig wurde.

 

Als sie dann völlig entblößt vor ihm stand, sank er auf die Knie und umschlang diesen wundervollen Körper, den sie ihm schenkte. Zu diesem Geburtstag - wurde er beschenkt! Axel legte sein Gesicht an ihren Bauch. Seine Hände glitten über ihren Rücken. Er fühlte den festen Po, drängte sich zwischen ihre Backen und schob sich von hinten hinein zwischen ihre Schenkel, fühlte ihr seidiges Schamhaar. „Dreh dich um, meine Süße!“, flüsterte er.

 

Thalia spürte sein Verlangen. Und doch war er so behutsam, so sanft. Er wollte nur ihr Genuss bereiten und vermied jede Grobheit. Seltsam, wie sehr er es verstand, sie zu erregen - nur durch die Berührung seiner Fingerspitzen. Sie wollte mehr von diesen aufregenden Gefühlen, die er in ihr weckte. Bereitwillig erfüllte sie seine Wünsche. Und als sie fühlte, dass er hingebungsvoll ihr Hinterteil küsste, reckte sie es ihm regelrecht entgegen. Sie wollte ihn spüren - überall! Langsam ließ sie sich zu ihm auf den weichen Teppich hinunter, beugte sich vor und zog sich das runde Reiterkissen, das sie einst aus Afrika mitgebracht hatte, heran. „Oh jaa!“, hörte sie ihn unterdrückt stöhnen. Offensichtlich machte es ihn an, ihre Kehrseite vor Augen zu haben. Sie hielt ihm ihre prallen Backen noch nachdrücklicher entgegen. Legte ihren Oberkörper auf das Sitzkissen.

 

Stöhnend betrachte er den heißesten Arsch, den er jemals gesehen hatte. Davon hatte er schon immer geträumt - und heute? Jetzt gingen seine wildesten Phantasien in Erfüllung! Ob sie das auch so sah? Er streichelte ihre Backen, zog sie sanft auseinander, erforschte ihre geheimsten, erogenen Zonen. Fast unmerklich blies er dazwischen, entfachte damit wahre Feuersbrünste in ihrem Inneren - ließ seine Finger tiefer hinunter wandern. Axel hatte ihre pralle Muschi vor seiner Nase. Er konnte sehen, wie erregt sie war. Die Schamlippen waren dunkelrot und prall durchblutet. Wenn er sich vorstellte seine Eichel dazwischen zu schieben, stöhnte er laut vor Gier, aber zuerst waren es seine Finger, die sich sanft, aber bestimmt in ihre Feuchtigkeit drängten. Langsam schob er sie tiefer, bewegte sie behutsam.

 

Thalia wimmerte vor Lust. Solche Liebesspiele kannte sie nicht. Und mit 40 wurde es Zeit, ihre Kenntnisse zu erweitern - fand sie.  Leidenschaftlich spreizte sie ihre Schenkel noch weiter, legte sich ins Hohlkreuz und schob ihm so das geile Prachtstück, das ihn so sehr stimulierte, noch dichter entgegen. Dass er sie so intim betrachten konnte, machte sie so an. Sie stellte sich vor, was er jetzt gerne tun würde! Warum tat er es denn nicht endlich? Seine Finger in ihrem Inneren zu spüren, brachte sie an den Rand der Ekstase. „Bitte, oh jaa bitte!“ - Jetzt wollte sie seine harte, pulsierende Lanze - ganz tief drin.

 

Axel rückte näher, rieb seine harte Spitze an ihrer Scheide auf und ab. Vorsichtig ließ er sie ein kleines Stück eindringen, schob sie vor und zurück. „Oh jaaa!“, stöhnte Thalia. „Fühlt sich das gut an!“ Sie wippte mit dem Po, drückte sich näher an ihn, wollte ihn immer tiefer spüren, aber Axel zog sich zurück, ließ sie nur seine Kuppe fühlen. Die zweite Hand hatte  jedoch inzwischen ihren Weg gefunden. Sein Zeigefinger tastete zwischen ihren weichen, feuchten Lippen und dann traf er den Punkt!

 

Thalia zuckte. Seine Fingerspitze an ihrem Kitzler ließ sie verrückt werden. „Bitte!“, flehte sie in rasender Ungeduld. „Schieb ihn rein! Jetzt! - Ganz hinein! Jaahhh, oh jaah!“ Sie wand sich vor ihm, drängte sich immer enger an ihn. Ihr Oberkörper neigte sich tiefer. Sie präsentierte ihm ihre geile Möse - hemmungslos - nur noch gierig nach seinem Schwanz, der sie aufspalten und ihr den Gipfel der Lust schenken würde.

 

„Du willst es wirklich!“ Axel konnte es immer noch kaum glauben, aber jetzt konnte er sich auch kaum mehr beherrschen. „Sag’ mir, dass ich es tun soll!“, stöhnte er und presste seine Eichel an ihre hungrige Öffnung. Er massierte ihre feste Liebesperle, passte sich ihren Stößen an. Vermied es aber immer noch zuzustoßen. Thalia drückte sich gegen ihn, stieß selber immer fester - fühlte, wie seine Eichel eindrang. Sie japste vor Lust. Wow, war das ein Gefühl. „Jaah! -  Oh jaah! Tu es!“ Sie röchelte nur noch. Wenn er jetzt nicht sofort ...! Sie würde ihn schon dazu bringen! Ihre Hände griffen nach hinten, umfassten ihre prallen Backen und zogen sie auseinander.

 

Dieser Anblick ließ seine Leidenschaft überkochen. Mit einem harten Stoß seiner Lenden drang er ein, in diese heiße, nasse  Muschi. Sein Penis spürte nur noch Glut und Lust, Gier und Ekstase. Als sich ihre Möse zuckend um seinen Schwanz verkrampfte, spritzte er ihr seine Geilheit tief in den bebenden Leib. Keuchend hielt er sie umschlungen. - Was war das gewesen? Die Welt war explodiert. Thalia hatte ihm gezeigt, was wahre Lust sein konnte! Er küsste ihren Nacken. „Danke!“, flüsterte er leise.

 

Gemeinsam sanken sie auf den Boden, versuchten wieder Luft zu bekommen. Thalia fühlte sich so wunderbar, dass sie beinahe versöhnt war mit der Ziffer vier vor ihrer Jahreszahl. „Das war der absolut beste Geburtstag aller Zeiten!“, erklärte sie Axel. Er lächelte und küsste sie noch mal. Dann lachte er plötzlich auf: „Und ich habe ein Geschenk bekommen - obwohl du Geburtstag hattest! Und eines sage ich dir, ich gebe es nicht mehr zurück!“ Sie holten sich ihre Gläser und tranken sich zu, kuschelten sich vor dem Feuer aneinander und genossen es zusammen zu sein. Dieser Abend brachte Thalia endgültig ihre Freiheit und endlich wieder ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

 

Als Axel sie verließ, war es weit nach Mitternacht. Sie konnte noch nicht schlafen. Sie saß immer noch im Wohnzimmer und träumte, als es läutete. Oh bitte! Nicht ihr beleidigter Ex-Ehemann!  Aber da stand Axel mit Diavolo. „Ich habe es nicht geschafft!“, bekannte er. „Da dachte ich, wir gehen morgen früh zusammen mit den Hunden spazieren.“

 

Ganz sicher war er nicht, ob ihr das recht war. Er glaubte immer noch nicht so ganz an sein Glück! Thalia jedoch strahlte ihn an. Sie war glücklich. Er wollte bei ihr sein! Sie trat zur Seite und ließ ihn ein. Petrus begrüßte Diavolo voller Freude. Sie passten einfach wunderbar zusammen und so sagte sie spontan den einen Satz, von dem sie gedacht hatte, ihn nie mehr aussprechen zu können: „Willkommen in meinem Leben - mein Lieblingsteufel!"

 

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