Vorbei

 

Weißt du, was meine hervorstechendste Eigenschaft ist?

Nein, lach jetzt nicht!

Ich weiß, was du denkst.

Ja, davon hab ich auch gleich zwei,

von diesen „hervorstechenden Eigenschaften“.

Aber das ist es nicht, was ich meine.

 

Meine hervorstechendste Eigenschaft ist mein Realitätssinn!

Das ist etwas, das ich mir schon als Kind anerzogen habe:

Mir nicht in die eigene Tasche zu lügen.

Ich glaube nicht etwas, nur weil ich es glauben möchte!

Leider!

 

Und so weiß ich nun in meinem Herzen:

Es ist zu Ende.

Ja, es bricht beinahe ob dieses Wissens, mein Herz.

Oh Gott, ich würde doch so gern glauben,

dass ... diese eine Liebe für immer wäre.

Aber ...

 

Als ich dich kennenlernte, da war es nur Sympathie.

Nein, ich wollte nichts von dir.

Für dich war es mehr, denke ich.

Oder war es nur Neugier?

 

Und wie hast du gebaggert.

Gott, du bist so gut darin!

Du hast lange gebraucht, aber du hast es geschafft.

Hast dich in mein Herz geschlichen –

und da bist du nun.

 

Verdammt!

Ich wollte es nicht.

Wirklich nicht.

Und ich hab es dir oft genug gesagt.

 

War es nur sportlicher Ehrgeiz?

Oder war es vielleicht doch – bitte! - Liebe?

Ich weiß es nicht.

Aber ja, ich würde es so gern glauben!

 

Warum tust du mir das an?

Warum?

 

***

Doch es bleibt die Tatsache:

Du hast es geschafft!

 

Ich liebe dich.

 

Dummerweise liebe ich immer „auf ewig“!

Leider kann ich das nicht ändern.

Und es dauert jedes Mal so entsetzlich lange,

bis es nicht mehr weh tut.

 

Warum habe ich mich darauf eingelassen?

Warum nur?

Es ging doch jahrelang gut –

auch wenn du niemals aufgegeben hast.

 

Und dann ...

Verdammt!

Ich liebe dich und ... ich wollte es!

Für dich!

 

Ja, ich wollte es für dich.

Denn ich wollte, dass du alles bekommst,

was du ohne mich nie gehabt hättest.

Ich wollte mich - dir schenken...

und ... den heißen Sex,

nach dem du dich so sehntest.

 

Und es war ja auch so wundervoll.

Ich hab mich so wohl gefühlt ...

in deinen Armen.

So geborgen!

 

Deine Wärme, deine Haut, dein Duft ...

... deine Zärtlichkeit.

All das hat mich so glücklich gemacht.

Selig!

 

Ich hatte vergessen,

dass Männer nur an EINEM interessiert sind.

Und das hast du ja nun gehabt.

 

Oh ja, ich dachte wirklich, glaubte ...

du seist anders!

Weil ich es mir so sehr gewünscht habe.

 

Aber jetzt - nach einer Flut von Tränen - hab ich ihn wieder:

Meinen Realitätssinn!

Und ich sehe sehr deutlich die Zeichen,

auch wenn ich sie gerne negierte.

So gerne!

 

Auf einmal hast du mir nichts mehr zu sagen.

Keine Mails mehr.

Keine Zeit mehr.

Du, der du vorher nicht schnell und nicht oft genug

Kontakt bekommen konntest

- zu mir.

 

Und nun?

 

Es fällt dir nur noch das Eine ein!

Schlafen möchtest du immer noch mit mir!

So wie sich ein Hungernder auf eine Portion

seines Lieblingsessens stürzt

und sie verschlingt.

 

Es hat auch mir geschmeckt!

Wundervoll!

Aber das ist nicht alles!

Ich wollte mehr von dir - viel mehr.

Dein Herz und deinen Verstand,

dein ganzes Sein!

Nicht nur deine Begierden.

 

Und so weiß ich nun:

Es ist vorbei.

Ich habe zugelassen, dass ein Moment der Schwäche

eine wundervolle Freundschaft zerstört,

die mir fehlen wird, mein ganzes Leben lang!

 

Mein Herz weint!

Ach mein Liebster!

So lieb mich doch! - Ich lieb dich doch!

 

Was hast du mir angetan?

Was hab ICH mir angetan?

Ich möchte dir so gern glauben.

Und doch weiß ich es – in meinem Herzen:

 

Vorbei!

 

© BvS

 

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