Pilzgeschichte

 

"Oh je!" seufzte er, als die Bedienung die Platte mit dem Jägerbraten vor ihm abstellte. Champignons aus der Dose statt frischer Pilze! Klar, auf der Speisekarte stand ja auch nur "...mit Pilzen..."  "Nicht zufrieden?" fragte es vorsichtig von gegenüber. Er schrak zusammen. Verflixt, sie hatte seinen Seufzer gehört! Wie blöd von ihm, denn sie war die letzte, der er seine Unzufriedenheit spüren lassen wollte. Schließlich war sie es gewesen, die den Abteilungsausflug organisiert und diesen Waldgasthof ausgesucht hatte. "Doch, doch...!" stotterte er und wurde rot über beide Ohren. Wie hatte er sich gefreut, dass sie ihm gegenüber  Platz genommen hatte!  Es gab genug Kollegen, die sie gerne als Tischnachbarin gesehen hätten, denn sie war der "Sonnenschein" der Abteilung. Jeder mochte sie wegen ihrer fröhlichen Art und ihrer besonderen Ausstrahlung. In ihrer Nähe konnte man nicht missmutig sein.

 

"Aber du schaust so, als ob du eine Fliege in der Soße entdeckt hättest!" hakte sie nach. "Nein, nein, es ist alles in Ordnung, nur...die Pilze..." "Wenn du noch ein paar mehr haben möchtest, ist das hier kein Problem. Wir brauchen es nur der Bedienung zu sagen!" versuchte sie ihm weiterzuhelfen. "Nein, nein...es war etwas anderes..." "Ja was denn?" wollte sie wissen und er meinte, einen leicht genervten Unterton zu hören. Deshalb blieb ihm nun nichts anderes übrig, als mit der Sprache herauszurücken: "Ach, bei Jägerbraten mit Pilzen stelle ich mir immer frische Waldpilze vor, wenigstens Pfifferlinge. Deshalb war ich enttäuscht über die Dosenchampignons!" "Aha, ein Feinschmecker also!" neckte sie ihn. "Das nicht, aber ein Pilzliebhaber!" entfuhr es ihm spontan. Dann spießte er eines der kleinen, runden Dinger auf, tunkte es in die Soße und schob es in den Mund. "Aber die Soße ist gut!" lenkte er ein und stellte dabei erleichtert fest, dass sich ihre leichte Anspannung löste und sie ihm freundlich einen guten Appetit wünschte. Nun erhielt auch sie ihre Bestellung und er wünschte ihr ebenfalls einen guten Appetit. Sie blickte auf und einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke. Sie lächelte ihn an und sagte "Danke!". Und es war ein Ton ihn ihrer Stimme, der sein Herz schneller schlagen ließ.

 

Connie, wie sie genannt wurde, war nicht hübsch im landläufigen Sinne, aber apart: Schlank, dunkle, kurze Haare und freundliche, braune Augen. Und sie hatte einfach eine Aura, die jeden in seinen Bann zog. Um so mehr verstanden die Kollegen nicht, dass sie noch nicht "in festen Händen" war, obwohl schon einige der Junggesellen versucht hatten, bei ihr zu landen. Als er in die Firma kam,  war sie es gewesen, die ihn begrüßt und herumgeführt hatte. Obwohl er von ihr sehr angetan war, hatte er nie versucht, ihr näher zu kommen. Irgendwie meinte er, es nicht wert zu sein. Er war weder ein Spaßvogel noch ein charmanter Plauderer. Als besonders männlich und attraktiv empfand er sich ebenfalls nicht. Er kam vom Land, war in der Natur aufgewachsen und brauchte sie auch, um das Leben in der noch fremden Großstadt und den Berufsstress zu ertragen. So verbrachte er einen großen Teil seiner Freizeit mit langen Wanderungen oder Radtouren in der abwechslungsreichen Umgebung der Stadt.

 

Inzwischen hatten sich an seinem Tisch lebhafte Gespräche entwickelt. Er versuchte, sich zu beteiligen, aber so richtig mit seinen Gedanken war er nicht dabei. Verstohlen schaute er immer wieder zu Connie. Er bewunderte, wie sie die Gespräche bereicherte, mit ihren Ideen und Kommentaren Dinge auf den Punkt brachte  und ausgleichend wirkte, wenn die Meinungen einmal zu heftig aufeinander prallten. Nach dem Dessert lösten sich die Tischgruppen auf. Er stand auf und trat auf die Terrasse des Gasthauses. Die Luft war kühl und frisch und um den hier versammelten Rauchern zu entgehen, schlenderte er in die äußerste Ecke der Terrasse. Hinter dem Gasthaus erstreckte sich noch ein Stück Wiese, aber dann begann gleich ein alter, hoher Buchenwald. In der Ferne erkannte man im Abendlicht die sanften Wellen des Schwarzwaldes. Er versuchte gerade, die höchsten Erhebungen einzuordnen, als Connie neben ihn trat. "Schön, dieser Blick, nicht wahr?"  "Ja, sehr schön. Ich kannte dieses Gasthaus noch nicht. Es ist prima, dass du den Ausflug hier her organisiert hast." "Danke, Michael, es freut mich, dass es dir hier gefällt. Auch wenn die Pilze nicht ganz deinen Vorstellungen entsprochen haben...!" Sie lächelte dabei und es klang mehr wie eine Entschuldigung. Er wurde verlegen und meinte nur: "Tut mir leid, diese Bemerkung war dumm von mir. Vergiss es!" Sie lachte und erwiderte freundlich: "Aber so habe ich wenigstens erfahren, dass du ein Pilzliebhaber bist. Von dir erfährt man ja sonst nichts aus deinem Privatleben!"

 

Da musste er ihr recht geben. Er erzählte nie von sich aus, was er in der Freizeit unternahm. "Dann sammelst du auch Pilze?" wollte sie wissen. "Ja, seit meiner Kindheit schon. Es macht Spaß und ist oft richtig spannend." Dann erzählte er von typischen Standorten mancher Pilze, welche Witterung besonders günstig sei, von der Entdeckerfreude und dem Stolz über einen besonders seltenen Pilz. Sie hörte aufmerksam zu, doch dann wurden sie durch laute "Connie, Connie!" -Rufe von der Terrassentüre her unterbrochen. "Ja, ich komme!" rief sie zurück. Im Gehen drehte sie sich kurz um und sagte: "Aber nicht gehen, ohne dich bei mir zu verabschieden!"

 

Er folgte ihr langsam in die Gaststube zurück, wo der Abteilungsleiter gerade zu einer Dankesrede für Connie ansetzte. Aber die Worte rauschten an ihm vorbei, zu sehr fuhren seine Gefühle Achterbahn in seinem Inneren. Connie bekam einen Blumenstrauß überreicht und sie bedankte sich charmant bei den Kolleginnen und Kollegen dafür. Während alle begeistert klatschten, suchten ihre Blicke nach ihm und ein warmes Gefühl durchzog sie, als sie ihn etwas verlegen in der hintersten Reihe stehen sah.

 

Es bildeten sich wieder Grüppchen und er wurde in ein Fachgespräch verwickelt. Er musste sich sehr konzentrieren um bei der Sache zu bleiben, denn immer wieder hörte er ihr fröhliches Lachen von der anderen Seite des Raumes. Endlich verabschiedeten sich die ersten und auch er wollte die Gelegenheit nützen, sich auf den Heimweg zu machen. Das Wochenende stand bevor und er hatte geplant, eine längere Wanderung zu unternehmen. Connie saß noch in einer fröhlichen Runde, doch als er neben sie trat, stand sie auf. "Du willst gehen?" fragte sie leise. Er nickte. Als er ihr die Hand geben wollte, zog sie ihn zu einer kurzen Umarmung heran und sagte leise "Warte noch am Auto! Ich möchte dich etwas fragen, aber nicht hier!"  Er verabschiedete sich bei der Tischrunde mit einem Winken und verließ mit klopfendem Herzen das Gasthaus.

 

Inzwischen war es Nacht geworden. Die Lampe über der Tür erhellte nur einen kleinen Halbkreis vor dem Haus, dahinter war es stockfinster. Vorsichtig tauchte er in das Dunkel ein und wartete, bis sich die Augen an die Finsternis gewöhnt hatten. Er fand seinen Wagen und blieb neben ihm stehen. Sein Körper glühte trotz der Nachtkühle. Nach endlosen Minuten huschte ein Schatten durch die parkenden Wagen auf ihn zu. "Hallo“, flüsterte Connie, "Entschuldige, dass du noch warten musstest. Aber ich möchte dich noch etwas fragen: Würdest du mich mal mitnehmen?" "Wie mitnehmen?" fragte er verwirrt. "Na, zum Pilzesammeln! Du hast es so schön beschrieben, dass ich dich gerne einmal dabei begleiten möchte!"  Sein Herz machte einen Freudensprung. Mit klopfendem Herzen schlug er vor:  "Wie wäre es gleich am Sonntag? Ich hatte sowie so vor, in den Schwarzwald zu fahren."  "Ja, das geht“, erwiderte sie, "rufe mich morgen in der Mittagszeit an. Dann sagst du, was ich mitbringen muss. Ich freue mich!" Und ehe er noch etwas sagen konnte, war sie wieder in der Dunkelheit verschwunden.

 

"Wir sind da!" Er lenkte den Wagen von der schmalen, kurvigen Landstraße auf einen versteckten Waldparkplatz. Die Stunde, die sie von der Stadt bis hier her gebraucht hatten, war wie im Flug vergangen. Sie hatten sich viel zu erzählen, doch ein Thema umgingen sie. Keiner fragte nach dem "Privatleben", nach Familie oder Beziehungen, als ob sie Angst davor hätten, enttäuscht zu werden.

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Sie stiegen aus und atmeten tief die frische, würzige Waldluft ein. Er streckte sich, um seine Schultern nach der Fahrerei zu lockern. Dabei rutschte sein T-Shirt nach oben und gab den Blick frei auf seinen muskulösen Bauch. Als er bemerkte, dass sie ihn dabei beobachtete und ihr Blick an dieser Körperpartie hängen geblieben war, wurde er verlegen und zog schnell das Shirt wieder über den Bauch. Sie ließ sich nichts anmerken, doch sie wünschte sich plötzlich, mit ihrer Hand dort einmal darüberstreichen zu dürfen. Aber bevor sie weiter dieser Vorstellung nachhängen konnte, hatte er den Kofferraum geöffnet und zwei Spankörbe herausgenommen. Er drückte ihr einen in die Hand und sie entdeckte ein Klappmesser darin. "Ein Messer? Wozu brauche ich das? Zur Verteidigung?" fragte sie und schaute ihn dabei schelmisch an. "Nein“, lachte er, "zum Abschneiden der Pilze. Das ist schonender als das Herausreißen, denn dabei wird das Pilzgeflecht beschädigt und es wachsen keine neuen Pilze an dieser Stelle nach. Ich werde es dir zeigen."

 

Nach wenigen Schritten verließen sie den Weg und tauchten in das Dämmerlicht des Waldes ein. Sie spürte, wie sie von einer Art Jagdfieber erfasst wurde. Aufmerksam glitten ihre Blicke über den Waldboden und suchten nach dem ersten Pilz. Er lief in einigen Metern Abstand neben ihr.  Da, aus dem vorjährigen Laub schaute eine  braunrote Kappe heraus und darunter entdeckte sie einen graugestreiften Stiel. "Ich hab' was gefunden, schau' mal, Michael!" Er kam zu ihr und hockte sich neben sie. "Du startest deine Pilzsammlerkarriere nicht schlecht! Ein prächtiger Birkenpilz. Der gibt ja schon ein halbes Pilzgericht!" freute er sich über ihren Fund. "Wieso heißt er Birkenpilz?" "Weil er nur unter Birken wächst, sozusagen eine Symbiose! Und wenn wir Glück haben, gibt es hier noch ein paar mehr davon." Dann zeigte er ihr, wie man den Pilz fachgerecht abschneiden sollte und legte ihn vorsichtig in ihren Korb. Leider fanden sie trotz aufmerksamer Suche nur noch ein altes Exemplar.

 

Langsam gingen sie weiter. Er blieb neben ihr, obwohl das für das Pilzesuchen nicht so ökonomisch war. Doch ihr nahe zu sein war ihm mehr wert als ein paar Pilze, die ihm so entgingen. Sein geschultes Auge entdeckte natürlich die braunen, grünen, roten und gelben Pilzhüte oft schneller als sie, aber er ließ ihr immer die Chance, selbst die Pilze zu finden. Mit jedem Pilz stieg ihre Freude am Sammeln und ihre Wangen glühten vor Begeisterung. Langsam füllten sich ihre Körbe mit ein paar Maronen, einigen weiteren Birkenpilzen, mit jungen Perlpilzen und Butterpilzen, die sie am Rand einer Schonung entdeckten. Zu allen Pilzen wusste er etwas zu erklären und sie begann, seine Kenntnisse zu bewundern. Nachdem sie die klebrigen Hüte der Butterpilze von Grashalmen und kleinen Blättern gereinigt hatten, meinte er: "Mal schauen, ob wir auch ein paar Pfifferlinge finden. Dazu müssen wir aber in diese Schonung kriechen. Das könnte etwas kratzig werden!" "Macht nichts, probieren wir es!" erwiderte sie voller Tatendrang und schon verschwand sie gebückt unter den niedrigen Zweigen. Eine ganze Weile hörte man nichts weiter als das Rascheln der beiseite geschobenen Zweige und das Scharren der Spankörbe. Doch dann rief er: "Komm, ich hab' was!" Es war ein ergiebiges Pfifferlingsnest und eifrig ernteten sie diese Stelle ab.

 

Nach wenigen Metern endete die Schonung und sie traten in den lichten Hochwald hinaus. Er schüttelte sich die Tannennadeln aus dem Haar und sie folgte seinem Beispiel. Er beobachtete sie dabei und eine Welle von zärtlicher Zuneigung überflutete ihn. Als ob sie es gespürt hätte, blickte sie ihn lächelnd an, streifte ihm noch ein paar Ästchen  und Nadeln vom Arm und nahm dann seine Hand. "Michael, es ist so schön mit dir, ich fühle mich so wohl in deiner Nähe!" flüsterte sie. "Ich auch, ich kann es noch gar nicht begreifen, dass du hier bei mir bist!" erwiderte er. Dann zog er sie an sich, seine Lippen berührten erst vorsichtig ihr Haar, doch als sie sich an ihn schmiegte, nahm er all seinen Mut zusammen, legte die Hände um ihr Gesicht und küsste sie vorsichtig auf den Mund. Als er sich von ihr lösen wollte, zog sie ihn wieder heran und sie versanken in einem langen, nicht enden wollenden Kuss. Atemlos standen sie dann voreinander, strahlten sich etwas verlegen an und fanden keine Worte. "Machen wir uns auf den Rückweg, das Picknick wartet!" ergriff er die Initiative, nahm sie bei der Hand und ohne nach weiteren Pilzen Ausschau zu halten, wanderten sie Hand in Hand zum Waldparkplatz zurück.

 

Die Pilzkörbe verschwanden im Kofferraum, dafür holte er eine Decke und einen von einem dünnen Tuch abgedeckten Korb heraus. "Komm, wir suchen uns ein sonniges Plätzchen und machen ein zweites Frühstück!" lud er sie ein. Sie brauchten nicht weit zu gehen, bis sie ein grasbewachsenes, sonniges Fleckchen fanden. Als er alle Köstlichkeiten ausgebreitet hatte, konnte sie nur noch bewundernd sagen: "Das ist ja ein Frühstücksbüffet wie im Grandhotel!" Er lachte und meinte:" Bei solch einem Gast musste ich mir ja auch Mühe geben!" Sie sah ihn zärtlich an und fragte: "Darf ich dir dafür eine Entschädigung anbieten?" Dann rutschte sie nahe an ihn heran und streckte ihm ihren Mund zum Kuss entgegen. "Akzeptiert!" flüsterte er und küsste sie zärtlich. Dann widmeten sie sich dem herzhaften Picknick, bis auch das letzte Krümelchen verschwunden war.

 

Satt und etwas müde lagen sie dann nebeneinander auf der Decke, blickten in das grüne Blätterdach und ihre Finger spielten miteinander. Eine ganze Weile schwiegen sie und genossen die Nähe. "Connie, ich muss dich etwas fragen," durchbrach er die Stille. "Ist es wichtig? " meinte sie etwas schläfrig. "Ja, für mich schon," erwiderte er. "Gut, dann frage," brummte sie, "aber nichts Unmoralisches bitte!" Er lachte. "Nein, dass nicht. Ich will nur wissen, ob du heute Abend mit mir zusammen die Pilze zubereiten willst!" "Ein alleinstehender Herr lädt eine alleinstehende Dame  zum gemeinsamen Kochen am Abend ein - hoppla, das nennst du kein unmoralisches Angebot?" erwiderte sie mit gespielter Empörung. "Ich habe nur an die Pilze gedacht, nicht an die Moral!" konterte er. Dann aber wurde er ernst. "Stimmt das mit der "alleinstehenden Dame"? wollte er wissen. "Ja, es stimmt", entgegnete sie leise. Ungläubig fragte er nach: "Du bist so beliebt und anerkannt im Betrieb, da hast du doch sicher genug Verehrer zur Auswahl gehabt?" "Das schon, aber es ging nicht!" "Wieso ging es nicht?"

 

Er hatte sich aufgerichtet und sah, wie sie mit sich rang. "Ich will dir nichts verheimlichen. Du bist nicht der erste Mann in meinem Leben, ich war schon liiert, mehrere Jahre lang: Aber es wurde nichts, weil..." sie stockte und er sah, wie sie mit den Tränen kämpfte. Er streichelte ihr über das Gesicht und sagte tröstend: "Wenn es dir schwerfällt darüber zu sprechen, dann musst du es mir nicht erzählen!" Sie lächelte ihn dankbar an. "Doch, ich muss es dir erzählen, denn ich will keine Geheimnisse vor dir mit mir herumschleppen. Außerdem weißt du ja jetzt, dass etwas war, und dann ist es besser, ich werde es gleich los." Stockend, mit langen Pausen, erzählte sie von einer unglücklichen Beziehung an ihrer vorherigen Arbeitsstelle, von Demütigungen und Erniedrigungen, die ihr zugefügt wurden und die sie aus Liebe, wie sie meinte, ertragen hatte.

 

Erst nachdem sie zusammengebrochen war und in psychologische Behandlung kam, schaffte sie es, sich von diesem Mann zu lösen, die Arbeitsstelle zu wechseln und neu anzufangen. "Und weil diese Wunden nur sehr langsam heilen, habe ich mich auf keine neue Beziehung einlassen können - bis jetzt. Schon als du in die Abteilung kamst, hatte ich ein gutes Gefühl bei dir. Ich habe gleich bemerkt, dass ich dir gefallen habe, aber du hast mich nicht angebaggert wie so viele andere, sondern warst immer zurückhaltend, hilfsbereit und zuverlässig. Und als du vorgestern etwas verloren auf der Terrasse standest und nach den Bergen schautest, zog es mich einfach in deine Nähe. Deine Pilzbegeisterung war so echt und hat mich so berührt, dass ich mich einfach zum Pilzesammeln einladen musste!" Sie strahlte ihn an und zog seinen Kopf an ihre Brust. Mit der einen Hand strich sie durch seine Haare, mit der anderen streichelte sie über seinen Rücken. Er versank im Duft ihres Körpers, er spürte die Wärme ihrer Haut und den Schlag ihres Herzens und fühlte in sich eine ganz große, intensive Nähe entstehen.

 

Bedrückt von dem, was er erfahren hatte, sagte er nach einer Weile: "Ich werde sehr vorsichtig bei dir sein, damit es ganz anders für dich wird. Ich will dich nämlich behalten." "Ich dich auch. Bei dir habe ich keine Angst." Vorsichtig schlüpfte sie mit ihrer Hand unter sein T-Shirt, glitt mit den Fingern langsam die Wirbelsäule hinauf und hinunter, ließ ihre Fingernägel leicht über seine Rippen schürfen, so dass wohlige Schauer durch seinen Körper liefen. Dann küssten sie sich wieder zärtlich und hingebungsvoll und nachdem ihre Hand den Rücken verlassen und unter dem Shirt zu seinem Bauch gerutscht war, zu der Stelle, die sie schon vorhin gerne berührt hätte. Nun gingen auch seine Hände auf Wanderschaft. Mit kleinen Kreisen begann er durch die Bluse ihren Bauch zu streicheln und ihren Flanken entlang zu gleiten. Sie dehnte sich wohlig unter seinen Händen und  nach einer Weile öffnete sie ein paar Knöpfe, nahm seine Hand und schob sie auf ihre warme Haut. Seine Hand begann wieder ihre Wanderungen über ihren Körper und der Druck ihrer Lippen zeigte, wie sie seine Berührungen genoss. So überließen sie sich eine ganze Weile der zärtlichen und aufregenden Erforschung ihrer Lippen und ihrer Körper.

 

"Mir wird es zu warm", unterbrach er die Zärtlichkeiten, richtete sich auf und zog sein T-Shirt über den Kopf. "Du hast es gut," beschwerte sie sich lächelnd. "Aber „oben ohne“ hier zu liegen traue ich mich doch nicht. Vielleicht gibt es noch mehr Pilzsucher." "Ich weiß was," meinte er, "einen Moment!" Er holte das leichte Tuch, mit dem der Picknickkorb abgedeckt war, faltete es zu einem Dreieck und hielt es ihr hin. "Wie soll denn das gehen?" fragte sie. "Na ja, die lange Seite unten rum führen und auf dem Rücken zubinden, die kurzen Zipfel dann hinter dem Kopf verknoten!" "Da bin ich ja gespannt, wie ich aussehe", kicherte sie, drehte ihm den Rücken zu, zog ihrer Bluse aus und öffnete ihren BH. Dann legte sie das Tuch so unter ihrem Busen um  den Oberkörper, wie er es beschrieben hatte und gab ihm die Enden zum Zubinden. Dann hob sie die Ecken der beiden Dreiecke über ihre Brüste und verknotete sie hinter ihrem Hals. Sie zupfte das Tuch noch etwas zurecht und meinte dann: "Sieht richtig gut aus und ist herrlich luftig." Als sie sich umdrehte, blieb ihm einen Augenblick die Luft weg. Das weiche Tuch umschmeichelte ihre kleinen, festen Brüste und ihre Brustwarzen zeichneten sich als kleine Hügelchen deutlich ab. Sie lächelte ihn schelmisch an: "Zufrieden mit dem Anblick?" "Ich bin hin und weg!" murmelte er, drückte sie auf die Decke und küsste sich vom Brustansatz hinauf zu ihren Lippen. Sein nackter Oberkörper ruhte auf ihrem Busen, er spürte die harten Brustwarzen und dann begann er vorsichtig, seine Brust an ihrer Brust zu reiben. Sie drückte sich ihm entgegen und ließ ihn spüren, wie wohlig dieses Gefühl für sie war.   

 

Auf einmal bemerkte er, wie ihre Hingabe nachließ. Sie löste sich von ihm, richtete sich auf und  schnupperte. "Was stinkt denn da so?" fragte sie verwundert. Ein leiser Windhauch hatte einen unangenehmen Geruch herangetragen. "Liegt hier irgendwo ein totes Tier?" "Nein, das ist nur eine Stinkmorchel." beruhigte er sie. "Eine was?" "Eine Stinkmorchel, eine Pilzart. Komm, wir suchen sie, sie ist sehr interessant." Er stand auf und zog sie empor. Langsam liefen sie in die Richtung, aus der der Geruch kam. Als er immer intensiver wurde, untersuchte er die Umgebung genauer. "Hier ist sie! Komm!" rief er plötzlich, schob ein paar Zweige zur Seite und deutete auf einen seltsamen Pilz. Auf einem weißen, zerbrechlich wirkenden Stiel saß eine schwarzbraune, länglichrunde Kappe, die feucht glänzte. "Die Stinkmorchel lockt mit ihrem Geruch Fliegen und Mistkäfer an und die verbreiten damit ihre Sporen. Schau, hier ist ihre Jugendform, das Hexenei." Er schob die Tannennadeln von einer runden Knolle, die aus dem Boden hervorbrach. Mit seinem Taschenmesser ritzte er etwas die Haut auf und schob sie zur Seite. Eine schleimige Schicht kam zum Vorschein. "Das Hexenei soll sogar essbar sein, aber probiert habe ich es noch nicht! " erklärte er lachend.

 

"Ein seltsamer Pilz!" sagte sie und sah ihn dabei mit einem sonderbaren Blick an.  Sie fasste ihn an der Hand und zog ihn zurück zu ihrer Picknickdecke. "Wenn dich der Geruch stört, können wir auch zusammenpacken." schlug er vor. "Nein, nein, überhaupt nicht!" wehrte sie schnell ab, dabei sah sie ihn wieder mit diesem tiefen Blick an, der in ihm wilde Gefühle auslöste. Sie setzte sich mit einem versonnenen Lächeln neben ihn auf die Decke. "Warum schaust du so?" fragte er verunsichert. "Das verrate ich nicht!" antwortete sie scherzend. "Warum nicht?" wollte er wissen. "Weil es unanständig war, was ich gedacht habe!" "Das will ich jetzt aber genauer wissen!" bohrte er nach. Sie lachte und sah ihn an. "Kannst du dir es nicht denken?" Als er sie verständnislos anschaute, holte sie tief Luft und erklärte etwas verlegen: "Die Stinkmorchel sieht doch aus wie ein Phallus, oder?" Er schmunzelte. "Du bist nicht die erste, der das aufgefallen ist. Mit ihrem lateinischen Namen heißt sie ja auch "Phallus impudicus", was so viel wie "unzüchtiger Phallus" heißt. Warum sie unzüchtig sein soll, verstehe ich nicht ganz, denn ich finde den Pilz ganz schön." "Das stimmt“, meinte sie," aber...ein richtiger Phallus ist doch schöner!" platze es aus ihr heraus. Lachend warf sie ihn auf den Rücken, kniete sich neben ihn und küsste ihn wild.

 

Er spürte, wie ihn die Erregung erfasste und sein Glied zu pulsieren begann. Ihre Brüste streichelten über seine Haut und dann wanderte ihre Hand wieder auf seinen Bauch. Doch nun schoben sich ihre Finger suchend unter seinen Hosenbund. Er fühlte ihre Fingerkuppen an der Spitze seiner Eichel und stöhnte auf. Sie löste sich aus dem Kuss, sah ihn ernsthaft an und fragte mit belegter Stimme. "Darf ich ihn sehen?" Er konnte nur nicken und die Augen schließen. Dann spürte er, wie sie ihm flink die Knöpfe seiner Hose öffnete, den Reißverschluss herabzog und mit ihrer Hand über sein noch verborgenes Glied strich. Dann zog sie den Bund seines Slips herunter, bis seine Eichel hervorschaute. "Ich muss ihn befreien“, flüsterte sie. Dann fasste sie ihn um die Hüfte und zog langsam seine Hose mitsamt dem Slip zu den Oberschenkeln. Sie kniete neben ihm und betrachtete still seine Männlichkeit. Er wartete innerlich bebend, was geschehen würde und fühlte, wie sein Glied hart und härter wurde und nach Berührung und - er wagte gar nicht daran zu denken- vielleicht Erlösung lechzte.

 

Dann strich ihre Hand unendlich sanft über sein Glied, ein Finger umkreiste die Eichel, nahm etwas von der ersten austretenden Feuchtigkeit auf und verrieb sie gefühlvoll über die Kuppe und den Rand der Vorhaut. Er stöhnte tief auf und bog ihr seinen Unterleib entgegen. "Nein," flüsterte sie, "es ist kein Phallus impudicus, er ist gar nicht unzüchtig, nur wunderschön!"  Sie rieb ihr Gesicht an seinem Glied, strich sanft über seine Hoden und kraulte mit der anderen Hand sein Schamhaar. Er stöhnte immer wieder leise auf, verstärkte die Berührungen mit leichten Bewegungen des Unterleibes und fuhr ihr immer wieder durch die Haare. Schließlich richtete sie sich auf, küsste ihn und fragte zärtlich: "Soll ich dich erlösen?" Er verstand, was sie meinte, nickte nur und zog nochmals ihren Kopf zu einem Kuss des Einverständnisses und der sehnsüchtigen Erwartung zu sich herab. Dann legte sie die Hand um sein Glied, feuchtete mit ihrem Mund die Vorhaut an und begann sie erst langsam, dann immer schneller und intensiver auf- und ab zu bewegen. Nachdem sie die Spitze nochmals mit dem Mund befeuchtet hatte, spannte sich sein ganzer Körper vor Lust. Mit zarten Bewegungen trieb sie ihn dem Höhepunkt entgegen bis er laut aufstöhnend sein Samen in starken Schüben vergoss.

 

Während er atemlos seinen Orgasmus abklingen ließ, wischte sie mit einer Serviette liebevoll seinen Samen vom Bauch. Dann ließ sie sich auf die Decke fallen, wandte sich ihm zu und sagte leise: "Ich habe es so gern gemacht, als ich gespürt habe, wie sehr du dich danach sehntest. Es war wunderschön." Er streichelte ihre Hand und flüsterte: "Danke!"  Und nach einer Pause, in der er wieder zu Atem kam, fragte er zärtlich: "Und du?" "Ja, ich möchte es auch!" erwiderte sie, drehte sich auf den Rücken und öffnete einladend die Knöpfe ihrer Hose. Zärtlich befreite er sie von diesen Hüllen. Sein Herz klopfte, als er sie fast nackt vor sich liegen sah. Er begann sanft über ihren Körper zu streichen, zuerst über den Bauch, dann die Beine hinab bis zu den Zehen. Dann wieder zurück, bis er ihren seidig verhüllten Busen erreichte. Vorsichtig begann er, ihre festen Brüste zu streicheln und ihre harten Knospen zu umkreisen. Sie streckte sich wohlig bei diesen Berührungen und langsam öffnete sie ihre Schenkel. Es war für ihn das Zeichen, ihr noch größere Lust zu bereiten und so glitten seine Hände die Innenseiten ihrer Oberschenkel hinauf und hinab, bis die Fingerspitzen ihre Schamlippen berührten. „Oh, ist das schön, du machst das wunderbar!“ sagte sie erregt, Sie spreizte nun ihre Beine ganz weit, so dass er mit seinen Fingern die feuchte Spalte teilen konnte. Vorsichtig kreiste sein Zeigefinger um ihre Klitoris. „Ist es so gut?“ fragte er. „Genau richtig, mach’ so weiter!“ ermunterte sie ihn schon etwas atemlos und dann begann sich schon ihr Körper zu straffen, ihr Unterleib wölbte sich ihm entgegen, ihr Atem ging stoßweise und dann konnte sie nur noch stöhnen und schließlich  mit einem lauten Schrei ihren Orgasmus verkünden. Als sie wieder zu Atem gekommen war, zog sie ihn an sich und flüsterte: “Ich hätte dich gerne in mir gespürt, aber ich nehme seither die Pille nicht.“ Nachdem sie ihn zärtlich geküsst hatte, fügte sie verschmitzt hinzu: „Ich glaube, das muss ich schnell ändern.“

 

Auf dem Rückweg hielt er an einer Raststätte an. „Es dauert nur einen Augenblick,“ entschuldigte er sich mit einem Kuss. Schon nach wenigen Minuten erschien er grinsend und öffnete kurz seine Hand, in der er ein kleines Päckchen verborgen hatte. Sie lachte auf: „Du Schwerenöter! Ich dachte, wir wollten nur die Pilze kochen!“   Und als er wieder neben ihr saß, lehnte sie sich liebevoll an seine Schulter und meinte: „Für den Nachtisch wäre dann ja auch gesorgt!“

 

©Tacet