Das Märchen von Sawizbär als Seefahrer

 

Sawizbär:

Bin mal von Sizilien nach Malta und zurück getörnt, 500 sm, SUPER!

 

Grünbär:

Tja - das würden unsere alten Knochen bestimmt nicht mehr mitmachen

 

Sawizbär:

Och, warum nicht? Das war ein 140 Jahre altes Dickschiff, Skipper und 5 Segelgäste, wir hatten einiges zu tun! Hab sogar eine Makrele geangelt und zubereitet.

 

Gelbbär:

Siehste - als Segelgast musst du ja nicht arbeiten, nur angeln.

 

Sawizbär:

Und ob ich Segel hochgezogen habe! Und den Fisherman vorn hab ich vom Klüver aus hochgezogen! Nee, nee, ich war schon gut - ich!

 

Grünbär:

Siehste - du hast was erlebt und jetzt kannst du davon träumen.

 

Sawizbär:

Stimmt! Hab aber noch viel mehr hinter mir!

 

Sawizbär:

Will euch aber nicht langweilen mit all dem Kram.

 

Gelbbär:

Du langweilst uns bestimmt nicht.

 

Sawizbär: 

Schaut euch Käpt'n Blaubär an: Sind alles Geschichten, die ICH erlebt habe!

 

Sawizbär:

Na, ja, die eine oder andere vielleicht doch nicht...

 

Rosabär: 

Kleiner Aufschneider?

 

Sawizbär:

Ööööch???? NIE!!!!!!!!!!!!!

Ist meine Bescheidenheit! Hab ja auch nur gesagt: Makrele! In Wahrheit war’s ein Thunfisch - aber das hättet ihr mir ja doch nicht geglaubt.

 

Sawizbär:

Na ja: danach war ich wirklich Aufschneider. Wir gingen in Malta an Land und was sollten wir nun mit dem 5m langen Thuna tun? Uns reichte ja der Kopf für die nächsten Wochen. Ihr müsst nämlich wissen, dass der Kopf das Beste ist. Weil der Thunfisch so viele Algen frisst, braucht man auf See kein Gemüse, keinen Salat, man muss eben nur den Kopf aufessen.

 

Sawizbär:

Also habe ich mich auf den Markt gestellt, habe den Fisch aufgeschnitten, zerteilt und als Fischaufschnitt verkauft. Die Fischer hatten schon lange keine Fische mehr gefangen, die Leute auf der Insel waren schon fast verhungert und der Grund war unser Skipper, aber das erzähl ich euch später. Wir scheffelten ganz schön Bares, so dass wir das Boot verkaufen mussten und ein Containerschiff anmieten mussten, um das Gold fortzuschaffen, das wir für den Thunfisch bekamen.

 

Sawizbär:

Geld haben wir nämlich nicht genommen. Malta war ja noch nicht in der EU - da schien uns Gold sicherer. Nur am Zoll bekamen wir Probleme. Die Finanzbehörden hatten gar nicht gewusst, dass es auf Malta soviel Gold gab.

 

Sawizbär:

Die Einwohner stellten sich nun allesamt als Schmuggler heraus und die Behörden verlangten von uns, dass wir das Gold nachverzollen sollten. Da hatten sie aber die Rechnung ohne uns gemacht.

 

Sawizbär:

Wir drohten ihnen an, das Gold auf einen Schlag in die Fischerboote zu legen, mit denen es auf die Insel gebracht worden war. Da ja Gold so schwer ist, wären die ganzen Nussschalen abgesoffen, man hätte nicht mehr frischen Seefisch angeln können und es wäre zu einer Hungersnot gekommen.

 

Sawizbär:

Zwar waren genug Fischstäbchen an Land, aber aus alter Gewohnheit essen die Malteser keine Fischstäbchen, damit füttern sie die Touristen allabendlich.

 

Sawizbär:

Unser ganzes Glück hatte nur einen Haken: der Skipper hatte eine Braut dabei, mit der er jeden Abend in seiner Koje verschwand, wenn wir auf hoher See waren. Was dort genau geschah, weiß außer den beiden niemand, aber hinter der Tür begann dann ein gewaltiges Getümmel und Geschrei und das Schiff begann zu schaukeln, wie bei Windstärke 12. Dabei war der Meeresspiegel glatt wie eine Tischplatte, nur dass das Wasser von den Schiffsbewegungen geheimnisvoll bläulich zu leuchten begann.

 

Sawizbär:

Wir fürchteten uns alle sehr und jeder von uns wünschte sich, er hätte eine Piratenbraut dabei, die mit ihm in die Koje gegangen wäre, um ihm die Hand zu halten, bis sich das seltsame Verhalten des Schiffes wieder beruhigt hatte. Gegen morgen, so um fünf Uhr war es dann soweit. Unser Skipper, ein Mann mit prächtigem Seemannsbart und dickem Bauch, fing an zu schnarchen, dass die Masten bebten.

 

Sawizbär:

Dann schaukelte das Schiff zwar nicht mehr, wir hätten wieder einschlafen können, aber irgendwann musste man ja auch die notwendigen Fische für das Mittagessen fangen, und jedermann weiß, dass sie morgens besonders gut beißen. - Leider war das Schnarchen des Skippers so gewaltig, dass alle Fische jeden Morgen aus dem Mittelmeer in den Atlantik schwammen, um diesen schrecklichen Lärm nicht hören zu müssen. Ihre Seitenlinienorgane, mit denen die Fische hören, hatten schon richtige Entzündungen und waren schon zu Zick-Zack-Linien verbogen.

 

Sawizbär:

Endlich kamen wir auf Vulkanos an. Dort trafen wir am Strand eine junge Frau, die dort gestrandet war. Es war die Frau, von der ich schon lange geträumt hatte. SO hatte ich mir ihren Körper vorgestellt! Auch wenn die anderen nicht ganz einverstanden waren, nahm ich sie an Bord - und wir kamen uns sehr schnell näher. Man bedenke: auf Vulkanos!

 

Sawizbär:

Später stellte sich heraus, dass sie die Tochter des Gottes Vulkanos war und ihn in ihrem Temperament noch weit übertraf.

 

Sawizbär:

Jedenfalls gingen wir nun nachts ebenfalls in die Koje, und zunächst erzählte ich ihr von unseren nächtlichen gruseligen Wellenritten. Sie beruhigte mich und meinte: „Ich ahne, was da vor sich geht! Wir werden gemeinsam das Gegenmittel finden. Tatsächlich: Kaum begann das Boot zu schaukeln, setzte sie sich auf mich und ritt mich so heftig gegen das Schaukeln an, dass das Schiff vollkommen ruhig auf der Meeresoberfläche liegen blieb, obwohl wir in dieser Nacht mit Windstärke 7 von den Äolischen Inseln fort durch die Straße von Messina getrieben wurden.

 

Sawizbär:

Ende der Geschichte! ;-)

 

© Carlito