Lust & Scham

( Homosexuell )

- Für Pierre -


 

Warum bin ich in diese In-Bar gegangen? Nur weil ganz Berlin da hinrennt? Oder gab es da noch einen anderen - tieferen - Grund? Natürlich verkehren da hauptsächlich Schwule, aber das ist es ja, was „in" ist in Berlin. Außerdem gehen da auch genügend Heteros hin. Man will schließlich gesehen werden. Und ich, warum bin ich hin gegangen? Neugier? Ja, schon! Aber auch mehr, oder? Naja, ich weiß ja nun seit einiger Zeit, dass ich kein reinrassiger Hetero bin. Zumindest meine Wünsche gehen in diese Richtung, wenn ich auch momentan wirklich nur träume...

 

Und dann sitze ich da und staune ihn an, diesen attraktiven Mann an meiner Seite. Er ist ganz sicher um die Fünfzig, also mindestens zehn Jahre älter als ich, aber er ist so gut aussehend - groß und athletisch. Seine braune Haut kontrastiert wunderbar zu seinem blonden Haar. Oh, er weiß, wie er ankommt. Geheimnisvoll wirkt er - ganz in schwarz, mit legerer Lederjacke. Und dieser Mann flirtet mit mir. Ich weiß gar nicht, wo ich hinschauen soll, aber er fasziniert mich ungeheuer. Ob ich zurückflirten soll? Es juckt mich in allen Fasern meines Fleisches, und ich muss immer wieder hinsehen. Er strahlt so eine Selbstsicherheit aus. Und dieser Mann will mich! Zumindest sieht es so aus. Auch wenn wir nur harmlos miteinander plaudern habe ich... Gott! Ich habe wirklich einen Ständer! Und was für einen!

 

Ob er das merkt - weiß, der schöne Herr Doktor? Arzt ist er, ganz klar! Wenn ich seine gepflegten Hände ansehe, hätte er es mir gar nicht sagen müssen. Und ich komme nicht drum herum mir vorzustellen, wie es wäre, von ihm untersucht zu werden. Himmel, mein Schwanz zuckt schon wieder. War ich schon mal mit einer Frau so geil? Ob er es gesehen hat? Oder warum sonst kommt er mir so nah? Gut, er reicht unsere Gläser über den Tresen und bestellt Nachschub - und ich - verdammt, ich spüre seinen Arm an meinem. Es fühlt sich an wie glühendes Eisen und doch halte ich dagegen. Er dreht sich um und sagt etwas zu jemandem hinter mir - jetzt steht er hinter mir und drängt sich an mich. Ist das nur Zufall, oder will er mich spüren? Sein Atem in meinem Nacken macht mich verrückt. Geil! Willenlos! - Willig!

 

Ich drehe meinen Kopf - und sein Mund findet meinen. Gott, er küsst mich! ER KÜSST MICH! Und ich lasse es zu, ja, ich giere danach von ihm geküsst zu werden - und mehr. Ich öffne meine Lippen und lasse ihn ein, sauge seine Zunge in meinen Mund und spüre seine Arme, die mich umfangen. Wundervoll! Wie aufregend sich das anfühlt und - Herrgott - ich fühle seine Erektion an meinem Hintern. Er drängt mir sein Becken entgegen, drückt seinen harten Schwanz in meine Kimme, so als ob er... Klar will er! Er will mich ficken! Und ich zerfließe bei dem Gedanken, dass er mich nimmt. Oh ja! Ich will auch! Ich will ihn haben, diesen schönen, aufregenden Traum von Mann, aber ich will auch nicht. Ich bin verwirrt. Soll ich? Kann ich? Darf ich? Bin ich dann schwul, wenn ich jetzt...?

 

„Ich muss jetzt gehen!" Blödsinn, ich muss gar nichts. Aber ich fliehe - vor dieser Versuchung, vor dieser Entscheidung - vor mir selber! Seine Hand streift tiefer und berührt meinen Steifen, greift zu und mir bleibt das Herz stehen. Aber schon ist sie wieder weg. „Selbstverständlich fahre ich Sie nach Hause!", bietet er charmant an - und ich nicke stumm - atemlos. Momentan bekomme ich keinen Ton heraus. Ich kann nur daran denken, wie es wäre, seinen harten Schwanz zu lutschen. Vermutlich bin ich knallrot, so sehr schäme ich mich meiner Wünsche. Er lächelt wissend und seine Augen blitzen. Beruhigend drückt er meine Hand. Oh ja, er ist der geborene Verführer!

 

Völlig normal gehen wir - wie zwei Freunde, die eben zusammen nach Hause gehen. Ist doch nichts dabei. Und dann stehen wir an seinem Wagen. Ein schwarzer Stern. Natürlich! Was denn sonst. Es passt zu ihm - dieses Fahrzeug. Groß, stark, seriös, ein bisschen geheimnisvoll - mondän! Verdammt, ich bin drauf und dran mich zu verlieben. Ich steige ein und nenne ihm meine Adresse - und er fährt da hin ohne zu zögern. Wenn ich jetzt aussteige, ist es zu Ende! Der Gedanke macht mich schwach. Trotzdem steige ich aus.

 

Er kommt zu mir herüber. Diese magischen Augen glänzen wie die Sterne. „Soll es wirklich jetzt schon zu Ende sein?", fragt er leise, und ich weiß nicht, ob er wirklich nur diesen Abend meint, oder doch uns beide. „Wir könnten noch einen Drink nehmen. Ich habe einen wundervollen Rotwein..." Ganz Kavalier öffnet er die Türe, und ich steige ein - ohne ein Wort. Habe ich nun mein Einverständnis gegeben? Und wenn ja, wozu? Wir wollen doch nur ein Glas Wein trinken! Ich habe nicht gesagt: „Ich will mit dir schlafen!" Obwohl... Mein Schwanz sagt es - immerzu. Er will! Er will gestreichelt werden - von ihm, geleckt, er will... Dieser umwerfende Mann macht mich geil ohne Ende!

 

Und er fährt völlig beherrscht... Dann sind wir bei ihm und er kredenzt mir den Wein. Wieso weiß ich nicht mehr, was es für einer war? Weiß? Rot? Lieblich? Trocken? Oder war es Himbeersaft? Ich habe keinen Schimmer! Er fragt, ob ich... Nein, es wundert ihn nicht, dass ich errötend gestehe: „Ich bin „Jungfrau"!" Er lächelt verständnisvoll, und dann greift er in meinen Nacken und zieht mich langsam - ganz langsam näher. „Küss mich!", murmelt er und neigt den Kopf - wartend. Seine Zunge gleitet einladend über diese aufregenden Lippen - und ich... kann gar nicht anders. Ich will ihn spüren - küssen. Oh ja! Ist das schön. So schön! Mit ihm zu knutschen, seine Lippen zu lecken, an seiner Zunge zu saugen, diesen wundervollen Geschmack eines Weltmannes zu trinken. Er gehört mir! Oh, ich will, dass er mir gehört.

 

Wie geschickt er mich zurückdrängt. Ich liege fast unter seinem stämmigen Körper und kann seine Lust spüren, seine Begierde. Sein Schwanz sagt mir: „Ich will dich!", und er sagt es auch - steht auf und zieht mich hoch. „Komm!" Atemlos folge ich ihm in sein Schlafzimmer. Ich spüre das schnelle Schlagen meines Herzens - allerdings an ganz anderer Stelle. Beruhigend blinzelt er mir zu, als er mein Hemd aufknöpft. Mir schwinden fast die Sinne - und schon bin ich nackt. Nun brauche ich nichts mehr zu sagen. Er weiß, was mit mir los ist. Ich kann nichts mehr verstecken, will aber auch gar nicht mehr. Umso weniger, als ich seinen Phallus sehe.

 

Wie schön dieser Mann ist! Wie erregend! Wie nackt! Er wirft einen Blick in den körperhohen Spiegel - überprüft sein Aussehen. Ha! Er ist eitel. Eitel und selbstgefällig. Oh, er darf eitel sein - so wie er aussieht. Er darf alles. Ich bin hingerissen. Was für ein strammer Körper. Was für ein geiler, steifer, großer, schöner Schwanz! Ich bete ihn an. Und dann zieht er mich in seine Arme, an seinen nackten Leib und küsst mich gierig. Mein Gott! Mir kommt’s gleich! Ich spüre diesen geilen Riemen auf meiner Haut, an meinem Bauch und seine Hände, die mich aufs Bett lenken.

 

Da liege ich nun und zittere vor unterdrückter Lust, vor Hingabe, vor Begierde - und er lächelt und küsst seine Fingerspitzen. „Schenk dich mir!" Oh, diese Finger ziehen glühende Spuren auf meiner Haut. Sie schreiben eine erotische Geschichte, kreisen um meine erregten Nippel, schieben meinen Arm nach oben, und er küsst mich. Ich spüre seine Zunge in meiner Achselhöhle. Sie gleitet über meine Brust und dann saugt er meine Brustwarzen, dass ich glaube zu zerspringen. Wie umwerfend das ist.

 

Seine Hand, oh, diese Hand hat mich erobert! Er hält mein Zepter fest und zieht behutsam die Vorhaut zurück - reibt zärtlich. Ich könnte spritzen! Gott, ich könnte jetzt sofort all meine Lust... Da lässt er los. Er leckt seine Finger und wichst wieder - ein, zwei Mal! Leidenschaft! In meinem Unterleib siedet Wollust. Glühende Lava quillt empor, breitet sich aus, füllt mich völlig aus. Ich werde zerspringen. Ich will zerspringen. Bersten. Überschäumen. Da lässt er wieder ab von mir. Wie entsetzlich geschickt er ist! Wie überlegen! Er setzt mich unter Strom - um mich dann in Eiswasser zu tauchen. Und doch will ich es genau so. So und nicht anders. Stöhnend liege ich auf seinem Bett, genieße diese kunstfertigen Hände und es zerreißt mich zwischen Lust und Scham. Er weiß genau was er tut - und er tut es so gut!

 

Eine paar Atemzüge lässt er mir. Ich sauge die Luft tief in meine geschundenen Lungen. „Bitte!", flehe ich hungrig. Und spüre seinen Finger - dazwischen. Ich schaue hin. Seine Faust fliegt auf und ab und mein Körper bockt. „Bitte! Bitte! Bitte!", röchle ich und bäume mich ihm entgegen - und in dem Augenblick, als er in mich eindringt, bricht der Geysir aus. In mehreren heißen Schüben spritzt die Gier aus mir heraus. Wie raffiniert er ist!

 

Lasziv taucht er seine Hände in meinen Samen und verteilt ihn langsam und sehr sinnlich auf seinem prallen Schwanz, und ich kann nur hinsehen, bin völlig hypnotisiert. Er wichst und schaut mir in die Augen. „Leck mich!", flüstert er heiser. Ich kann nicht widerstehen und öffne den Mund. Er sieht, wie ich gierig meine Zunge um seine stramme Eichel schlinge - die er atemlos bearbeitet. Kopfkino! Das ist es, was ihn explodieren lässt. Keuchend spritzt er auf meinen Bauch. Wahnsinn! Der absolute Wahnsinn! Nie hatte ich geileren Sex! Nie in meinem ganzen Leben!

 

Und doch bin ich nun völlig von der Rolle. Was tue ich hier eigentlich? Darf ich...? Glühende Röte überzieht mein Gesicht. Ich habe sein Sperma auf meinem Bauch. Gott! Ich schäme mich so! Ich muss hier raus! Sofort! - Kopflos reiße ich mich los und raffe meine Kleidung zusammen. Ich stammle Abschied, Dank, was auch immer. Ich habe keine Ahnung. Ich muss weg. Ich muss jetzt alleine sein. Denken! Mir klar werden, was gesehen ist, verstehen ob ich jetzt schwul bin - schlecht. Was habe ich getan?

 

Erst als ich draußen bin atme ich auf. Ich haste nach Haus und steige in die Dusche. Ich muss seinen Samen von meiner Haut waschen! Aber dann stehe ich in meinem Bad und rieche ihn. Wie sehr ich ihn will! Immer noch! Ich rieche ihn, atme ihn, schmecke ihn! Gott, er ist hinreißend - und ich bin sterbensgeil nach ihm. Nein, schlafen kann ich nicht. In meinem Kopf drehen sich Mühlräder. Wenn ich nur an ihn denke, an seine göttliche Nacktheit, dann schäumt meine Lust auf wie eine Flutwelle. Als es endlich dämmert, kann ich nicht mehr anders. Ich muss es tun! Jetzt muss ich es tun! Und in meinem Kopf lecke ich seinen geilen Schwanz. Ich stoße in meine Faust und keuche laut. Ich will ihn! Ich will von ihm genommen werden und stelle mir vor, wie er auf mich kommt - über mich. Sein Schwanz dringt ein und fickt - und ich spritze wimmernd vor Wollust ungeahnte Mengen in mein Bett.

 

Ich schäme mich! Ich habe ihn verlassen und will doch so sehr von ihm genommen werden. Ob er mir verzeiht? Ich schäme mich! Wie kann ich einen Mann begehren? Ich schäme mich. Bin ich schwul? Ich schäme mich und weiß doch, ich muss ihn wieder sehen, ich muss ihn wieder spüren. Und diesmal will ich ihn in mir spüren. Es gibt keine Alternative. Es sei denn, er will mich nicht.

 

© BvS