Himmel hilf!

Teil 1


Marion war eigentlich einen selbstsichere Person - nur gerade jetzt hatte sie gelitten. Zehn Jahre war sie mit Michael zusammen gewesen. Michael war Dozent an ihrer Uni, und sie hatte geglaubt, er sei der Mann für’s Leben. Zehn Jahre lang hatte sie das geglaubt. Nun wusste sie es besser. Zwei Tage vor ihrem Floridaurlaub hatte sie es herausgefunden. Was heißt herausgefunden? Man hatte es ihr auf’s Brot geschmiert. Die zwei neuen Sekretärinnen des Dekans hatten sich unterhalten, und sie hatten gelästert... über sie! Die „Alte“ von Dr. Maier, die doch seine Mutter sein könnte!

 

Ha! Sie war gerade mal 37, und Michael war 39! Von wegen Mutter! Aber das war es nicht, was sie so geschockt hatte. „Er ist so ein geiler Hengst!“, hatte die eine verkündet. „Ich sag dir, du musst ihn unbedingt ausprobieren!“ Marion klappte die Kinnlade herunter. Die zwei empfahlen sich IHREN Mann, wie sich Freundinnen einen Lippenstift empfahlen, oder eine neue Kaffeesorte! „Du hast ihn gehabt?“, fragte die andere völlig cool. Und dann kam es: „Klar! Vorhin auf dem Damenclo!“ Michael... hatte die Sekretärin seines Chefs auf dem Clo gebumst?! Marion wurde schlecht!

 

Wie von Furien gehetzt rannte sie davon - sie flüchtete in ihr Labor und sank auf den Stuhl. Ihr Kopf war leer und ihr Herz schmerzte. Was? Wie? Michael! Wie konnte er? Sie dachte an ihn. Wie groß und stark er ihr immer erschienen war! Ein Beschützer! Er war der Mann ihres Lebens... gewesen! Sie liebte ihn doch, und nun hatte er diese rothaarige Zicke auf dem Clo... Oh Gott! - Ihre Gedanken wirbelten durcheinander. - Ihr Kopfkino sprang an: Er hatte ihr den ohnehin kaum vorhanden Rock hinaufgeschoben und das Höschen... was heißt Höschen? DIE trug bestimmt kein Höschen! Die nicht! Und dann hatte er sie... er hatte ihr seinen Schwanz in die Votze gerammt und sie durchgefickt, dieses Miststück!

 

Ihr Stuhl flog herum, und sie erwischte gerade noch das Waschbecken. Da sie nur eine Tasse Kaffee „gefrühstückt“ hatte, kam Galle. Bitter! Ja, das war es: Bitter! Ihr Leben war zuende, und diese zwei jungen, dummen Hühner empfahlen ihn weiter, als den Hengst des Jahres!  Mit einem Kleenex wischte sie sich den Mund ab, dann zog sie den weißen Kittel aus, griff zu ihrer Handtasche und ging. Sie musste einfach hier raus. So aufrecht wie möglich, schritt sie am Empfang vorbei, doch draußen rannte sie über den Parkplatz zu ihrem Auto. Als die Türe ins Schloss fiel, kam ihr die Tränen.

 

Auf dem Weg nach Hause, verwandelte sie ihr Auto in ein U-Boot. Was sollte sie denn jetzt bloß tun? Sie konnte ihn nicht sehen, noch weniger mit ihm in Urlaub fahren! Sollte sie ihm sagen, dass sie es wusste? Sollte sie ihm Vorhaltungen machen? Nein! Diese Demütigung war auch so schon tief genug. Noch mehr hielt sie nicht aus. Sie war ihm zu alt! Natürlich auch zu prüde! Zu brav! Die geile Rothaarige würde sicher alles tun, was er wollte! Klar! Sie ließ sich auch auf dem Clo bumsen!

 

Und sie, Marion? Sie hatte doch auch... Sie hatte sich doch auch auf seine Wünsche eingestellt. Was gab es denn, was er von ihr nicht haben konnte? Naja! Sie konnte sich bisher nicht entschließen, „unten ohne“ auszugehen. Es war ihr einfach peinlich. Aber sonst? Eigentlich hatte sie geglaubt, sie hätten keine Defizite in ihrer Beziehung. Der Sex zwischen ihnen war immer WOW gewesen. Hatte sie zumindest gedacht! „Ich könnte seine Mutter sein!“ Ihr wurde schon wieder schlecht.

 

Als sie nach Hause kam, stand da ihr gepackter Koffer. - Miami! Oh nein! Nicht mit ihr! Sie konnte nicht! Sie wollte nicht! Was sollte sie bloß tun? Sie sank auf den Küchenstuhl. Marion wusste nicht weiter. Sie war einfach leer. Diese beiden Schneegänse hatten ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Ob die andere ihn inzwischen auch schon ausprobiert hatte? Dabei war er immer so peinlich auf seinen Ruf bedacht. Ob er wusste, dass er in der Uni Thema Nummer eins war - seit seiner heißen Abortnummer?

 

Sie musste etwas essen - dringend! Und dann? Auf dem Tisch lag noch die halbe Semmel, die Michael heute morgen übrig gelassen hatte. Sie biss ab und kaute. Ihr schmeckte alles bitter. Was... was sollte sie bloß tun? Eines war sicher! Sie konnte ihm nicht begegnen. Sie wollte ihn nicht sehen, diesen treulosen Hundesohn. Vermutlich hatte er sie von hinten gevögelt, dieser Dreckskerl! Die Semmel kam ihr hoch. „Nicht dran denken!“, befahl sie sich. „Bloß nicht dran denken!“

 

Da stand ihr Koffer. Er war gepackt für den Sommerurlaub - mit Michael. Er würde auch richtig sein für einen Singleurlaub! Marion nahm das Ticket von der Ablage und ihren Pass aus dem Schreibtisch. Völlig leer im Kopf stopfte sie beides in ihre Tasche, dann nahm sie den Koffer und verließ die Wohnung. Sie würde verschwinden. Sie musste einfach verschwinden! - Erst als sie der netten Dame im Reisebüro erklärte, dass sie umbuchen wolle, begann sich ein Plan in ihrem Kopf anzuzeichnen.

 

„Wann wollten Sie denn fliegen? - Übermorgen? - Unmöglich!“ Aber als sie sah, dass die Kundin in Tränen ausbrach, wurde sie sehr hilfsbereit. „Er hat seine Sekretärin auf dem Damenclo vernascht - heute morgen! Ich KANN Morgen nicht mit ihm in Urlaub fahren!“ - „So ein Schwein!“, zischte sie Reisebürolady - und buchte um. „Wohin? - Egal? - Okay, dann nehmen wir einen Club! Robinson oder lieber Med?“ Marion war wie erschlagen. Sie nickte. Ihr war alles völlig gleichgültig. „Wie wäre es mit Italien? Da können sie selber fahren, und er findet sie nicht - nicht mal das Auto!“ Sie schüttelte den Kopf. „Auf dem Clo?“, fragte sie fassungslos. „Ich dachte, das gibt es bloß in schlechten Pornos!“ Und dann händigte sie ihr die neuen Unterlagen aus. Einen Reiseführer legte sie noch obendrauf und eine Straßenkarte. „Keine Angst, ich verrate ihm nicht, wo Sie sind!“, flüsterte sie vertraulich und nahm sie beruhigend in den Arm.

 

Marion schluckte. Eine fremde Frau tröstete sie über den Verlust eines Dreckschweines! „Eine kleine Rache gefällig?“, flüsterte die Samariterin. Plötzlich griff Wut nach ihr, breitete sich aus in ihrem Inneren, wie ein Krake, dessen Arme sich in die kleinsten Winkel ihrer Seele vortasteten. Sie war nicht länger machtlos! „Oh ja!“, zischte sie. „Wie?“ - „Schicken Sie ihm eine Mail!“ Ihre neue Freundin grinste infernalisch. „Gratulieren Sie ihm... zu seinem Oskar auf dem Gebiet „Geschmackvollster Porno des Jahres“... denn auf dem Damenclo... sind doch Überwachungskameras! Wussten Sie das nicht?“ Sie kicherte. „Natürlich...! Seit im letzten Jahr die Schülerin im Gymnasium auf dem Clo vergewaltigt wurde... zum Schutz der jungen Frauen!“, fantasierte sie kichernd. Zum ersten Mal seit heute früh, fühlte sich Marion besser - nicht mehr ganz so hilflos ausgeliefert. „Geben Sie mir ein Blatt Papier?“ Und dann schrieb sie:


Herzlichen Glückwunsch zum Hengst des Jahres!

 

Wir gratulieren Herrn Dr. Michael Maier und Frau Susy Paulsen zum geilsten Clofick der Uni.

Die Überwachungskamera ist rot geworden.

 

Bei Interesse  finden sie den Streifen als Bestseller auf youtube.

Einfach googeln unter Dr. Michael Maier oder auch unter www.geilesekretärinnentreibensüberall.de/diewildesusy.

Liebe Grüße von der Ex.

 

P. S. Kann ich ein Autogramm kriegen?


 

Grinsend überreichte sie dieses Machwerk der hilfsbereiten Dame und kramte in ihrer Handtasche. „Nicht faxen!“, bat sie. „Scannen Sie es ein. - Und dann kommt es in den Univerteiler! Susy wird sich wundern, dass alle Dozenten Schlage stehen, wenn sie mal austreten muss! - Und mein Ex... - Mann! Tja, der legt immer großen Wert auf Diskretion! Aber wenn man ein geschwätziges, „blond-blödes“ Püppchen auf dem Abort der Uni bumst.... muss man wohl damit rechnen, dass „Mann“ öffentlich wird.“

 

Jetzt ging es ihr etwas besser. Wenigstens drehte sich ihr Magen nicht mehr um, wenn sie daran dachte, wie er der Kleinen auf dem Clo an die Möse griff. Sollte er doch die andere auch noch vögeln! Die Uni hatte sicher auch noch ein paar andere geile Sekretärinnen. Schließlich gab es neun Fachbereiche! Reichlich Material! Oh, wie sie ihn hasste. Sie hatte ihm vertraut - und nun... Herrgott! Auf dem Clo! Auf einem stinkenden Abort! Und noch dazu mit so Einer! Mit so einer, über die er sich immer lustig gemacht hatte: Ein hübsches Doofchen! „Blond, geil und hohl!“, hatte er immer gesagt. Wobei „blond“ bei ihm immer für „blöd“ stand.

 

Sie konnte diese schrecklichen Gedanken einfach nicht abstellen. Sie drehten sich in ihrem Kopf, wie ein Karussell. Ob sie wohl „unten ohne“ gewesen war? Hatte sie ihm einfach die nackte Votze hingehalten? Ihn an der Hand ins Damenclo gezerrt? Viel Zerren hatte sie bestimmt nicht müssen! Der „geile Hengst“ ließ sich doch ganz leicht „führen und leiten“ - an seiner „Longe“! Susy, das Miststück, hätte ja nur seinen Schwanz packen und ihn daran mitnehmen müssen. Er wäre ihr vermutlich überallhin gefolgt. Vielleicht trieben sie es demnächst in der Aula - oder noch besser im Audimax! Vor Publikum! Das gäbe Renommee! Sie könnten Eintritt verlangen. Das wäre bestimmt eine vollbesetzte Veranstaltung.

 

Immer wieder „sah“ sie ihn vor sich, mit entblößtem Unterkörper und hochaufgerichtetem Schwanz! Die Hose hing in seinen Knien und das Hemd zipfelte frivol über seinem nackten Hintern. Vor ihm stand gebückt die geile Susy und reckte ihm den willigen Arsch hin. Ob er sie in den Hintern gefickt hatte? - Das hatte er von ihr nämlich nicht bekommen!

 

Lag es daran? Lag es an ihr? Hätte sie alles tun müssen, was immer er auch verlangte? Nein! Sie waren sich doch einig gewesen, dass sie eben manche Dinge nicht wollte - vielleicht noch nicht! Hätte er nicht warten können? Aber nein, verdammt! Sie wollte sich nicht in den Arsch ficken lassen auf dem öffentlichen Damenclo der Uni. Und wenn sie ihn deshalb verlor... War er es dann wert? - Dreckskerl! Sie hasste ihn, diesen... diesen... Toilettencasanova!

 

Ehe sie wusste, wie ihr geschah, war sie in Italien. So schnell war sie noch nie dort gewesen. Und dank Navi fand sie auch den Club sofort. Der Mann an der Rezeption sah sie ein bisschen seltsam an, aber er sagte nichts, zu ihrem verweinten Aussehen. Diskretion war oberstes Gebot. Er ließ ihr Gepäck aufs Zimmer bringen und wünschte ihr gute Erholung. Das war allerdings einfacher gesagt, als getan. Dabei hätte sie es so nötig gehabt. Ob der Club gut war, wie das Essen, der Strand...? Sie bekam es nicht mit. Jeden Morgen zog sie ihren Bikini an und legte sich an den Pool. Jeden Abend duschte sie, ging zum Essen, und jede Nacht schlief sie schlecht! Ehe sie es realisierte, war eine Woche vorbei.

 

„Die Alte nebenan ist ein ganz heißer Feger!“ Wie bitte? Marion lag auf ihrer Liege und glaubte nicht, was sie da hörte. Sie öffnete die Augen. Da lagen drei Jungs und redeten - über sie! Offenbar dachten diese Knaben, sie würde es nicht verstehen. Das war ja wohl die Höhe. „Schau dir bloß mal diese Titten an! - Die sind so richtig geil!“ Jetzt musste sie sich das Grinsen wirklich verbeißen und schloss wieder die Augen, aber irgendwie wollte sie nun doch wissen, was da los war. Also griff sie zu einer Zeitung und „las“. Drunter linste sie nach den Jungs. Kiddies eigentlich! Die waren doch höchstens 22! Vielleicht 25! Älter nicht! Und wohl so richtige, kleine Machos!

 

„Ich steh auf kleine Tittchen!“, begann der Schwarzhaarige wieder. Offenbar hatte er die größte Klappe. „Ob der Arsch genauso knackig ist?“ - „Kannstse ja mal fragen!“, tönte der Blonde. „Und obse nen dir ma ausleiht, kannste auch gleich fragen!“ - Männer! Marion wusste nicht, ob sie nun verärgert oder amüsiert sein sollte. Angesichts der Tatsache, dass diese drei „Kavaliere“ aber so jung waren, entschied sie sich für das Amüsement. Sie lächelte in sich hinein und drehte sich auf den Bauch. „Oh jaaaahhh!“, stöhnte die bekannte Stimme. „Zeig mir alles, Baby!“, und sie fragte sich, ob er nun einen Steifen hatte. Vermutlich hatten sie alle drei immerzu einen Ständer!

 

Marion räkelte sich zurecht, hob den Po und rückte an ihrem Höschen hin und her. Hinter ihr ertönten eindeutige Geräusche. Sie zog ein Bein an und gab so den Blick zwischen ihre Beine frei. „Ob die geile Schnalle rasiert ist?“ Das war wieder das Großmaul. „Mann, der würde ich gern mal meinen...!“ - „Verdammt, halt deine Klappe!“, unterbrach eine dritte Stimme, die sie noch nicht kannte. Sie drehte sich um und sah einen hübschen, jungen Mann, der einen knallroten Kopf sein eigen nannte und hellbraune Locken. Sie sah direkt in blitzende, grüne Augen, aber sie sah durch ihn hindurch, so, als habe sie nichts verstanden.

 

„Siehste! Die versteht kein Wort! Ist auch zu weit weg.“, verteidigte sich der Playboy. „Trotzdem! So wie du schreist...!“, beharrte ihr Kavalier. „Außerdem geh ich jetzt ins Wasser!“, setzte er hinzu und stand auf. Er wollte die Situation bereinigt haben, das war offensichtlich. Seine Kumpels standen auf: „Na, dann komm, du Schlappschwanz!“ Und schon waren sie verschwunden. Marion musste lachen. So was war ihr noch nie passiert. Sie stand ebenfalls auf und zog sich in ihren Bungalow zurück.

 

Immerhin schien sie nicht total unansehnlich geworden zu sein, wenn sie sogar diesen Jungs als Aphrodisiakum diente. Obwohl! Vermutlich diente ihnen alles, was zwei Beine, zwei Arme und zwei Brüste hatte dazu, sich auf Thema Nummer eins zu stürzen. Trotzdem tat es ihr gut, dass jemand sie ansah! Es brachte sie auf andere Gedanken. Sie hatte lange genug über Michaels Betrug nachgedacht. Inzwischen hatte sie sich auch entschlossen, was denn nun zu tun sei. Die Beziehung war für sie beendet, und das gab sie ihm schriftlich. Sie forderte ihn auf, ihre Wohnung zu verlassen, und gab ihm dazu vier Wochen Zeit. Marion fand sich mehr als großzügig. Als sie den Dekan anrief, um ihren Urlaub zu verlängern, schlug ihr liebevolle Anteilnahme entgegen, und er ließ ihr freie Hand, was die Länge ihres Urlaubs betraf. Schließlich waren Semesterferien. Außerdem teilte er ihr beiläufig mit, dass der Kollege Dr. Maier - auf eigenen Wunsch - die Universität verlassen würde. Auch „seine Sekretärin“ war nicht länger im Dienst. Man könne und wolle sich solche Eskapaden nicht leisten, erklärte er, denn schließlich, würde man lieber durch außergewöhnliche Erfolge auf dem Gebiet der medizinischen Forschung auffallen - und dafür sei ja schließlich sie prädestiniert.

 

Alles in allem war das der erste Tag, an dem sie sich wieder fühlte wie ein Mensch, und an diesem Abend packte sie endlich ihren Koffer aus. Heute, nach acht Tagen, wollte sie nicht mehr in derselben Jeans und dem dunkelblauen Shirt zum Essen gehen, in denen sie angekommen war.

 

Als sie aus dem Bad kam, stellte sie sich splitternackt vor den Spiegel und machte eine Bestandsaufnahme. Sie war 37 Jahre alt und sah immer noch aus wie 27! An der Uni hielt man sie immer für eine Studentin und nie für eine Wissenschaftlerin. Das lag vielleicht auch daran, dass sie so klein und zierlich war. Ihr dunkles Haar stand in einer gewollt ungebändigten Strubbelfrisur gen Himmel und ließ sie ein bisschen nach Pumuckl aussehen - frech! Mittlerweile war sie hübsch gebräunt und ihre Haut glänzte golden im Licht der Deckenlampe. Der Bauch war flach, der Po hübsch rund, und der Busen... eine gute Handvoll. Gut sah sie aus - auch wenn Michael... Ach Gott, Pfeif auf Michael! Er sollte sie kreuzweise!

 

Sie würde ein weißes Minikleid tragen zum Essen. Wie praktisch, dass es nicht knitterte. Als sie hineinschlüpfte, dachte sie sich nichts, und als sie es dann anhatte und ihr einfiel, dass sie nichts drunter trug, wurde sie trotzig! Ha! Jetzt erst recht! Heute würde sie „unten ohne“ zum Essen gehen. Basta! Marion suchte sich die silbernen Pumps, die ganz unten im Koffer lagen und schlüpfte hinein. Jetzt noch einen Hauch Lipgloss und schwarze Wimperntusche... Das war’s! Mal sehen, ob sie nicht wenigstens noch ein paar Kiddies begeistern konnte! Das wäre doch gelacht.

 

Als sie den Speisesaal betrat, rührte sie fast der Donner. Diese drei vorlauten Frechdächse saßen an ihrem Tisch und grinsten sie an wie Honigkuchenpferde! „Na, wie habt ihr das denn hingekriegt?“, fragte sie ganz direkt. Nur ein winziger Schreck zuckte über die strahlenden Gesichter, dann kam wie aus einem Mund: „Wir haben den Kellner bestochen!“ Lachend setzte sie sich an ihren Platz, und sie stellte erfreut fest, dass es ihr besser ging.

 

Sie griff zu dem bereits eingeschenkten Glas und hob es: „Was wollt ihr denn bei mir?“, fragte sie. „Ihr seid doch höchstens 25, Jungs!“ - Ihr netter „Kavalier“ stieß mit ihr an. „Ich bin 22!“, korrigierte er sie, aber auch bloß, weil ich eine Ehrenrunde gedreht habe. Timo ist 19 und Justin ist 18 - und du bist auch nicht viel älter! Zum Wohl!“ - „Ha! Von wegen! Nun, dann werde ich eben Kindergartentante spielen!“, lachte sie und trank ihm zu. „Ich bin Marion und wie heißt du?“, fragte sie schelmisch, als sie sein entsetztes Gesicht sah. „Theo!“, krächzte er. „Ich bin Theo!“, und dann hat er gecheckt, dass sie ihn veralberte.

 

Es wurde trotzdem ein recht netter Abend, wenn sich auch Justin und Timo immer wieder im Ton vergriffen. Man konnte deutlich sehen, wer von den Dreien die Kinderstube hatte und wer nicht, aber sie gaben sich alle Mühe. Sie versuchten sogar mit ihr zu flirten, und Marion spielte amüsiert mit.

 

Wenn sie allerdings an ihre nicht vorhandenen Dessous dachte, wurde ihr ganz anders. Heiß! Vielleicht war die Idee ja doch nicht so verkehrt! Michael hatte ihr immer vorgeworfen, dass sie eine prüde, verklemmte Zicke sei. Vielleicht hätte sie sich schon viel eher zu solchen Experimenten bereitgefunden, hätte er sie verlockt - und nicht beschimpft. Natürlich hätte es auch ihr gefallen, ihren Liebsten zu verführen, aber nachdem er sie ja sowieso für eine unterentwickelte Geliebte hielt... Warum sollte sie sich blamieren? Ja, wenn sie sich mit ihm auf dem Clo... Nein! Nicht dran denken! Nicht jetzt!

 

Und nach dem Essen begab sie sich auf eine Liege am Pool, um den Sternenhimmel zu genießen und sich dort einen Espresso zu gönnen, und ihr „Harem“ folgt auf den Fuß. Zumindest solange, bis drei niedliche junge Mädchen auftauchten und sich direkt neben sie an den Poolrand setzten. „Jetzt wird es interessant!“ Sie hatte noch nicht zuende gedacht, als es schon losging. „Hey! Das ist doch Papas Kragenweite!“, tönte Justin, so laut und verständlich, dass die Girlis in Gekicher ausbrachen. Und sofort meldete sich auch Timo zu Wort: „Na ja, die Blonde geht ja, aber die Fette, die hat doch eine Fischfratze!“ Das Kichern verstummte abrupt. Theo knurrte böse, und Marion stand auf. Das wollte sie sich nicht antun.

 

„Hey!“, kam es da lautstark von Justin in ihre Richtung. „Die geile Sau ist unten ohne!“ Glutröte schoss Marion ins Gesicht. „Die hat’s aber nötig! Hey Alte, willste meinen Schwanz...“ und bevor er seinen Satz beendet hatte, lag er im Pool und Theo hielt ihn gepackt, um seinen Kopf unter Wasser zu drücken. „Halt doch endlich dein dämliches Maul, du Arsch!“, fluchte der vor sich hin, und hätte ihn beinahe ertränkt, wenn nicht Marion auf dem Absatz kehrt gemacht hätte und verschwunden wäre. Wütend zog er Justin hoch, holte aus und schlug ihn mitten ins Gesicht. „Entweder du lernst es, oder ich bring es dir bei, du Idiot!“, fauchte er, stieg aus dem Becken und ging.

 

Marion zitterte vor Wut und Scham. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Männer! Waren die eigentlich alle so hirnvernagelt blöde? Und nun? Was sollte sie nun tun? Abreisen? Diese Nachwuchs-Machos ignorieren? Egal! Sie würde weitermachen wie bisher, sich nicht um die anderen Gäste kümmern und sonnen, essen und schlafen. Irgendwann würde ihr Leben weitergehen - nur gerade jetzt hatte es Pause! Sie holte sich noch ein Glas Rotwein, stellte es auf ihr Nachtkästchen und zog das Kleid aus, dann warf sie ihrem nackten Spiegelbild ein schiefes Grinsen zu und legte sich ins Bett.

 

Auch in dieser Nacht schlief sie schlecht und am nächsten Morgen, ging sie zum ersten Mal nicht an den Pool. Sie legte sich auf ihre Terrasse, denn diese vorlauten, unmöglichen Flegel wollte sie bitte nicht mehr sehen. Sogar das Essen ließ sie ausfallen. Diese zwei Rüpel hatten sich nicht in der Gewalt, und wer konnte wissen, welche Blamagen sie ihr noch bereiten würden.

 

© BvS                                                                                           Ihre Meinung?

 

 




Himmel hilf! 2