Telefonträume



© Claire


Guter Gott! So sehr hatte es ihn noch nie erwischt - noch nie in seinem ganzen Leben! Er konnte nur noch an SIE denken: Angelica DeHewston. Seit es sie in seinem Leben gab, war alles in Unordnung, aber so komplett in Unordnung auch schon! Dabei kannte er sie noch gar nicht so lange! Sie war einfach eine Sensation - obwohl andererseits eine durchaus gewöhnliche Frau - und doch so ganz anders, als alle anderen Frauen, die er kannte. Sie war ihm bis auf den Grund gegangen. Anders konnte er es nicht sagen. Sie wusste alles! Absolut alles! Seine dunkelsten Geheimnisse - ihr hatte er sie anvertraut! Warum? Yannic hätte es nicht sagen können. Irgendwie hatte sie es fertig gebracht.

 

Er hatte das Bedürfnis ihr alles zu erzählen. Ihr wollte er die Wahrheit sagen - egal wie beschämend sie war für ihn. Und er hatte es gewagt. Wahrscheinlich war es ihre Reaktion gewesen, die ihn so hinriss. Nein, sie hatte ihn nicht verdammt! Sie hatte gelächelt und sie hatte ihm klar gemacht, dass seine tiefe Verderbtheit gar nicht so pervers war, wie er es gesehen hatte. Sie hatte mit den Schultern gezuckt und gelacht. „Na und?!“, hatte sie gefragt. „Wo ist nun das Besondere!“ Er hatte sich gewunden - zu ihren Füßen, hatte Verdammnis erwartet - und fand ... einen Engel, der ihn aufhob und auf den Mund küsste.

 

Sein Leben war auf einmal so leicht, so erleichtert, dass er ihr die Füße hätte küssen mögen. Sie nahm ihm eine Zentnerlast ab, von der er nicht einmal gewusst hatte, dass er sie trug. Dieses Leben war plötzlich wunderschön und leicht. Jetzt konnte er es genießen - nur durch ihr Lächeln - nur durch die Tatsache, dass es sie für ihn gab.

 

Was hatte man ihm nur auferlegt? In welche Bedrängnis hatte ihn seine Erziehung gebracht? Seine Mutter - sein Vater! Was hatten sie ihm angetan? Wie konnten sie ihn in dem Glauben an die eigene Verderbtheit halten - nur um sicherzustellen, dass er nicht "unerwünschte Verhaltensweisen" an den Tag legte. Wäre es nicht viel hunderttausend Mal einfacher gewesen, ihn zu lieben? Waren sie selber so verunsichert gewesen? Glaubten sie selber diese dunklen Sprüche von Verdammnis, die sie ihm aufbürdeten? - Jetzt hatten sie sein Mitgefühl. Sie waren arme Sünder. Menschen die von ihrer Schlechtigkeit überzeugt waren. Verdammte!

 

Aber er hatte seinen Engel, der ihm die Vergebung gebracht hatte, der ihn liebte und nur erwartete wiedergeliebt zu werden. Sie schenkte ihm pures Glück! Wenn er darüber nachdachte, wurde ihm klar, dass er auch selber darauf hätte kommen müssen, wenn er denn weiter gedacht hätte, wenn er den Mut dazu gehabt hätte. Seine Eltern, die Kirche, die Religion - ein Triumvirat der Moral. Höchste Autorität auf diesem Gebiet! - Yannic lachte. Plötzlich konnte er lachen! Laut! Sie konnten nur fangen und knebeln, wer sich fangen und knebeln ließ. Und seine Angelica, sein Engel war gekommen und hatte seine Fesseln zerschnitten und ihm die Freiheit geschenkt. Freiheit im Geiste!

 

Er liebte sie! So sehr, dass er nicht mehr wusste, wo oben und unten war in seiner Welt ... aber sie war so jung, so viel jünger als er. Er hätte ihr Vater sein können! Aber das wollte er nicht. Nicht einmal daran denken wollte er. - Ihr Geliebter! Ja! Das war sein Traum. Er wollte ihr Liebster sein. Ihren schönen Körper spüren! Verschmelzen mit ihr - zu einem einzigen Wesen. Das Paradies erobern - an ihrer Seite. Ihr all seine Zärtlichkeit schenken - sein ganzes Herz!

 

Seine Sehnsucht wurde größer von Tag zu Tag. Und wenn er mit ihr redete, dann sprachen sie darüber. Mit niemandem hatte er darüber gesprochen. Sie sprachen über Sex - nicht nur über die Tatsache, dass er gerne mit ihr geschlafen hätte, sondern allgemein - über die Möglichkeiten, Praktiken, wer - was - wie - mit wem tat? Und ihm wurde regelmäßig heiß dabei. Ob sie es auch so empfand?

 

Wieso wusste sie diese Dinge? Er kam sich so - unerfahren vor. Trotzdem! Ihr konnte er sogar das gestehen. Wenn er mit ihr ... wenn er sie ... Mit ihr zu lernen! Es war sein heißester Wunsch. Und doch war es unmöglich, aber wenn er die Augen schloss, dann spürte er sie. Ihren Duft, ihre Wärme, dann träumte er! Wenn er sein Kissen in die Arme zog, dann stellte er sich vor ... Yannic stöhnte verlangend. - Sie zu halten! Zu fühlen! Heiße Küsse - brennendes Verlangen! Ihr Bild in seinem Kopf - unvergesslich! Die schönste, zauberhafteste Idee, die er jemals gedacht hatte. „Ich will dich!“, war alles, was er noch denken konnte. Fast alles! „Ich bin so sehnsüchtig nach dir, ich begehre dich so sehr, ich wünsche mir dich so sehr in meinen Armen - bei mir, auf mir, unter mir - mich in dir, du um mich - überhaupt überall! Überall wohin ich schauen kann - überall, wo ich dich fühlen kann.“ 

 

Und dann rief er sie an. Immer wieder musste er ihre Stimme hören. Wenigstens reden mit ihr! - „Angelica DeHewston“, meldete sie sich. „Ich liebe dich so sehr!“ Er flüsterte. Sie sollte es ja nicht hören - aber sagen musste er es doch, wollte er es doch, ihr gestehen, wie sehr er sie liebte. Es würde ihm das Herz zerbrechen, wenn er es nicht sagen konnte. - Stille. - Sie antwortete nicht, schwieg nur - aber so beredt, dass er wusste: Sie hatte es gehört und auch verstanden.

 

„Was tust du gerade?“, fragte er harmlos, so als hätte es diese eine Sekunde Stille zwischen ihnen nicht gegeben. Yannic hörte ihr Lachen. Er liebte dieses Lachen. „Ich habe gerade meinen Schrank eingeräumt!“, berichtete sie. „Reizwäsche!“ Kleines Biest. Ihm wurde heiß. „Welche Farbe?“, fragte er atemlos. Jetzt konnte er ihr Lächeln beinahe sehen. Sie wusste, dass sie ihm einheizte. „Schwarz - fast alles!“ - „Hast du einen String?“, wollte er wissen. „Na ja! Es ist ein Zwischending zwischen String und Straps!“, klärte sie ihn auf.

 

Es klang alles ganz harmlos bei ihr. So als wäre dieses Thema ein ganz und gar alltägliches. Vielleicht war es das ja auch - für sie! Für ihn war es das nicht. In seinem Kopf lief ein Film an - ein ganz besonderer Film. Ein heißer Sexstreifen - SIE in Strapsen! Auf diese Idee war er noch nie gekommen. Sie trug Reizwäsche! Wahnsinn! Und er reagierte, wie ein Mann eben reagierte, in so einer Situation.

 

„Gehst du manchmal ohne?“ Er stockte. - „Ich meine - unten ohne?“ Pffffffffffffftt! So eine Frage! Würde sie ihm eine kleben? Durch den Hörer? - „Es ist ja nur ein schmales Bändchen - so gut wie!“, setzte sie noch eins drauf. Sein „das würde ich dir am Liebsten ausziehen!“, kam aus tiefstem Herzen. Oh jaa! Das würde er gerne - soo gerne! Jetzt war er gespannt. Wie würde sie darauf reagieren? Wie er reagierte, wusste er. Sein Penis zerriss beinahe die Hose. „Das muss man nicht ausziehen!“, versicherte Angelica aufreizend sicher. „Wie ...? – Zum ...? – Nicht ...?“ Fing er jetzt schon an zu stottern? - Themenwechsel. „Und - hast du auch süße, schwarze BHs? Wieder dieses Lachen - so wissend. „Klar! Ich hab da g’rad einen gefunden - heiß!“ - „Den würde ich dir auch gerne ausziehen!“, schnaufte er. Lachen - silberhell. „DEN muss man auch nicht ausziehen!“

 

Donnerwetter, was meinte sie damit? - Den String konnte man zur Seite schieben, um ... Mein Gott, wenn er sich ihre süße Muschi vorstellte - geteilt von einem String ... Ihre langen Beine - in Nylons - in Spitzenstrümpfen! Yannic schnappte nach Luft. Und dieser verdammte BH - was war damit? Warum musste man den nicht ausziehen? Er wollte sie doch sehen - berühren - lecken, ihre Brüste - diese Knospen - hart und spitz! Oder hatte sie so was, das offen … Eine Büstenhebe? - Sein Schwanz zuckte bedenklich.

 

„Weißt du, dass dieses Gespräch mich anmacht?“, fragte er. „Ach nee? - Wirklich?“ Angelica kicherte. So ein vorlautes, kleines Biest. „Das hätte ich jetzt wirklich nicht vermutet!“ - Wollte sie das jetzt? Wollte sie ihn anmachen? - Klar! Was sonst! Aber wollte sie - mehr? Wollte sie weiter machen? Telefonsex? Mit ihm? - Luft! Wo bekam er die Luft her? Machte diese Frau ihn verrückt! So wunderbar verrückt!

 

„Soll ich sagen, was ich jetzt gerne mit dir tun würde?“ Er traute sich. - Würde sie ...? - „Nicht!“, flüsterte sie so leise, dass er es beinahe nicht gehört hätte. - Sie wollte es nicht! Die Enttäuschung fuhr ihm wie ein Eiszapfen in die Eingeweide. - „Nicht fragen!“ Hatte er jetzt richtig gehört? „Wenn du eine Frau haben willst, darfst du nicht fragen. Du musst es riskieren. Im Zweifel eine Abfuhr schlucken. Aber sie wird es nicht sagen!“

 

Nein! Sie würde ihn nicht zurückweisen! Er lächelte. „Ist es bei dir auch so heiß, wie bei mir?“, fragte er ablenkend. „Ich hab mich vor lauter Hitze gleich nackt ans Telefon gesetzt!“ Eine Weile hörte er nur noch ihren schnellen Atem. Hatte er ihr jetzt die Sprache verschlagen? Vielleicht - aber sie würde ihn sich jetzt auch vorstellen. Vorstellen, wie er hier saß - ohne alles. „Sag mal, kann es sein, dass du mich hier anmachst?“, fragte sie direkt. Er nickte eifrig und war sehr froh, dass sie es nicht sehen konnte. Die Frage war nur, ob es gelingen würde? Er begehrte sie so sehr - aber sie? Kam er als Mann für sie überhaupt in Frage? Er musste es wissen.

 

„Verbietest du es mir?“, fragte er leise. Was kam jetzt? Würde sie ihn in die Schranken weisen? Yannic wartete. Nichts! Keine Antwort! Hatte sie ihn nicht gehört? „Verbietest du es mir?“, wiederholte er deshalb seine Frage - und lauschte. Sie antwortete nicht. Wollte wohl nicht antworten – weil …! Yannic lachte glücklich. Es war ihr nicht unangenehm. Sie wollte flirten mit ihm - vielleicht ja doch auch noch mehr!

 

„Weißt du, wo ich meine Hand habe?“, versuchte er es erneut. „Wo?“ Konnte sie sich nicht denken, was er meinte? - „Da, wo du sie jetzt am Liebsten hättest!“ - Uff! Ganz schön gewagt. Er hörte sie lachen - ganz leise, aber doch! Großer Gott! Er begehrte sie so sehr. Den Beweis hielt er in seiner Hand. „Weißt du, wo ich meine Hand habe?“, fragte sie zurück. Jetzt bekam er keine Luft mehr.

 

Wenn er es sich vorstellte! Angelica auf ihrer Couch in der einen Hand den Hörer und die andere - sie streifte langsam den langen, schwarzen Rock ihre Beine hinauf. In Gedanken sah er ihre Beine. Nackt und glatt, ihre Hand streichelte zielstrebig höher. Ein süßes, knappes Höschen kam zum Vorschein. Aufreizend langsam schob sie ihre Finger unter den Rand - tiefer dazwischen. - „Wie fühlt es sich an?“ - „Mach weiter, bitte - für mich!“ In seinen Gedanken flehte er sie an. Heiser und verboten sexy - diese Stimme: „Heiß und eng und - feucht!“ Sie war geil! Großer Gott! Sie war geil - nach ihm!

 

„Ich liebe dich!“, stöhnte er völlig fassungslos. „Mein Gott, Gela, ich will dich - so sehr. Oh Gott sooo sehr. - Liebling!“ Yannic schloss die Augen, hörte nur noch auf ihren Atem. Rasch, aufgeregt - keuchend beinahe. „Ich würde dich so gerne spüren. Dich an mich ziehen, ganz eng - deine Haut berühren - deine Beine, deine nackten Beine streicheln - so wie du es tust - jetzt! Tu es! Für mich!“ Sie jetzt zu halten! „Wenn du hier wärst …!“ Er brach ab. Lange Zeit bestand nur die Stille zwischen ihnen. Aber dann fragte sie leise: „Was dann?“

 

Yannic schluckte. Sie wollte es - so wie er. Langsam begann er sich zu streicheln. - Und dann erzählte er ihr seine Träume. „Wenn du bei mir wärst … Ach meine Süße! Komm doch zu mir! - Ich würde - ich würde - sehr zärtlich deine Beine hinauf streicheln und dir dein süßes Höschen ausziehen. Und dann würde ich dich auf meinen Schoß ziehen - deine nackten Schenkel spüren - an meinen!“ Er stöhnte. Wenn das so weiter ging, würde er überschnappen. Aber jetzt konnte er nicht zurück. Er wollte sie doch - so sehr. Ihr leises Stöhnen bestätigte ihm, dass er auf dem richtigen Weg war.

 

Ich halte dich - in meinen Armen, lehne mein Gesicht an deinen Rücken - umarme dich, halte dich, drücke dich, streichle deinen Bauch, deine Schenkel, deine … Jaaahh! Meine Finger gleiten unter deinen Rock und berühren dich. - Deine heiße Muschi - sie ist so sehnsüchtig! Kannst du es fühlen?“ Jetzt spielte er mit ihr. Sie sollte genauso verrückt werden wie er, in dem Gedanken daran. Würde sie ihre Finger hineinschieben - in diese heiße, feuchte, süße … „Sanft gleiten meine Fingerspitzen über deine Lippen, tiefer hinunter, dazwischen. Ich kann spüren wie feucht du bist, wie lüstern. - Zieh sie auseinander. Süße! - Du - du benetzt mich damit - mit deiner Liebe. Nass und süß! - Gott! Wie gern möchte ich dich schmecken! Kosten von deiner Lust!“

 

Angelica unterdrückte die Laute ihrer Sehnsucht. Durfte sie ihm das denn zugestehen? Durfte sie ihm zeigen, wie sehr sie ihn wollte? Sie biss die Zähne zusammen, aber ihre Finger, die konnte er nicht sehen, und sie konnte sie nicht in Zaum halten. Wenn sie die Augen schloss, konnte sie träumen, es seien seine Hände, seine Finger, die sich so indiskret hineinschoben. Wie prall und eng sie sich anfühlte. Wie geil! Wie sehr sie reagierte auf ihn! Wie sehr sie ihn begehrte! Was war es nur, das sie so hinzog zu diesem Mann?

 

„Meine Finger schieben sich tiefer - spielen in dir, drängen sich hinein. Weiches, feuchtes Fruchtfleisch teilt sich … unter meinen Fingerspitzen. Ein süßer, reifer Pfirsich … zum Vernaschen. - Ich will dich … so sehr!“ Yannic konnte sich einfach nicht mehr bremsen. „Du kniest über mir … mit gespreizten Beinen. Ich hebe dir den Rock … sehe deinen Po … hinreißend … geil … deine aufregenden Backen, so wunderbar geteilt … so …“ Er stöhnte. „Langsam kommst du näher … tiefer … ich spüre deine Hitze über mir. Deine heiße Muschi … an … meinem Schwanz. Meine gierige Spitze berührt dich.“

 

Angelica keuchte. Ihr war, als könne sie ihn wirklich spüren. Sie wollte ihn spüren. Sie wollte sich auf ihn drücken, fühlen, wie seine Eichel in sie eindrang, sein Schwanz … tief hinein … sie ausfüllte … rieb … sich zurückzog und wieder … Er wollte sie doch - so wie sie ihn. Seine Finger spreizten sie, rieben und drückten. Massierten zärtlich ihren Kitzler und kreisten behutsam, machten sie so geil … so geil. „Jetzt! Jaah jetzt!“, stöhnte sie verlangend und nahm ihn in ihren Gedanken vollkommen in Besitz. Sein Fleisch rieb in ihr, so hinreißend lüstern, so aufregend. Sie musste es tun. Egal … egal! Jetzt! Yannic spüren, jetzt … ihn reiten … bis zum Himmel und zurück.

 

„Meine Fingerspitze reibt in dir, erregt dich … den süßen Pfirsichkern, treibt dich immer weiter … höher. Jetzt willst du mich spüren … bitte, lass mich dich spüren. Jetzt, Gela, jetzt!“ Er schluchzte vor Lust. „Gela!“ Stockend kamen seine Worte: „Hart … und geil … und du nimmst mich! - Jaahh! - Ich drücke dich auf mich … über mich … mich in dich hinein … tief … tiefer … so geil … so geil … Gela … ich ficke dich! Gela, verzeih … ich muss … dich haben … jetzt!“

 

Ihr Stöhnen vereinigte sich, wie ihre Körper sich in ihren Gedanken vereinigten. Es gab kein Zurück. Keine Möglichkeit zur Umkehr. Zu groß war ihr Verlangen nacheinander, zu sehr hatten sie sich eingelassen in ihre Gefühle, in ihre Sehnsüchte … und jetzt mussten sie es haben.

 

„Bitte!“, stöhnte sie. Ihre Gedanken verwirrten sich. In ihrem Kopf fühlte sie nur noch Liebe. Seine Lust und ihre Begierde - alles eins. Unfähig dem etwas entgegenzusetzen, bäumte sie sich auf. Der Hörer entglitt ihrer Hand, fiel neben ihr auf das Kissen. Trotzdem hörte sie den Schrei, der ihn mit ihr verband. Sie wusste, was geschehen war. Er und sie … eine Sekunde - gemeinsam. Und jetzt nahm ihr die Einsamkeit den Atem. Sie war auf einmal so allein und dabei wollte sie ihn so sehr - halten, spüren, lieben, so sehr lieben. Tränen liefen über ihr Gesicht.  Mit Mühe unterdrückte sie ihre Verzweiflung - die Schluchzer.

 

Angelica angelte nach dem Hörer - lauschte. „Du …“ Sie hörte seinen Atem. Langsam wurde er ruhiger. „Lass uns das nie wieder tun!“, flüsterte er. „Ich sterbe, wenn ich dich dabei nicht in meinen Armen halten kann - nicht in deine Augen sehen - deine Lust nicht spüren kann. Dich … nicht ganz dicht bei mir haben kann.“ Er holte tief Luft. „Ich liebe dich!“

 

Sie hielt es nicht länger aus, hatte keine Kraft mehr, den Schmerz zu unterdrücken. Lautlos weinte sie vor sich hin. Sie liebte ihn und hatte doch nicht gewusst, wie weh diese Liebe tun konnte. Er hatte Recht. Sie würden es nicht wiederholen, denn eigentlich wollte sie mehr - viel mehr. Eigentlich wollte sie alles!

 

Aber sie wusste auch: Alles kann man nicht haben!

 

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