Nothilfe


Marlene - Showtime

Für A. und ein bisschen für D.




© Sinnenflut

Es ist schon kurz nach zehn, als das Telefon klingelt, aber Sven weiß ja, dass er mich lange anrufen kann. Ich sitze bis mindestens um 1 oder 2 Uhr vor dem PC und surfe. Als ich den Hörer abhebe, weiß ich schlagartig: Alarmstufe Rot! Er kann kaum reden vor Erregung. „Warte mal, Junge!“, beruhige ich ihn. „Erst mal tief durchatmen! - Was ist denn los?“ - Er keucht: „Sie ist da! - Oh Gott, sie ist schon wieder da! - Stell dir bloß vor Brigitte! Sie steht NACKT auf meinem Balkon! Ich glaube, sie ist verrückt geworden!“

 

Rückblick: 

Sven war eingeladen bei seinem besten Freund und dessen Frau - zum Essen - und um ein bisschen Hilfestellung zu leisten bei alltäglich-ehelichen Problemen. Da ließ sie die Bombe platzen. Marlene, die Ehefrau seit 20 Jahren. Sie habe ihn nur geheiratet, um in der Nähe seines Freundes Sven sein zu können. Sie wolle nur ihn - keinen anderen! Sie liebe ihn! Sie begehre ihn! Er sei ihr Leben! Und seit diesem Eklat verfolgte sie ihn auch! Denn es war ihr eigentlich egal, ob er ihre Gefühle erwiderte. Und nun setzte sie dem Ganzen die Krone auf!

 

Donnerwetter. Da bleibt mir doch glatt die Spucke weg. So was gibt es doch nicht! Andererseits, die Panik in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Sie ist echt. Diese unmögliche Tussi! Klettert auf Svens Balkon und zieht sich aus. Nackt! - Hoppla! Es ist Oktober! Es ist arschkalt da draußen. Schon der Gedanke lässt mich schaudern. Ich grinse schadenfroh. „Lass sie doch stehen, bis sie anfriert!“, schlage ich vor. „Oder hol’ die Polizei!“ Ich höre sein gepeinigtes Stöhnen. „Ich mache mich doch lächerlich! Zum Gespött der ganzen Stadt - und Manfred auch!“ Das ist nun auch wieder wahr.

 

„Ich hab ihn schon angerufen, aber er ist nicht zu Hause!“ Seine Stimme wird immer schriller. Ich muss jetzt wohl was tun, sonst dreht er durch. „Brigitte! Hilf mir! Bitte!“ Natürlich, das ist gar keine Frage. Sven ist mein Freund. Logisch, dass ich ihm helfen werde. „Klar Sven, ich komme, aber es geht auf meine Weise! Ist das für dich okay?“, biete ich ihm an. „Alles! Alles, was du willst. Nur bitte komm schnell. Die Verrückte schlägt mir womöglich noch die Scheibe ein!“

 

In meinem Kopf entsteht ein Plan - ein hübscher, kleiner Plan. Ich lächle still vergnügt vor mich hin. Marlene! Was bist du für eine Hexe, aber ich werde dich schaffen. - „Was macht sie?“, frage ich. „Kannst du sie sehen?“ - Inzwischen ziehe ich mich aus - mit einer Hand. Dieses Spiel verlangt ein paar Vorbereitungen. „Ja, ich sehe sie! Ich glaube, sie tanzt. So was wie einen Dämonentanz!“ Armer Sven. Er schwitzt sicher Blut und Wasser. „Jetzt drückt sie ihren Busen an die Glastüre und - und - und - Brigitte komm bitte schnell!“ - „Was macht sie? Los! Rede!“ Sven bringt beinahe kein Wort mehr heraus. „Sie - sie - küsst...“ Er räuspert sich und sagt dann überlaut: „Sie küsst die Glasscheibe und dann leckt sie ihren Busen!“ Bei dieser Vorstellung muss ich nun wirklich lachen.

 

Eine nackte, fast 50-jährige Frau, die mitten in der Nacht auf einem Balkon steht und die Türe küsst! - „Sie hat einen Knall!“, stelle ich fest. „Also Sven, hör zu!“ Jetzt kommen meine Anweisungen. „Ich komme gleich. Ich werde vier Mal läuten. Das bin dann ich! Wir kriegen das schon hin. Und du redest jetzt weiter am Telefon! Ciao!“

 

Wie ein Wirbelwind jage ich durch meine Wohnung. Reizwäsche! Wo ist meine Reizwäsche? Herrgott, immer wenn man sie braucht! Ich springe hinein und frage mich, was für Augen Sven machen wird. *smile* Er kennt mich nur in Hosen und Pullis. Wir sind ja auch nur Freunde! Leider. Aber vielleicht ...

 

Gott sei Dank bin ich ein „alter Hase“ was das Motorradfahren angeht. So nervös wie ich momentan bin, ist das auch gut so. Fünf Minuten später stehe ich vor seiner Türe. Der Balkon ist auf der anderen Seite des Hauses. Ich hätte ja schon mal gerne geschaut. Ein Bild, das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Aber das ist doch zu riskant. Lachen muss ich trotzdem bei dieser Vorstellung.

 

Vier Mal klingeln. Erleichtert reißt Sven die Türe auf. Man sieht ihm an, wie glücklich er ist mich zu sehen. „Brigitte, mein Schutzengel!“ Ich schiebe ihn ein Stück beiseite und trete ein. Türe zu - ganz leise. „Ist sie noch da?“, flüstere ich. Er nickt und deutet auf die Türe zum Wohnzimmer. Ich kontrolliere. „Hey! Was ist das?“, frage ich. Auf dem Boden ist ein großer Fleck. Sven wird rot. „Ich hab vor Schreck meinen Tee fallen lassen, als ich sie bemerkte.“ „Bitte?“ - Ist der Junge so schreckhaft? „Na ja,“ erklärt er: „Ich habe sie nicht gesehen, weil es draußen dunkel ist und hier innen war es hell. Erst als ich mit dem Tee kam und das Licht ausmachte, um fernsehen zu können, steht sie plötzlich da. Ich bin soo erschrocken!“ Das leuchtet ein.

 

Ich kann sie sehen! Marlene! Was für eine Irre! Also gut! Dann wollen wir das Kind mal schaukeln! „Pass auf, ich erkläre dir jetzt was wir tun werden!“, wende ich mich an ihn. „Man macht einer Frau am besten klar, dass sie keine Chance hat, indem man ihr zeigt, dass ihr Herzblatt schon vergeben ist. Also werden wir beide ihr jetzt eine Show liefern!“ Sven schaut mich mit großen Augen an. Unsicher. Aber das ist jetzt mein Spiel - und ich beginne langsam meine Bluse aufzuknöpfen. Außerdem: Es gibt da gewisse untrügliche Kennzeichen des Einverständnisses!

 

Marlene kann mich wunderbar sehen - und auch ihn. Wir werden schon dafür sorgen, dass sie genug zu sehen bekommt! Das Lachen verbeiße ich mir jetzt wohl lieber bei diesem Gedanken. - Als ich Svens Gesicht sehe, gelingt es mir fast nicht mehr. Er schaut mich an, wie das "Achte Weltwunder". Seine Blicke hängen an meinem roten Spitzen BH. „Hey! Ganz ruhig!“, flüstere ich beruhigend. „Wir spielen nur! - Keine Bange, es passiert gar nichts. Wir sind nur gute Freunde, und jetzt liefern wir ein Schauspiel für die Lady!“

 

Sein Atem beruhigt sich etwas. Meiner wird dafür unregelmäßig. Ich strippe ja schließlich nicht jeden Tag vor einem attraktiven Mann. Ist ein heißes Gefühl, muss ich schon zugeben. „Du bist schön!“, murmelt Sven gepresst. Ist das eine Überraschung für ihn? Na ja, nur in BH und Jeans hat er mich noch nie gesehen. „Reizwäsche!“, stammelt er. „Trägst du so was immer?“ Aber nein! Wozu sollte ich? - „Normalerweise tut es Baumwollwäsche.“, erkläre ich ihm. „Aber heute war es angebracht!“ Mit wiegenden Hüften komme ich ihm entgegen. „Küss mich!“ –

 

Er weicht einen Schritt zurück, aber das fällt nicht auf. Ich komme einfach nach. „Nur Show!“, zische ich leise. „Keine Angst, wir tun nur so!“, und schlinge die Arme um ihn. Sven stößt einen Seufzer aus und nimmt mich in die Arme. Ich hab das Gefühl er ist erleichtert. Wir drehen uns mit dem Rücken zur Wohnzimmertüre und spielen küssen. Also ehrlich! Ich würde dieses Spiel gerne etwas realistischer gestalten.

 

Er hält  mich im Arm. Seine Hände berühren notgedrungen nackte Haut. Uhhhh. Ich bekomme eine Gänsehaut. „Geh ins Wohnzimmer und setz dich auf den Sessel.“ - „Warum?“ - „Warum? - Frag nicht! Tu’s einfach!“ Folgsam schiebt er sich ins Wohnzimmer und setzt sich auf den Sessel. Weiß ich eigentlich, was ich hier tue? „Wir müssen ihr doch etwas bieten!“, begründe ich es für Sven - oder doch für mich?

 

Graziös drehe ich mich um die eigene Achse und dann stehe ich vor ihm. Zwischen ihr und ihm. Ich schwinge weich die Hüften und öffne langsam meine Hose. Sein Blick hängt gebannt an mir. Ob er überhaupt noch weiß, dass sie da ist? In einer fließenden Bewegung ziehe ich ein Bein aus dem Stoff. Donnerwetter! In dieser Beleuchtung - oder besser mangelnden Beleuchtung - sieht meine Haut aus wie Alabaster. „Was für wunderschöne Beine du hast!“ flüstert Sven, als ich die Hose fallen lasse und heraus steige.

 

Seine bewundernden Blicke tun mir gut - oder doch nicht? Sie - erregen mich! Das sollte aber nicht ... Marlene sieht mich ja nur von hinten. Mit einem Schwung meines Beines bin ich über ihm, setze mich mit gespreizten Schenkeln auf seinen Schoß. Sven stöhnt - oder hat er geseufzt? Da hat er plötzlich eine halbnackte Frau auf seinem Schoß. Was für eine Situation! Aber ich weiß, dass sie ihm gefällt, die Situation! Seine Männlichkeit ist deutlich zu spüren. Ich sollte das nicht tun, aber ... Ich drücke mich auf ihn. Fühle seine Erregung an meiner Scham. Jetzt stöhne ich!

 

„Mach deine Augen zu!“, bitte ich ihn. Natürlich muss er wissen warum! Kann er nicht einfach ... „Ich möchte jetzt meinen Büstenhalter ausziehen - für SIE - und ...“ jetzt wird mir heiß. „Ich möchte - ich will nicht - ach, mach’ sie einfach zu!“ Sein Blick gleitet über mein Dekollete und dann schließt er lächelnd die Augen. Wie schelmisch er grinst. „Dieser BH steht dir wundervoll. Die Spitze sieht aus, als wäre sie dir in die Haut gemeißelt. Seine Hand streichelt schnell über den weichen Stoff - und zuckt zurück, als sie auf nackte Haut trifft. „Fass noch mal hin! Bitte!“ Das hab ich jetzt nur gedacht. Ob er wirklich nicht ... Dabei lächelt er doch so wissend. Aber warte! Ich krieg dich.

 

„Ist sie überhaupt noch da?“, frage ich. Wie aus der Pistole geschossen kommt es: „Ja, sie steht da und schaut!“ Woher weiß er das? Wenn er doch die Augen zu hat? Aber ich bin nicht böse darüber. Eigentlich möchte ich, dass er ... Ich beuge mich zu ihm, spüre seinen Atem und tue so, als würde ich ihn küssen.

 

Dann knöpfe ich sein Hemd langsam auf. Knopf für Knopf für Knopf. Vorsichtig berühre ich ihn - streichle langsam seine Brust entlang - tiefer. Als ich zu nahe komme, bäumt er sich auf. Ist das jetzt Erregung oder Befürchtung? Ein letztes Mal erlaube ich mir ihn zu fühlen - dazwischen - ganz kurz! Hmmmm! - Dann gleite ich von seinem Schoß und knie mich zwischen seine Schenkel.

 

Für sie muss es jetzt aussehen, als würde ich ihn verwöhnen. Sehr intim verwöhnen. Als ob ich das nicht wirklich gerne tun würde? Sven legt den Kopf zurück als er meine Hände an seinen Oberschenkeln spürt und stöhnt. „Du machst das klasse!“, liefere ich ihm das Alibi. Lächelnd stöhnt er noch ein bisschen lauter. Muss er wirklich noch schauspielern?

 

„Wenn sie immer noch da ist, dann wirkt es nicht!“ befinde ich. „Sie bildet sich ein, SIE hat Sex mit dir, denn sie kann dir in die Augen sehen. Komm mit auf die Couch!“ Ich erhebe mich und passe auf, dass sie nicht sieht, dass „er“ noch vollkommen verschlossen ist. Zärtlich und sehr fürsorglich bettet Sven mich auf das Sofa. „Du musst jetzt ein bisschen Initiative zeigen!“, flüstere ich und dehne mich wohlig. Räkle mich für ihn.

 

„Und jetzt?“, fragt er, während er sich zwischen meine Beine kniet. „Soll ich ...“ Er zögert. „Gefällt es dir, wenn ich deine - Oberschenkel berühre? - Ich meine außen! Ich meine, wenn ich sie streichle! Ich meine - grundsätzlich! - Würde dir das gefallen?“ Er möchte es. Ich kann es spüren. -  Was soll ich jetzt dazu sagen?

 

„Ich weiß es nicht!“ Wieso zittert meine Stimme plötzlich? „Warum weißt du das nicht?“ - Wie lange war ich nicht so erregt? - „Ich hab schon lange nicht ... Ich war schon lange nicht mehr - in so einer Situation!“ Seine Hand an meinem Schenkel - warm und zärtlich - und schon ist sie wieder weg. „Hat es dir gefallen?“ Herrgott, dieser Mann macht mich verrückt. „Das war zu kurz! Ich konnte nicht richtig fühlen!“ Und schon ist sie wieder da, seine Hand und streichelt ausgiebig.

 

Oh ja! Das ist wundervoll. Ich strecke mich ihm entgegen und stöhne - nur für Marlene selbstverständlich. Es ist ja so aufregend. Hier liege ich nun - mit gespreizten Schenkeln - und er liebt mich - beinahe! Mein Becken macht sich selbständig. Langsam passt es sich seinen Bewegungen an. Schwingt in seinem Rhythmus. Seine Hände kommen immer näher. Fast kann ich sie spüren - oder habe ich sie gespürt? –

 

„Dein Höschen ist feucht!“ Hat er das gesagt? „Das ist Lampenfieber!“ Niemals hatte ich eine blödere Ausrede! Aber er protestiert nicht. „Du musst es mir jetzt ausziehen!“ - Die Hände stocken. „Was?“ - „Das Höschen!“ - Hoppla! Das geht nicht! Wie ein Blitz schlägt es in meinem Gehirn ein. Ich habe mich rasiert. Gestern! Nur mal probieren wollte ich es. Hab ich noch nie ... und ausgerechnet jetzt ... Verdammt! Wenn er das jetzt sieht, dann glaubt er vielleicht ... Ach Scheiße!

 

„Nein, lieber nicht!“, flüstere ich verschämt - und er atmet auf. Hürde genommen. „Dann musst du aber jetzt so tun als ob!“ Sven keucht. „Soll ich ehrlich?“ - „Natürlich! Sonst glaubt sie uns das nie!“ Seine Finger streicheln immer noch eifrig - nicht nur die Schenkel. Sein Becken beginnt gefühlvoll zu stoßen, sein harter Phallus drückt gegen meine Scham. Ich komme ihm entgegen.  Sanfte Stöße, heiße Blitze der Lust in den Unterleib. Blitz - Blitz - Blitz!

 

Jetzt stöhnen wir zusammen. Seine Hände umfassen meine Hüften, ziehen mich näher. Ich richte mich kurz auf und schaue. Sie ist weg! Ich werde es ihm nicht sagen. Stöhnend sinke ich zurück und dränge ihm meine Muschi entgegen. Wenn er es doch täte! Es fühlt sich so gut an - so geil. Ich stelle es mir vor. Wie er mir mein Höschen auszieht, um die Quelle der Feuchtigkeit zu erkunden - mit seinen Fingern. Ich spüre seinen Penis. Er ist hart und er will mich! „Jaahh! Oh jaah!“ Immer schneller werden unsere Stöße. Immer mehr kann ich spüren von ihm - von seiner Männlichkeit. Von seinem geilen Schwanz. Es ist fast wie ein richtiger ... Es ist - verdammt - es ist Liebe!

 

Ich winde mich unter seinen Händen - unter seinem Gewicht - unter seinen kraftvollen Stößen. Oh Gott, ich platze! Gleich, auf der Stelle platze ich! Jetzt! - Stöhnend lässt er sich auf mich sinken. Keuchend. Ist auf einmal völlig entspannt. Fast so, wie ich.

 

Hat er jetzt ...? Ist er jetzt ...? War das jetzt ...? Oh bitte ja! Es war ein Orgasmus. Ein gemeinsamer Orgasmus. Marlene haben wir vergessen. Es gibt nur noch uns. Zärtlich streichle ich sein Haar, fühle, wie er sein Gesicht an meine Bauchdecke schmiegt. Kleine Küsse auf meine empfindliche Haut. Sein Atem beruhigt  sich zusehends, und dann ist er eingeschlafen. Völlig zufrieden. Geborgen - in meinen Armen.


„Ach Sven, mein Süßer! Ich liebe dich!“

 

© BvS

 

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