Schleudertrauma

Es krachte fürchterlich. Klara wurde nach vorne geschleudert und der Gurt schnitt schmerzhaft in ihren Oberkörper. Was zum Donnerwetter, war jetzt wieder passiert? Sie saß in ihrem Käfer und war zunächst völlig verwirrt. Ausgerechnet jetzt, wo sie den ganzen Stress der letzten Tage hinter sich hatte! Endlich! - Da passierte ihr so etwas. Irgend so ein kompletter Vollidiot war ihr auf den Wagen gefahren! Langsam kam sie wieder zu sich. Sie löste den Gurt und öffnete die Türe. Wo war dieser unsägliche Mensch, der das verursacht hatte? - „Um Gottes Willen! Ist Ihnen etwas geschehen? Sind Sie verletzt?“

 

Eine aufgeregte Stimme klang an ihr Ohr - und - sie kannte diese Stimme! Jetzt war sie erst recht verwirrt. Diese Stimme gehörte Jochen! Und Jochen war der erste Mann in ihrem Leben gewesen. Und auch wenn es Jahre zurücklag - sie hatte ihn nie vergessen! Auch das noch! - Sie riss sich zusammen. „Ja, mir ist etwas passiert! Mir ist so ein Volltrottel in mein Auto gefahren!“ fauchte sie und drehte sich zu ihm um. Sie hatten sich in den letzten drei Jahren nicht gesehen, aber seine sonore Stimme hätte sie überall erkannt.

 

Er sah sie an und stutzte. War sie es - oder nicht? Die Wahrscheinlichkeit hier im Verkehrsgewühl ausgerechnet seiner ehemaligen großen Liebe auf das Auto zu krachen, war doch wohl verschwindend gering. Außerdem sah sie nicht mehr so aus wie früher! Vielleicht einfach deshalb, weil sie es nicht war?! Seine Klara war blond gewesen und hatte lange Engelslocken gehabt. Diese Frau hier hatte einen kurzen, roten Wuschelkopf - und doch...! „Klara?“ Seine Stimme krächzte wie ein alter Rabe. „Bist du es - oder?“

 

Es gelang ihr ein erstauntes Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Er sollte nicht wissen, dass sie es längst wusste. Jochen war sich offensichtlich nicht so ganz sicher. Aber sie hatte ja immer den Verdacht gehabt, dass er sie nicht so sehr tief liebte - sonst hätte er sie ja wohl erkannt! Sie gab ihrer Stimme einen fragenden Klang: „Jochen? - Du ... du bist der Volltrottel?!“ Sofort war er wieder auf dem Boden der Tatsachen. „Bist du verletzt?“ Er war so besorgt. Er hatte ihr so wehgetan - damals und nun verletzte er sie auch noch in ihrem Auto. Sein Gewissen machte ihm immer noch zu schaffen. Er hatte sie so sehr geliebt und sie doch betrogen! Was war er für ein Idiot gewesen!? Und dann hatte sie ihn auch noch erwischt! So blöd musste man erst mal sein. Aber zu seiner Ehrenrettung musste er anführen, dass er nicht mehr nüchtern war. Und dieses kleine Biest, Susi hatte ihn verführt! Das war keine Entschuldigung - er wusste es. Und Klara hatte es auch nicht gelten lassen. Sie hatte geweint - bitterlich! Ihm war fast das Herz gebrochen. Er war schlagartig wieder nüchtern geworden, und dann ging sie - ohne ein weiteres Wort. Sie hatte nie wieder mit ihm gesprochen.

 

Und jetzt stand sie vor ihm - süß sah sie aus - und vor allem: Sie musste mit ihm sprechen! „Nein, ich bin nicht verletzt!“, fauchte sie und ging um ihr Auto herum, um den Schaden begutachten. Er konnte sie nur noch ansehen! Sie war schlanker geworden. Das dünne Kostüm, das sie trug, lag an wie eine zweite Haut. Der Rock war superkurz und ihre wunderbaren Beine kamen geradezu umwerfend zur Geltung. Ihn warfen sie wirklich fast um. Sie war so schön. „Schau dir das an!“ Ihre Stoßstange war total im Eimer und die Halterung hatte sich in den Kofferraum gebohrt. Das heißt, hier in den Motorraum! Es war immer noch ihr alter Käfer. Oh Gott! Er hatte sie in diesem Käfer zum ersten Mal geküsst - und so manches andere auch! Er stand vor dem alten Auto herum und war sprachlos.

 

Es fiel sogar Klara auf! Das war sonst nicht seine Art. „Was sagst du dazu? - Was denkst du dir dabei?“ Sie war kratzbürstig. Es tat immer noch weh. Herrgott! Sie hatte ihn doch längst überwunden! Oder? - Jetzt sah sie ihn doch an. Er sah so wunderbar aus. Aber das wusste sie ja. Er war ihr Traummann gewesen - bis ... ja, bis! Seine Haare waren länger als damals, sie lagen auf seinen Schultern auf und lockten sich. Sie mochte das normalerweise nicht, aber bei ihm ... Er sah aus wie ein Zigeuner! Wild und ungebändigt - absolut hinreißend! Die Jeans und das offene, hellblaue Hemd passten zu seinen Augen. Sie hatten sie schon immer verwirrt. Blau, wie der Himmel! Und dazu das schwarze Haar - er hätte ein Modell sein können - oder vielleicht Schauspieler. Dabei wusste sie ja, dass seine Liebe nur den Büchern gehörte. Er war Bibliothekar. Sie hatte das als gutes Omen empfunden, denn sie war Lektorin.

 

Sie hätten so phantastisch zusammengepasst! Wenn er nicht diesen dämlichen Fehler gemacht hätte. Aber jetzt fasste er einen Entschluss: Er wollte es versuchen! Zumindest einen ernsthaften Versuch würde er machen! Dieser Unfall war doch ein Zeichen den Schicksals! Als er sah, dass sie sich an den Nacken fasste, reagierte er sofort. „Du hast ein Schleudertrauma!“ Besorgt beugte er sich zu ihr. „Tut dir noch etwas weh?“

 

Klara wusste nicht ob sie wütend sein, oder sich über seine Besorgnis freuen sollte. „Sollen wir die Polizei holen?“ fragte er scheinheilig. „Du weißt genau, dass das nicht geht! Es ist ein Blechschaden - und kein besonders großer dazu! - Außerdem bist ja wohl du schuld!“ Sie war doch sauer - oder vielleicht nicht? Vielleicht nicht wegen des Blechschadens! - „Ja! Natürlich! Gar keine Frage!“ stimmte er zu. „Ich habe einen Moment nicht aufgepasst und als du gebremst hast ...! - Ich werde dir selbstverständlich den ganzen Schaden ersetzen! Aber du musst zum Arzt gehen. Mit einem Schleudertrauma ist nicht zu spaßen!“

 

„Zuerst müssen wir die Autos aus dem Weg bringen! Schau nur! Es gibt ja schon einen Stau!“ Sie stieg ein und fuhr ihren Käfer auf die rechte Seite und er tat es ihr gleich. Sie standen mitten in der Stadt und hatten Glück mit dem Platz. Normalerweise war hier kein Parkplatz zu bekommen. Also doch ein Zeichen! Jochen stieg aus und ging zu ihr hinüber. „Komm! Du musst dich erst ein bisschen beruhigen - und ich mich auch. Ich bin ziemlich erschrocken! Gehen wir in die „Bauernstub’n“ - sie ist gleich um die Ecke und trinken einen Kaffee zusammen.“ Eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass sie es ihm so leicht machen würde, aber sie stieg aus und sperrte ihre Türe zu. „O.K.!“ sagte sie kurz und ging vor ihm her. Er sah ihre langen Beine und wusste nur noch eines: Diesmal durfte er es nicht verderben!

 

Klara wusste nicht so genau, wie sie sich fühlen sollte. Sie war damals regelrecht zusammengebrochen. Sie waren auf einem Weinfest gewesen und hatte ziemlich viel von dem jungen Wein intus.  Sie fühlte sich so sicher mit ihm! Und weil klar war, dass sie nicht mehr fahren konnten, mieteten sie sich in dem Gasthof ein, in dem auch das Fest stattfand. Irgendwann hatten sie sich aus den Augen verloren. Sie hatte getanzt und als sie ihn längere Zeit nicht mehr sah, beschloss sie auf ihr Zimmer zu gehen und sich kurz auszuruhen. Die Ruhe war dann allerdings eine Illusion gewesen. Niemals würde sie das Bild vergessen, das sich ihr bot, als sie die Türe öffnete. Sie wollte jetzt nicht daran denken!

 

Die kleine Sexhexe, die ihn sich geangelt hatte, flüchtete aus dem Raum und sie war in Tränen ausgebrochen. Jochen war völlig perplex. Sie hatte den Eindruck, dass er gar nicht so ganz mitbekam, was hier geschah. Das war aber ihr kleinstes Problem! Sie packte ihre Sachen zusammen und ging. An der Rezeption rief sie ihren großen Bruder an. Er kam sofort um seine Schwester zu retten. Und das war das unrühmliche Ende einer großen Liebe gewesen. Sie hatte sich geweigert mit ihm zu sprechen. Sie brachte es nicht fertig.

 

Die süße, blonde Susi mit den Zöpfen hatte sogar noch die Stirn sich bei ihr zu beschweren. „Er sei gar nicht so toll gewesen und außerdem hatte er sie auch noch „Klara“ genannt. So ein Depp!“ Klara wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Wegen so einer kleinen Schlampe ging ihre Beziehung in die Brüche und sie tat sich auch noch leid! Soviel Dummheit auf einen Haufen war schon fast bedauernswert.

 

Und nun ging sie hier vor ihm her und wusste absolut nicht, wie sie sich verhalten sollte. Sie freute sich ihn wieder zu sehen und sie fand ihn immer noch sehr attraktiv. Attraktiver als alle anderen Männer, die ihr seither begegnet waren. Sie liebte ihn immer noch. Es wurde Zeit, dass sie ehrlich zu sich selber war. Sich etwas vorzulügen, brachte sie nicht weiter! Klara beschloss, dass sie noch nicht endgültig sagen konnte, was sie eigentlich wollte. Das heißt, sie wollte die Zeit zurückdrehen und alles wieder so haben wie vor diesem unglückseligen Abend. Das aber, war ganz und gar unmöglich.

 

Sie betraten die kleine Kneipe und Jochen fühlte sich wie in alten Zeiten. Es war so unbeschwert mit ihr gewesen. Er wusste immer genau wie sie sich fühlte, teilte ihre Gefühle. Sie waren wesensverwandt und das vereinfachte die Sache ungemein. Er konnte immer so sein, wie er war. Bei anderen Frauen hatte er immer den Eindruck, irgendwelchen Erwartungen gerecht werden zu müssen. Mit ihr war er einfach immer glücklich gewesen!

 

Sie setzten sich an den Tresen und er bestellte ganz selbstverständlich für sie mit. Es war ja immer so gewesen. „Zwei Tonic und zwei Cappuccino“. Der Kellner stutzte. „Sind sie sicher?“ Klara lachte. „Ja, wir sind sicher!“ - „Sie wollen kein Wasser?“ Jetzt lachte Jochen. Wie oft hatten sie diese Sprüche gehört? „Nein, wir wollen kein Wasser!“ Er wandte sich an Klara: „Es ist immer noch dasselbe! Kein Mensch versteht es - außer dir!“ Auf einmal war die Atmosphäre aufgeladen mit Fröhlichkeit, mit Freundlichkeit und Wohlwollen. Sie fühlten sich beide so wohl, als ob sie nach Hause gekommen wären.

 

„Ich war so ein Vollidiot!“ sagte er unvermittelt. Klara verstand ihn, aber sie hatte keine Antwort darauf. Ob sie ihm verzeihen konnte? - Sie wusste es nicht! Sie wusste nur, dass sie es wollte. Sie wollte wieder glücklich sein - und glücklich war sie nur mit ihm gewesen. Drei Jahre waren eine lange Zeit! - „Wie geht es dir?“ fragte sie und sah ihn zu ersten Mal wieder gerade ins Gesicht. Seine Augen waren umschattet. Es ging ihm nicht gut. Sie konnte es sehen. Jochen versuchte ein Lächeln. - Es verunglückte. „Dir kann ich ja doch Nichts vormachen!“ stellte er fest. „Mir geht es nicht so gut. Meine Tante Betty ist gestorben!“ Klara fasste nach seiner Hand. Sie wusste, was das für ihn bedeutete. Seine Tante Betty war seine Ersatzmutter und er liebte  sie sehr.

 

Jochen konnte ihr Mitgefühl spüren und plötzlich fühlte er sich erleichtert. Scheinbar stimmte es doch: Geteiltes Leid war halbes Leid! Jetzt gelang auch sein Lächeln. „Du hast mir gefehlt!“ gestand er. - „Du mir auch!“ sagte Klara leise und dann schwiegen sie beide eine lange Zeit.

 

Der Cappuccino war schon lange leer, aber sie saßen immer noch da und keiner verspürte das Bedürfnis, diese heimelige Kneipe zu verlassen. Sie wollten sich nicht trennen - nicht schon wieder! Aber es war auch klar, hier sitzen bleiben für den Rest ihres Lebens konnten sie auch nicht, obwohl sie es gerne getan hätten. „Also, ich lass mein Auto reparieren und schicke dir die Rechnung - wenn dir das recht ist!“ kam Klara wieder auf den Kern der Sache zu sprechen. „Ja, natürlich!“ stimmte er zu. „Aber ich darf dich anrufen?“ fragte er zögernd und sie nickte ohne zu überlegen. Es antwortete ihr Herz, nicht ihr Verstand. Und dann ging sie.

 

Bereits am selben Abend läutete ihr Telefon - und sie hatte, ehrlich gesagt, auch schon darauf gewartet. Sie unterhielten sich über alles Mögliche - zwei Stunden lang und als ihnen auffiel, wie lange sie schon sprachen, wurde ihnen bewusst, dass es war, wie in alten Zeiten. Und genauso ging es weiter in den nächsten Wochen. Aber Klara weigerte sich, mit ihm auszugehen. Sie wollte ihn nicht treffen. Sie wollte nicht in Versuchung geraten. Sie hätte nicht widerstehen können. Je länger ihr Telefonflirt dauerte und je intensiver er wurde, desto weniger wollte sie auch widerstehen. Und dann kam der Tag, an dem er sie einlud zu seinem Geburtstag. Sie hatte darauf gewartet. Seit drei Jahren dachte sie immer nur an ihn - an diesem speziellen Tag im Mai.

 

Sie fieberte darauf, dass er kam - und sie zermarterte sich ihr Gehirn über der Frage, was sie tun würde, wenn er kam! Er würde sie bitten, mit zu ihm zu gehen. Er würde sie bitten ... Was sollte sie bloß tun? Sie wollte ihm so gerne wieder vertrauen! Sie wollte ihn so gerne wieder lieben - sich von ihm lieben lassen! Sie liebte ihn ja so sehr! Immer noch! Oder schon wieder. Als er bei ihr läutete, zitterte sie. Jochen hatte wirklich ein Gespür für sie. Er brachte ihr eine einzelne, rote Rose - wie damals bei ihrem ersten Date. Vielleicht gelang es ihnen ja doch, noch einmal von vorne anzufangen. Sie stieg in seinen offenen Wagen und dann fuhr er - nicht zu ihm, sondern hinaus aufs Land. Es brachte sie nicht in irgendein Lokal und - weil auch das Wetter warm und wunderbar war - auf eine Wiese an einem Seeufer. Klara war einigermaßen verblüfft, aber es gefiel ihr.  Als sie sah, dass er aus dem Kofferraum eine große Decke holte und einen Korb mit einem Picknick, da erkannte sie, dass er genau wusste, was er tat. Sie ließen sich nieder und aßen zu Abend. Er hatte auch an Wein gedacht, aber er bediente nur sie.

 

Klara sah ihn fragend an. „Ich trinke keinen Alkohol mehr!“ - „Seit wann denn das?“ Sie war überrascht, denn in ihrer Erinnerung war er wirklich kein Kostverächter gewesen. Jochen zuckte mit den Schultern. „Ich habe nur einmal die Kontrolle verloren und das hat mein Leben gekostet! Ich möchte nicht noch einmal so unnötig leiden müssen!“ Klara konnte es nicht fassen. „Du trinkst seit damals nicht mehr?“ - Keinen einzigen Tropfen!“ bestätigte er. Sie wusste, dass es ihm schwer fiel. Sie wusste, er liebte Rotwein! Er bestrafte sich seit drei Jahren für seinen Fehler. Ihr Herz bebte. Sie hätte ihn nicht härter bestrafen können - oder vielleicht doch. Sie hatte ihn härter bestraft. Er litt immer noch unter der Trennung - so wie sie selbst auch!

 

Was taten sie denn da? Was taten sie sich an? In diesem Moment fiel ihre Entscheidung. Sie wollte eine zweite Chance - für sich und für ihn! Sie goss den Wein ins Gras und legte sich zurück. Jochen sah sie an. Konnte es das bedeuten, was er dachte? Konnte es sein, dass an seinem Geburtstag ein Wunder geschah? Er musste es wissen. Unvermittelt sagte er laut: „Klara, ich liebe dich!“ Klara hatte die Augen geschlossen, aber sie lächelte.

 

Jochen beugte sich über sie. Sie war so schön, so begehrenswert! Er legte sanft sein Gesicht an ihre Wange und schmiegte  es an ihres. Er schloss die Augen und genoss das Gefühl bei ihr zu sein. „Bitte!“ flüsterte er. „Bitte!“ Er wusste selber nicht genau worum er bat. Um Vergebung? Um ihre Liebe? - Vielleicht nur um einen Moment des Glücks. Es war so selten geworden in seinem Leben - ohne sie.

 

Klara spürte ihn bei sich, seinen Atem auf ihrer Haut. Sie konnte einfach nicht anders. Sie schlang ihr Arme um ihn und zog ihn an sich. Er stöhnte laut auf und nahm sie fest in seinen Arme. „Oh Liebes, ich habe mich so sehr nach dir gesehnt.“ Er berührte ihren Mund mit seinen Lippen - ganz vorsichtig. Ihre Wärme, ihre Weichheit, waren für ihn wie ein Wunder. Ein Wunder mit dem er schon nicht mehr gerechnet hatte. In Klaras Kopf kreisten die Gedanken. Was war jetzt das Richtige? Die Entscheidung ihres Herzens oder die ihres Verstandes? Aber je länger er sie hielt, desto sehnsuchtsvoller wurde ihr Körper und ihr Verstand verstummte. Sie liebte ihn! Als sie seine Lippen suchte und hörte, wie er aufstöhnte in ihren Armen, überflutete sie die Erinnerung an seine Liebe. Wenn sie ganz ehrlich war mit sich selber, dann liebte sie ihn nicht nur, sie begehrte ihn auch! Als seine Hand ihre Brust berührte, stöhnte auch sie laut auf und öffnete ihre Lippen. Sie küsste ihn, wie sie schon lange nicht mehr geküsst hatte. Oh Gott, sie wollte ihn so sehr!

 

Als sie in seine Augen sah, wusste sie plötzlich, dass sie ihm verziehen hatte. Und sie wusste noch etwas: Sie wusste ganz sicher, dass er so einen Fehler nie wieder begehen würde. „Ich liebe dich!“ flüsterte sie. Und doch war da noch immer eine Hemmung zwischen ihnen. Auch Jochen spürte es. „Wollen wir baden gehen?“ fragte er an ihren Körper geschmiegt. Klara nickte. Das war eine gute Idee. Sie waren immer zusammen zum Baden gefahren. Und wann immer es möglich war, hatten sie nackt gebadet. Er stand auf und half ihr hoch.

 

Das Wetter war warm genug und Klara zog sich wie selbstverständlich aus. Sie knöpfte ihre Bluse auf und er sah, dass sie keinen BH trug. Er hatte vergessen, wie schön sie war. Nein! Er hatte es nicht vergessen. Er hatte vergessen, wie sie auf ihn wirkte! Nun, sie würde sehen, wie sie auf ihn wirkte. Es war wirklich nicht zu übersehen! Sie drehte sich um zu ihm und sah ihn an. Er stand immer noch da und rührte sich nicht. Da ging sie in die Knie und pflückte einen Grashalm und wartete ... Er wusste, jetzt war er gefordert. Langsam entledigte er sich seines Hemdes. Dann öffnete er seine Hose. Ihre Augen hingen an ihm. Was war denn los? War er befangen? „Warum schaust du mich so an?“ fragte er. Sie lächelte. „Ich habe dich schon so lange nicht mehr gesehen - ich möchte keine Einzelheit vergessen!“ Auf einmal war es einfach. Sie wusste doch was er empfand. Er zog die Hose von seinen muskulösen Oberschenkeln und den Slip gleich hinterher. Er beeilte sich, so als könne er es sich noch anders überlegen. Klaras Blick ruhte auf ihm - und ihm wurde heiß, noch heißer! Sein Penis war hart und groß und er zuckte - und sie ließ keinen Blick davon! Sagte kein Wort. Ließ ihn einfach so stehen!

 

Langsam streifte sie die Träger ihrer Hotpants von den Brüsten. Ihr Busen wippte. Er konnte sehen, dass ihre Brustwarzen steif waren - er wollte sie spüren, darüber hin lecken, sie in seinen Mund saugen. Seine Hände darauf legen, sie streicheln, massieren - er stöhnte bei diesem Gedanken. Da streckte sie ihre Hand aus und flüsterte: „Komm!“ Doch als er sich zu ihr hinunter setzten wollte, schüttelte sie den Kopf und griff nach ihm - nach dem was ihn momentan ausmachte. Ihre Hände an seinen Hoden zu spüren war für ihn die Erfüllung. Sie streichelte ihn, sanft und zärtlich. Seine Eier fielen in ihre Hand und sie drückte zu. Er spürte die Lust bis in die Zehenspitzen. „Oh jaa!“ keuchte er. Wer dachte jetzt noch an baden, an kaltes Wasser - wenn er heiße Liebe haben konnte? Er konnte an nichts Anderes mehr denken. Ihr Gesicht war direkt vor seinem steifen Glied, ihre Finger spielten  mit ihm und ihre Brüste wippten. Er wollte es. Er wollte in sie hineinstoßen - sich zwischen ihre warmen Lippen schieben, fühlen wie sie an ihm saugte!

 

Eine Hand löste sich von seinem Spielzeug. Jetzt wollte sie den Zauberstab! Langsam, ganz langsam umfasste sie seinen zuckenden Schwanz und presste ihn zwischen ihren Fingern zusammen. Er stöhnte laut. Und Klara fühlte wie ihr das Wasser im Mund zusammen lief und auch an anderer Stelle! Nur kurz ließ sie ihn los und kniete sich vor ihn in das weiche Gras. Ihre Zunge leckte verheißungsvoll über ihre Lippen. Jochen zitterte vor Gier sie zu spüren. Gleichzeitig aber registrierte er jede ihrer Bewegungen, jede kleinste Veränderung in ihrem Minenspiel. Sie wollte es tun! Er wusste es. Er dankte Gott dafür. Als er die zarte Spitze ihrer Zunge an seinem prallen Glied spürte, wäre es fast geschehen gewesen um seine Beherrschung. Wenn er jetzt zuließ, dass sie ihn zwischen ihre feuchten Lippen schob und - großer Gott, der Gedanke allein brachte ihn fast zum Orgasmus! - tief in sich hinein saugte, dann würde er sterben, auf der Stelle, sterben in Ekstase.

 

Jochen trat einen Schritt zurück, atmete tief und ließ sich dann zu ihr hinunter auf die Erde. Er schüttelte den Kopf. „Nicht so! Das kann ich nicht aushalten!“ bat er. Klara verstand ihn - sie hatte ihn immer verstanden! Seine Hände glitten an ihren Beinen hinauf. Er musste ihr endlich dieses Höschen ausziehen. Es verbarg Alles und Nichts. Schon als er sie sah - in diesem „Etwas“ -hatte er das Gefühl über sie herfallen zu müssen. Es war viel kürzer als jeder Mini. Man sah sogar den Ansatz ihrer prallen Pobacken. Und doch es wurde sicher und fest gehalten von den Trägern über ihrem Busen. Er hätte sich ein paar mehr Hände gewünscht.

 

Denn als er nach den Trägern griff, hatte er plötzlich ihren nackten Busen in der Hand. Wie lange war das her? Zärtlich fuhr er über die weiche Haut, spürte, wie sich ihre Spitzen noch mehr zusammenzogen. Er konnte einfach nicht länger widerstehen. Sein Mund näherte sich ihren Büsten. Und Klara kam ihm entgegen. Als sie spürte, wie er sie leckte, hielt sie den Atem an. Sie war genauso erregt wie er, er konnte es fühlen. Jetzt zog er ihr das Höschen aus, den winzigen Tanga gleich mit. Immer noch saugte er an ihren Brüsten, doch als er ihr zartes Schamhaar zwischen den Fingern fühlte, hielt er inne. Er wollte es sehen. Jochen drückte sie mit seinem Gewicht zu Boden, doch er legte sich nicht auf sie. Er richtete sich wieder auf und betrachtete ihren nackten Körper, der sich im darbot. „Du bist so schön!“ stöhnte er. „So unglaublich sexy! Und ich habe mich so sehr nach dir gesehnt!“

 

Seine Hände berührten ihre Scham. Sie gab seinem sanften Drängen nach und öffnete ihre Schenkel. Jochen holte tief Atem. Der Anblick war atemberaubend. Ihre zarten Härchen waren an dieser Stelle immer noch blond - so wie er sie in Erinnerung hatte. Und ihr Liebestor öffnete sich leicht unter seinen streichelnden Fingern. Klara stöhnte vor Lust. Sie wollte ihn spüren - jetzt! Sie spreizte ihre Beine noch weiter auseinander. Er wollte zu ihr, eingehen durch diese Zauberpforte - den Schüssel dafür hatte er! „Was meinst du! Sollen wir das Himmelreich aufschließen?“ fragte er leise. „Ich hätte da einen passenden Schlüssel!“ Klara lächelte zärtlich. „Probieren kannst du ja mal, ob er noch immer passt!“ Jochen kniete sich zwischen ihre Beine. Er würde sie lieben! „Vielleicht ist er etwas eingerostet!“ krächzte er und dann nahm er seinen Schlüssel in die Hand und führte ihn ein in ihr Schlüsselloch.

 

Klara fühlte seine feste Härte, die in ihre feuchte Scheide vordrang und sie hob sich ihm entgegen. Was war das für ein wundervolles Gefühl! Ihn zu spüren - an dieser Stelle, sie hatte tausendmal davon geträumt und nun hatte sie ihn wieder. Und dann stieß er zu! Sie vergaß ihre Sehnsucht, sie vergaß ihre Träume, sie war nur noch Lust! Bestand nur noch aus der Gier ihn zu lieben, zu fühlen wie er in sie stieß, wie er ihre heiße, nasse Möse aufspaltete und in ihr, mit ihr zusammen zum Höhepunkt kam. Aufschrie vor Geilheit! Nie hatte es einen anderen Mann gegeben, der ihr geben konnte, was Jochen ihr gab: heißen Sex, Vertrauen und Liebe! Sie waren einfach füreinander geschaffen und jetzt hatten sie endlich eine zweite Chance.

 

Immer schneller wurden ihre Bewegungen, immer tiefer stieß er in ihre glühende Möse. Er spürte ja, wie geil sie war, wie feucht ihr Schüsselloch sich nach seinem Schlüssel sehnte. „Oh jah!“ stöhnte er. „Jaaa, meine süße, geile Zaubermaus! - Jaah! - Bitte!“ Klara war auf dem Gipfel angekommen. Sie wand sich stöhnend unter ihm, drückte ihre gierige Venus an ihn, presste die Möse zusammen, bis sie spürte, dass er nicht länger konnte. In diesem Augenblick flüsterte sie: „Fick mich!“ Jochen stieß einen rauen Schrei aus und die Welt brach über ihm zusammen. Sie verkrallten sich ineinander und hielten sich fest an der einzigen Realität, die es noch gab für sie: Ihrer Liebe zueinander!

 

Lange Zeit konnten sie sich nicht rühren, waren nur befasst damit wieder Luft zu bekommen. Doch dann ließ er sich von ihr sinken, hielt sie aber immer noch an seinen Körper gepresst. Ganz konnte er sie einfach nicht loslassen. Die Angst kehrte zurück. Würde er sie wieder verlieren? Der Sex war großartig zwischen ihnen, aber war das genug - genug für sie? Auch Klara dachte daran. Sie wollte es so gern glauben - so gerne glauben, dass ein neuer Versuch gut gehen würde. Es war so unglaublich schön mit ihm. Sie war ja so verrückt nach ihm. Sie kannten sich so gut - der Sex war einfach ... unbeschreiblich! „Von wegen: eingerostet!“ Sie lachte. „Was sollte denn das heißen?“

 

Jochen setzte sich auf und sah sie an. „Heißt, was es heißt! Eingerostet! - ... - Nicht mehr in Gebrauch!“ Klaras Augen wurden immer größer. Auch sie setzte sich auf. „Du hast ... du sagst, du hast ... seit damals? Du meinst, du hast nie mehr...? Seit drei Jahren hast du nicht ein einziges Mal mehr ...“ Sie brach ab. - Völlig verwirrt! - Zweifelnd!  Jochen nahm ihre Hände und sah in ihre Augen. „Du willst es wissen? - Ich habe seit damals nie mehr mit einer anderen Frau geschlafen! Diese eine besoffene Dummheit war mir genug für den Rest meines Lebens!“ Klara schüttelte den Kopf. „Aber wenn du dich verliebt hättest - in eine andere?“ - Jochen musste lachen. „Ja, dann! - Habe ich aber nicht! Denn ich liebe nur dich!“

 

Das war die Antwort auf die Frage, die sie quälte. Es würde gut gehen! Denn er liebte sie - mehr als alles andere auf der Welt. Und er hatte es bewiesen - drei lange Jahre lang!

 

© BvS                                                                                                        Ihre Meinung?