Verhältnisse

 Für meine Freundin


 

Verena war zu Besuch hier. Ihre Freundin Sandy hatte sie eingeladen und nachdem sie sich so viele Jahre nicht mehr gesehen hatten, war sie über ihren eigenen Schatten gesprungen. Sie hatte ein starkes Beruhigungsmittel genommen, um nicht in Panik zu verfallen, als sie das Flugzeug bestieg, denn sie hatte Flugangst - und zwar schreckliche! Sandy war vor mehr als 35 Jahren ausgewandert und lebte jetzt mit ihrem Mann in St. Louis, Missouri.

 

Verena war mittlerweile geschieden. Ihr Mann hatte eine Jüngere gefunden und sie hatte lange gebraucht, damit fertig zu werden. Eigentlich gelang es ihr erst, als sie ihn wieder sah. Sie war gerade beim Friseur gewesen und sah gut aus. Eine gepflegte Frau von 55 Jahren, groß, elegant und in ein schickes dunkelblaues Herbstkleid gehüllt. Es schmeichelte ihren üppigen Formen. Ihr blondes Haar wurde schon ein ganz klein bisschen grau, und so hatte sie sich helle Strähnchen machen lassen. Es glänzte wie ein Heiligenschein um ihren Kopf und fiel in weichen Wellen in den Nacken. Sie war sehr zufrieden - und als sie über die Straße ging, sah sie ihn! Da stand er: Ihr Ex-Mann! Sofort wurde ihr klar, dass sie ihm gefiel - gefallen musste. Es war schon September, aber es war noch warm genug und so hatte sie auf Strümpfe verzichtet. Ihre braunen Beine waren schon immer sein Faible gewesen. Die blauen Schuhe und das Kleid standen ihr ausgezeichnet. Sie wusste, wie sie aussah! Und sie sah die Bestätigung in seinen Augen. Sie wurden immer größer. „Hallo Verena!“ sagte er leise. „Wie geht es dir?“ Sie lächelte. „Danke, Holger, es geht mir gut!“ erwiderte sie und auf einmal wurde ihr bewusst, dass das wirklich der Wahrheit entsprach.

 

Holger sah schlecht aus. Müde und angestrengt. Beinahe hätte er ihr Leid getan, aber nur beinahe! Eine junge Frau forderte ihren Tribut - vor allem, wenn sie soo jung war. Natürlich hatte es ihm gefallen, als seine Studentin mit 23 Jahren ihn umgarnte. Und sie war tatsächlich ein raffiniertes, kleines Biest, diese Heidi. Vor allen Dingen aber, wollte sie die Frau Professor werden - und das hatte sie geschafft. Nur hatte sie dabei übersehen, dass Holger noch sechs Jahre älter war, als seine erste Frau. Sie war jetzt die Ehefrau von einem 61 Jahre alten Mann. Und der wollte nicht mehr in die Disco und auch nicht nachts durch Kneipen ziehen! Jedenfalls nicht auf Dauer! Aber: Das Eine will man - und das Andere muss man! Heidi kannte keine Gnade. Schließlich wollte sie mit ihrem „Fang“ angeben, bei ihren Freunden. Ja, und so sah er aus - ihr Holger!

 

„Du siehst zauberhaft aus, Verena!“ Seine Augen leuchteten. „Könnten wir nicht einmal zusammen zum Essen gehen? - Ich lade dich ein!“ Das hatte sie nun wirklich nicht erwartet, aber es tat ihr gut. Sie sah ihn lange an - und in diesem Moment wurde ihr klar, dass sie darüber weg war! Der Schmerz war zu Ende! Der Hass war vorbei! Sie empfand nur noch ein klein wenig Mitleid, aber nicht genug, um mit ihm auszugehen. Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Holger! Ich glaube nicht, dass ich das möchte!“, sagte sie bestimmt und öffnete ihr Auto, zeigte ihm so, dass sie das Gespräch für beendet erachtete. Er senkte resigniert den Kopf. „Hasst du mich so sehr?“ - Verena drehte sich um und sah ihm geradewegs in die Augen. Dann lächelte sie: „Nein Holger, ich hasse dich nicht - aber ich liebe dich auch nicht mehr! Das ist alles! - Ich wünsche dir und deiner Frau alles Gute! - Adieu!“ Und damit stieg sie in ihr silbernes Cabrio und fuhr davon. Für sie, war diese Begegnung das Ende ihrer Ehe!

 

Als sie nach Hause kam, fand sie die Zeit sei reif! Sie rief Sandy an und sagte: „Wenn es dir recht ist, komme ich nächste Woche!“ Und das war die Entscheidung. Eine Woche später landete sie in New York und hatte ein Wunder erlebt. Ihre Flugangst war weg - wie vom Winde verweht. Ein reizender, attraktiver Herr hatte an ihrer Seite gesessen und sie liebevoll abgelenkt. Später, als sie sich etwas beruhigt hatte, zeigte er ihr die Schönheiten des Himmels und darüber vergaß sie tatsächlich ihre Ängste. Sie hatten Adressen ausgetauscht und beschlossen, sich in Deutschland wieder zu sehen. Zum ersten Mal gefiel ihr wieder ein Mann! Zum ersten Mal kam es ihr nicht mehr wie ein Verrat vor. Sie war auf dem Wege der Besserung!

 

Bei Sandy war es wundervoll. Jedes Jahr hatte ihre Freundin sie in Deutschland besucht - und sie war niemals nach Amerika gekommen. Ihre Flugangst hatte es verhindert. Nun aber, wollte Sandy all ihre Gastfreundschaft so richtig ausleben. Und Verena genoss es, bei ihrer besten Freundin zu sein. Einmal nicht nur ein paar Stunden zu haben, sondern richtig Zeit zum reden, sich all die kleinen Erlebnisse des alltäglichen Lebens zu erzählen - wie hatte sie das vermisst. Gerade während der langen, schrecklichen Zeit ihrer Scheidung, hätte sie gerne mit Sandy geredet. Jetzt war sie da - und sie quasselten stundenlang miteinander. Jemanden zu haben, der einem zuhörte, der einen verstand, dem man die tiefen Enttäuschungen gestehen konnte -  wie gut das tat!

 

Und ihre Freundin zerriss sich für sie! Was für großartige Ideen sie hatte! Eines Tages, als sie nach Hause kamen, war die ganze Straße weit und breit zugeparkt, und sie mussten ein langes Stück Weges laufen, bis zu ihrem Haus. Und Sandy schimpfte über die Nachbarin, die immer mit ihren Tupper-Parties alle Parkplätze blockierte. Doch dann, als sie die Türe öffneten, empfing sie ein vielstimmiger Chor: „Happy Birthday to you!“

 

Verena war einfach sprachlos. Sie hatte nicht Geburtstag! Aber Sandy erklärte es ihr. „Wir sind niemals zusammen, wenn du Geburtstag hast - und ich wollte dir eine Geburtstagsparty geben! Also habe ich deinen Geburtstag verlegt - auf heute!“ Verena war gerührt. Die Arbeitskollegen, die Freunde, die Nachbarn, alle kamen, um den Geburtstag einer Frau zu feiern, die sie nicht einmal kannten und die zudem auch nicht Geburtstag hatte! Sie waren einfach freundlich, weil ein Freund sie darum bat! Verena dachte an Deutschland! Ob so etwas in Deutschland möglich war? Sie glaubte es nicht! Amerika war einfacher - direkter - herzlicher. Die Menschen waren spontaner, und sie vertrauten einander. Am Liebsten wäre sie hier geblieben.

 

Aber noch hatten sie ja viel gemeinsame Zeit. Sie gingen aus. Meist nur die zwei Freundinnen, aber auch Pete, ihr Ehemann kam manchmal mit und er brachte des Öfteren nette Kollegen mit. „Sag’ mal, willst du mich verkuppeln?“ lachte Verena und Sandy nickte eifrig. „Du brauchst dringend einen Mann!“ befand sie. „Du bist völlig verkrampft! - Wie lange hattest du keinen guten Sex mehr?“ Verena schüttelte den Kopf und lachte. „Du bist einfach unmöglich!“ Ihre Freundin hatte es auf den Punkt gebracht. Sie hatte geglaubt, dass sie diesen Teil ihres Lebens abgehakt hatte - und lange Zeit hatte sie wirklich keine Lust, auch nur darüber nachzudenken. Aber jetzt ging es ihr besser. Sie sah sich wieder als Frau und die Aufmerksamkeiten, die ihr Petes Freunde erwiesen, taten ihr gut. Trotzdem: Sex war noch meilenweit entfernt! Dachte sie!

 

Bis zu dem Tag, als Sandy sie mitnahm zum Massieren! Was war das für ein Unterschied zu deutschen Massagepraxen! In Deutschland war alles weiß, steril und klinisch. Man lag auf harten Pritschen, unter kalkweißen Neonröhren und es tat weh! Hier fühlte man sich so wohl - geborgen. Zuerst gingen sie baden - in einem wunderbaren Pool. Türkise Mosaiksteinchen glitzerten am Boden und den Wänden und reflektierten das Licht in den Wellen. Die Wände das Bades waren mit einer tropischen Landschaft bemalt und überall standen Palmen. Leise Musik erklang, und man servierte ihnen kühlen Orangensaft und Früchte. Verena staunte nicht schlecht. „Ich komme hier jede Woche her und lasse meinen Rücken behandeln!“, erkläre Sandy. „Und diesmal habe ich dich einfach mitgebracht. Mal sehen, ob wir eine Masseurin finden, die für dich Zeit hat! Sonst musst du eben hier bleiben und solange warten!“ Auch das hätte Verena nicht gestört. Es gefiel ihr ausnehmend gut. Sie wollte hier gar nicht weg. Aber Sandy beriet sich eifrig mit den Damen.

 

Nach einer ganzen Weile kam sie zurück. Sie sah nicht sehr glücklich aus. „Von den Damen hat keine Zeit für dich. Der Stundenplan ist absolut voll“, jammerte sie, als müsse sie selber auf ihre heißgeliebte Massage verzichten. Nachdem sie sich genügend beklagt hatte, kam Tanja, eine der Masseurinnen zu ihr und flüsterte auf sie ein. Sandy sah irgendwie bedrückt aus. „Was ist los?“ fragte Verena. „Tanja sagte, ihr Vater würde dich massieren - wenn du das möchtest!“ - „Ist er auch hier angestellt?“, wollte ihre Freundin wissen. Sandy schüttelte den Kopf. „Das ist es ja!“, erklärte sie leise. Er ist Pole, und er ist Masseur - aber hier im Haus gibt es nur Damen! Keine Amerikanerin würde sich von einem Mann massieren lassen  - und das ist eine Praxis ausschließlich für Damen!“ Sie war sichtlich verwirrt. „Weißt du, er besucht nur seine Tochter, denn er ist hier im Urlaub, aber nachdem du Europäerin bist, entschloss er sich, es dir anzubieten! - Um seiner Tochter zu helfen.“

 

Verena verstand das ganze Problem nicht. Warum sollte sie sich nicht von dem netten Vater einer Masseurin massieren lassen? Zumal er ja auch Masseur war! Sie lächelte Tanja an und sagte erfreut zu. Aber Tanja sah sie seltsam an, und Sandy beklagte sich lautstark. „Das kannst du doch nicht tun! - Er ist ein Mann!“ Verena lachte. „Was, glaubst du, ist mein Masseur zu Hause? Bei uns gibt es viele männliche Masseure - und das stört keinen Menschen!“ - „Ihr Europäerinnen seid dekadent!“, schimpfte Sandy. Verena bekam fast einen Lachkrampf. „Erstens, meine liebe Alexandra, bist du auch Europäerin und zweitens: Wolltest nicht du mich verkuppeln? Und nun bin ich dekadent, nur weil ein Mann mich massiert? - Du spinnst!“, gluckste sie. „Und jetzt bring’ mir den Wunderknaben!“ Damit war der Fall für sie erledigt.

 

Einige Zeit später kam Tanja mit ihrem Vater. Sie stellte ihn vor und Verena und Karol verstanden sich prächtig, zumal Karol ausgezeichnet deutsch sprach. „Kommen Sie mit, Verena!“, bat er sie und führte sie - nicht in eine dieser engen Kabinen, die sie von zu Hause gewöhnt war - sondern in ein wunderschönes, kleines Zimmer. Es war sehr geschmackvoll, in warmen Brauntönen, eingerichtet. Das Licht war gedimmt und kam von einer schicken Stehlampe. Außerdem gab es eine wunderbar weich gepolsterte Liege und Karol wies sie an, sich dahin zu legen. Sie betrachte ihn aus den Augenwinkeln. Dieser „Vater“ war wirklich ein gut aussehender Mann. Wie alt er wohl sein mochte? Wahrscheinlich waren sie in etwa gleich alt. Er war eigentlich genau ihr Typ. Ihr gefielen die slawischen Männer schon immer. Karol war so groß wie sie. Er trug eine weiße Jeans und ein weißes Polohemd und dazu weiße Turnschuhe. Der Kontrast zu seinem dunklen Teint, war umwerfend. Man hatte fast den Eindruck, er sei zum Arbeiten so angezogen. Verena trug nur noch einen roten, äußerst knappen, trägerlosen Badeanzug und so legte sie sich hin.

 

Karol schob den Rand des Badeanzuges über ihren Rücken in die Taille und sie half ihm dabei. Noch war es alles ganz normal. „Ich freue mich, dass ich meiner Tochter aus einer Verlegenheit helfen kann. - Obwohl sie selber nicht so sehr glücklich darüber ist“, erklärte er ihr. Verena lachte. „Ja, ich habe es schon bemerkt! Sie halten mich alle für sehr verrucht, weil ich mich von einem Mann massieren lasse! - Noch dazu, von einem so gutaussehenden!“, fügte sie hinzu. Jetzt lachte Karol. „Ja, die Amerikanerinnen sind etwas seltsam auf diesem Gebiet - aber für sie, hängt Massage eben eng mit Erotik zusammen!“

 

Er goß ein duftendes Öl in seine Hände und begann ihren Rücken mit großen, kreisenden Bewegungen einzureiben. „Sehen Sie das genauso?“ fragte er spitzbübisch. Verena musste sich beherrschen, um nicht aufzulachen. Wollte er sie in Verlegenheit bringen? Sie war keine Amerikanerin, bei ihr würde das nicht funktionieren. Sie schüttelte ihr blondes Lockenhaar, sagte aber gleichzeitig: „Na ja, das kommt ganz darauf an. Es kann schon sehr viel mit Erotik zu tun haben - wenn man das möchte!“ Jetzt war er sprachlos. Donnerwetter, was hatte er sich dabei gedacht? Er wollte doch  wirklich nur seiner Tochter helfen und nun war er in so einer Situation, die er zu Hause immer zu vermeiden suchte. Und er war auch noch Schuld daran! Automatisch begann er zu massieren und jetzt sah er auch mal genauer hin. Bisher hatte er nur an Tanja gedacht. Aber nun, sah er sie an, diese deutsche Frau, die ihm Kontra gab.

 

Sie hatte eine wunderbare Figur. Genauso, wie eine Frau sein sollte, und ihre Haut war einfach ein Traum - weich und zart, leicht gebräunt und sehr gepflegt. Das konnte man sehen. Ihr Haar schimmerte im Licht der Stehlampe und sie wippte mit ihrem Unterschenkel. Sie hatte schöne Beine - vollkommen glatt und perfekt geformt. Und rote, lackierte Fußnägel hatte sie auch! Er stand auf so etwas! Sie gefiel ihm eindeutig viel zu gut! „Reiß dich bloß zusammen!“, befahl er sich. Sonst hatte er niemals solche Gefühle bei der Ausübung seines Berufes - aber vielleicht lag es daran, dass er in Urlaub war. Vielleicht lag es aber auch an ihr!  Am Liebsten hätte er sie auf die Schulter geküsst.

 

War er jetzt völlig verrückt geworden? - Ja, er war schon lange alleine. Karol war vor fünf Jahren geschieden worden, aber er hatte schon immer wieder mal eine Freundin gehabt. Also war er nicht ausgehungert nach Weiblichkeit. Und doch! Dieser Weiblichkeit hier, war schwer zu widerstehen. Langsam und zärtlich knetete er ihre Muskeln. Die Schultern, den Rücken, die Flanken. Behutsam zog er den Badeanzug weiter hinab. Er sah den Ansatz ihrer Backen - rund und fest! Beinahe hätte er anerkennend gepfiffen! Er beherrschte sich im letzten Moment. Atmete stattdessen nur sehr tief ein. War das eine Frau!

 

„Soll ich den Badeanzug ausziehen?“, fragte sie leise. Was sollte er darauf sagen? Natürlich sollte sie ihn ausziehen! Er spürte plötzlich sehr deutlich, wie stark er auf sie reagierte. „Ja, bitte! Tun Sie das!“ Seine Stimme kratzte, aber sie würde es nicht beachten. Und dann half er ihr, sich aus dem Badeanzug zu befreien. Er streifte ihn ganz langsam über ihren Po und über wirklich sehenswerte Beine. Als sie ihr Becken leicht anhob, hätte er beinahe seine Hand auf diesen sexy Po gelegt.

 

Verena lag nackt auf der weichen Liege und fragte sich, ob sie noch sicher war, was sie hier tat? Sicher war nur: Sie genoss jede Minute. Sie hatte ihr Selbstbewusstsein wiedergefunden. Sie war ein schöne Frau - nicht mehr 20 - okay! Aber trotzdem! Offensichtlich gefiel sie ihm. Sie spürte es. Und seine Hände wirkten Wunder. Sie entspannte sich zunehmend. Sie massierten jetzt ihre Beine, schoben sie leicht auseinander. Was er jetzt wohl sehen konnte? Sie schmunzelte bei dem Gedanken. Allerdings nicht lange, denn als seine Finger zwischen ihre Schenkel gerieten, wurde ihr heiß. Er vermied es ihre intimsten Bereiche zu berühren und doch hatte sie den Eindruck, als könne er nicht mehr lange widerstehen. Sie spürte seine Blicke. Sie tasteten ihr Hinterteil ab, glitten über ihre Schenkel. Seine Hände strichen über ihre Kniekehlen, berührten sanft ihre Waden und dann ergriff er ihren Fuß, hob ihn an und begann zu massieren. Sie fühlte seine Fingerspitzen zwischen ihren Zehen. Es war ein ausgesprochen anregendes Gefühl. Vielleicht auch deshalb, weil es sie an völlig andere Dinge erinnerte. Seine Augen würden auch auf ganz anderen Körperteilen ruhen - da war sie ziemlich sicher. Zumal er ihre Beine weiter spreizte, als unbedingt nötig. Und sie gab bereitwillig nach, hob sogar den Po leicht an - und für einen kurzen Moment hielt Karol den Atem an. Blondes, süßes Kraushaar und pralle, rosa-bräunliche, weiche Schamlippen.

 

Mit einem Stoßgebet an die heilige Mutter Maria schloss er die Augen. War das nur ein Versehen gewesen? Oder gingen seine Wunschträume in Erfüllung? Er sehnte sich nach ihr - nach dieser zauberhaften Fremden mit der Ausstrahlung einer Göttin! - Aber sie? War das eine unbewusste Bewegung gewesen -  wollte sie ihn reizen, sehen wie lange er widerstehen konnte? Oder wollte sie ihn...! - Was konnte er nur tun? So beherrscht es ihm möglich war, massierte er weiter. Natürlich berührte er sie an höchst intimen Stellen ihren Körpers - das war so bei einer Massage! („Wenn man es so möchte!“ - hatte sie gesagt.) Er wollte es so!

 

Verena spürte nur noch streichelnde Hände. Zärtliche Berührungen auf ihrem ganzen Körper. Das Verlangen, von dem sie geglaubt hatte, es sein gestorben, kehrte zurück. Diese Fingerspitzen, die zwischen ihren Beinen kreisten, sollten sich endlich zwischen ihre Backen schieben, tiefer hinein! Sie spürte, wie feucht sie war. Die Erregung überflutete ihren ganzen Körper. War sie jetzt endgültig in der Midlife-Crisis? Sie konnte sich doch nicht zu einem Fremden hingezogen fühlen?

 

„So, nun kommt die andere Seite!“ Hatte sie sich verhört? Hatte er gesagt, die andere Seite? Das würde sie nicht aushalten! Sie war nackt - und doch drehte sie sich um, legte sich auf den Rücken und dehnte ihren Körper. Seine Blicke würden sie verschlingen. Sie schloss die Augen - gab sich preis. Warum auch nicht? Sie war frei und sie konnte - durfte tun, was immer sie wollte. - Und sie wollte jetzt ...! Karol verschlug es die Sprache. War diese Frau schön! Und er war verrückt nach ihr. Wie sollte er bloß weitermachen? Wenn er sie berührte, würde er über sie herfallen müssen. Diese Brüste! Prall und weich und genau passend für seine Hände! Süße, steife Nippel! Er leckte über seine Lippen. Verena war eine einzige Versuchung. Seine Finger tippten auf ihr Becken und sie zuckte zusammen, als habe er 10.000 Volt in ihren Leib gejagt.

 

„Hab’ keine Angst, meine Schönheit!“, flüsterte er. „Es geschieht nichts, das du nicht willst!“ Er musste es ihr sagen. Sie musste es wissen. Er begehrte sie! Es war nicht mehr nur beruflich - auch bei ihr nicht! Er konnte ihr Verlangen spüren. - Oh nein, er täuschte sich nicht. Und er war sicher, sie konnte damit umgehen. Einer Amerikanerin hätte er es nicht gesagt. Aber ihr!

 

Verena schlug ihre Augen auf - blau und strahlend. Und er versank in diesen tiefen Seen. Er vertraute ihr seine Karriere an. Wenn sie sich über ihn beschwerte ... - „Ich will!“ Es war so leise, dass er es fast nur von ihren Lippen ablesen konnte. Sein Herz tat einen Sprung und dann umfassten seine Hände ihre Hüften, hielten sie ganz fest und er senkte sich über ihren Körper - kam immer näher. Er öffnete seinen Mund, streifte über ihre harten Brustwarzen. „Jaaahh!“, hauchte sie. Erst da saugte er sie zwischen seine Lippen und starb in diesem Augenblick eines süßen Todes. „Großer Gott! - Was tun wir da?“, stöhnend griff er nach ihrem Busen, massierte hingerissen. „Du machst mich einfach verrückt!“, gestand er. „Du mich auch!“, wisperte sie. Verena hob ihren Brustkorb, drückte sich ihm entgegen. Welch unglaubliche Situation! Sie lag hier nackt - vor einem völlig angezogenen Mann und konnte nur noch an seine Liebe denken.

 

Karol schlang seine Arme um sie und zog sie an sich. Wie gerne würde er jetzt mit ihr schlafen! Er sehnte sich danach ihr weiches Fleisch zu spüren - an seinem. Sich an sie zu pressen - immer enger, dichter, tiefer - bis sie zu einem Körper verschmelzen würden. Keuchend küsste er sie. Verlangend saugte er, spürte ihre süße Zungespitze, die seine Lippen streichelte. Zärtlich seinen Mund erkundete. Eine Göttin der Liebe! Sie musste es sein. Niemals war ihm die Frau in seinen Armen so perfekt erschienen. Niemals hatte er so ungestüm, so leidenschaftlich reagiert. „Nur du!“, murmelte er in ihren Mund. Und doch! Er durfte das weder ihr, noch seiner Tochter antun! Nicht jetzt! Nicht hier!

 

„Wir können es hier nicht tun!“ Der Verzicht brachte ihn um. Verena nickte. „Ich weiß!“ Sie presste ihre Augen zu - nur ganz kurz. Dann sah sie ihn an. „Einmal nur! Ich muss dich spüren! Muss wissen, dass ich noch lebe! - Fass mich an!“ Karol verstand sie instinktiv. Er spürte ihren Schmerz - er wollte ihn heilen! Seine Hand glitt ganz langsam über ihren Bauch. „Du bist so schön!“ Er legte sie auf ihre Venus, zog seine Finger massierend zusammen. „So begehrenswert!“ Wie lange konnte er sich noch beherrschen? „Nur für dich!“ Seine Stimme zerbrach. Karol ächzte vor Gier nach einer Frau, die er gerade erst seit einer Stunde kannte. Seine Fingerspitzen tauchten ein, in die verführerische Nässe zwischen ihren Schenkeln. Sanft tastete er sich vor, streichelte ihre Schamlippen, drängte sie auseinander. Verena stöhnte verlangend. Seine zärtlichen Finger hatten ihren Kitzler entdeckt. Sie bäumte sich auf in seinen Armen. „Ich will mit Dir schlafen!“ Sie hatte es noch zu keinem Mann gesagt! Sie hatte es noch niemals so dringend gewollt!

 

Und wenn er platzte, und wenn er zerfiel in tausend Teile! Er würde sie lieben - uneigennützig. Sie würde ihm gehören - er wusste es! - Nicht jetzt! Aber für immer! Sein Daumen rieb sanft an ihrer Lustknospe. Die anderen Finger schoben sich tiefer, fanden den engen Eingang. „Jaaahhhh !“ Verena genoss seine Zärtlichkeiten. „Ohh jaaahhh!“ Mühsam unterdrückte sie den Impuls laut aufzustöhnen. Hier durfte sie niemand hören! Aber als seine Finger eintauchten, an ihr rieben, sich sanft hinein schoben, riss sie die Augen auf - und dann verschloss sein Kuss ihre Lippen. Karol stieß zu und sie stöhnte ihre Lust in seinen Mund. Er hatte es gespürt: Sie konnte ihre Reaktion nicht länger unterdrücken. Sie bäumte sich auf, wand sich in seinen Armen, ließ sich tragen von einer ungeheuren Woge der Wolllust. Mühsam rang sie um Atem.

 

Als es klopfte, brachte er nur mit Mühe seine Stimme zum Funktionieren. „Einen Augenblick bitte!“, stieß er hervor, dann griff er nach einem großen Badetuch und deckte es über ihren glühenden Leib. Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sanft ihre Augen. „Come in!“, rief er und richtete sich auf. Sandy betrat den Raum. „Hallo ihr Zwei!“ Sie wusste, dass Karol deutsch sprach. „Wie geht es meiner Freundin?“, fragte sie deshalb. „Fragen Sie sie selbst!“, lächelte er. Verena hatte inzwischen Zeit gehabt, sich wieder zu sammeln. Sie hielt das Handtuch fest und richtete sich auf. „Es geht mir so gut, wie schon lange nicht mehr“, erklärte sie ihrer neugierigen Freundin. Dann wandte sie sich an Karol: „Du hast Zauberhände!“ Sandy sah ihren Blick. Verwirrt schaute sie von einem zum anderen. „Wollen wir gehen?“ Sie entschloss sich, nicht zu fragen, aber sie spürte es. Irgendetwas war geschehen! Ihre Freundin strahlte wie die Sonne. Verena nickte. „Wir wollten doch heute Abend in den Jazzclub gehen?“, fragte sie. „Du hast doch sicher nichts dagegen, wenn ich Jemanden mitbringe?“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, fragte sie ihn. „Darf ich dich heute Abend einladen, Karol - oder musst du dich um deine Tochter kümmern?“

 

Karol lächelte zurückhaltend. Er hatte sich nicht geirrt. Es war etwas zwischen ihnen. „Ich freue mich!“, war alles, was er dazu sagte. Dann verließ er den Raum. Als sie im Auto saßen, fragte sie doch - Sandy hielt es nicht aus: „Was, zur Hölle, ist denn da passiert?“ Verena hatte ihren Masseur eingeladen - sie verstand die Welt nicht mehr. Mit großen, glänzenden Augen saß sie da und dann brachte sie das Weltbild ihrer besten Freundin endgültig zum Einsturz. Sie sagte laut und deutlich: „Ja! Es ist etwas passiert! - Ich habe mich verliebt!“

 

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