Abi '86

- für eine große Liebe -


Sie lachte mit den anderen. Der Pausenhof war leer - bis auf sie. Zu dritt waren sie, drei Freundinnen. Seit damals immer wieder zusammengekommen, seit damals Vertraute. Und gestern, auf dem Klassentreffen, hatten sie sich wieder gesehen und beschlossen, die Freundschaft zu erneuern, nur nicht zu diesem Anlass. Heute, einen Tag später! Sie hatten sich verabredet.

 

Lene hatte Politologie studiert und war dann abgeschmiert. Ihre Mutter hatte sie "aufgefangen". „Ich bin immer für dich da gewesen!“ Und sie ließ sich - ohne Widerrede - die Fesseln anlegen. Kein Mann, kein Kind, kein Beruf. Einsamkeit und Fron. Mutter!

 

Anja war erfolgreich und unzufrieden. Ärztin. Vielseitig und hochintelligent. Klassenbeste - immer gewesen. Aber auch sie: Gefangen in dem, was „man“ tut! Mit solchen Noten studiert „man“ Medizin, nicht etwa Physik, die ihre Leidenschaft gewesen wäre. Verheiratet, drei Kinder und unglücklich, weil dummerweise ... verheiratet mit einem Mann.

 

Und sie, Hannelore ... Ja, wenn sie ehrlich war, war sie vom Leben geliebt worden. Nicht alles war so gelaufen, wie sie es geplant hatte, oh nein, aber sie war flexibel, anpassungsfähig. Ihre größte Gabe war, das Beste daraus zu machen - glücklich zu sein. Sie war verheiratet und hatte zwei Kinder. Sie war glücklich.

 

Und gestern - war dann ER da gewesen. Ihr Herz wollte ihr schier die Brust sprengen. Unerfüllte Liebe war zäh. Verdammt, sie wollte ihn immer noch - und ER hatte es immer gewusst.

 

***

 

Als er jetzt über den Pausenhof kommt, weiß ich es. Er ist nur meinetwegen hier. Lene stößt Anja an. „Wir sind unerwünscht hier!“ Ich habe sie immer geliebt - für ihre schnelle Auffassungsgabe - aber hier und jetzt? Will ich wirklich mit ihm alleine sein? - Oh ja, ich will! Jetzt bloß nicht denken. Mann und Kinder? Nein! - ER und ich!

 

„Hallo und tschüss Herr Dr. Pfeifer!“, flöten die beiden, und dann sind sie weg. Und ich bringe kein Wort mehr heraus. Blaue Augen sehen mich an - eisblau. „Hannelore!“ Elektrischer Strom scheint durch meine Adern zu fließen. Gefährlich! „Walter!“ Alles gesagt, alles verstanden, alles klar. Er greift nach meiner Hand - und ich folge.

 

„Du willst es?!“ Das ist keine Frage. Es ist Feststellung.

„Ja, ich will es!“ Klar und deutlich.

Schulhaus - Eingang - und dann seine Arme! Wilde Küsse - Hände überall - sehnsüchtiges Stammeln.

„Immer! - Ich hab es immer gewollt!“ -

„Ich auch!“, stöhnt er zwischen zwei Küssen. „Seit damals - seit - meiner Hand - auf deinem Oberschenkel.“ Oh ja, ich weiß es noch. Eingebrannt in meiner Erinnerung. Konnte es niemals vergessen. Fragte mich immer, ob es ein Versehen war. Redete es mir ein.

„Ein Versehen?“, flüstere ich in seinen Mund.

 

Er lacht. „Ein Versehen?! - Ja, ein Versehen! So sehr gewollt. So sehr ersehnt! - Dein Fleisch unter meinen Fingern! - Gott, war ich jemals glücklicher? Sehnsüchtiger?“ -

„Hol es dir jetzt - mein Fleisch! Es gehört dir! - Nimm es! - Nimm mich!“ Geständnis und Flehen. Wir stolpern die Treppe hinauf, hoffen niemandem zu begegnen. Wie sollten wir das erklären? Können es uns selber nicht erklären - außer mit schierem Hunger nacheinander.

 

Wie lange hat uns die „Pflicht“ in Zaum gehalten? Klasslehrer und Schülerin. So unmöglich! Und doch so sehr ersehnt. Das Raucherzimmer! Sein Zimmer - denn er war der einzige Raucher. Schwer atmend steht er vor mir. Begierde in den Augen.

„Und jetzt?“ - „Zieh dich aus!“ Oh ja, wir wollen es! Beide!

„Wie kannst du mir so etwas sagen?!“ Seine Augen lachen, während er sich das Hemd vom Leib zerrt.

„Und du? Wie kannst du so etwas tun?“, spotte ich zurück und streife den Rock über lange, nackte Beine - lasse ihn einfach fallen.

Er starrt sie an - erinnert sich.

„Fass mich an!“ Ich kann es nicht mehr erwarten. Muss ihn jetzt einfach haben - halten - fühlen.

 

Die Hose fällt auf seine Füße und die Hand drängt sich zwischen meine Schenkel. Erinnerung! - Erregung! - Nur noch Begierde.

„In meinem Kopf hab ich es tausend Mal getan!“ -

Ich auch! Oh ja, ich auch. Die Vorstellung von ihm und mir - hat mich immer schon ins All katapultiert. Allein seine Blicke, seine zweideutigen Eindeutigkeiten haben schon immer gewirkt. Kein anderer hat mich je so erregt. Bei ihm war ich schon immer Weib - auch mit sechzehn! Nur bei ihm war ich schon immer - nass!

 

Die Hand hat mein Höschen erreicht.

„Du bist...!“ Überraschung in seiner Stimme.

Ich lache. „Feucht? - Geil?“ -

„Ja!“

Ich greife zu. „Du auch!“ Jetzt lacht er. Die Unsicherheit fällt ab, die Fremdheit zwischen uns. Wir wollten es doch schon immer. Wir tun doch nur, was wir in unseren Träumen längst getan haben.

„Komm!“, stöhnt er. „Komm zu mir! Lass mich dich spüren! Endlich richtig spüren!“

 

Er zieht mich in seine Arme. Nackte Haut - an meinem Bauch, in meinen Armen - die empfindliche Innenseite steht in Flammen. Seine Hände am Verschluss meines Büstenhalters. Ich will diesen Mann wie nichts in meinem Leben: Seine Lippen auf meinen, tiefe, gierige Küsse, Finger die meine Nippel berühren, steil aufstellen - und ich kann ihn nicht loslassen. Sein Schwanz in meiner Hand. Zuckend und hart.

„Hexe!“, flüstert er. „Wie hast du es geschafft, mich mit deinen sechzehn Jahren so verrückt zu machen?“

 

Meine Hand massiert ihn. „Keine Ahnung!“ Ich weiß es wirklich nicht, außer, es stimmt einfach die Chemie zwischen uns. Ich wollte es schon damals. Wollte nur ihm gehören. Hab geträumt von ihm - nackt - lüstern - verrückt nach mir. Hab alles getan, was ich jetzt... Langsam knie ich nieder, lecke über meine Lippen. Ich will ihn schmecken.

„Tu das nicht!“, keucht er. „Wenn du ihn jetzt leckst, werde ich spritzen - unweigerlich! Ich bin so geil nach dir! Ich halte das nicht aus. Ich will - muss dich jetzt ...“ Er zieht mich auf die Füße und drängt mich gegen den Schreibtisch.

 

„Ficken?“, frage ich und spreize die Beine.

Er hält inne, die Hand an meiner Muschi, sieht mich an - ernst. „Lieben!“

Gott ich könnte ihn fressen - dafür.

Dann lacht er: „Aber auch - ficken! Ich - dich. Du - mich. Wir - uns!“ Er nimmt ihn in die Hand und schiebt ihn zwischen begierige Schamlippen. Großer Gott! Ich stöhne in wilder Lust.

„Tu es!“ Sein Schwanz genau an der richtigen Stelle - da, wo ich wer-weiß-was dafür geben würde ihn zu spüren - tiefer - drin.

 

Mein Herz hämmert wild. Alles an mir ist Erregung. Ich muss ihn haben, stoße ihm entgegen, fühle ihn eindringen.

„Jaahhh!“ - Wunderbar! So unglaublich geil! - Sinnlich! - Wollüstig!

„Mehr!“ Meine Beine umschlingen seine Hüften, ziehen ihn noch dichter heran. Sein Daumen reibt - an der Stelle, die ihn schon immer ersehnte. „Mann Gottes, machst du mich verrückt!“ -

„So wie du mich!“ Wie rau seine Stimme klingt - wie sexy! „Davon hab ich geträumt“, keucht er. „Mein Schwanz in dir. Deine Muschi - deine süße, nasse Muschi - besitzen. So prall - so geil! Oh Hannelore, tun wir das wirklich? Ist es ein Traum?“ -

„Kein Traum! Kein Traum kann so schön sein, so gut, so geil! - Oh komm! Nimm mich! Fick mich um den Verstand! Bitte Walter, bitte!“

 

Ihn so tief zu spüren - wie lange habe ich mir das gewünscht? Diese besondere Verbindung zwischen uns - so intensiv - so simpel und doch so elementar. Ein Mann - eine Frau - und die allumfassendste Verbindung, die es gibt.

 

„Leg dich zurück!“, stöhnt er. „Leg dich zurück und lass mich das tun!“

Wenn ich ihm jetzt gehorche, kann ich ihn nicht mehr berühren, aber ich will tun, was er mir sagt. Lehne mich zurück auf seinen Schreibtisch, spüre die kühle Lederfläche seiner Schreibtischunterlage an meinem Rücken und - seinen Penis, der durch die Spannung der Haut noch viel intensiver wirkt. Wahnsinn! Der schiere Wahnsinn!

 

„Wie schön du bist! Wie sinnlich!“ -

„Ich bin verrückt nach dir!“ Atemlos winde ich mich unter ihm, dränge mich ihm entgegen. Mich an ihm zu reiben, seinen Schwanz in mir zu fühlen! So gut! - Köstlich!

„Jaaahhh!“ Mein Becken schwingt vor und zurück, auf und ab - kreist um ihn. Was für ein Genuss! „Komm!“, seufze ich in seliger Lust. „Komm - jetzt!“ Ich bin kurz davor jegliche Fassung zu verlieren.  Nie gekanntes Verlangen tobt in meinen Adern. Jetzt will ich ihn haben! Explodieren fühlen in mir! Unsere Wonnen vereinen!

 

„Liebling! Jetzt, oh jaahh jetzt! Bitte jetzt!“ Ich wimmere begierig nach der höchsten Ekstase - werde immer schneller. Stoße und stoße! „Oh jaa, bitte Walter, jaahh, jaahhAAHHH! Ich - ich - JAAAHHH!!“ - Und er fasst mich um die Hüften und stößt, krallt sich fest, bäumt sich auf...

„HANNELORE!“

 

Als hätte er sein Leben lang nur diesen einen Namen gekannt. Oh Gott, wie ich ihn liebe! - Zuckend verkrampfen wir uns ineinander, genießen stöhnend diesen lange ersehnten - so verbotenen - so hinreißend wundervollen Höhepunkt. Wir schmelzen ineinander - und als er auf mich sinkt, umschlinge ich den geliebten Körper und presse meine Lippen auf ihn, lecke den Schweiß von seiner Haut. Er und ich - vereint! Glückseligkeit!

 

Ich weiß, es ist nicht für immer - aber es ist vollkommen!

 

©BvS