Unvergesslich

Für Nimrod




Elf war ich damals! Ein Junge von elf Jahren! Meine Eltern waren geschieden, und ich lebte in einem Internat. Erste sexuelle Erfahrungen hatte ich schon, denn mein Freund Luchterhand hatte mich bereits vor einiger Zeit in die hohe Kunst des Masturbierens eingeweiht. Damals verbrachte ich ein Wochenende bei meinem Vater in Berlin. Er war wieder verheiratet, und seine zweite Frau Ingrid war Saxophonistin - eine gute! Außerdem mochte ich sie sehr. Sie und ihre jüngere Schwester Vera.

 

Und um Vera sollte es gehen. Wie oft ich sie seither in meinen Gedanken und in meinen Träumen gesehen habe - ich weiß es nicht, könnte es auch dann nicht mehr zählen, würde ich mir Mühe geben. Und gestern Nacht habe ich seit vielen Jahren wieder einmal geträumt - DAVON!

 

Die Jahrzehnte sind inzwischen vergangen. Ich bin ein reiferer Herr geworden. Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und habe selber eine Tochter und zwei Enkelkinder. Besonders dank meiner zweiten Frau ist meine Erinnerung daran verblasst - und doch habe ich nun von IHR geträumt: Von Vera! Von Vera und von Maiberg!

 

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Vera war eine schöne Frau von 22 Jahren, und sie war verlobt mit einem jungen, englischen Offizier. An diesem Wochenende sollte es eine Party geben - im Hause meines Vaters. Warum mein Vater allerdings nicht anwesend war, weiß ich heute nicht mehr. Seine Frau war da und natürlich Vera. Der Engländer konnte in der Nachkriegszeit Dinge besorgen, die für uns unerschwinglich waren: Delikatessen. Champagner, Pastete, Kaviar, Früchte und so war der Tisch reich gedeckt. Es waren etwa zehn Menschen in diesem Salon anwesend - außer mir, der nicht zur Kenntnis genommen wurde.

 

Ich erinnere mich an Ingrid, Maiberg, Vera und ihren Engländer und an den sonderbar zuckenden Pelz von Felinau mit seiner rauen Stimme. Das Gespräch der Erwachsenen kam sehr schnell auf das Thema Nummer eins: Sex! Bewusst wurde mir das, als Maiberg erklärte "Votze" sei kein Körperteil, sondern ein Zustand! Ich hatte keine Ahnung was er meinte. Aber Vera hatte es ihm angetan. Die schöne, junge, nordisch-blonde Vera, vollbusig und langbeinig. Das Urbild aller Sinnlichkeit.

 

Ganz unverhohlen machte er ihr Avancen. Nein! Er machte ihr nicht den Hof! Er machte unsittliche Angebote! Sie sei so wunderschön, sagte er ihr, und er wolle sie beobachten - in ihrer Lust! Es sei auch gar nichts dabei, denn niemand könne „etwas sehen“. Es würde ja alles unter ihrem Rock geschehen. Ich hatte kurzzeitig das Bedürfnis, ihm den Hals umzudrehen und sah den Engländer an. Der aber lächelte nur. Vera wurde rot und sah weg. Aber Maiberg ließ nicht locker. Er sank vor ihr auf die Knie, bettelte, flehte, sie möge ihm gestatten, sie zu berühren - hielt ihre Knöchel umfasst und betastete andächtig ihre hochhackigen Pumps.

 

Ich konnte sehen, wie seine braunen Hände über bezaubernde Beine streichelten, wie sie höher glitten an ihren Waden. Ihre Strümpfe glänzten golden im Licht der Lampe. „Ich kann das nicht!“, flüsterte sie leise, aber das störte ihn nicht. Behutsam schob er den engen, schwarzen Nadelstreifenrock ein Stück über ihre Knie. „Mach die Augen zu!“, schlug er vor. Der Champagner wirkte - und Vera schloss ihre Augen!

 

„Nicht vor dem Kind!“, sagte dann irgendein Idiot, und der Engländer nahm mich bei der Hand und brachte mich hinaus. Wir gingen in die Küche und er servierte mir fröhlich ein Stück von einer überaus köstlichen Fleischpastete und ein kleines Glas Danziger Goldwasser, denn er wusste, ich liebte Danziger Goldwasser, wenn ich es denn einmal bekam. - Dann ließ er mich alleine.

 

Oh nein! Ich habe die wundervolle Pastete, für die ich zu anderer Zeit meinen Eckzahn gegeben hätte, nicht gegessen. Ich schlich zum Salon und öffnete so leise, wie nur irgend möglich die Türe. Was ich dann sah, lässt mich heute noch erschauern. Jemand hatte Vera die Jacke ihres Kostüms abgestreift und ihre weiße Bluse geöffnet. Ihre Brüste in dem weißen Spitzenbüstenhalter waren erregend prall und für mich der Gipfel der Fleischeslust. Bis...  bis jemand kam und ihr den wundervollen BH mit einer großen Schere vom Körper schnitt und ihren Busen entblößte.

 

Maiberg kniete immer noch in Hemdsärmeln vor der halbnackten Frau und redete eindringlich auf sie ein. „Komm, meine Süße, spreiz deine Beine ein bisschen! Lass mich dazwischen!“ Ich wagte kaum zu atmen. Das war das heißeste Erlebnis meines jungen Lebens! Ich starrte auf ihre Brüste und sah, wie sich ihre Brustwarzen aufrichteten. Der Engländer trat von hinten an sie heran und nahm sie in seine Arme - darauf bedacht, Maiberg nicht zu stören oder zu behindern. Seine Hände hielten ihre Brüste, präsentierten sie gleichsam. Er wog sie, massierte und knetete, und dann rieb er diese seltsam anmutenden kleinen Spielzeuge, diese kleinen, runden Früchte oben drauf, zwischen Daumen und Zeigefinger. Er zwickte hinein - und sie wuchsen noch ein Stückchen mehr.

 

Vera stöhnte und lehnte sich an ihn. Und Maiberg hatte nun beide Hände unter ihrem Rock vergraben. „Spitzenstrümpfe!“, murmelte er und ich sah, dass seine Fingerspitzen ihren Oberschenkel umrundeten. Beinahe hatte ich selber das Gefühl, die zarte Spitze unter meinen Fingern zu ertasten - und wieder zurückzukehren - zwischen ihre warmen Schenkel. „Weiches Fleisch!“, flüsterte er. „Wie weich und fest deine Haut ist!“ Es war, als doziere er für die anderen. Alle Gäste in diesem Raum beobachteten das entflammte Mädchen - mich eingeschlossen. Meine eigene Hand hatte bereits entdeckt, wie erregt ich war.

 

So erregt wie sie - Vera! „Wie feucht du bist!“, stellte Maiberg fest und schob seine Hände noch tiefer. „Deine Muschi ist schon richtig nass, kleine Vera!“ Der Engländer, der sie bisher an sich gelehnt gehalten hatte, beugte sich jetzt über sie und küsste ihre Lippen. „Nein!“, befahl Maiberg. „Nicht küssen! Wir wollen sie beobachten! Wenn du sie küsst, können wir ihr Gesicht nicht sehen!“ - „Idiot!“, dachte ich. „Idiot! Ich würde sie küssen!“ - Aber er fand einen Ausweg. Erstaunt sah ich, wie er sich seitlich über ihre Brüste beugte und begann diese kleinen Weinbeeren zu lecken.

 

„Du geiles Mädel, du bist ja rasiert!“, keuchte Maiberg, und ich hatte keine Ahnung, wovon er sprach, hatte ich doch nie vorher eine nackte Frau gesehen. Sie war nicht rasiert! Im Gegenteil, sie hatte wundervolles langes, hellblondes Haar! Ich konnte es doch sehen. Aber der Engländer nickte wissend und biss in einen ihrer steifen Nippel. „Wie prall deine Schamlippen sind - und wie nass! Geschwollen! Sie warten auf einen richtigen Stoß!“ Was machte er da bloß? Wurde das eine Vorlesung? Es erschien mir irgendwie nicht richtig, obwohl ich selber kaum noch atmete vor Aufregung.

 

„Gefällt es dir, kleine Vera? Sag es uns! - Erzähl uns, schildere uns dein Empfinden!“, forderte er, aber Vera stöhnte nur, versunken in ihrer Leidenschaft, fernab von jeder Konvention, fernab jeglicher Schicklichkeit. Sie schwamm auf einer Welle der Wollust. „Sag, bin ich tief genug? - Ist es schön für dich?“ Seine eigene Neigung an diesem Spiel war nicht zu übersehen. Atemlos staunten alle Anwesenden dieses seltsam entrückte Paar und dessen frivoles Tun an.

 

„Wie schön du bist, in deiner Erregung!“, konstatierte er und Vera zog ihre Unterlippe zwischen ihre Zähne, biss zu und kaute darauf herum. Ihre rosa Zungenspitze benetzte die Lippen, leckte... und sie schob ihm ihr Becken entgegen. Lüstern sah sie aus! „Gefällt es dir, wenn mein Daumen deinen Kitzler massiert - wenn er ihn geil reibt?“, fragte er wissensdurstig. „Soll ich dir einen Finger hinein schieben, in deine hungrige Muschi?“ Vera stöhnte und spreizte ihre Beine soweit ihr enger Rock das zuließ.

 

Maiberg war bis an beide Ellenbogen darunter verschwunden. Man konnte tatsächlich nichts sehen! Nichts, außer diesen üppigen, nackten Brüsten, umrahmt von dem weißen Stoff der Bluse! Ihr Atem ging schwer und der Prachtbusen wogte. „Komm schon, Vera, lass dich fallen! Wir wollen deine Lust sehen! Zeig sie uns! - Sag mir einfach, wenn du kommen willst!“, befahl Maiberg. „Dann schiebe ich meine Finger tiefer hinein - in deine süße, nasse, lüsterne Scheide. Sag mir, wenn du gefickt werden möchtest, hier, vor unseren Augen - vor den Augen deiner Freunde! - Du willst es doch!“ - Nicht er sollte das tun! Ich wollte es tun. Ich wollte sie lieben, die schöne, erregte Vera. Und ich hasste Maiberg, aber ich gab keinen Mucks von mir!

 

Seine Bewegungen wurden schneller, seine Stimme rauer. „Was für eine enge, geile Votze! - Jetzt! Jetzt bist du... votze! - Verstehst du nun, wie das ist? Begreifst du jetzt diesen wunderbaren Zustand? Ich schenke ihn dir - wenn du es willst!“

 

Und Vera zerbiss sich die Lippen. Sie fasste nach dem Rock und zerrte, aber er hing fest. „Jaah!“, stöhnte sie. „Jetzt!“ Maiberg gehorchte - und ich betrachtete, genoss zum allerersten Mal in meinem Leben den Anblick einer Frau auf dem Höhepunkt ihrer sinnlichen Lust. Wimmernd griff sie nach ihren Brüsten, zerrte und drückte an ihren Nippeln, während er immer nachdrücklicher stieß. Ich starrte in ihr wunderschönes Gesicht. Sie presste ihre Augen fest zu und riss den Mund auf, keuchte, schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen. Aber ich hatte den Eindruck, sie kam nicht bis in ihre Lungen. Röte kroch über ihre Brüste, das Dekolleté, den Hals in ihr verzerrtes Gesicht. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Sie ächzte, und unartikulierte Geräusche kamen aus ihrem Mund, die sich zu kleinen, spitzen Schreien steigerten. Ihr halbnackter Körper wand sich in höchster Ekstase. Ich hatte niemals vorher eine so schöne Frau gesehen, und ich vergaß meine eigene Gier bei diesem Anblick, aber mein Atem folgte dem ihren. Ich keuchte in ihrem Rhythmus, so als hätte ihr Orgasmus uns beide verbunden.

 

Als ich Maibergs Hände wieder sehen konnte, drehte ich mich um und rannte in die Küche. Die Pastete konnte ich auch jetzt nicht essen, aber das Danziger Goldwasser schüttete ich hinunter wie ein Verdurstender.

 

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Als ich ins Internat zurückkam, fühlte ich mich erwachsen. Meinem Freund Luchterhand habe ich nicht davon erzählt, aber das Bild der schönen Vera konnte ich nie mehr vergessen - und ihr Orgasmus hat uns später noch oft und oft in Lust vereint.

 
Zwei Monate später erschütterte ein Mord Berlin, dessen Opfer auch ich kannte: Maiberg! Und mein Vater erzählte mir, dass wahrscheinlich ein Engländer sein Mörder sei.

 


Ich hätte ihm sagen können warum!

 

© BvS

 

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