Sternschnuppen

 

Konrad hatte es nicht mehr ausgehalten. Er war geflohen. Jetzt nachdem er 60 war, war er einfach nicht mehr so belastbar, wie in früheren Jahren. Er erkannte es plötzlich ganz klar. Aber es gefiel ihm überhaupt nicht. Es war ein Zeichen dafür, dass er alt wurde! Oder?

 

Bisher hatte sich nichts geändert. Er war der Mann, der er immer gewesen war - ein junger Mann! Trotz der Jahre, die er an seinen Geburtstagen auf den Glückwunschkarten fand! Sie gehörten eigentlich nicht ihm - oder doch? Die Frauen reagierten doch noch auf ihn! Wenn er sich interessiert zeigte, an einem weiblichen Wesen, flirteten sie doch noch mit ihm. - Na gut! Neulich, diese Platinblonde! Die hatte ihn herb abblitzen lassen. Aber an der war er eben auch nicht wirklich interessiert gewesen! - Die Kleine, aus der Bäckerei, hatte ihm sofort erzählt, dass sie rasiert war - untenherum! Das war doch schließlich ein Angebot! Oder etwa nicht? Aber was wollte er mit so einer niedlichen, kleinen „Zuckerschnecke“? Sie war doch höchstens siebzehn gewesen! Er konnte doch keine Siebzehnjährige vernaschen! Er war doch kein Kinderschänder! - Früher hätte ihn das nicht gestört! - Vielleicht wurde er ja doch alt!

 

Was diese immer wiederkehrenden Gedanken nur in seinem Kopf zu suchen hatten? Seine Frau hatte ihn verlassen: Sie hatte sich  in ihren Therapeuten verliebt! Aber das war nicht einmal schade. Sie war eine verklemmte, unmögliche Person gewesen und sie hatte ihn den letzten Nerv gekostet. Er war froh, dass sie gegangen war. Alleine lebte er zufriedener. Er war auch solange sie noch da war alleine gewesen - nur fragte ihn jetzt niemand mehr nach dem Woher und Wohin! Aber bevor sie ging, hatte sie noch ihr Gift verspritzt. Und offensichtlich hatte sie getroffen! Diese unfreiwilligen Befürchtungen nervten ihn! Er war nicht alt! Noch nicht! Und deswegen, musste er etwas unternehmen. Und zwar sofort!

 

Ursprünglich wollte er nur nach München fahren. Er hatte dort seinen Freund: Hans. Mit ihm wollte er das Münchner Nachtleben verunsichern. Aber nachdem er schon mal auf der Autobahn war, konnte er auch gleich Nägel mit Köpfen machen. Italien wartete! Früher schon, wollte er ab und zu solch spontane Unternehmungen starten, aber seine Frau hatte ihn immer ausgebremst. Für Abenteuer dieser Art, war sie nicht zu haben. Sie musste nach Hause. Sie brauchte Kleider, Zahnbürste, Make Up, Schmuck und tausend andere Kleinigkeiten. Heute war sie nicht da - und so fuhr er weiter! Er würde sich wohl fühlen in Italien und was er nicht hatte, konnte er schließlich kaufen. Auch in Italien gab es Zahnbürsten und auch dort gab es Anzüge, Badehosen und Pyjamas. Als er über den Brenner fuhr, wurde sein Herz leicht. Er fühlte sich, wie ein Schuljunge, der den Unterricht schwänzte.

 

Außerdem wusste er auch schon, wohin er fahren würde. Er wollte an den Lago di Levico. Nein, die Adria interessierte ihn überhaupt nicht. Dort würde er nur wieder deutsche Touristen treffen und das war es nicht, was er wollte. Der Gardasee war auch nicht das Richtige - und der Comer See? Na ja, da hätte es ihm schon gefallen, aber die snobistische Gesellschaft, die dort Urlaub machte, konnte er im Moment nicht vertragen. Außerdem war Levico so wunderschön. Er konnte die Berge sehen und er hatte den See zum Baden. Ob er in den oberen Teil des Ortes ziehen sollte? Oben am Berg war es so herrlich! Und der Blick! Allerdings war er ein absoluter Wasserfan. Er badete so oft es nur irgend ging. Also so nahe am See, wie nur möglich! Für Anfang September war es noch richtig warm. Er war in Hochstimmung.

 

Als er am See entlang fuhr und die Hotels betrachtete, überlegte er noch. Sollte er tatsächlich in eines dieser vornehmen Häuser gehen? Eigentlich war er mehr ein gemütlicher Typ. Camping war das, was er bevorzugte. Aber nun war er schon mal hier - und außerdem: Wollte er nicht sein Leben ändern? Also los! Das nächste Haus war wunderbar beleuchtet. So richtig romantisch. Die kleinen Lichter schimmerten in der Abenddämmerung und dann trat eine zauberhafte Frau aus der Türe. Er sah sie nur im Vorüberfahren - und doch hinterließ sie einen bleibenden Eindruck. An der nächsten Kreuzung wendete er und fuhr zurück. Sie war verschwunden! Aber er stieg aus und betrat das Foyer. Sehr vornehm! Sehr gediegen! - Also genau richtig!

 

Der Portier verbarg sein Erstaunen, dass dieser Gast ohne Gepäck reiste. Immerhin hatte er eine American Express Card in Platin! Wer brauchte da schon Gepäck! „Sehr wohl, Signore!“ Selbstverständlich war in dem Badebeutel des Hotels eine Zahnbürste enthalten! Schließlich hatte man fünf Sterne! Konrad mietete sich in einem Doppelzimmer ein. Er wollte mal so richtig ausspannen - genießen. Und es gefiel ihm sehr - dieses Hotel.

 

Aber jetzt? - Was jetzt? Zum Abendessen hatte er noch keine Lust. Es war zu früh, um zum Dinner zu gehen - zumindest in Italien. Außerdem hatte er keinen Hunger. Als er aus dem Fenster sah, wusste er, was er tun wollte. Verrückt zwar, aber was war an diesem Tag nicht verrückt? Er würde baden - im See! Nur woher bekam er jetzt eine Badehose? - Es würde ohne gehen müssen! Er zog sein Jackett aus - und auch die Schuhe und Strümpfe  würde er nicht brauchen. Die Krawatte hängte er an seinen Schrank und öffnete sein Hemd. So konnte das Abenteuer beginnen.

 

Barfuß schlich er an den Strand und entledigte sich seiner restlichen Sachen, hängte sie über einen Strauch. Nackt, wie er war, trat er an die Wasserlinie. Seine Füße genossen das kühle Nass. Wasser war einfach sein Element! Dabei war es wirklich frisch - aber das hatte ihn noch niemals gestört. Mit einem Hechtsprung  warf er sich in den ruhigen See.  Auf einmal fühlte er sich so wohl, wie schon lange nicht mehr. Der dunkelrote Schimmer des Abendlichts über dem See und darüber das nachtblaue Sternenzelt. Mit weiten Stößen schwamm er hinaus, legte sich auf den Rücken und ließ sich treiben.

 

Warum war ihm so etwas nie gelungen mit seiner Frau? Mit seinen Kindern? Vielleicht hatte er so alt werden müssen, um die nötige Selbstsicherheit aufzubringen, seinen Gefühlen nachgeben zu können? Vielleicht war er selber immer zu unsicher gewesen, um seine Familie zu überzeugen? Vielleicht hatte er aber auch nicht gewusst, was er wollte! Jetzt wusste er es! Er wollte nur noch tun, was sein Gefühl ihm sagte! Und dann sah er die Sternschnuppen! Wie ein Regen aus winzigen Flammenzungen. - Konrad stieß einen lauten Freudenschrei aus.

 

Iris saß auf einem Felsen. Sie kam jeden Abend hierher, um die Sternenschauer zu betrachten und plötzlich bekam sie den Schock ihres Lebens. Aus dem See ertönte der himmelstürmende Schrei eines Mannes. Zuerst dachte sie, er bräuchte Hilfe, aber dann erkannte sie, dass es sich um pure Lebensfreude handelte. Nur fragte sie sich jetzt, wie er dahin gekommen war. Sie saß hier schon seit etwa einer Stunde und solange konnte er doch nicht schon im Wasser sein- oder doch? Eigentlich wollte sie jetzt gerade gehen, aber nun überlegte sie es sich anders. Einen Mann, der solche Zeichen der Lebenslust von sich gab, würde sie sich anschauen! So etwas hatte sie bisher noch nicht erlebt. Also blieb sie sitzen und wartete. Aber sie musste tatsächlich noch fast eine halbe Stunde warten. Er schien aufweichen zu wollen - im Wasser.

 

Als sie dann bemerkte, dass er sich dem Ufer näherte, brachte sie die seltsame Art und Weise, wie er sich umsah, dazu, sich so klein wie möglich zu machen. Und als er aus dem Wasser kam, erkannte sie, warum er sich so intensiv umgesehen hatte. Er war splitternackt! Und er sah gut aus! - Ausgesprochen gut!

 

Noch war die Nacht hell genug, um zu erkennen, was sehenswert war - an ihm. Er hatte eine sportliche Figur, wenn auch ein kleines Bäuchlein. Schließlich wusste er nicht, dass er beobachtet wurde und so hielt er es nicht für nötig, es einzuziehen. Er konnte es sicher kaschieren, wenn es das wollte. Und was für schöne Beine er hatte! Sie hätten einem griechischen Ringer gehören können. Offensichtlich hatte er kein Handtuch, denn er streifte das Wasser mit den Händen an seinem Körper ab.

 

Iris saß auf einem Handtuch! Sollte sie es ihm anbieten - und damit verraten, dass sie ihm beobachtet hatte? Schließlich war sie ja nicht absichtlich in diese Situation geraten. Sie saß hier, schon bevor er kam - also! „Hallo!“ rief sie verhalten. - Konrad drehte sich um. Da saß die Zauberfrau, die er vorhin aus dem Hotel kommen sah. Die, wegen der er ... - Und er stand hier nackt im Mondlicht! Was für eine unmögliche Situation! Bevor er aber irgendwie reagieren konnte, stand sie auf und kam zu ihm herüber. Schweigend reichte sie ihm das Handtuch. Ihre Blicke waren sehr indiskret, aber Konrad war noch nie einer der Schüchternen im Lande gewesen. Es störte ihn nicht im Geringsten. Nachdem er seine Hand nach dem Tuch ausstreckte und sie es nicht sofort losließ, fragte er: „Gefällt Ihnen wenigstens, was Sie sehen?

 

Iris war überrascht. So lockere Männer waren selten - und so gutaussehende auch! Ein warmes Lachen drang an sein Ohr und dann sagte sie, mit einer wunderbaren, dunklen Stimme: „Ja! Doch! Für die Kälte des Sees - ganz beachtlich!“ Konrad musste ebenfalls lachen. Er verschluckte sich fast. „Danke!“ sagte er krächzend und dann ergriff er das Handtuch und trocknete sich ab. Als er aber bemerkte, dass sie sich abwandte und im Begriff war zu gehen, tat er etwas ganz Unglaubliches. „Gehen Sie mit mir zum Dinner?“ fragte er schnell. „Jetzt, nachdem wir uns sozusagen vorgestellt wurden?“

 

Iris wandte sich zu ihm um, lehnte sich an den Felsen und wartete stillschweigend. Sah ihm zu, wie er in seine Hosen schlüpfte und angestrengt versuchte sein Hemd über die feuchte Haut zu zerren. „Ich werde in der Hotelhalle auf Sie warten!“ schlug sie vor. „Sie werden ja nicht barfuß zum Essen gehen wollen!“ Und damit verließ sie ihn.

 

Konrad war froh darüber. Er wollte wirklich erst noch duschen und sich ordentlich anziehen. Sie gefiel ihm über die Maßen gut und er wollte einen guten Eindruck machen - so war es am Besten. So unauffällig wie möglich, kehrte er ins Hotel zurück und genoss seine Dusche. Jetzt bedauerte er, dass er nur diesen einen Anzug dabei hatte. Aber immerhin hatte er sich für München fein gemacht und so sah er doch recht passabel aus.

 

Als er in die Hotelhalle kam, traf ihn fast der Schlag. Mein Gott, sah diese Frau gut aus. Er hatte den Eindruck, ein Engel stehe mitten im Foyer. Ihr Haar glänzte weißblond und fiel ihr in einem eleganten Schwung bis auf die Schulter. Sie trug ein schlichtes, schwarzes Samtkleid, das bis auf ihre Füße fiel. Er hatte schon nach dem ersten, kurzen Blick auf sie aus seinem Auto gewusst, dass sie eine barocke Schönheit war, aber das! Sie war jünger als er. Mindestens zehn Jahre - vielleicht auch mehr. Und Rubens hätte seine Freude an ihr gehabt - und er fand sie hinreißend. Elegant und damenhaft. Außerdem trug sie kaum Schmuck - nur an ihrem Kragen glitzerte ein einzelner Diamant.

 

„Mein Name ist Dr. Konrad Baum!“ stellte er sich mit einer Verbeugung vor. Sie lächelte. „Ich heiße Iris Bittmeister“ und dann bot er ihr seinen Arm. Sie zeigte ihm den Speisesaal und gemeinsam suchten sie sich eine versteckte, kuschelige Ecke, die möglichst weitab vom Schuss lag. Konrad bestellte eine Flasche Val d’Adige - rosé, und dann ließen sie sich das Essen servieren. Jetzt waren sie rechtschaffen hungrig und genossen die wundervolle, italienische Küche. Konrad betrachtete sein Gegenüber. Diese Frau leuchtete von innen heraus. Niemals hätte er gedacht, dass ihm so etwas noch einmal passieren könnte, aber innerhalb einer einzigen Stunde hatte er sich rettungslos verliebt.

 

Sie unterhielten sich phantastisch. In unglaublicher Geschwindigkeit war die Flasche Wein geleert und er bestellte eine Neue. Ihm war, als würden sie sich schon lange, lange kennen. Der Abend verflog im Nu und erst als der Kellner kam und sie bat, doch den Speiseraum zu verlassen und sich vielleicht in die Bar zu begeben, fiel ihnen auf, dass sie alleine waren. „Was halten Sie davon, die Flasche noch auf einem, unserer Balkone zu leeren?“ schlug er vor und Iris nickte. Konrad glaubte zu träumen. Heute klappte aber auch Alles. „Zu Ihnen oder zu mir?“ fragte er. Sie schmunzelte: „Zu Ihnen! Ich bin schließlich neugierig!“ - „Gut!“ Auch er musste schmunzeln und dann bot er ihr wieder seinen Arm. Sie würde staunen, denn sein Zimmer war leer!

 

Als sie auf seinem Balkon saßen und er die Kerze angezündet hatte, fragte sie doch. Und er erklärte ihr seinen spontanen Entschluss, nach Italien zu fahren. Iris war begeistert. Das war ein Mann, der ihr gefiel. Die meisten Männer waren nicht so flexibel. „Sie können mir morgen helfen - beim Einkaufen. Ein paar Dinge werde ich wohl brauchen.“ bat er und sie konterte: „Es sei denn, Sie wollen nur noch nachts baden!“ Sie lachten beide. So wohl hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt - in Gegenwart einer Frau. Als sie sich kurz nach Mitternacht von ihm verabschiedete, brachte er sie zu ihrer Türe und küsste ihre Hand.

 

Iris hauchte ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange und dann ging sie. Wie schrecklich hatte dieser Tag begonnen und wie wunderschön hatte er geendet?! Konrad war sehr zufrieden mit seiner Entscheidung, nach Italien zu fahren. Er hatte genau das Richtige getan - für seinen Seelenfrieden und für sein Leben. Rundum glücklich zog er sich aus und legte sich ins Bett. Als er allerdings das kühle Leinen auf seiner nackten Haut spürte, fiel ihm ihr Kuss wieder ein - und damit war sein Seelenfrieden dahin. Aber er freute sich auf morgen und jetzt würde er träumen - von ihr!

 

Den ganzen, nächsten Tag verbrachten sie zusammen. Sie fuhren nach Trient und sie half ihm beim Aussuchen der Badehose. Dann kaufte er sich noch eine komplette Garderobe und was er sonst noch so brauchte. Als sie nach Hause kamen, ruhten sie sich erst einmal aus und dann hatten sie sich zum Schwimmen am See verabredet.

 

Als Konrad zum Ufer kam, stand sie schon bis an die Knie im Wasser. Sie trug einen türkisfarbenen Badeanzug und sah phantastisch aus. Ihm blieb schier das Herz stehen. Ihre Brüste kamen in diesem tiefen Ausschnitt umwerfend zur Geltung und das sagte er ihr auch. Und diese Beine! Mindestens zwei Meter lang! - Iris lächelte ihn nur vielsagend an und reichte ihm die Hand. Zusammen tauchten sie in den See und schwammen. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis sie sich zu nahe kamen.

 

Als ihre Körper sich berührten, war es vorbei mit ihrer Zurückhaltung. Leidenschaftlich umarmten sie sich und ihre Lippen berührten sich, verschmolzen miteinander. Konrad hatte das Gefühl, dass der See um ihn herum zu dampfen begann. Diese Frau entzündete sein Blut. Hatte er geglaubt, er sei alt? Er platzte vor Kraft, vor Begierde nach ihr. - Und dann kamen die Sternschnuppen! Iris und Konrad standen im klaren Wasser und hielten sich in den Armen - und um sie herum fielen die Sterne vom Himmel. Fasziniert schauten sie hinauf, in die Bläue des Firmaments. Wenn das kein Zeichen war, was dann?

 

„Wünsch’ dir etwas!“ forderte Iris ihn auf. Liebevoll lächelte er sie an. „Das tue ich! Ganz sicher! - Aber du musst dir auch etwas wünschen! - Wenn es derselbe Wunsch ist, wird er sich erfüllen!“ Nun, das war jetzt sehr eindeutig, aber Iris verstand ihn. Trotzdem gab sie kontra: „Es geht schon noch in Erfüllung - nur heute noch nicht!“ Aber auch sie sehnte sich nach ihm. Die Männer, die ihr gefielen, waren so selten. Sie war fast fünfzig und hatte den „Einen“ noch nicht gefunden. Vielleicht war sie zu anspruchsvoll. Aber es konnte auch sein, dass viele Männer mit ihrer Karriere nicht zurecht kamen. Außerdem war sie dauernd unterwegs. Ihr Job machte es nötig, dass sie ständig zwischen mindestens fünf Ländern hin und her pendelte. Konrad war tief beeindruckt gewesen, als sie es ihm erzählte. Sie hatte nicht das Gefühl, dass es ihn störte und - er war schon im „Ruhestand“. Er hatte Zeit - und er war flexibel! Langsam, aber unaufhaltsam wuchs die Hoffnung in ihr!

 

Dieser Abend brachte sie einander näher. Sie genossen ein wunderbares Mahl und Konrad bewunderte sie und ihre Fähigkeit, jeden Augenblick voll auszukosten. Er neigte immer dazu, auf sein „Ziel“ zu warten und erst dann zu genießen. Sie zeigte ihm, dass auch die Wartezeit ein „Genuss für sich“ sein konnte. Was für eine Frau! Pausenlos redeten sie miteinander. Sie hatten sich so viel zu sagen. Und doch hatten sie das Gefühl, schon so vertraut miteinander zu sein.

 

Bevor sie sich trennten, verabredeten sie sich noch für den nächsten Tag und dann brachte Konrad sie an ihre Türe. Ihr Gute-Nacht-Kuss brachte ihn an den Rand seiner Beherrschung. Bebend vor Sehnsucht, lag sie in seinen Armen und er drückte ihren verführerischen Leib fest an sich. Seine Hand berührte ihren festen Busen und zwischen seinen Fingern spürte er, wie sehr sie auf ihn reagierte. Ihre Brustwarzen versteiften sich und er hörte sie stöhnen. Sie wollte ihn! - Doch dann riss sie sich los und verschwand in ihrem Zimmer.

 

Konrad wusste nicht, wie er schlafen sollte. Seine Gedanken wirbelten durcheinander. Sie kreisten nur um sie: Iris! Sein Blut sang ihren Namen! Sein ganzer, entflammter Körper erinnerte ihn daran, dass er keineswegs zum alten Eisen gehörte. Wie lange hatte er keine Frau mehr in seinen Armen gehalten? Wie lange hatte er nicht solche Lust empfunden? Sie war ein wahrer Jungbrunnen für ihn! Wenn ihm sein Freund Hans gesagt hatte, er würde wieder lieben, hatte er ihn für verrückt erklärt. Und jetzt? - Er war verliebt, wie ein Schuljunge! Und er zitterte vor Begierde. Wenn er daran dachte, was sie gesagt hatte! „Dein Wunsch geht schon noch in Erfüllung! - Nur heute noch nicht!“ Sie wusste doch, was er sich wünschte! Sie musste es wissen! Oder nicht?

 

Als er endlich in seinem Bett lag, stellte er sie sich vor: Sie sah umwerfend aus in diesem knappen Badeanzug und er hatte gesehen, wie die harten Spitzen ihrer Brüste den dünnen Stoff durchstachen. Er würde ihn ihr ausziehen, diesen letzten Schutz ihrer Weiblichkeit. Er würde ihren nackten Leib sehen - berühren. Ihre Brüste küssen! Und dann würde er niederknien und sein Gesicht an ihren weichen Venushügel legen. Er hatte ihn gefühlt - an seiner Hand. - Er hatte ihn gefühlt - an seinem harten Penis! Er würde sie betrachten - streicheln - ihren Duft riechen! Er würde sie lieben! Konrad stöhnte laut und dann explodierte er in diesem Gedanken. - Wahnsinn! Diese Frau war der pure Wahnsinn!

 

Der folgende Tag verging wie im Flug. Sie hatten einen Ausflug ins Gebirge gemacht und sich unterwegs nur in einem kleinen Lebensmittelgeschäft einen Imbiss erstanden. Panini und Prosciutto di Parma und eine Flasche Rotwein. Auf einer einsamen Gebirgswiese hatten sie sich im Sonnenschein niedergelassen und miteinander gegessen. Als sie sich „zum Ausruhen“ zurücklegten, war es allerdings um ihre Ruhe geschehen.

 

Konrad sank über sie und küsste zärtlich die letzten Tropfen des roten Weines von ihrem wundervollen, sinnlichen Mund. „Du hast dich bekleckert!“ stellte er fest und dann leckte er hingebungsvoll die schon längst nicht mehr vorhandenen Spuren, des köstlichen Nasses von ihren Lippen. Diese feuchten, glatten Lippen, die sich mit den seinen vereinigten, in die er förmlich hineinglitt! Sie schmeckte so verführerisch. So sexy! Ihr Duft vernebelte ihm die Sinne. Und sie stöhnte vor Lust in seinen Armen. Er, Konrad Baum, machte sie an! Gott, diese Frau machte ihn verrückt! Seine Hände streichelten ihre Beine - lang und fest und - nackt! Er streifte den Rock ihres Dirndls höher hinauf, drang tiefer vor in verbotene und doch so unglaublich anziehende Gefilde. Und sie ließ ihn gewähren, küsste ihn leidenschaftlich.

 

Als er ihre Lippen verließ und sich weiter hinabschob, seinen heißen Mund auf ihren Brüste presste, glaubte Iris schon die Beherrschung zu verlieren. Was hatte dieser Mann an sich, das sie so wild machte? Seine Hände zwischen ihren Schenkeln, trieben sie in den Wahnsinn. Sie wollte mit ihm schlafen! Natürlich wollte sie das! Aber nicht hier! Obwohl sie sich mit jeder Faser ihres Körpers nach ihm sehnte. Seine Hand auf ihrem Schamhügel ließ sie zittern. „Oh jaa!“ seufzte sie leise und das ließ er sich nicht zweimal sagen. Schon war die zärtliche Hand in ihrem Höschengelandet.

 

Seine Finger drangen weiter vor. Wie glatt sie war, wie heiß und feucht! Wie geil! Er stöhnte. Sein harter Schwanz pochte. Sanft spreizte er ihre Schamlippen auseinander. Er hatte noch nichts verlernt! Seine Fingerspitze kreiste vorsichtig. Iris spürte, wie ihr Kitzler anschwoll. Er wurde immer größer, immer härter und immer empfindlicher. Und sie wollte immer mehr. Ihre Muschi sehnte sich nach ihm, wollte seinen harten Penis. Wollte spüren wie er eindrang, sich tief in sie hineinschob und zustieß. Sie konnte keine Beherrschung mehr aufbieten. Nur noch die Feuchtigkeit in ihrem Schoß, die Zuckungen seines Schwanzes an ihrer Hand waren gegenwärtig. Sie spreizte ihre Schenkel und als sie ihn über sich ziehen wollte - ließ er von ihr ab.

 

„Lass’, Liebchen! Lass!“ keuchend fiel er auf den Rücken und rang nach Luft. Angestrengt versuchte er seine Haltung wieder zu finden. „Ich weiß, du willst es nicht - noch nicht - nicht hier - nicht jetzt!“ Er zog sie in seine Arme. „Aber ich denke daran! Ich träume davon - in jeder wachen Minute! Ich bin verrückt nach dir! - Aber du wirst mir gehören - versprich es! Bitte, Iris!“ Er küsste sie - atemlos - und sie nickte. So einen Mann hatte sie noch nie erlebt. Sie hätte nicht widerstanden - nicht jetzt! Sie brannte vor Lust. Auch sie konnte nur noch an das Eine denken: Ihn, zwischen ihren Beinen - kniend! Sie verwöhnend - küssend, leckend, saugend an den empfindlichsten Stellen ihres Körpers. Sie stöhnte verlangend! Und er zog sie hoch, strich ihren Rock glatt,  bot ihr seinen Arm - und dann gingen sie zurück.

 

Als sie im Hotel ankamen, zog sie sich zurück. Sie musste wieder zu sich finden, sich wieder beruhigen. Sie würde ein eiskaltes Bad nehmen und dann würde sie wieder normal werden. Zumindest hoffte sie das. Aber er war in ihren Gedanken - in all ihren Gedanken! Sogar das Waschen wurde zum sinnlichen Genuss - im Gedanken an ihn. Ihre Finger waren indiskreter, als seine es gewesen waren. Und sie waren erfolgreicher! Bebend vor Gier, lag sie in ihrer Badewanne und sehnte den Abend mit ihm herbei.

 

Iris machte sich besonders schön heute Abend - für ihn! Und als sie die Treppe hinab schritt, stand er da und sah zu ihr auf. Seine Blicke belohnten sie für die Mühe. „Komm, meine Schönste!“ bat er und führte sie zum Taxi, dass schon vor der Türe wartete. „Wohin entführst du mich?“ frage sie, aber Konrad lächelte nur und stieg ein. Das Taxi brachte sie an einen Pier und dort bestiegen sie ein Motorboot. „Wir fahren hinaus auf den See!“ erklärte er. „Ich habe mir sagen lassen, die Sternschnuppen sind von dort unbeschreiblich schön!“ Er hatte einen Korb dabei, der offensichtlich das Abendessen enthielt und - eine Flasche Champagner. - Langsam fuhr er hinaus. Es war wirklich wunderschön. Die Nacht sank langsam über den See und ließ das Ufer unwirklich in der Ferne schimmern. Konrad verankerte das Boot und entkorkte die Flasche. Sie tranken sich zu und dann lag sie in seinen Armen. Sie hatten keinen Appetit - außer auf Liebe!

 

„Lass uns baden gehen!“ schlug er vor und begann sich auszuziehen. Noch bevor sie ganz nackt war, sprang er ins Wasser. Iris setzte sich auf den Rand des Bootes und sah ihn an. Er lächelte zu ihr herauf. „Komm, meine Schönheit!“ Langsam drehte sie sich um und ließ sich vom Boot hinab in seine Arme gleiten. Konrad verschlug es den Atem. Dieser Anblick war unbeschreiblich. Wundervolle lange Beine, ihr praller Po! Sie spreizte die Beine und er sah - für einen kurzen Moment - den Garten Eden!

 

Und dann war sie in seinen Armen, ihre glatte, nasse Haut an seiner. Seine Hände streichelten über ihren Bauch, umfassten ihre Brüste und drückten fest zu. „Oh großer Gott, jaah!“ Sein harter Penis drängte sich zwischen ihre Schenkel - sie öffnete sich ihm! Sanft schob sie sich über ihn, fühlte wie seine Härte sich immer tiefer hineinbohrte - sie ausfüllte, drückte sich fester auf ihn. Sie wollte es! Jetzt! Mit beiden Händen klammerte sie sich an die Leiter. Was für ein hinreißendes Gefühl, ihn so tief in sich zu spüren! Sie machte ein Hohlkreuz - stöhnte, halb verrückt vor Begierde. „Konrad! - Oh jaah!“

 

Konrad flippte beinahe aus. Er hielt ihren nackten, glitschigen Körper in seinen Armen. Ihr eingecremtes, duftendes, nasses  Fleisch glitt durch seine Finger. Die Wellen drückten ihn gegen sie, aber er konnte keinen Halt finden, um tiefer in sie hinein zu stoßen. Ihre glühende Möse rieb an seiner Spitze. „Oh Gott, oh großer Gott, Iris! - Du! Du machst mich so geil! Ich - bitte - oh bitte! - Jaah!“ Immer wieder stieß er gegen sie, rieb sich zwischen ihren Schamlippen, drückte gegen ihren Kitzler. Seine Finger gesellten sich dazu, tasteten, streichelten, kreisten um den Mittelpunkt ihrer Lust. Iris röchelte.

 

Doch dann zog sie sich zurück, drehte sich in seine Armen. Sie sah in seine Augen. „Ich will dich - so sehr!“ Konrad bebte. Seine Hände griffen nach der Leiter hinter ihr und Iris spreizte ihre Beine weit auseinander und schlang sie um ihn. Als er ihre Möse spürte, die ihn sehnsüchtig erwartete, die glatter war, nasser als das Wasser des Sees, schrie er laut auf und stieß zu. „Ja! ja! Oh ja!“ Mit jedem Wort stieß er tiefer.

 

Stöhnend schaukelte sie in seinen Armen - ein wundervolles, erregendes Auf und Ab der sinnlichen Ekstase. Iris wurde immer schneller. Lange würde es nicht mehr dauern und sie würde überschäumen vor Lust. „Oh jaaaahhh!“ Keuchend bäumte sie sich auf und dann sank sie in seinen Armen zusammen, fühlte den elementaren Ausbruch seiner Leidenschaft. Halb bewusstlos klammerten sie sich aneinander. Sein Mund suchte ihre Lippen, küsste sie, leckte ihre zarte Haut. Er konnte nicht lassen von dieser Frau, die ihn verschlang, aufsaugte mit Haut und Haar.

 

Konrad rang um Luft. „So war das eigentlich nicht geplant!“ versicherte er. Doch dann lachte er glücklich. „Du bist die aufregendste Frau, die ich je kennengelernt habe!“ Er schob sie zur Leiter hin. „Komm! Lass’ uns etwas trinken und dann gehen wir ins Hotel. Ich will dich in meinem Bett haben - und dann fangen wir noch mal von vorne an!“ Auch Iris lächelte. Er hatte all’ ihre Erwartungen erfüllt und bei Weitem übertroffen. Normalerweise war an dieser Stelle ihre Liebe schon in Enttäuschung ertrunken - nicht so mit ihm! Langsam kletterte sie die Leiter hinauf, drehte sich um und half ihm an Bord. „Haben wir ein Handtuch?“ Sie war nicht überrascht, als er es um ihre Schultern legte. Bei diesem Mann erstaunte sie nichts mehr.

 

Etwas umständlich zogen sie sich an und kehrten ins Hotel zurück. Den Speisesaal mieden sie allerdings. Sie ließen sich etwas zu Essen auf sein Zimmer bringen und dann genossen sie das wunderbare Doppelbett. Konrad gratulierte sich zu der Weitsicht ein Doppelzimmer genommen zu haben, aber so wie es schien, war seine Pechsträhne vorbei. Und als er daran dachte, dass er geglaubt hatte, sein Leben sei vorbei, lachte er laut. Es fing gerade erst an interessant zu werden!

 

Die Sternschnuppen sah Iris in dieser Nacht nicht als den wundervollen Blick vom See aus. Sie sah sie in seinem Bett - mit geschlossenen Augen. Und als die Sterne vom Himmel regneten, mitten in ihr Herz, da wusste sie, dass er Recht gehabt hatte. Es war wirklich ein märchenhafter Anblick!

 

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