Trick or Treat




Sie

 

Halloween, sie liebte Halloween. Wie gerne würde sie verkleidet mit den Kindern ziehen. Schade, dass es diesen tollen Brauch nicht schon früher hier in Deutschland gegeben hatte. Sie seufzte – malte sich aus, als was sie alles gegangen wäre. Es gab da so viele Möglichkeiten.

 

Ein Jammer, dass es nur für Kinder ... und dann war da noch dieser Mann, der ihr nicht aus dem Kopf ging. Seit Jahren war er ihr Traummann. Dabei kannte sie ihn gar nicht genau. Vor ein paar Jahren hatten sich ihre Wege zum ersten Mal gekreuzt. Noch heute wusste sie jede Einzelheit. Zuerst hatte sie seine warme  Stimme wahrgenommen und schon war es um sie geschehen. Wie durch einen inneren Zauber belegt musste sie dieser Stimme folgen. Sie wollte unbedingt den Mann dieser Stimme sehen. Ihrem Gespür nach kam sie ihm näher. Mit klopfenden Herzen und einer Anspannung, sie kam sich vor wie ein kleines Mädchen, das den Weihnachtsmann beschleicht. Hier – hinter diesem Regal müsste er sein.

 

Da stand er und war in einem Beratungsgespräch mit einer Verkäuferin vertieft. Er war schon etwas älteren Datums. Seine aufgeschlossene Art aber und sein starkes Interesse ließen ihn unglaublich dynamisch erscheinen. Anscheinend hatte er auch die Verkäuferin in seinen Bann gezogen. Mit roten Wangen erklärte sie ihm eifrig die genauen Unterschiede in den Produkten. Seine Bewegungen wirkten flink, geradezu geschmeidig. Mit wachen Geist nahm er seine Umgebung war. Darum war es auch kein Wunder, dass er ihr Dazukommen bemerkte. Wache Augen sahen sie an, musterten sie förmlich. Sein Blick ging ihr durch und durch. Verwirrt über ihre spontan tiefen Gefühle gegenüber einem ihr völlig fremden Mann, stolperte sie über ihre eigenen Füße. Aber nichts passierte, denn er war da – rechtzeitig - um sie aufzufangen.

 

So fand sie sich geborgen in seinen Armen, ganz dicht an seinem Körper, wieder. Für einen Moment war ihr so als ob seine Kraft und Lebensenergie auf sie übergingen. Sie fühlte sich zu Hause bei ihm. Geborgen und glücklich wie noch nie zuvor. Am liebsten hätte sie seine Arme nie mehr verlassen. Gleichzeitig war es ihr unendlich peinlich so in seine Arme gefallen zu sein. Sie wollte nichts falsch machen, nicht bei ihm. Schnell rappelte sie sich auf, zu schnell, viel zu schnell – zum Glück hielt er sie erneut. 

 

Nun blickte er erstaunt – geradezu fragend. Aber bitte was hätte sie ihm sagen sollen? „Entschuldigen Sie, aber ihre Aura haut mich gerade total um!? Ich bin hin und weg von Ihnen!?“

NEIN! - Das konnte sie nicht. Sie hätte sich blamiert bis auf die Knochen.

 

Schnell stammelte sie eine Entschuldigung, bedankte sich und verließ fluchtartig den Ort ihres Missgeschicks.

 

DAS war ihre erste Begegnung gewesen! Es folgten weitere. Ihrem Empfinden nach endeten alle Treffen mit ähnlich dummen Patzern. „Es war zum Mäuse melken!“

Erst Recht weil er seit kurzem sogar gleich um die Ecke von ihr wohnte. Er war bei Frau Bertels eingezogen, einer Frau, die sie als Kind schon immer gut leiden konnte. Frau Bertels hatte zu Halloween mal wieder alles gegeben. Sie war schon damals zu ihrer Zeit die Einzige, die ihr Haus immer schön dekorierte, aber damals war es ja hier noch nicht Brauch durch die Straßen zu ziehen.

 

Wie gerne würde auch sie… verkleidet. Warum eigentlich nicht? Sie könnte die Nachbarskinder begleiten. Verrückt, sicher! Aber fantasielos konnte sie ja noch immer werden, wenn sie alt und grau wäre. Außerdem wäre es lustig sein Gesicht zu sehen. „Au fein!“. Von ihrer Idee plötzlich Feuer und Flamme überlegte sie fieberhaft, als was sie gehen würde. Sie kramte ihre alte Schatztruhe aus, in der sie alte Karnevalskostüme gelagert hatte. Schminke fand sie auch noch – fantastisch!

 

Mal sehen: Ein Vampir? Henker? Gevatter Tod? Es waren zwar alles wunderbare Kostüme, aber ihr irgendwie zu finster. Also als was? Eine schwarze Bluse mit Flammen an den Ärmeln fiel in ihre Hände. Ein Teufelskostüm - eh? Ein Teufelchen wäre zwar lustiger aber zu trivial im Wesen. Mit einem Mal kamen ihr die fantastischen Geschichten von „Klein Iwi, dem Irrlicht“ in den Sinn. JAAA, ein Irrlicht wäre passend. Gruselig und doch auch fröhlich, verführerisch und mächtig.  Schon  schminkte sie sich, schwarz wie das Moor. Sie durfte nichts vergessen. Ihre Hände, die Ohren, hinter den Ohren, ihren Hals, die Haare. Vom Ansatz bis tief in den Ausschnitt hinein. Um ihre Augen setzte sie ein paar helle Akzente in Form gelber und roter Flämmchen. In ihrer Schatztruhe fand sie dann auch noch ein Paar feurig rote Kontaktlinsen. Sogar das Verfallsdatum war noch nicht abgelaufen, wenn das kein Wink der Götter war?

 

Schwarze Hose, schwarze hohe Stiefel und ein schwarzer langer Umhang. Sie betrachtete sich im Spiegel – PERFEKT!

 

Natürlich erschraken die Kinder zuerst bei ihren Anblick. Sie gab sich ihnen zu erkennen und wurde begeistert von ihnen angenommen, nachdem sie ihren Plan erklärt hatte, sie zu begleiten.  Ihr Vorgehen war bis aufs Kleinste abgesprochen. Es war einfach herrlich dabei zu sein: Die Reaktionen der Leute, das Strahlen der Kinder, die Süßigkeiten waren im Grunde Nebensache, auch waren sie noch nicht enttäuscht worden. Halloween hatte sich inzwischen wirklich auch hier etabliert.

 

Dann ging es zu dem Haus von Frau Bertels. Jetzt kamen ihr doch Bedenken. Selbst als „Klein Iwi“ verkleidet fühlte sie sich plötzlich zu durchschaubar. Zuerst hatte Frau Bertels geöffnet und wie zu erwarten, alle Anwesenden mit Süßigkeiten überhäuft. Ihr Kostüm fand sie besonders genial. Die Tatsache, dass Frau Bertels sie nicht erkannte, stärkte ihr Vertrauen. Nun kamen die Mieter dran. Einer nach dem anderen. Schließlich stand ER in der Tür.

 

Sie hatte sich ein wenig im Hintergrund versteckt, aber er konnte bestimmt ihr Herz selbst aus dieser dunklen Ecke heraus laut schlagen hören? Dann passierte das Unglaubliche. - Ausgerechnet er verteilte keine Süßigkeiten. Ausgerechnet er sollte den Trick bekommen. Ja – er verlangte ihn geradezu!

 

Das war ihr Einsatz! Wie besprochen hatten die Kids schon eine Gasse gebildet. Nun warteten alle gespannt auf ihr Handeln. Sie durfte sie nicht enttäuschen. „Also los! It's Showtime!“ Langsam aber mit festem Schritt ging sie auf ihm zu. Sie bemerkte, wie seine Aufmerksamkeit wuchs. Angespannt stand er da, fast wirkte er ein wenig hilflos. Das gab ihr die nötige Sicherheit sich ihm weiter zu nähern. Er konnte sie nicht erkennen, schließlich war sie nun „Klein Iwi“! Das war ihre Chance! Sie stand ihm nun ganz nah, direkt an seinem Ohr.

 

Ein Hauch nur: Es sollte nur ein Hauch werden, so zärtlich wie möglich.   „Trick.... or Treat?“, flüsterte sie. Sekunden danach wirkte er nur noch erstarrter, seine Nackenhaare stellten sich auf. Wie süß! Er reagierte auf sie… ausnahmsweise mit derselben Anspannung, die sie sonst bei ihm empfand. Nun wagte sie es auch ihn zu küssen. Selbstverständlich erst mal nur auf seine Wange. Himmel was für ein Gefühl. Seine kleinen grauen Bartstoppeln kribbelten so schön, sie konnte gar nicht genug von ihnen - von ihm bekommen. Vorsichtig küssend näherte sie sich behutsam seinen Lippen. Sie zögerte. Ob sie wohl…? Konnte sie es wagen? Einen Kuss auf seinen Mund… würde er das zulassen? Würde er das wollen?

 

In diesen Augenblick nahm er ihr die Entscheidung ab. Spontan hatte er sich ihr zugewandt. Nun lagen ihre Lippen aufeinander, berührten sich – zaghaft. Sie spürte seine Sehnsucht, wurde mutiger, stürmisch geradezu. Er öffnete seinen Mund um ihre Zunge zu empfangen und zog sie gleichzeitig fest an sich. Erneut lag sie sicher und geborgen in seinen Armen. Nie hätte sie mit derartigem Verlangen gerechnet. Noch ein bisschen… mehr… ihn nur noch weiter küssen. Sie wollte, konnte diesen Kuss nicht unterbrechen.

 

Die Kinder fingen schon an zu kichern. Klar wie vereinbart schwärzte sie mit ihrer Schminke sein Gesicht. Vielleicht bekamen die Kleinen aber auch die erotische Spannung zwischen ihnen mit? Kinder kichern gerne mal, wenn sie Erwachsene ineinander verliebt sehen.

 

Dies Gekicher lenkte ihn ab. Sie bemerkte sofort, wie seine Gedanken sich von ihr entfernten. Das musste sie ändern. Verspielt zwickte sie ihn in seine Pobacke. Wow! Wie knackig stramm sie sich anfühlte! Wenn sie so weitermachte, würde sie sich selbst mehr in Verführung versticken, als ihn. Ob er wohl scharf auf sie war? Das würde sie gleich wissen. Langsam strich ihre Hand an seinem Schenkel nach unten, um behutsam zwischen seinen Beinen wieder hochzufahren. Würde er zulassen, dass sie es fühlte, ihn dort berührte? Ja – er ließ! Wie steif er war, wie herrlich fest seine ... sie vergaß sich. Erst als er kurz aufkeuchte, holte er sie in die Realität zurück. „DIE KINDER! NICHT VOR DEN KINDERN.“ Sie musste ihr vereinbartes Spiel einhalten. Auch wenn sie es eigentlich gar nicht mehr wollte. Sie löste den Kuss und tat furchtbar erschrocken:

 

„Seht - seine Seele ist schon ganz schwarz geworden! – Lauft Kinder, lauft!“

 

Das war das vereinbarte Zeichen! Mit einem großen Aufschrei liefen alle Kinder davon. Auch sie löste sich von ihm, um in die Dunkelheit zu verschwinden. Sie musste sich erst einmal sammeln. Das eben Erlebte verarbeiten – ihre Gefühle zu ihm. Hinter einem Busch lehnte sie sich mit geschlossenen Augen an die Wand seines Hauses. „Viel zu nah – du bist ihm viel zu nah! - Hoffentlich findet er dich nicht!“, betete sie leise. Als sie vorsichtig nachsah, stand er noch immer da, wo sie ihn verlassen hatte und schaute verwirrt in die Nacht. Er schien nachdenklich, fast wirkte er traurig.

 

Hatte sie ihn so tief berührt? Konnte es sein, dass er ähnlich stark für sie empfand? Obwohl er sie nicht kannte? Inzwischen war er zurück ins Haus gegangen. Erleichtert atmete sie auf. Gleichzeitig vermisste sie seine Nähe. Das Licht zum Bad ging an, wahrscheinlich hatte er inzwischen ihre schwarzen Spuren in seinem Gesicht entdeckt. Unwillkürlich musste sie schmunzeln. Ob er wohl verärgert war, über ihren Streich? Sie hörte das Rauschen der Dusche. Am liebsten hätte sie sich zu ihm ins Bad gestohlen. Nur mit Mühe verkniff sie sich weitere Ausschweifungen ihrer Fantasie. Ihr war eine Idee gekommen, dafür musste sie aber schleunigst nach Hause.

 

So, sie war wieder zurück. Stand in seinem Garten. Auf einer Klopapierrolle hatte sie in Horrorschrift „Trick or Treat? geschrieben. Es handelte sich dabei um spezielle Farbe, die im Dunkeln leuchtete. Das würde einen Spaß geben. Unter ihrem Mantel verborgen beleuchtete sie diese Rolle intensiv mit ihrer Taschenlampe. Er hatte seine Balkontür offen – wie praktisch. Kurz visierte sie ihr Ziel an und warf. Plong, die Rolle landete neben ihr auf dem Rasen. Himmel – im Werfen war sie schon immer schlecht gewesen. Nach etlichen Fehlversuchen klappte es – endlich - mitten durch die Balkontür. Das laute Aufpoltern ließ sie zusammenzucken, hoffentlich war nichts zu Bruch gegangen. Schnell versteckte sie sich. Im Wohnzimmer brannte Licht und so sah sie ihn kurz, bevor das Licht erlosch. Hatte sie sich verguckt? Oder er wirklich nackt gewesen?

 

Als er auf den Balkon trat, wusste sie es genau. Sie hatte sich nicht geirrt. Im Mondschein sah sie deutlich seinen nackten Oberkörper. Ihr stockte der Atem. Er spähte in die Dunkelheit. Sie duckte sich noch tiefer in den Strauch, den sie zum Schutz auserkoren hatte. Als er sich nach einer Weile an seine Balkontür lehnte erkannte sie, dass er ein Handtuch um seine Hüften trug. Sie ertappte sich doch tatsächlich dabei, dass sie enttäuscht noch mal genauer hinsah und wurde sogleich aufmerksam, als sie bemerkte wie eine Hand unter seinem Handtuch verschwand. Sollte er etwa…? War ihm nicht zu kalt? Anscheinend waren seine Gedanken heiß genug, denn ein kurzes Befeuchten seiner Finger bestätigte ihre Vermutung. Ob er an sie dachte? Wahrscheinlich!

 

Also wirklich – und das ohne sie? Sie zog ihr Handy unter den Mantel, navigierte kurz, fand was sie suchte und wählte. „RING RING! RING RING! RING RING!“ „Na  los! - geh endlich dann!“ RING RING! RING RING!“ Nun verschwand er vom Balkon. Kurz darauf hörte sie seine Stimme. „Hallo?“, fragte er, und seine Stimme klang nicht erfreut. Den Grund seiner Verstimmung kennend, ließ sie sich nicht beirren und flüsterte sanft lächelnd: „Trick or Treat?“ Es entstand eine längere Pause. War er überhaupt noch in der Leitung? „Woher haben Sie meine Telefonnummer?“ Was für ein Stimmungswandel, all sein Ärger schien verflogen, seine Stimme klang fragend – interessiert. Sie wollte nicht darauf eingehen, das hätte zu viel über sie verraten, daher wiederholte sie nur ihre Frage - allerdings wesentlich leiser, so, als ob sie sich von ihm entfernen würde. Kurz bevor sie auflegte, vernahm sie noch sein: „Warte – bitte!“ Zu spät! Sie hatte aufgelegt. Nachdenklich betrachtete sie ihr Handy. Was sollte sie nun tun? Zu ihm hingehen? Einfach so? Ja!

 

Sie klingelte – es dauerte. Zweifel überkamen sie. Was dachte sie sich eigentlich? Durfte sie als Frau so handeln? Das Licht im Flur ging an. Sie spürte fast, wie er die Treppe herunter hastete. Nein – sie konnte nicht einfach so stehen, an seiner Tür stehen. Sie würde ihr Gesicht verlieren. Schnell rannte sie davon. Dabei verlor sie einen ihrer Zettel auf dem sie zur Probe „Trick or Treat“ geschrieben hatte. Zwar bemerkte sie es, aber es war zu spät ihn zu holen. Er kam schon. Schnell sprang sie ins nahe Gebüsch. Hoffentlich hatte er das krachende Geäst nicht gehört.

 

Mit klopfenden Herzen beobachtete sie den Mann, der ihr so viel bedeutete, der sie in ihren Gefühlen so tief verwirrte, dass sie nicht mal den Mut aufbrachte, sich ihm zu stellen. Er fand den Zettel, las ihre Nachricht, zerknüllte sie. Da hatte sie es. Der Bogen war überspannt! Es war AUS! Er drehte sich um – schritt ins Haus. Sie hockte noch eine Weile da - verärgert über ihre Feigheit. Nun war es gelaufen.

 

Erneut ging das Licht im Flur an, mit ihm die Hoffnung in ihr. Sollte er etwa…? Ja, er legte etwas auf die Treppe. Dann ging er wieder zurück ins Haus. War das eine Falle? Geduldig wartete sie, aber nichts tat sich. Angespannt schlich sie schließlich näher. Sie fand ihren Zettel. Er hatte geantwortet! TREAT! Unter ihre Frage hatte er groß TREAT geschrieben. Er wollte sie noch immer!

 

Ihr Herz schlug höher vor Freude. Schnell setzte sie einen Smilie unter seine Antwort. Sie klingelte und hörte durch die Gegensprechanlage seine Stimme: „Treat – bitte schön! Ich werde zärtlich sein und nur Dinge mit deinen Einverständnis machen. Wenn du Zweifel hast, kann ich das verstehen. Schließlich kennen wir uns nicht – doch dann bitte ich dich, für immer zu gehen! Ansonsten kannst du kommen wann immer du magst.“

 

 

Erneut fand sie nicht den Mut zu bleiben. Im Weglaufen hörte sie noch ... „Über einen Besuch von dir würde ich mich sehr freuen!“

 

Verflucht was wollte sie eigentlich noch? Er hatte doch ihr Herz längst für sich gewonnen. Woher kam ihre Angst sich komplett zu verlieren. Er wirkte so überwältigend auf ihre Gefühlswelt wie kein Mann zuvor und wenn er schon ihr Herz hatte, war dann nicht alles andere egal?

 

Eine Entscheidung musste her! „Willst du ihn? Ja! - Dann solltest du es wagen! Oder ihn für immer vergessen!“ Sie wusste nicht, wie lange sie überlegend im Gebüsch gekauert hatte. Sie bemerke aber seinen nächtlichen Spaziergang. „Schau mal er sucht nach dir! - So stark ist auch seine Sehnsucht! Bitte! Wovor hast Du Angst?“, fragte ihre innere Stimme.

 

Ihr Entschluss stand nun fest – ENDGÜLTIG! ER würde sie bekommen!

 

Aber es sollte schon etwas Besonderes werden. War die Balkontür noch immer auf? Ja! Eine Idee keimte in ihr auf. Sie würde ihm heute Nacht im Traum erscheinen. So wie es sich für ein Irrlicht gehört. Oh hoffentlich klappte alles so, wie sie es sich gerade in ihrer Fantasie ausmalte. Sie kletterte den Balkon hinauf. Versteckte sich ... wartete bis er schlafen ging. Als sie sich sicher war, das er schlief schlich sie sich an sein Bett. Der Mond schien in sein Gesicht. Wie entspannt er aussah – wie schön. Sie musste ihn einfach streicheln. Er schien ihre Berührungen zu spüren, wurde aber nicht wach. Vorsichtig kuschelte sie sich an ihn. Noch immer schlief er tief und fest. Nun wagte sie es ihn zu küssen. Er reagierte nun immer deutlicher. Als er sie plötzlich packte und unter sich begrub, hätte sie vor Schreck fast laut aufgeschrieen. Schnell erkannte sie aber, dass er noch immer im Halbschlaf war. Gab es so etwas?

 

Da musste sie doch mal andere Geschütze auffahren, oder? Energisch drehte sie ihn auf den Rücken. Ihre Hände strichen dabei über seine Brust. Sie nahm sich die Knöpfe seines Schafanzuges vor. Provozierend langsam öffnete sie Knopf für Knopf. Die freigelegte Haut wurde dabei sogleich im spielerischen Wechsel von streichelnden Fingern oder fordernden Küssen empfangen. Es wirkte! Mit jedem Kuss wurde er wacher. War es ein Wunder? Schließlich arbeitete sie sich immer tiefer zu seinem sehr hart gewordenen großen „Freundenspender“ vor. Als die ihn behutsam auspackte, war er vollends wach.

 

„Schön, dass du da bist! Wie bist du hereingekommen?“, begrüßte er sie mit rau belegter Stimme. „Über den Balkon.“, gab sie wahrheitsgemäß Auskunft. „Aber ich wohne im zweiten Stock“ - „Vielleicht kam ich geflogen?“, konterte sie. Nachdenklich schaute er sie an. Er glaubte doch nicht etwa, dass sie fliegen konnte? „Nein – ich kann gut klettern! Sehr gut sogar!“, korrigierte sie sich schnell. „Soll ich es beweisen?“ Sie schwang ihr Bein über seine Hüfte. Wie gut, dass sie ihr Höschen im Garten gelassen hatte. So konnte sie ihn spüren, nackt genießen – und er fühlte sich gut an. „Bist du ein Traum oder real?“, fragte er verwirrt. „Wie wäre es mit einem real gewordenen Traum?“

 

Sie wollte ihn spüren. „Wonach genau fühlt es sich denn an?“ fragte sie, während sie gleichzeitig sein Glied nahm, um sich selbst genussvoll damit zwischen ihren Schamlippen zu streicheln. Wie gut er sich anfühle. Kraftvoll, warm und gleichzeitig so weich. Noch mal! Sie wollte ihn unbedingt erneut dort fühlen. Sie wiederholte ihr Spiel. Mit jedem genussvollen Streicheln wurde sie feuchter.

 

Er richtete sich auf, strich durch ihre kurzen schwarzen Haare. „Du wirst dich einschwärzen!“, meinte sie. „Vielleicht sollten wir das Ganze lieber abbrechen. Warte bis ich mich geduscht habe!“

 

„Das ist mir egal – bitte bleib!“ flehte er. „Darf ich?“ Er begann den ersten Knopf ihrer Bluse aufzuknöpfen. Wieso fühlte es sich nur so aufregend an? Ihre Brustwarzen richteten sich sogleich auf. Sie bemerkte das leichte Zittern seiner Hände. Er war mindestens so angespannt wie sie.

 

Eindringlich betrachtete er ihren Körper. Hatte er sie erkannt? Es schien ihr nicht so. Wenn er doch nur ... Endlich hatte er ihre Bluse geöffnet. Mit einem Ruck fühlte sie ihre Brüste vom Stoff befreit. Sie streckte sie ihm förmlich entgegen. Gleichzeitig ließ sie die Bluse geschickt von ihren Oberkörper gleiten. Behutsam berührten seine Hände ihre Brüste. Ihre Brustwarzen richteten sich noch stärker auf. Leise stöhnend ließ sie sich nach hinten sinken.

 

Er folgte ihr – ihren Brüsten, um sie zu bedecken, sie zu küssen. Ihr Atem wurde intensiver.

 

 

Seine Hand tastete zum Nachtschränkchen.

 

„Was hast du da, ein Kondom? Hast du Aids?“, fragte sie ihn. „Nein – du?“, war seine Antwort.  Sie schüttelte verneinend ihren Kopf. „Woher willst du das so genau wissen?“, wollte er wissen. „Ich gehe regelmäßig Blut-Spenden!“, gab sie lächelnd zur Antwort. „Und du?“ - „Ich habe es testen lassen, nachdem ich meine Freundin inflagranti erwischt hatte. Und danach hatte ich keinen Sex mehr!“

 

„Aha?!“ erwiderte sie erstaunt. Das war mal ehrlich. Er wirkte regelrecht verlegen. Es machte ihn ihr nur sympathischer.

 

Sie bemerkte seine unterschwellige Trauer. Das musste sie verhindern. Sie hatte auch schon eine Idee. Sie nahm ihm das Kondom ab, strich es über seine Kuppe. Ihr Mund saugte ihn nun in das Kondom regelrecht hinein, während ihre Finger geschickt das Herunterrollen übernahmen. Mit einem lustvollen Aufstöhnen bäumte er sich auf, ließ sich dann aber entspannt zurückfallen, um sich ihrer Verwöhnkunst hinzugeben. WAHNSINN – wie sensibel er reagierte. Seine genussvollen Reaktionen sprangen auf sie über. Sie wollte ihn erneut zwischen ihren Schenkeln. Jaaa! Deutlich nahm sie seinen Pulschlag am Zentrum ihrer Lust wahr. Sie fühlte sich mehr als nur bereit.

 

„Hmmmm- ich möchte dich spüren!“, stöhnte sie „Ohne Kondom!“

 

Er erfüllte ihren Wunsch sofort. Er zog ihn komplett heraus, streifte den Verhüter mit nur einer Handbewegung ab, um gleich wieder tief in sie einzutauchen.

 

 

Jaaaaaa! Es war eine wahre Gefühlsflut, die nun über ihr hineinbrach. Sie konnte nicht länger warten… würde gleich kommen. Er spürte es – passte sich ihr an. Tief und tiefer drang er in sie ein. Dann war es soweit. Sie beide kamen, verschmolzen in genussvollen Zuckungen. Sie waren vereint – endlich! Tiefe Entspannung überkam sie. Seligkeit. Einander umarmt schliefen beide ein.

 

Als sie wach wurde, schlief er fest. Vorsichtig löste sie sich von diesem Traum von einem Mann! Halloween war nun vorbei – „Klein Iwi“ musste gehen.

 

Sie hinterließ ihm zum Abschied eine Nachricht:

 

Thanks 4 Treat!

Danke für das besondere Vergnügen!

 

Klein Iwi (das Irrlicht)

 

 

 

Es würde Stunden dauern, die Schminke restlos zu entfernen. Am besten bei einem heißen Bad.

Die Zukunft würde zeigen, ob sie in seiner Nähe unbefangen sein konnte. Nur so hatte ihre Liebe eine Chance. Der erste Schritt aber war getan. Sie wusste, die Tür zu seinem Herzen stand ihr offen.

 

Zumindest als „Klein Iwi“ - und zu Halloween!

 

© Azraela                                                                                       Ihre Meinung?

 

 

 








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