Versetzt im „Pflaumenbaum“

- Für A. und D. -


 

Dieser Mistkerl hatte sie versetzt! Oh, wie war sie sauer! Erst hatte er sie ewig belatschert, bis sie endlich einwilligte, mit ihm auszugehen - und nun... saß sie hier wie bestellt und nicht abgeholt. Dieser verdammte Mistkerl! So hatte sie sich den Faschingsdienstag bestimmt nicht vorgestellt. Im Motorradclub bekam er sich kaum mehr ein vor Begeisterung, mit ihr zum Fasching zu gehen - und nun glotzten sie alle Typen im „Pflaumenbaum“ an, weil sie hier alleine herumsaß. Mist! Astrid war stinkig ohne Ende!

 

Gut! Vielleicht starrten sie auch, weil sie superdooper hammermäßig aussah. Einmal warf sie sich in ein Faschingskostüm - und dann hatte sie keinen Mann an ihrer Seite! Wo sie sich so bemüht hatte. Ihre an den Beinen geschnürte schwarze Lederhose saß perfekt. Sie betonte ihre langen Beine und den sexy Po. Außerdem schmiegte sie sich supereng um ihre schmale Taille. Wie groß sie in dieser Hose wirkte - noch größer durch die hohen Stilettos! Die schwarze Gothic-Bluse war eigentlich zu teuer gewesen für ihr Budget, aber sie war so fasziniert gewesen von diesem feinen, halbdurchsichtigen Spinnengespinst, dass sie diesen Fummel einfach haben musste. Man sah ihre weiße Haut schimmern und auch - im richtigen Licht - ihre dunklen Krönchen, denn auf Unterwäsche hatte sie heute verzichtet. Die wäre zu sehr aufgefallen. Ihr langes, blondes Haar hatte sie unter der schwarzen Perücke ihrer Mutter verborgen, und sie fand, dass das dunkle Haar vorzüglich ihre stahlblauen Augen zur Geltung brachte. Aber der besondere Kick ihres gesamten Faschingskostüms waren zwei lange, spitze Fangzähne: Vampirzähne! Die hatte ihr ein befreundeter Zahntechniker verehrt.

 

Und noch bevor sie etwas bestellen konnte, machte der „Pflaumenbaum“ seinem Ruf alle Ehre. Hier war das ganze Jahr über die „Fünfte Jahreszeit“, und niemand blieb lange allein. Und wenn man ein bisschen zuviel hatte, verlor man leicht die Orientierung, denn die Decke war der Boden - oder umgekehrt. In einer Ecke dort oben prangte das getreue Abbild einer Couchgarnitur. - Ein blonder Hüne setzte sich zu ihr. Nicht, dass er besonders einfallsreich gewesen wäre, aber er war nett. „Warum schaust du denn so traurig, Kleine?“ Astrid schaute bewusst noch eine Spur tragischer. „Man hat mich versetzt!“ Bestürzt riss er die Augen auf. „Aber du bist doch wirklich so ein hübsches Mädchen! Was für ein Trottel hat dich denn da versetzt und vor allem: Warum?“ Astrid lächelte traurig. „Er hat halt etwas genauer geschaut als du!“, verkündete sie kleinlaut. Der Blonde musterte sie von oben nach unten. Er konnte keinen Makel entdecken. Im Gegenteil. Die Kleine war eine Spitzenbraut. Seine Blicke glitten wieder zurück nach oben - und blieben im Spinnennetz hängen. Sah er da nicht...? Aber in diesem Moment lächelte sie, und er glaubte, ihn habe der Donner gerührt. Aber schon waren sie wieder verschwunden, diese bedrohlich aussehenden Eckzähne. Verschwunden hinter zauberhaft geschwungenen, roten Lippen. „Sind die echt?“ Er konnte nicht verhindern, dass seine Stimme ein bisschen zitterte, und Astrid nickte betrübt. Konnte er das jetzt glauben? Aber sie sah so überzeugend traurig aus, die Kleine. „Komm, ich spendiere dir einen Aufgesetzten!“, tröstete er - und bestellte.

 

Astrid musste grinsen. Immerhin kam sie so zu einem Getränk, ohne die kümmerlichen Reste ihres schmalen Gehaltes beanspruchen zu müssen. „Warum lässt du sie dir nicht ziehen?“, fragte er hilfsbereit. Sie sah ihm gerade in die Augen. In tiefem Ernst sagte sie: „Mal ehrlich, soll ich mir wegen so eines dämlichen Typen zwei gesunde Zähne ziehen lassen?“ Er konnte ihr ja schlecht sagen, sie sei hässlich damit, also hielt er den Mund - und bestellte den nächsten Aufgesetzten.

 

Ein zweiter Mann - diesmal ein schwarzhaariger, schlanker, aber muskulöser Bodybuilder - setze sich vom Nebentisch zu ihnen. Er bot ihr Lakritzschnecken an. Astrid lächelte zahnblitzend und griff zu. Wollte er sie testen? Kein Problem! Ihre Kukident-Haftcreme würde das meistern. Herzhaft biss sie zu. „Danke!“ Auch der Schwarze zuckte, aber er fing sich schneller als der Blonde. „Eigentlich finde ich das cool!“ Er rückte näher. „Zeig doch mal!“ Astrid lächelte ihr charmantestes Lächeln - und ließ ihre Zungenspitze spielen. „Wahnsinn!“ Auch er spendierte Aufgesetzten.

 

Langsam taute Astrid auf. Es war vielleicht gar nicht so schlimm, dass... Ähmm... wie hieß er doch gleich? Verflixt! Jetzt hatte sie seinen Namen vergessen. Naja, dann konnte es wirklich nicht so schlimm sein, dass er sie versetzt hatte - wenn sie jetzt schon nicht mehr wusste, wie er hieß. Von ihr aus brauchte er nun auch nicht mehr kommen. Wirklich nicht! Jetzt war sie schon vergeben. Wohlgefällig betrachtete sie ihre zwei... Bekanntschaften. –

 

Da sah sie ES! Astrid stutzte. WAS war das gewesen? Himmel! Ihre Blicke durchsteiften den „Pflaumenbaum“. Irgendetwas war wie Erschrecken in ihr Bewusstsein gedrungen und hatte eine Gänsehaut auf ihrer Seele hinterlassen. Aber WAS war ES gewesen? Sorgfältig suchte sie die gesamte Kneipe ab. Blödsinn! Da war doch gar nichts - oder doch? Sie stieß mit ihren beiden Jungs an. Wie alt mochten sie wohl sein? Vermutlich ihr eigenes Alter - so um die dreißig. Gleichaltrige Männer interessierten sie grundsätzlich nicht, aber schließlich waren sie besser als gar nichts. Also würde sie ihnen das bestimmt nicht sagen.

 

Verdammt! Da war ES wieder gewesen! WAS? Das Zusammenzucken - das Prickeln. Woher kam das? Sie war so abgelenkt, dass sie die Hälfte des Satzes nicht gehört hatte. Verflixt! Der Schwarzhaarige sprach mit ihr. Auf einmal hatte er auch einen Namen. Er hieß Manuel. Manuel fuhr voll auf ihre Reißzähne ab. Ein winzig kleiner Hauch von Gefahr - gerade richtig im Fasching. „Das schaut ja so cool aus! Ähmm... ich, also ich...“ Manuel wusste nicht, wie er das jetzt anbringen sollte. „Nicht, dass du mich jetzt für unverschämt hältst, aber...“ Er bestellte noch einen Drink. Na, wenigstens würde sie der Rausch heute Nacht nichts kosten.

 

Manuel rückte näher und wisperte vertraulich: „Also, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber könntest du mich nicht vielleicht mal... küssen?“ Er wurde rot dabei, der Kleine. Astrid grinste - und dann spürte sie den Schauer, der ihre ganze Haut in Flammen setzte. Hinter ihr stand ein Mann! Was hieß „ein Mann“? Es war DER MANN! Und er hatte sanft mit der Spitze seines Zeigefingers an ihrem Hals entlang gestreichelt - und war dann verschwunden. Wahnsinn! Es hatte sie so... es hatte sich angefühlt, als taste er nach ihrer Halsschlagader. Es hatte sich so erotisch angefühlt - so aufregend! Aber er war schon wieder verschwunden. Richtig gesehen hatte sie ihn eigentlich nicht.

 

Und schon war da wieder Manuel. „Also... vielleicht nicht richtig küssen...“, machte er einen Rückzieher. „Aber mal...“ Er reckte seinen Hals. „Könntest du mal... ähm... beißen... ähm... nicht richtig, meine ich... nur so... ähm... ein Bisschen!“ Astrid lächelte - gefährlich - und Manuel rückte ein Stück von ihr ab. Sie amüsierte sich köstlich. Er war wirklich süß, der schwarzhaarige, muskulöse Manuel! Und da stand auch schon der nächste Aufgesetzte vor ihr. Von wem war der nun eigentlich? Langsam verlor sie den Überblick. Aber schließlich war es ja völlig egal. Sie musste ihn nicht bezahlen.

 

Sie trank - und ihre Blicke schweiften. Wo war ER? Dort! Dort hinten! In der dunkelsten, unsichtbarsten Ecke der Kneipe - da, wo kaum mehr ein Lichtschein hinkam - lohten ihr heiße Blicke entgegen. Wie rotglühende Kohlen glomm es in diesen Augen. Mehr konnte sie gar nicht sehen. Es sah aus, als säße dort... der Teufel! Oder vielleicht... Fasziniert starrte sie - und sah... Verdammt! Das konnte doch nicht sein! Noch ein Vampir! - Oh ja! Das wäre der passende Partner für sie heute Abend! Warum kam er nicht rüber? Blöd, dass immer die Falschen kamen, die Bodybuilder und die blonden Wikingerverschnitte! Nichts, was wirklich beeindruckt hätte. Keine richtigen Männer!

 

In eben diesem Augenblick stand er an ihrer Seite. Wie war er dahin geraten? Sie hatte ihn doch beobachtet - und er hatte sich nicht bewegt. Zumindest hatte sie keine Bewegung wahrgenommen. Oh Mann! War das ein Mann! Astrid lächelte hinreißend - zeigte ihre wundervollen, weißen Reißzähne. Und er verbeugte sich: „Enchanté!“, murmelte er mit schmalen Lippen. „Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle? Mein Name ist Dirk!“ Er setzte sich an ihre Seite. Wo waren die beiden Anderen geblieben? Nein, es interessierte sie nicht wirklich! Jetzt interessierte sie nur noch einer. Dieser schmale, hochgewachsene, graumelierte Gentleman an ihrer Seite. Eiskalte, tiefblaue Augen blitzten sie an, und ihr wurde heiß und kalt. Er übereichte ihr ein Glas - Aufgesetzter? - und stieß mit ihr an. Glühend rann diese Flüssigkeit durch ihre Kehle, schmeckte... atemberaubend. Nein! Das war kein Aufgesetzter! Auch wenn er genauso rot im Glase funkelte.

 

Dirk lächelte betörend. Lange, spitze Eckzähne schimmerten gefährlich, und sie hatte das Bedürfnis, sie mit der Zungenspitze zu berühren - Wahnsinn! Dieser Mann hatte ein Fluidum, das ihr unter die Haut ging und sie elektrisierte. Wieso lag seine Hand plötzlich auf ihrem Oberschenkel - und sie hatte wirklich nichts dagegen? Normalerweise hätte sie denjenigen, der so etwas wagte, gefressen! Bei Dirk, dem Vampir, war alles anders - und hatte er wirklich tiefrote - blutrote Augen? Wie er das wohl gemacht hatte? Ob er Kontaktlinsen trug? Und diese Hand erst! Sie glühte durch die Lederhose, schickte lustvolle Schauer in ihr Fleisch. Wie feingliedrig sie war. - Lange, schlanke Finger. Frisch manikürt! Gepflegt! Wo sie doch so auf schöne Männerhände achtete. Gegen diese vornehme Hand waren ihre eigenen Hände direkt Pratzen! Wenn er sie damit berühren würde... Astrid stöhnte schon bei dieser Vorstellung - und Dirk lächelte wissend. Ob er... echt...?

 

„Noch ein Drink?“ Seine Stimme war sonor und dunkel, einschmeichelnd. Genauso, wie sie es liebte. Astrid nickte. „Lass uns Brüderschaft trinken? - Ich bin Astrid!“ Donnerwetter! Was war denn in sie gefahren? Solche Angebote machte sie sonst nie. Naja, es war Fasching! Trotzdem! - Aber diese schmalen Lippen auf ihrer Haut, auf ihren Lippen zu spüren... das war einfach zu verlockend. Sein Mund verzog sich zu einem bezaubernden Lächeln, und er hob sein Glas. „Ich bin beglückt!“ Bewusst langsam verschränkte er seinen Arm mit dem ihren. Astrid fühlte sein kühles Fleisch unter dem dünnen, schwarzen Hemdstoff und war verloren. Sie sah in seine aufregenden Augen, die näher und näher kamen und setzte ihr Glas an die Lippen. Betöhrend floss die rote Flüssigkeit über Lippen und Zunge, hinterließ ein süßes Brennen und einen Geschmack, der so verführerisch war wie nichts anderes, das sie je getrunken hatte. Sie nippte - schluckte. Was zu Hölle war das für ein Zauberstoff?

 

Sein markantes Gesicht kam näher. Wieso hatte Astrid das Gefühl, es geschehe hier alles in Zeitlupe, so, als wäre die Zeit gefangen in Gelee. Wie hypnotisiert betrachtete sie diesen Mund. Blassrot und vornehm kam er näher. Seine Zungenspitze huschte über ihre Lippen, leckte winzige Spuren des Getränkes ab, als wolle er um Gottes Willen nichts verschwenden. Für einen kurzen Augenblick hatte sie das Gefühl, als schlitze er ihr die Lippen auf, aber dann drückte er seinen Mund auf ihren - weich und nachdrücklich - und sie versank in einem Strudel der Begierde. Konnte dieser Mann küssen! Wie lange hatte dieser Kuss gedauert? Sie konnte es nicht sagen, aber als sie ihre Augen wieder öffnete, war kaum mehr jemand in der Kneipe. Das Licht war erloschen und sie saß in der Ecke der Couch, zärtlich an ihn geschmiegt - an der Decke des „Pflaumenbaumes“! Ein paar Kerzen spendeten ein flackerndes Licht.

 

Dirk lag hingegossen auf dem anderen Schenkel der Couch und hielt sie in seinen Armen. Die enge Lederhose war aufgeschnürt und ihre entblößten Beine weit gespreizt. Eines lag quer über seinem Schoß, und seine Hand streichelte sanft die Innenseite ihres Oberschenkels - und Astrid fieberte förmlich nach seiner Berührung! Ihr blanker Venushügel war längst zum Leben erwacht. Es summte darinnen wie in einem Bienenstock. Ein unnachahmlicher Duft lag in der Luft.

 

Erst, als sie Dirks Nüstern vibrieren sah, wurde ihr bewusst, dass sie es war, die dieses wollüstige Aroma verströmte. Eine ihrer Hände glitt hinab, und der Zeigefinger drängte sich dazwischen. Wie nass sie war! Erstaunt schob sie den Finger tiefer, und Dirk lächelte. „Meine süße Braut!“, murmelte er und sog den nassen Finger, den sie ihm hinhielt, zwischen seine Lippen. Gierig leckte er ihre Wollust und schob gleichzeitig seine eigenen Finger tief in sie hinein. Astrid stöhnte und hob sich ihm entgegen. Wahnsinn! Sie schloss die Augen und genoss es, ihn in ihrem Innersten zu spüren. Eine Fingerspitze vibrierte an ihrem Kitzler, während seine andere Hand sie immer tiefer erschauern ließ.

 

Astrid hob ihren Kopf und sah ihn an. „Küss mich - hier!“ Sie bot ihre weiße Kehle seinen Reißzähnen. War sie sich der Gefahr bewusst? Lächelnd schüttelte er den Kopf und stieß dabei noch tiefer. „Jetzt noch nicht! Erst in höchster Ekstase... wirst du es genießen! Aber...!“ Er beugte sich über ihren Oberkörper, und Astrid wurde gewahr, dass ihr Busen nackt... Zärtlich hauchte er über ihre Brüste - und seine flinke Zunge huschte über die steifen Spitzen. „Jaaahhh!“, flüsterte sie begierig nach mehr. „Leck sie mir! Küss sie! Saug an ihnen! Beiß hinein, Liebling! Fass fest zu und drück sie!“ Und Dirk gab sich jede Mühe, ihr gefällig zu sein. Sie war die Richtige! Sie war seine Beute heute Nacht. Seine Braut auf ewig! Seine Zungenspitze kreiste, und der kühle Luftzug seines Atems ließ ihre Haut sich kräuseln. Aus seinen halbgeschlossenen Augen schossen gleißende Blitze - und seine Kiefer schlossen sich. Harte Zähne kratzten an ihren Brustwarzen, reizten sie aufs Höchste, und der erregende Sog seines Mundes ließ sie jede Sittsamkeit vergessen.

 

Kein Mann bisher hatte ihr so perfekt die Brüste verwöhnt! Kein anderer hatte sie je so erregt, so gierig nach mehr gemacht! Wollust durchströmte jede Faser ihres Körpers, ließ sie immer schamloser werden. Sie wollte jetzt mehr. Also stand sie auf - hing sie nun mit dem Kopf nach unten - wie eine Fledermaus? Egal! Ihre gespreizten Schenkel stimmten die Höhe ab, und so hielt sie ihm ihren überquellenden Honigtopf direkt an seinen lächelnden Mund! Die Reißzähne blitzten. Wieso hatte sie bloß nicht einen Hauch von Angst? Im Gegenteil! Sie verzehrte sich danach, diese Spitzen endlich zu spüren, richtig tief zu spüren.

 

„Und nun! Einen ganz besonderen Drink?“, lächelte sie provozierend und warf stöhnend den Kopf in den Nacken, als seine lange, schmale Zunge in sie eindrang. Mit beiden Daumen öffnete er ihre Scham und reizte die Perle, während seine Zunge stieß. Astrid fühlte die scharfen Spitzen gegen ihr weiches Fleisch drücken. Wenn er doch bloß fester...

 

„Zeig mir deinen Schwanz!“ Wie durch Zauberhand - Simsalabim - erhob er sich majestätisch zwischen ihren Schenkeln. Wundervoll, groß und fest, steif und kerzengerade wippte hier die Erfüllung ihrer Wünsche. „Ich bitte Madame herzlich, Platz zu nehmen!“, stöhnte Dirk, der dunkle Fürst ihrer Seele, und Astrid ging in die Knie, spürte die pralle Eichel zwischen ihren geschwollenen Lippen. „Oh jaahh!“, keuchte sie gierig und drückte sich noch fester auf ihn. „Du weißt, wer ich bin, mein schwarzer Engel?“, flüsterte er heiser und stieß seinen Schweif tiefer. Ihre Scheide umfasste den lüsternen Eindringling und massierte ihn hingebungsvoll. Stöhnend drückte sie ihn sich hinein, erhob sich, nur um sich sofort wieder fallen zu lassen. „Du bist mein Gemahl! - Mein Herr!“, wimmerte sie wie in Trance und stieß immer schneller. Gierig nahm sie sich seine Männlichkeit. Bediente sich wieder und wieder. Seine Hände umfasste ihre Brüste und hielten sie fest - lenkten sie dahin, wohin wo er...

 

Wie hinreißend gut sie war. So gut, dass er fast die Beherrschung verloren hätte. So aufregend, dass er sich beinahe vergessen hätte. Aber das durfte nicht gesehen. Nicht, wenn er sie behalten wollte. Und das wollte er ganz sicher! Er hatte nur diese eine Chance - nach dem Gesetz, das selbst er nicht brechen durfte. Die freie Entscheidung der Menschenwesen stand über allem. Er leckte seine Reißzähne. Wie sehr genoss er sein Dasein - und auch sie würde... Vorausgesetzt, es gelang ihm, sie zu überzeugen.

 

Dirk sah ihre Blicke auf sich gerichtet. Oh ja, sie war geil. Gieriger, als sie es jemals gewesen war. Und doch war ein letzter Funke von Verstand in diesen Augen. Sie war die Richtige! „Bist du echt?“, fragte sie, während sie sich nahm, was ihr zustand. Er nickte. „Wird es wehtun?“ - Er schüttelte seinen Kopf. „Nicht, wenn du es willst!“ Mit jeweils zwei Fingern hielt er ihre Nippel gepackt und rollte sie hin und her. Astrid riss den Mund auf und keuchte laut. Er stieß immer schneller, kam seinem Gipfel immer näher. Verdammt, lange hielt er das nicht mehr aus. Diesmal wollte er alles! Mit ihr in seinen Armen wollte er Höllenglut, verbrennen in den Flammen der Leidenschaft, ewige wollüstige Sinnlichkeit.

 

Dann begann ihr Becken zu kreisen, schwang um seine Erektion und machte ihn vollkommen wahnsinnig. Dirk konnte nicht länger - wollte nicht länger Beherrschung üben. Er bleckte seine Zähne, stieß knurrend seinen Schwanz in sie und hielt sie eisern gepackt wie in einem Schraubstock. Nein, er konnte sie nicht bitten. Sie musste es wollen - aus freien Stücken. Und jetzt, jetzt war es ihm egal. Jetzt wollte er nur noch stoßen, ficken, spritzen. Jetzt!

 

In dieser Sekunde warf Astrid ihren Kopf zurück, riss sich die schwarze Perücke herunter und schüttelte ihr goldenes Haar. Dann packte sie seinen Kopf und riss ihn an sich. „Tu es!“, flüsterte sie heiser. In dem Augenblick, in dem sie spürte, wie diese langen, dünnen Eckzähne eindrangen und ihre Halsschlagader durchstießen, explodierte sie wie nie vorher in ihrem Leben.

 

***

 

Astrid lag zusammengerollt wie eine Katze vor dem Kamin des „Pflaumenbaumes“. Nur langsam kehrte sie zurück ins Bewusstsein. Trübes Tageslicht sickerte durchs Fenster. Was machte sie denn eigentlich hier? Sie versuchte sich zu erinnern. Heute war Aschermittwoch... und ihr war nach Asche auf ihrem Haupt. Oh Mann! Der Aufgesetzte in dieser verflixten Kneipe hatte es aber in sich. Sie hatte wohl eindeutig zu viel erwischt.

 

Die Putzfrau stellte einen Pott Kaffee zu ihr auf den Boden. „Mädchen, du siehst aber wirklich blass aus! - Musst es wohl ganz schön bunt getrieben haben, gestern!“ Sie versuchte sich aufzusetzen. Gott sei Dank war sie vollständig angezogen. Nur ihre Schuhe waren verschwunden. Was war gestern gewesen? Ach ja! Thomas hatte sie versetzt! Und dann war da der blonde Hüne gewesen - und Manuel, der wollte, dass sie ihn in den Hals biss, weil er glaubte, sie sei ein...

 

BISS! Ihre Hand fuhr hinauf zu ihrem Hals. Es war kaum zu spüren, und es tat auch nicht weh. Blödsinn! Da hatte sie höchstens einen seltsamen Traum gehabt, oder? Sie stand auf. „Ich gehe jetzt!“, verabschiedete sie sich von der Putzfrau. Sie nickte ihr freundlich zu. „Ach ja! Ihr Mann hat gesagt, er wartet zuhause auf sie!“ Was hatte sie gesagt? Ihr Mann? Welcher Mann? Sie nahm den Mantel von der Garderobe, wollte sich umdrehen - und erstarrte mitten in der Bewegung. Sie sah in den Spiegel... und plötzlich wusste sie, von welchem Mann die Rede war.

 

Da war Dirk gewesen, der Vampir, von dem auch sie nicht ganz sicher war, ob er nicht vielleicht doch... Aber so etwas gab es nicht! Hatte sie geglaubt! Sie war sogar ganz sicher gewesen - bis heute!  Denn die blasse, übernächtigte Frau, von der sie glaubte, dass sie es sei, hatte kein Spiegelbild!

 

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