Meilenstein




© Sinnenflut


„Jung, flexibel, selbstbewusst“ -  es gab kaum eine gängige Beschreibung, die weniger zu ihr passte als diese......Nach über zehn Jahren Ehe, einer gescheiterten übrigens, als Mutter zweier halbwüchsiger Jungs fühlte sie sich neben dem täglichen Ausgelaugtsein weder jung (und damit begehrenswert) noch flexibel (das Schild „Mamas Taxi“ klebte an ihr wie an ihrem Auto), geschweige denn selbstbewusst.

 

Sie fühlte genau dieses Manko im Leben, ohne jedoch derzeit aktiv etwas ändern zu können, während sie über den lebhaften, mittelalterlichen Markt schlenderte, der für eine Woche ihre Stadt in seinen Bann zog. In ihrem Kleid – im Zusammenhang mit diesem Markt hätte man sie für eine Magd halten können – fühlte sie sich abgehoben jeder zeitlichen Existenz seltsam angezogen vom regen Treiben. Als sie plötzlich von einem der Gaukler angesprochen wurde, zuckte sie zusammen und senkte unwillkürlich den Blick, als sie den attraktiven – ausgesprochen großen – Mann mit wallenden dunklen Locken neben sich spürte.

 

Er lud sie ein, den hereinbrechenden Abend doch mit den Schaustellern in engem Kreise zu verbringen und überreichte ihr – als Erkennungszeichen und Eintrittskarte – mit angedeuteter Verbeugung einen kleinen Stein, mit dessen Hilfe sie leicht Zutritt finden könnte.

 

Voller Herzklopfen ließ der Jongleur und Illusionist sie zurück, sie, die eigentlich nur fröhliche Marktstimmung atmen und ein Bröckchen persönliche Freiheit hatte leben wollen.

 

Sollte sie...? Was würde...?

 

Bei einem herzhaften Flammkuchen und einem Gebräu das wie Honigwein schmeckte, beschloss sie, sich auf den Abend einzulassen und ihr kinderfreies Wochenende seit Jahren das erste Mal auszukosten. Noch während dieser Entscheidung spürte sie Blicke auf sich, die – auch nach eingehender Prüfung – von dem Manne stammten, der ihr den Stein (glühte der eigentlich in ihrer Rocktasche?) überreicht hatte und der jetzt redenschwingend dem allgemeinen Publikum eine Vorführung darbot.

 

Von Faszination gelähmt, am ganzen Leibe bebend, wohnte sie der Vorstellung bei, ohne jedoch das Geringste des Gezeigten wahrzunehmen. Sie spürte eine längst vergessene Sehnsucht, ein Prickeln im Gesicht, unrhythmische Herzbewegungen gemeinsam mit Kribbeln in Armen und Brust... und griff unwillkürlich nach dem gefüllten Humpen, der ihr dargeboten wurde. „Holde Jungfer wird mir wohl keinen Korb geben heute Nacht?“ Sie erstarrte ob dieser Worte an ihrem Ohr und nahm nur noch schwach das Gefühl einer warmen, männlichen Stimme gepaart mit überstrahlender körperlicher Wärme wahr.

 

Sie ließ sich führen, ging Hand in Hand, zusätzlich geleitet durch einen entschlossenen Griff an ihre Hüfte, mit  zur alten Burg, unter deren Gemäuer die abendliche Veranstaltung auch ohne öffentliche Gäste weitergeführt werden sollte. „Ihr seid schön, wie ihr sicherlich wisset...?“   Schön? Sie? Zu kurze Beine, stramm, wie ihre Oberarme, üppig im Gesamtbild, zwar mit makellosem Gesicht, aber zu großem Busen für verführerische BHs, die Füße zu klein für Highheels... „Mehr als nur meine Wenigkeit begehren Euch, Magd! Wollt Ihr dennoch nur mir gehören des Nächtens, Holde?“ „Nur Euch gehören...“, echote sie nahezu willenlos.

 

Der Starke, graumeliert im dunklen Schopf, er selbst, dennoch anziehend und ungemein überzeugend griff an ihren Zopf und ihre Taille gleichzeitig, deutete mit ruckartiger Bewegung eine harte Entschlossenheit an, während er ihren Mund und ihr sichtbares Dekolletee mit heißen Küssen übersäte. Ungeachtet aller Umhergehenden und –sehenden stieß sie einen innigen Seufzer aus, wollte sich fallen lassen – als sie jäh durch einen plötzlichen Schmerz an ihrer rechten Seite aus der aufkommenden Verliebtheit gerissen wurde. „Ihr sollt mir gehören, gehorchen, meine Schöne!“ Atemlos lokalisierte sie den bleibenden Schmerz an ihrer rechten Brustwarze und nickte, unfähig zu sprechen.

 

Dass sie inzwischen im Separee einer altertümlichen Schenke angekommen waren, konnte sie nicht eindeutig identifizieren, zu sehr beschäftigten sie die Hände des Faszinators, die sie zeitgleich ihres Kleides entledigten, sie gegen die Bettstatt pressten und unglaubliche Blitze in ihrem Unterleib auslösten. Sie ließ sich widerstandslos ausziehen, Hände über dem Kopf fixieren und .......qualvoll lange betrachten. Nur mit Miederhose bekleidet – den BH hatte der hagere, athletische Freier kurzerhand aufgerissen und beiseite geworfen, lag sie vor ihm.

 

Sie fühlte Angst aufsteigen, Angst, zu dick zu wirken, zu taillenlos, die Beine unvorteilhaft gedrungen auf dem Bette......als sie wieder diese Küsse schmeckte, die Küsse auf Mund, Hals, Brust – Brustwarze, unter der Brust und seine Hände spürte....seine schlanken, großen, kräftigen Hände, die ihre Brüste kneteten, sie immer wieder gegeneinander rieben und auseinander drückten, seinen Atem an ihrem Bauch fühlte, seine geschickte Zunge am Bauchnabel und dann die Fesseln, die jede Gegenwehr im Keime erstickten. „Möchtet Ihr – mit Haut und Haar die Meine sein für diese Nacht?“ Seine erneute Frage ließ ihr deutlich die Freiheit, selbst zu entscheiden – und das, mit Griff an ihr Mieder, ihr Intimstes, ihr geheimgehaltenes Plätzchen seit Jahren. „Die Eure sein!“ sie schrie es fast heraus während sie den Unterleib hob; die Fesseln an den Handgelenken schnitten ihr in die Haut, als er ihr die Beinkleidung entfernte und ihr diese anstelle eines Knebels in den Mund steckte.

 

„Phhhhhhhhhhhh“ – seine eingesogene Luft beim Anblick ihrer sorgfältig rasierten Schamgegend war spürbar – fast ehrfürchtig strich er mit einem Finger über ihren Venushügel. Unerwartet schüchtern küsste er sich abwärts, seine Zunge erforschte die kahle Zone lange und prickelnd – zu gerne hätte sie in seinen wuscheligen Schopf gegriffen und ihn deutlich an die spannendste Stelle dirigiert....aber festgebunden wie sie war, musste sie geduldig hoffen auf seine Entdeckungen...........

 

„Ihr unschuldig Wirkende – wie eine Hure geschoren – welch Lust ihr zu bereiten versteht!“ beinahe unhörbar gewispert und doch brennend gehört......erwartete sie seine weiteren Liebkosungen.

 

Nach wie vor in lange, reichliche Stoffe gehüllt, mit Pluderhosen und frackähnlichem Oberteil bekleidet erhob sich der fast magere Mann, um der um sich greifenden Dunkelheit ein Ende zu bereiten. Am Ende des Raumes zündete er zwei Kerzen an – nicht wirklich erhellend, aber genug um zu beobachten, was im Gemache vor sich ging. Sie sah ihn, wie er langsam aus den wärmenden Ärmeln schlüpfte, die Hose geruhsam und kontrolliert knöpfte und sich dann, ebenso zeitraubend und unglaublich atemberaubend endgültig entkleidete. Sein entblößter, muskulöser Oberkörper, sein halbaufgerichtetes, langes Glied, die schlanken Beine – sie wusste kaum wie ihr geschah, als er sich ans Fußende des Bettes kniete, fast außerhalb ihres Blickwinkels, und ihr linkes Bein umfasste. Sie stöhnte allein ob der Berührung – ließ ihn bestimmen und nahm sein überaus männliches Geschlechtsteil zwischen ihre Zehen, wie er ihr zuwies. Währenddessen befestigte er ihr rechtes Bein  am äußersten Ende der Bettstatt, nicht zimperlich, mit einem rauen Hanfseil, um sich gleich darauf komplett von ihr zu lösen,  und das linke Bein am entgegengesetzten Ende mit diesem Seil ebenfalls zu fixieren.

 

Völlig ausgeliefert – allerdings überhaupt nicht mit Ängsten belegt – lag sie vor ihm, der Dinge harrend, die da noch kamen.

 

Abermals entfernte der anziehende Tyrann sich von ihr, selbst schwer atmend, um umgehend und nicht berechenbar zu ihr zurückzukehren. Vom Kopfende her beugte er sich über sie, küsste ihre Lippen inmitten ihres glühenden Gesichtes, griff unvermittelt an ihre – ebenfalls heißen – Brüste und zwirbelte die Brustwarzen eingehend und unmissverständlich, wie schon auf dem Weg her an einer Seite angedeutet. Er umfasste abermals ihre rechte Brust hart, quetschte sie schmerzvoll, um gleich darauf dasselbe an der linken Seite zu wiederholen und dann – mit einer schnellen Bewegung ihren Mund für seine aufsteigende Härte zu öffnen. Er entriss ihr den Knebel, erstickte aber jegliche Lautäußerung mit seinem Glied, das er selbstverständlich und äußerst geschickt zwischen ihre Zähne bugsierte. Selbst fast bäuchlings über ihr, griffen seine eigenen Kiefern nach ihrer Klitoris, hart genug, um spürbar zu sein, aber zart genug, um unwiderstehlich zu wirken.  Mithilfe seiner Zunge arbeitete er sich an die empfindsamste Stelle vor, presste sich mit seinem ganzen Körper an sie und ließ ihr an keiner Stelle Raum für Protest.

 

Knabbernd, leckend, saugend – gleichzeitig mit seinem Unterleib dirigierend, brachte er sie neben dem intensiven Schmecken ganz nah an ungeahnte Empfindungen, bevor er sich, sanft bestimmend, erneut von ihr löste.

 

Bis auf die Fesseln frei für jede Meinungsäußerung schlich er um seine kostbare Beute herum, nur um sich wieder zwischen ihren Beinen niederzulassen.

 

Abermals von selbstzweiflerischen Gedanken zerfressen – „was sieht er? Was will der Mann entdecken....?“ überzog sie eine Gänsehaut, als er mit seinen Händen an beiden Beinen gleichzeitig hochfahrend klarmachte, dass er sie begehrte wie keine andere.......er strich die Innenseite ihrer Schenkel entlang – bis an den Schaft ihrer Labien, fuhr zurück und wieder hoch – um gleich darauf mit leicht grober Bewegung die Schamlippen auseinanderzuziehen und wieder zusammenschnellen zu lassen. Beiderseitiges Stöhnen als stillschweigende Übereinkunft ermutigten ihn zu weiterer Annäherung. Seine entblößte Schwanzspitze stieß fast an ihren dargebotenen, lange ungereizten Eingang, ließ sich aber auch durch immer heftigeren Schleimausstoß noch nicht zum Eindringen überreden, alldieweil ihr Bestimmer nach wie vor mit dem Küssen des bleichen, zitternden, aber erwartungsvollen Körpers beschäftigt ist.

 

Sie atmete flach, produzierte nach ewiger, trockener Abgeklärtheit Flüssigkeiten ungeahnter Beschaffenheit - physisch wie psychisch unfähig zu eigener Handlung - und bettelte insgeheim um Vollendung dieses traumhaften Erlebnisses.

 

Der Mann, ganz publikumswirksamer Gaukler, trotz seiner erhitzten Visage und seines bloßen Körpers, erbat ihre volle Aufmerksamkeit: „Meine Liebste, ich KANN nicht mehr warten!“, und löste mit einem Griff ihre Handfesseln, bevor er mit entschlossener Bewegung und nie dagewesener Härte in sie eindrang.....Die plötzliche Freiheit spürend gleichzeitig mit dem Gefühl des ersehnten Ausgefülltseins, umklammerte sie zuckend seinen Oberkörper, hob sich vom Bette und schmiegte sich weitestmöglich an ihn. Seinen gleichmäßigen, konzentrierten und fast rhythmischen Bewegungen folgend glitt sie, tranceähnlich, in den Zustand höchster Erregung, fühlte sein überdimensionales Glied in sich.

 

Gedehnt, gereizt, begehrt, überschwänglich belohnt für jahrelange, für jahrzehntelange Höhepunkt–Entbehrung, fühlte sie ein überwältigendes Zucken aufsteigen, ein kriechendes Gefühl von den Lenden bis hin zur gereizten Scheide....Das gepresste: “Liebste, lasst euch gehen!“, zugeraunt vom Fremden ohne Namen, gab ihr die Möglichkeit der Kontrollabgabe....Sie war nicht verantwortlich.....sie durfte genießen........er liebte sie .........mit erstaunlicher Natürlichkeit knetete sie sein kostbares, ebenfalls bebendes Geschlechtsteil, ohne Willen, aber kraftvoll hielt sie ihn zwischen ihren Schamlippen, erleichtert seufzend, ihre Fingernägel in seine Oberarme gekrallt.

 

„Jung, flexibel, selbstbewusst“ ......alles eine Frage der Einstellung und der Zeit.......das wusste sie nun – ganz bestimmt!

 

© MIKA