Devot

  

von Matthias Kayser

 

Ich bin devot. Das habe ich meinem ersten Meister zu verdanken, denn er hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Ich weiß nicht, ob ich von Natur aus so veranlagt bin. Dazu müsste ich mich mal wieder mit meinesgleichen unterhalten, was mir aber nicht möglich ist. Mein neuer Meister hält mich strikt in seinem Haus und versagt mir jeglichen Kontakt mit der übrigen Welt. Allerdings könnte ich sein Reich aus eigenen Kräften nicht verlassen, und obendrein sperrt er mich auch immer ein, wenn er Besuch bekommt.

 

Da hatte ich es bei meinem ersten Herrn besser, dort verbrachte ich einen großen Teil der Zeit mit meinen Schwestern.Und auch, wenn wir damals noch nicht viel von unserem zukünftigen Dasein wussten, so waren wir immerhin nicht allein. Doch ich will nicht zuviel jammern und klagen. Mein Meister macht zwar mit mir, wonach immer es ihm gelüstet, aber er kümmert sich auch um mich, pflegt mich und achtet auf mein Äußeres. Was man von vielen anderen Männern nicht unbedingt behaupten kann. Er war auch noch nie grob zu mir, denn ich mache alles mit und nehme seine Begierden mit stoischer Gelassenheit hin.

 

Leider kann ich nicht behaupten, dass es mich erregt, wenn er mich streichelt und küsst oder meine Brüste knetet. Meine Nippel sind immer hart, ich weiß nicht, woran das liegt. Trotzdem empfinde ich nichts, wenn er sie zwirbelt oder daran saugt. Auch wenn er mir voller Stolz seinen riesigen Ständer präsentiert und mir sagt, dass er gleich meine enge Muschi besuchen oder mich in meinen knackigen Po ficken wird, lässt mich das kalt. Erst recht wenn er mir seinen Schwanz in den Mund rammt und darin abspritzt, würde ich am liebsten alles wieder ausspucken, wenn ich es nur könnte!

 

Manchmal spricht er auch liebevoll mit mir und fragt mich, wie ich es gern hätte. Ich würde ihm gerne antworten, doch wenn ich in seine lustgeschwollenen Augen sehe, wird mir klar, er könnte mich nicht hören, selbst wenn er es noch so sehr wollte.

 

Ganz selten sagt er mir auch, wie gern er mich hat und wie froh er ist, dass er mich hat. Wie sehr er es mit mir genießt und wie kompliziert es doch mit den anderen war. Ich würde gerne wissen, was er damit meint. Bin ich, nur weil ich devot bin, schlicht und einfältig?

 

Ein Freund meines ersten Meisters hat sich einmal begeistert über meine komplexe Struktur und  faszinierenden Eigenschaften ausgelassen, und wie vielseitig formbar und verwendbar ich sei. Ich scheine also doch etwas Besonderes zu sein, auch wenn ich so bin, wie ich bin.

 

Ich bin devot, denn ich bin aus Latex.

 

© Neptuns Schreibwerkstatt                                                          Ihre Meinung?

 




Top