Feuerbusch und Goldbirke




 

Sie joggte ihren gewohnten Pfad entlang. Diesen Weg nahm sie nun schon seit Wochen - immer wenn ihr Gemüt voller Unruhe war wie heute. Es war ein sonnig warmer Herbsttag. Die Hecke entlang des Weges leuchte wie eine Feuerwand, ein einziger Feuerbusch. Dahinter stand eine Birke im goldenen Herbstkleid. Das Laub war trocken und knisterte bei jedem Schritt. Die Sonne ließ die Farbenpracht der Bäume an diesem Tag wieder besonders bunt erscheinen. Und gerade dieses Bild schmerzte fürchterlich in ihr.

 

Vor ein paar Wochen hatte sich ihre große Liebe von ihr verabschiedet. Seine Worte taten weh, und außerdem waren sie so nicht wahr. Er hatte gesagt, er liebe eine andere und sie müsse sich getäuscht haben. Er wäre anscheinend nicht, was sie sich erhoffte - wäre nicht ihr Traummann. - Oh wenn er nur wüsste.

 

Warum bitte fühlte sie sich in seiner Gegenwart so unendlich wohl? Warum schien sie immer vor Glück zu fliegen? Warum stolperte ihr Herz immer, sobald sie ihn erblickte? Und vor allem! Warum, warum war sie in seiner Nähe immer so verdammt feucht dort unten? - Und nun, ohne ihn fühlte sie sich auf einmal so leer?

 

Der Winter stand vor der Tür. Es würde dieses Jahr ein ganz harter Winter werden - sie fühlte es. Die Bäume gaben ihr Recht, behielten wie zum Trotz ihr Laubkleid und schienen damit regelrecht in Flammen zu stehen. Diese Farbenpracht, ein Meer aus Flammen, Erinnerungen an einen richtig heißen Sommer. Ihr Herz hielt das nicht aus. Sie beschleunigte ihre Schritte, den Weg entlang, den sie während des letzten Gespräches genommen hatten. Erinnerungen. Oh, wie oft hatte sie ihn hier stehen sehen! Ihn einfach in ihrer Fantasie genommen, geträumt, dass er hier auftauchen möge, sie einfach in seine Arme reißt und sagt: „Ich bin da! - Nur für dich!"

 

Sie würde ihn sofort in das nächste Gebüsch zerren und vernaschen! Nein, verschlingen wäre der richtigere Ausdruck für das, was sie ihm antun wollte. Bei diesen Gedanken bemerke sie, wie sie schon wieder feucht wurde. Jeder Schritt weckte einen brennenden Lustimpuls - einen Orgasmus beim Laufen? So ein irrsinniges Gefühl hatte sie noch nie gekannt. „Wolfgang, wenn Du wüsstest, was Du auslöst! Du, nicht mein Traummann!", dachte sie bei sich. Liebevoll betrachtete sie die Baumstämme, an denen sie vorbei rannte. Am liebsten den nächstbesten Baum mit einem entsprechenden Ast nehmen? Benutzen? Verrückt! Allein dieser Gedanke war verrückt!

 

Und dann sah sie ihn wieder. An der Stelle des Abschiedes stand er. Ja, da stand er wie immer in Ihrer Fantasie. Sie ging wie immer auf ihn zu. „Hallo Wolfgang!" - „Hallo Sassi, ich muss dich unbedingt sprechen.", tönte seine Antwort. Unangenehme Erinnerungen wurden wach, und sie versuchte ihre Gedanken wieder auf die imaginäre Verführung ihres Traumes zu richten, damit er sich wieder in Luft auflösen könne. Doch dieses Mal stand er wirklich da.

 

Keine Fantasie! Was nun? „Hallo Wolfgang!" - „Hallo Sassi, ich muss unbedingt mit dir reden." - Ja, Wolfgang, das hatte ich schon x-mal in meinen Gedanken tun wollen. Und was nun? „Du weißt, dass du in einem für Männer gefährlichen Wald stehst? - Besonders jetzt?", fragte sie. „Hm - was hat das zu bedeuten? Was meinst Du damit?" Er war verunsichert. „Nun hier haust eine garstige Waldfee!", erklärte sie. „So manchen Mann hat es hier schon umgehauen." - „Was ist mit ihnen passiert?" - „Das möchtest Du lieber nicht wissen!", mutmaßte sie. - „Und wenn doch?" - „Wirklich?" fragte sie neugierig. „Möchtest Du es wirklich erfahren?" - „Ja, es interessiert mich.", fragte er jetzt wirklich interessiert. - „Nun, dann ist es zu spät!"

 

Das war ihr Stichwort. Sie konnte einfach nicht mehr länger an sich halten. Ehe er sich versah, zog sie ihn mit aller Kraft hinter das nahe Gebüsch. Sie umarmte ihn dabei liebevoll, aber fest und überschüttete ihn regelrecht mit zärtlich-heißen Küssen. Wie gut, dass sie einige Judo-Tricks kannte. Sanft brachte sie diesen starken Mann zu Fall - ihren Traummann, oder war es etwas anderes? Aber vielleicht fällte ihn auch etwas ganz anderes?

 

Überraschend schnell lag er unter ihr und spürte ihre Lippen auf seinen, und ein mehr als warmes Kribbeln machte sich breit. Wie stürmisch sie doch war. Er konnte sich gar nicht wehren. Vielleicht wollte er es aber auch nicht! War das der Zauber der Waldfee? Ein wunderschöner Zauber. Ihre Lippen glitten sanft an seinem Hals hinab. Ihre Hände knöpften seine Jacke, sein Hemd auf. Ihre Wildheit, ihr deutliches Verlangen vernebelte seine Sinne. Was war nur los? Er musste sich wehren! Als Mann konnte er sich doch nicht so einfach nehmen lassen. Oder doch? Es war ja so schön. Er konnte, wollte auf einmal nicht mehr dagegen an. Wer war diese Frau, die da auf ihm lag? Mit der Saskia, die er kannte, hatte sie in ihrer stürmisch leidenschaftlichen Art wenig gemein. Er betrachtete sie und sah Saskia, aber sie war so gierig, so heiß. Sie wollte ihn mit jeder Faser - gab alles! Rittlings saß sie nun auf ihm und zog sich hastig ihr T-Shirt aus. Hier mitten im Wald - und das im Herbst. Wie gut, dass alles so schön trocken war. In seiner Lust nahm er den Busch, hinter dem sie ihn gezogen hatte, nur verschwommen wahr. Er schien von ihrem Feuer ebenso erfasst wie er. Er brannte feurig rot. Die Birke direkt dahinter, in ihrem gelben Blätterkleid, stand wie eine goldene Rute gen Himmel, und auch seine Rute meldete sich längst, machte sich prächtig. Sie drückte unangenehm gegen seine Hose, verlangte nach sofortigem Auslass.

 

Was tat sie denn nur mit dem armen Wolfgang? Sie konnte sich selbst nicht mehr verstehen. Aber wie er da so wehrlos unter ihr lag und sich von ihr vernaschen ließ, ja sogar lustvoll aufstöhnte, das heizte sie so an. Sie wollte ihn jetzt und hier. Ihr Becken kippte nach hinten und dabei fühlte sie, dass auch er es wollte. 

 

Himmel, nun hatte sie es gespürt, ihn oder besser, seinen harten Freund. Wolfgang wusste, ab jetzt hatte er keine Fluchtmöglichkeit mehr. Die hatte er aber schon längst vergessen. Zu berauschend war seine/ihre Lust. So etwas Wildes. Er wollte nur noch sie! „Meine Waldfee!", keuchte er. „Oh ja, meine liebe Waldfee, komm und hol mich! Verzaubere mich!" „Das werde ich.", hörte er Saskia mit ungewohnt rauer Stimme sagen. Oder war es die Waldfee?

 

Wie sie sich auf einmal so nackt, so völlig nackt an ihn schmiegte! Wie hatte sie sich nur so schnell entkleidet? Und auch seinen Oberkörper? Er wusste es nicht - egal. Es war so erregend, sie in seinen Armen zu halten, sie zu spüren. SIE. Ihre Küsse: Magma in seinem Mund. Ihre Hände, die ihn berührten: Feuerlawinen in seinem Körper. Welche Erlösung, als sie seinen steifen, sich so sehr nach ihr sehnenden Schwanz endlich befreite. Mit beiden Händen umgriff sie ihn, trieb ihn in den Wahnsinn. Noch schlimmer! Sie ließ ihn ihre Feuchtigkeit spüren. Er bäumte sich auf, stöhnend vor Lust. Nur noch zwei, drei Mal rieb sie seine Spitze an ihrer feuchten Höhle entlang. Er wollte sie jetzt.

 

Ein lauter Aufschrei - und fast wäre er gekommen. Hungrig erfüllte sie seinen Wunsch. Sie konnte es selbst nicht mehr aushalten, so begierig war sie nach ihm. Wollte ihn nur noch tief in sich spüren, unendlich tief. Er fühlte sich so glühend an, so hart, so angenehm. Sie musste ihn spüren - immer wieder. Sich an ihm reiben, ganz tief drinnen. Auf ihm reiten, ihn in den Wahnsinn treiben - sofort! Bevor der Verstand Einhalt gebot.

 

Er sah sie an. So wunderschön, wie eine Wildkatze!

 

„Sassi - nicht! Ich komme sonst sofort!", flüsterte er stöhnend in ihr Ohr. Ja, genau das wollte sie. Es spornte sie noch mehr an. Ihre Bewegungen wurden immer wilder. Ein Überschäumen der Sinne. Als er kam, kostete sie jede seiner Lustwellen aus. Nahm jede seiner Explosionen voller Hingabe in sich auf.

 

Wolfgang spürte sie wie nie zuvor. So nah, so tief, so fest. Völlig erschöpft ließ sie sich auf seine Brust sinken. Wilde unkontrollierte Zuckungen schüttelten sie. Dicht an dicht. So nah, so schön. Sie keuchte erschöpft. Er nahm sie fest in seine Arme, seine wilde Waldfee. Langsam beruhigte sie sich. Sanft streichelte er ihre weiblichen Konturen, dann drückte er sie fest an sich. Sie fest halten, nie mehr loslassen. Ruhig und sanft, wohlig in seinen Armen dicht an seine Brust gekuschelt, schlummerte sie friedlich ein. Er sah zufrieden, wie sich ihre Gesichtszüge entspannten. Sie lächelte. Glücklich sah er sich um, erkannte hinter sich den Feuerbusch und die Goldbirke. Dann schlief auch er ein - selig.

 

© Azraela                                                                                        Ihre Meinung?

 







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