Freundlichkeit mit Folgen

Vor ca. vier Wochen hat mir eine freundliche Endfünfzigerin ihr Parkticket mit einer Restzeit von über drei Stunden rübergereicht …

 

Ihr Lächeln, als ich mich bedanke, ist bezaubernd,

und meine Besorgungen nach zehn Minuten erledigt.

Das Ticket habe ich noch …

 

Zwei dicke Karossen biegen auf den Parkplatz ein.

Gestylte Damen steigen aus.

Muss nicht sein – die haben genug Kohle.

Ein alter, gepflegter Golf …

Jawoll!

 

Eine 55 plus/minus - gepflegt wie ihr Auto - entsteigt.

„Hier! Noch drei Stunden!“

Mit schmerzverzerrtem Gesicht nuschelt sie:

„Muss zum Zahnarzt – dauert länger!“

„He, drei Stunden!“

Erst jetzt realisiert sie die Zeit, und ein gequältes Lächeln signalisiert Dank.

„Gute Besserung!“

Und frei nach Pfadfindermotto „Jeden Tag eine gute Tat!“ fühle ich mich euphorisch.

 

Der Tag beginnt gut, hält sich gut und endete mit einem „Oude Genever!“ sehr gut.

Auf diesem Hoch reite ich in den folgenden Tagen

von schönen Momenten zu herrlichen Augenblicken.

Von Mir-wird-Gutes-Getan zu Ich-tue-anderen-Gutes.

Fremdes Lächeln zaubert Lächeln auf mein Gesicht.

Mein Lächeln entkrampft fremde Gesichter.

Es beschwingt Körper, Geist und Seele.

 

Letzte Woche, samstags beim Brötchenholen,

parkt vor mir ein alter, gepflegter Golf sehr umsichtig in eine verdammt enge Lücke ein.

Bravo!

Beim ersten Versuch richtig.

Das Nummernschild … - LR 105.

Ja, sie ist es, die Zahnwehdame!

Habe ich doch selber … - LR 104.

Lothar Ruf, geboren am 10. April.

So was merkt man sich, ob man will oder nicht.

 

„Na, Zahnschmerzen vorbei?“, begrüße ich sie beim Aussteigen.

Überraschtes Hochsehen, Wiedererkennen und beim Aufstehen:

„Hat fast drei Stunden gedauert – noch zwei Nachbehandlungen und gut ist es!“ Zusammen gehen wir zum Bäcker und stellen uns in die Warteschlange

…und erzählen Nebensächliches, reden vom Wetter,

was in Garten zu tun ist, lachen und scherzen

– bauen gute Stimmung auf.

 

Ich beginne, sehr viel Sympathie für dieses Wesen zu empfinden.

Mutig geworden, flechte ich Neugier in die Konversation ein:

„Und? Am zehnten Mai Geburtstag?“

Sie schmunzelt.

 „Nein, mein Lieber, … am Tag der Arbeit!“

Und übergangslos kommt ihre Rückfrage:

„Und selber? Ein Aprilscherz oder zehnter April?“

Ihr scheint das Spielchen Spaß zu machen.

„Das Zweite! Ein Widder, und wofür steht das LR?

Bei mir für Lothar Ruf.“

Wieder dieser lange Blick aus freundlichen Augen.

„Langlet Regina, ich habe meinen Mädchenname behalten, bin eine Hugenottin!“

„Dachte ich mir – diesen Babbel kennst du doch!

 

Hey Regina!“

 

… und - unglaublich - vor uns steht die freundliche Endfünfzigerin,

die mir ihr Ticket geschenkt hat, mit einer Tüte für die Brötchen.

Ihr etwas längerer Blick zu mir lässt erkennen,

dass sie eine Erinnerung irgendwo gespeichert hat –

und sie findet sie wieder.

Langsam rücken wir vor

und Doris, so heißt die Endfünfzigerin, rückt mit uns mit.

 

Die beiden scheinen sich zu kennen.

Der Klang der sich abwechselnden Stimmen und

die Gestik der Damen ist Unterhaltung pur.

Das Thema ist nebensächlich.

Irgendwann stellt Regina mich vor – mit verlegenem Kichern:

„Ihn lernte ich kennen …“ erneutes Kichern,

„… er hat mir sein Parkticket geschenkt, als ich zum Zahnarzt musste.

Eben haben wir uns wieder getroffen.“

Erneut ein langer Blick von Doris.

„Das ich eine viertel Stunde vorher von ihr bekommen habe!“,

deute ich mit dem Kopf auf sie.

Das Dreieck ist geschlossen.

Die langen, samtweichen Blicke der beiden Damen lösen in mir Verlegenheit aus.

Andererseits kichert das kleine Teufelchen hinter meinem Ohr:

„Hast bei denen ein Stein im Brett.“

Ich lasse Regina den Vortritt,

und als ich meine Brötchen in der Tüte und Brot unter dem Arm habe,

sind beide verschwunden.

Schade!

 

Aber ich sehe beide bei Reginas Wagen stehen …

„Fragen wir doch ihn, er ist ein Mann!“

 „Haben Sie Kinder?“

Hecktisch gepresst bricht das aus Doris heraus.

„Ja, eine Tochter und zwei Buben, warum?“

„Ist sie verheiratet, und hat sie Kinder?“

Ich nicke.

„Sie hat ein Pärchen, erst ein Sohn, dann die kleine Prinzessin!

Warum?“

„Und die Jungs, sind auch verheiratet?“

 

Irgendwie stört mich dieses Verhör,

denn aus Doris Gesicht ist jede Freundlichkeit gewichen.

Ihre Augen sind hart und streng auf mich gerichtet.

In mir steigt das Gefühl auf, dass sie sich in Rage redet.

„Erkläre mir mal als Mann,

warum IHR Männer so stur seid und wohlgemeinte Ratschläge ignoriert,

ja genau das Gegenteil von dem macht, was man euch sagt!“

 

Hallo? Geht’s noch?

Aber dann …

Kaskaden

– wie Kaskaden fallen mir dutzende von Fällen ein,

wo ich genau dieses Thema mit meiner Lisa erfolglos ausgefochten habe.

 

„Gluckensyndrom!“ nannte ich es,

und wenn sie mir die Art, wie ich zu arbeiten,

aufzuräumen oder zu antworten hatte vorschreiben wollte,

brachte ich sie damit auf die höchste Palme.

 

„Ich bin über Zwanzig und bei geistigen Kräften!“,

war Warnstufe eins.

„Mein Ergebnis ist doch genauso gut, wenn nicht besser!“, war Stufe zwei.

„Jaaa, Schwester Oberin!“

Das war höchster Alarm.

„Gluckensyndrom!“

war dann die Reißleine!

… und Sendepause für mindestens 48 Stunden.

 

„Gluckensyndrom!“

Genüsslich lasse das Wort auf der Zunge zergehen und lächle süffisant.

„Vermutlich leiden deine Männer unter deinem Gluckensyndrom!“

Meine Reaktion muss wohl beide, wenn auch unterschiedlich überrascht haben.

„Habe keine Männer – nur so einen faulen, arroganten Schwiegersohn!“,

bricht es gepresst aggressiv aus Doris heraus.

„Sag ich’s nicht?“ lacht Regina,

„Drück ihm einen Zwilling in den Arm, das Fläschchen und mach die Tür zu!

Und wenn der Kleine schreit, übe Geduld, warte bis er kommt und fragt, wie es geht,

oder er findet es selber heraus.

Basta!

Nur so funktioniert es zwischen Mann und Überschwiegermutter!“

„Schwester Oberin!“, schiebe ich nach.

Glockenhelles Lachen aus voller Brust von Regina.

Säuerliches Verziehen des Gesichts bei Doris.

 

„Meine Damen …

Kaffee, Tee, Speck mit Ei oder ohne, Käse,

Marmelade und Honig gleich bei mir,

oder bis zum nächsten Mal … in diesem Theater?“

„Ist das eine Einladung?“, stottert Doris.

„Was denn sonst, Doris?“

Regina drückt mir ihre Brötchen in die Hand.

„Los komm, dieser Brummbär gefällt mir,

und dir pustet er die Flausen aus dem Kopf!

 Wo wohnen Sie?“

Als ich die Adresse nenne, stellt sie erstaunt fest:

„Da hängen doch die ganzen Quilts an den Wänden.“

Und sie hat Recht.

„Das war meine Frau!“

Regina lächelt:

„Ich muss nur noch schnell zum Metzger,

wenn Sie den Kaffee fertig haben, bin ich auch da!“

 

Doris steht einfach da und nimmt die Dinge nur bedingt wahr.

„Ich soll auch mitkommen?“

Anscheinend kämpft sie noch immer mit ihrer Fassung.

Ich nicke.

„Dieser Brummbär hat einen Narren an euch gefressen.

Ihr seid zwei Pfundsexemplare eurer Gattung.“

Ich fasse nach ihrem Handgelenk und drehe den Unterarm,

sodass sie sich automatisch bei mir einhängt.

„Ich muss nur über den Markt, die Eier,

das Fleisch und den Käse an den Ständen abholen.“

Ich nehme sie einfach mit.

Langsam bekommt ihre Fassung wieder die Oberhand:

Schwester Oberin!

So nannte mich noch niemand.

Das war, während meiner Ausbildung, die Deckelschnecke – eine Nonne.

Sie war die Schwester Oberin!“

Alles klar.

„Heute ist das die Pflegedienstleitung, und mit sowas Ähnlichem war ich verheiratet.

Sie war die leitende Hebamme in einem Kreiskrankenhaus, und du siehst …

ich lebe noch und mache um ähnliches Getier keinen Bogen!“

Kieksendes Lachen ertönt.

Doris hat sich gefangen.

 

Das Frühstück ist nach zweieinhalb Stunden beendet.

So lange habe ich seit Jahren nicht mehr gefrühstückt.

Bei uns dreien ruft der Terminplan.

Doris bekommt die Tochter mit dem „nichtsnutzigen“ Schwiegersohn zu Besuch,

Regina ist mit einer Freundin zu einem Workshop verabredet,

und ich muss knapp 70 Meter Hecke schneiden.

 

Doris hat ihr Frustproblem, den Eidam, in der ersten Phase des Frühstücks ausgeblendet. Wir haben sehr pragmatische Themen, wie …

Wo gibt‘s den besten Schinken zum Spargel, den besten Spargel?

„Wie, den Zopf hast du selber gebacken?

Und Regina erzählt aus ihrem Leben als Ökotrophologin.

 

Beide bewegen sich wie Hausherrinnen.

Doris brüht die zweite Kanne Tee ohne Rückfrage,

Regina findet die Milch und das Holunderblütengelee

mit der angeborenen weiblichen Neugier auf Anhieb.

Und mir gefällt, was um mich herum geschieht und stimmt mich so sanft,

dass Doris‘ erneuter Ausbruch mit Gelassenheit aufgenommen wird.

Auch die gesättigte Regina reagiert träge und mit erstaunlicher Abgeklärtheit.

 

Ja, Doris hat ein reelles Problem mit dem Schwiegersohn.

„Du bringst deine Tochter in eine Zwickmühle!“, wendet Regina ein.

SIE hat ihn geheiratet und nicht DU!“

Ich stimme zu:

„Ich würde an seiner Stelle genauso mauern.

Den Vertrag hat er mit deiner Tochter und nicht mit dir.

Als damals die Mutter meiner ersten Frau anfing, mich zu bevormunden,

und meine Frau mich zwingen wollte, vor ihrer Familie „Männchen“ zu machen,

habe ich ihr - vor ihrer ganzen Familie –

fünfzig Mark für den Zug nach Hause auf den Tisch gelegt.

Die Alternative war sie nähme die fünfzig Mark, käme mit mir,

und wir gingen gemeinsam für das Geld einkaufen.“

 

Zwei Paar Augen fixieren mich.

„Und?“

Kommt unisono von beiden.

„Nach einer Woche Funkstille hat mein Anwalt sie informiert,

dass ein neues Türschloss eingebaut worden sei und sie vier Wochen Zeit habe,

ihre Sachen abzuholen.“

„Erzähle!“

Neugierig sind sie beide.

„Sie hat abgeholt, mit ihren beiden Schwestern.“

Stille.

 

Beim Abschied drückt mich Regina, küsst mich auf die Wangen.

„Bis demnächst in diesem Theater!“, strahlt sie mich an.

Ich fühle, wie sich ihr Körper mit all seinen umwerfenden Attributen an meinen schmiegt.

Doris ist noch mit sich und ihrem Weltbild beschäftigt.

Mental ist sie weit weg, und ein gemurmeltes „Tschüss“ ist alles.

 

Leer kommt es mir vor … und diese plötzliche Stille!

Ich muss mich zur Arbeit zwingen,

denn 70 Meter Hecke bleiben 70 Meter Hecke.

 Zur Belohnung genehmige ich mir am Abend einen Akropolisteller bei meinem Griechen.

 

Als ich um die Ecke geschlendert komme,

sehe ich eine Silhouette mit Hund, die aus meiner Haustür tritt und sich entfernt.

„Wollten Sie zu mir?“, rufe ich leise.

Ruckartiges Stehenbleiben und Umdrehen …

und ein leises Knurren vom kniehohen Bello ist die Reaktion.

Beim Näherkommen ist die Silhouette weiblich und Bello eine schwarze Labradorhündin.

 

Es ist Doris mit dem Hund ihrer Tochter:

„Die sind für zwei Wochen in ein Häuschen nach Holland gefahren

und haben mir Zora zum Hüten dagelassen.“

Etwas verlegen steht sie da, geht aber bereitwillig durch die von mir gehaltene Tür.

„Ich wollte nur kurz berichten … von heute Nachmittag … mit meinem Schwiegersohn!

Ich musste sowieso eine letzte Runde drehen.“

Ich biete ihr ein Glas Wein an – für die Nerven.

„Hast du was Härteres? Einen Ouzo, oder so?“

Eine Frau,  die weiß, was sie will.

„Nein, aber einen Raki – die türkische Variante!“

Ihr Nicken kommt mechanisch, denn sie ist eine Frau und inspiziert mit einem Augenrundgang das Wohnzimmer - mein Nest.

 

Ich sprinte kurz in mein Schlafzimmer.

Griff in den Schrank, kurzes Wühlen zwischen den T-Shirts.

Gefunden.

Shirt übergestreift und zurück an die Bar.

Zora hat in dem Geruchschaos der drei Hunde meiner Kinder

schon den zentralen Beobachterstandort gefunden und bezogen,

und Doris steht vertieft in ein Buch am Regal.

 

Raki : Wasser

1:1 zum Einstimmen.

Doris hat den Schinken EROTICA UNIVERSALIS von Gilles Neret in den Händen.

„Na dann Prost!“

Gläser klingen

„Prost!“

 

Erst beim dritten Hingucken und schon dreiviertel leerem Glas realisiert Doris,

dass ich mich umgezogen habe.

 





„Ist das jetzt das Motto dieses Abends?“

Ihr Grinsen ist voller Schalk.

 

„Ich habe IHM eine geknallt!“, platzt es aus ihr heraus.

„Im Affekt, verstehst du?

 Es war ein Reflex, denn das war keine Provokation mehr,

das war Angriff auf die Seele, was der sich da erlaubte!“

Ich nicke verständnisvoll.

„Erzähle!“,

und lasse mich in meinen Sessel plumpsen.

Doris okkupiert den Nachbarsessel.

 

Es sprudelt aus ihr heraus, wie Wasser bei einem Rohrbruch.

Also – sie habe sich zurückgehalten, bedeckt gehalten.

Dann habe Judith die Fläschchen für die Zwillinge fertiggemacht.

Sie, Doris, habe den robusteren der beiden Zwillinge genommen

und sei ins Wohnzimmer gegangen,

wo Schwiegersohn gelangweilt - blasiert - in einer Zeitschrift geblättert habe.

„Komm, kannst dich nützlich machen und deinem Sohn das Fläschchen geben.“

 

Woraufhin er seinen Kopf von der Zeitung gehoben habe und wörtlich meinte:

„Was noch zu beweisen ist – ob die von mir sind!“

 

Doris streckt mir das leere Glas hin.

 Ihr Gesicht ist rot angelaufen, ihre Augen funkeln gefährlich.

Der Schluck aus dem nachgefüllten Glas hat ein gutes Maß.

Sie erzählt weiter:

„Und er streckt noch das Kinn herausfordernd in die Luft – wie eine Einladung.

Meine rechte Hand flog selbständig, ohne bewusste Steuerung an seine Backe

und mit der Rückhand an die andere.

Seine Schockstarre nutzte ich, um ihm seinen Sohn in den Arm zu legen

und das Fläschchen in die Hand zu drücken.

Dann bin ich verschwunden.“

 

Beim Erzählen ist sie aufgesprungen und tigert um mich herum.

„He, das Zeug ist gut! Hast du noch einen?“

Das leere Glas und sie tauchen in meinem Gesichtsfeld auf.

Das Glas praktisch unter meiner Nase.

„Erzähle weiter!“

„Erst Stoff!“

Sie läuft hinter mir her und erzählt weiter, als ich das neue Glas mische.

 

Judith bekam fast eine Krise, als sie bemerkte, dass ihr Mann einen Zwilling füttert.

„Das gibt ein Unglück, Mama!

Das ist mein Kind, und er ist nicht fähig es zu füttern!“

Sie wollte sich an mir vorbeidrücken, ihm den Zwerg sofort abnehmen.

Da hatte ich meine Tochter am Wickel und wiederholte dein Hammerwort: „Gluckensyndrom!

Ich wusch ihr den Kopf.

Es sind ja Kinder von euch beiden, oder … provoziere ich …

oder ist er nicht der Vater?

Das saß.

So aschfahl und mundtot habe ich meine Tochter noch nie gesehen.

Mitten in meinen Monolog über eifersüchtiges Ausgrenzen von Vätern,

kommt grinsend mein Schwiegersohn aus dem Wohnzimmer,

den Zwerg professionell über der Schulter,

das leere Fläschchen schwenkend:

„Die vorige Ladung hat er eben in die Pampers entsorgt!

Und Bäuerchen gemacht - zweimal!“

 

Doris lehnt an meiner Schulter.

„Ich muss langsamer süffeln, muss schließlich noch nach Hause!“

Sie dreht das Glas in der Hand und betrachtet die milchige Flüssigkeit.

„So ein Streit schafft mich jedes Mal.

Sowas kann ich nicht ab.

Ich werde jedes Mal … wuschig, wuschig im Sinne von … spitz.“

Mit einem Ruck stellt sie das Glas auf den Tisch,

geht einen Schritt rückwärts aus der Griffweite des Glases.

„Entweder muss ein Mann herhalten, oder ich gebe mir die Kante!“

Ein Blick geht zum Hund.

„Die Töle ist versorgt. Hast du ein Gästebett?“

Ich nicke.

„Sogar ein Gästezimmer mit eigener Dusche!“

Ich mache keine Anstalten oder gar Avancen, ihr „den Mann“ näherzubringen.

Mit einer schnellen Bewegung krallt sie sich das Glas.

„Das, was ich hier mache, ist schon Leistungsklasse 2 im Kampfsaufen!“

Sie kichert verschämt, und mit langsamer Stimme erzählt sie noch,

wie ihr Schiegersohn dem Zwerg die Windeln wechselte und

- weil Judith irgendwie von der Rolle ist -

auch den zweiten Zwerg versorgte.

-           

„Und wenn ich noch so ein Gläschen schlabbere, musst du mich versorgen,

und auch den „Zwilling“, der neben mir herläuft!“

Doris lässt sich aus dem Sessel gleiten und kommt auf den Knien zu mir gerobbt.

Sie drückt meine Beine auseinander, schiebt sich dazwischen

und umschlingt mich mit beiden Armen.

„Lothar, nur festhalten!

Nur den Rücken streicheln, meine Haare kraulen und mich ins Bett bringen!“

Ihr Gesicht liegt an meiner Brust, und als sie weiter erzählt, merkt man den Pegelstand. „Lothar … ich bin nicht stolz darauf, ihm eine geschmiert zu haben!“

Sie greift sich mein Glas und leert es.

„Aber ich bin stolz, ihn zur Vernunft gebracht zu haben!

Wie war das mit dem Zweck und dem Heiligen der Mittel?“

Sie schiebt mir mein Shirt hoch und legt ihr Gesicht auf meine nackte Haut.

„… und beim Abschied küsste er mich zum ersten Mal auf die Wangen

… dreimal, wie bei uns so üblich!

Verstehe einer die Welt.“

Sie stützt sich auf meinen Knien ab und steht auf.

„Anscheinend können auch Männer kompliziert sein!“

Zora, auf der zentralen Hundedecke,

hebt nur verschlafen den Kopf, um sich genüsslich lang auszustrecken.

„Guck dir diese Töle an. Als ob sie hiergehört.“

Ich bringe Doris noch zu ihrem Zimmer, zeige ihr, wo Bett und Handtücher sind.

Kurze Umarmung.

„Gute Nacht!“

 

Zehn Minuten später liege auch ich in meinem Bett und schlafe,

bis mich der Druck auf die Blase weckt.

Die stramme Morgenlatte erinnert mich daran,

dass in meinen Träumen eine sinnliche Fantasie Regie führte.

Es ist halb sieben und die Sonnenstrahlen stehlen sich durch die Ritzen der Rolladen.

Als eingefleischter Nacktschläfer, noch schlaftrunken und nicht weiter denkend,

geh ich im Adamskostüm um die Ecke zum WC.

Beim Rauskommen ist da der Hund,

und macht klar, dass nicht nur ich Druck auf der Leitung habe.

Erst kurz vor dem Öffnen der Terrassentür, sehe ich in der Spiegelung des Fensters,

dass Doris in eine Decke gehüllt, in meinem Sessel sitzt und alles beobachtet.

„Durchziehen!“, hämmert es in meinem Kopf.

 „Diese Aktion musst du durchziehen.“

 

Der Hund flitzt in den Garten, und ich gehe mit auf die Terrasse, die frische Luft genießen. Nach kurzer Zeit drehe ich mich um, präsentiere meine Vorderfront

und mache mit der Hand eine einladende Bewegung.

„Komm in den Garten!“

Doris, als hätte sie nur auf ein Zeichen gewartet,

ist einen Wimperschlag später auf der Terrasse

und fest in meinen Armen –

im Evaskostüm,

ihre warmen Brüste, ihr warmes Fleisch an meines geschmiegt.

 

Wir beide japsen über den ausgelösten Hormonschock.

Ich nehme sie einfach bei der Hand und ziehe sie quer durch den Garten zur Gartenlaube. Eine Handvoll Minuten später räkeln wir uns im wohltemperierten Jacuzzi.

Wir lassen uns im Becken treiben

– von Strahl zu Strahl, von Sprudeldüse zu Sprudeldüse,

genießen den harten Strahl im Rücken, das sanfte Sprudelstreicheln zwischen den Beinen. Wir lassen unsere Körper auf dem Strahl schweben und präsentieren uns dem anderen – ermuntern ihn, sich an dem Dargebotenen zu erfreuen – sich zu bedienen.

Sie bedient sich, fördert so meine Lust.

Und dann ich ihre.

 Im Wechselspiel mit ihr entdecke ich, subtil von ihr dirigiert,

ein paar dieser hinreißend rosa bis tiefroten Punkte.

 

Ich fühle Hände überall …

Erst kurz und intensiv, dann fordernd sich ihrer zu bedienen.

Ihre Lust ist meiner ebenbürtig.

Wir steigern uns in einen Rausch,

die Freude den andern zu reizen, anzustacheln.

Meine Hände fliegen rastlos über ihren Körper.

Der Mund folgt, darauf bedacht,

noch einen Rest Begierde als Versprechen unbefriedigt zu lassen.

Wechselseitig zu empfangen – welche Lust!

 

Das Finale unseres Rausches treibt als weiße Schliere im Wasser.

Lachend fangen wir die Schlieren und dirigieren sie in Richtung Filter.

Doris‘ Humor ist handfest:

„Das hätte sicher einen guten Schwimmer abgegeben!“

Und plötzlich, mich heftig umarmend und an sich pressend, korrigiert sie:

„Einen Kampftaucher, eher einen Kampftaucher!“

 

Nackt wandern wir durch den Garten.

Ich muss Doris immer wieder versichern, dass außer einem eventuellen Jäger am Waldrand niemand in den Garten sehen kann.

Als wir an einem Apfelbäumchen vorbei kommen, trällert sie im Takt von Rumpelstilzchen: „Ach wie gut, dass jeder weiß, dass ich nicht Eva heiß!“

Auf meinen fragenden Blick antwortet sie:

„Weil ich mich fühle wie Eva im Paradies.

Als frischvernaschte Frau …

morgens nackt in einem Garten mit blühenden Bäumen,

mit dem Mann an der Seite, der mir vor ein paar Minuten gezeigt hat,

wie schön das Frausein ist …

Für mich ist das … Paradies!

Wenn auch nur für einen Moment.“

 

Frühstück zum Zweiten

 

Vor dem Schlafengehen habe ich noch einen Zopf

http://www.schweizerbrot.ch/de/brotgenuss/brot-backen/butterzopf.html,

aus dem Tiefkühler genommen.

Doris trägt jetzt stolz mein Shirt und eine meiner Boxershorts.

So ganz nackt – nein, noch nicht.

Später vielleicht.

Zopf mit Konfitüre oder Latwerge

de.wikipedia.org/wiki/Latwerge

und Honig ist unser großer Schmaus.

Und es kommt wie es kommen muss.

Beim Flirten und Schöne-Augen-Machen halte ich meine Schnitte schief,

und das Wacholdermus kleckert auf meine Brust.

Doris Augen beginnen zu glitzern, zu leuchten.

Einen Wimpernschlag später streicht eine breite, weibliche Zunge über meine Brust.

Schön!

Mein Finger findet ins Glas und schon trieft mein freier Nippel von dem leckeren Mus.

Provokation für Doris, die sofort geahndet wird.

Noch schöner!

Mein zweiter Nippel folgt.

 

Ihr Shirt fliegt durch den Raum, und ihre Nippel werden mit Honig garniert.

Dann eskaliert es.

Mein Pint und ihr Fötzchen sind die nächsten Ziele,

und Zora, die dieses Reiben-Kabbeln überhaupt nicht lustig findet,

hüpft und springt knurrend und bellend um uns herum.

Wir reiben unsere Körper aneinander

– verschmieren großzügig das Mus–Honiggemisch über beide Körper.

Hemmungslose Salbung.

Wir kleben aneinander – lösen uns schmatzend.

Am ganzen Körper setzt Kribbeln und Jucken ein.

 

Meine Finger an … in ihrem Pfläumchen – und mehr.

Hinterstübchen massieren.

Das Massieren schenkt sich Doris.

Ihr Finger ist drin, bevor ich kneifen kann - an meiner Prostata.

Raserei!

Wir verfallen in eine Raserei.

Reizen uns gegenseitig, und als Doris ihren Hintern an mir reibt, wird sie gespießt.

Sie bockt mir entgegen, wenn ich zustoße.

Unsere Leiber prallen aufeinander.

Den Trick mit dem Nachdrücken hat sie schnell gelernt,

und das Klatschen Fleisch auf Fleisch wird von kehligem Brummen abgelöst.

 

Bis … ja, bis ich merke, …

dass mein Pint weich wird, überreizt ist - eine Auszeit verlangt.

Doris, als ob sie es geahnt, gefühlt hat, streckt sich.

Sie lässt sich einfach auf den Bauch fallen und nimmt mich mit.

 

Dann kommt, was ich 10-Kilometer-Duschen nenne.

Während dieser intensiven „Fellpflege“, liefert Doris neue und kreative Elemente.

Ich erzähle, Doris erzählt …

 

***

 

Sie erzählt mir, seit wann und wie gut sie Renate kennt.

Sie sind Freundinnen seit 42 Jahren.

Als 16-Jährige, beim Hockey haben sie sich kennengelernt:

„Renate war 14 und ich wurde 16.

Wir sind 14 Monate auseinander.

Renate war im Sturm, ich Verteidigerin und Pia im Tor!“

Bevor ich fragen kann, erklärt sie:

„Pia ist die Dritte in unserem Bund – wohnt jetzt in Freiburg.“

 

Doris legt mir ihre Arme um den Hals – schmiegt sich an mich.

„Lothar …“

Ihre Augen fokussieren mich.

„Ich weiß wie Renate schmeckt …

ich kenne den Leberfleck an ihrer Schamlippe und …

wir teilten uns ein paar Mal die Männer!“

Ihr Schambein reibt sich an meinem.

„Das erste Mal vor ziemlich genau vierzig Jahren!“

„… und das letzte Mal?“

Meine Frage rundet die Beichte ab.

Ihre steile Falte über der Nasenwurzel signalisiert Nachdenken.

„Was jetzt?

Muschi schmecken, oder Männer teilen?

Eigentlich geht dich das nichts an!“

Nachdenkliches Luftholen.

„Gemeinsame Muschipflege, … vier Jahre.

Ein paar Mal, als ihr Mann jämmerlich an Krebs verreckte!“

Dann ein Wandel in ihrem Gesicht - ein schalkhaftes Grinsen.

„Du wärst … nach ca. dreißig Jahren wieder der Erste, den wir uns teilen würden!“

 

Während ich sie abtrockne, erzählt sie weiter.

Ihre Hockey-Trainerin, eine Britin, Hauptmann bei der Rhine Army im HQ,

hat die Mannschaft nach einer Niederlage im Aufstiegskampf mit ins Headquarter genommen und mit einer Männermannschaft der Army trainieren lassen.

„Lothar, wir Teenies, siebzehn, achtzehn, neunzehn und voller Drang nach allem was lebt. Dann die jungen Soldaten – Unteroffiziere und Offiziere,

keiner älter als fünfundzwanzig.

Alle voll diszipliniert bis in die Schwanzspitze.

Am Ende des ersten Trainings stolperten wir über unsere eigenen Schläger,

so fertig waren wir.

In der zweiten Woche hatte jede von uns einen eigenen Beschützer.

Dreimal die Woche Training,

einmal Konditionstraining, dann Taktik und Tricks

und Spielen, Spielen, Spielen – Laufen, Laufen, Laufen.

Ein anerkennender Schlag auf die Schulter - das war es!

Kein Flirt, keine Anmache.

Das war harter Tobak für uns Wohlstandmädels,

und trotzdem himmelten wir die Jungs an.

 

Nach drei Wochen dann das Rückspiel.

Wir mussten das Spiel mit drei Toren Differenz gewinnen.

Die Jungs saßen alle auf der Tribüne und feuerten uns an.

Lothar, wir Weiber liefen und liefen.

Wir spielten die Mannschaft, die uns vor drei Wochen untergebuttert hatte,

einfach an die Banden.

Lothar, nach dem Schlusspfiff stürmten die Jungs auf den Platz,

und eine Minute später saß ich auf der Schulter von Lieutenant James Scott

und erlebte meine ersten Abgang …

ausgelöst von einem Männernacken zwischen meinen Beinen.

Einfach so.

Irgendwann in der Nacht landeten wir Mädels bei unserer Trainerin in der Wohnung,

und ich wurde drei Mal verwöhnt …

Ja, verwöhnt!

Nicht einfach nur gevögelt, und das mit drei verschiedenen Männern.“

 

Sie zieht mir das Handtuch weg und beginnt mich abzutrocknen.

„Männer hatten es nach dieser Nacht verdammt schwer …

Vor unseren Augen … Gnade zu finden.

In dieser Zeit entwickelte ich auch die Neigung, nach emotionalen Aufregungen,

ob positiver oder negativer Art, wuschig zu werden.

Ich werde teilweise richtig heiß – geil – mich vergessend.“

 

***

 

Während dieser Rede reibt sie sanft massierend meinen Pint trocken.

Dann kommt es:

„So jetzt bist du an der Reihe, deine „Sexsucht“,

deine Gier nach „lebendem Weiberfleisch“ zu outen!“

Das kommt davon.

Als ich unter der Dusche ihre Haare wusch, erzählte ich ihr,

dass ich fast süchtig nach weichem „Weiberfleisch“ bin –

von Kindheit an.

Ich dirigiere sie ins Schlafzimmer – ins Bett und mich zwischen ihre Schenkel.

Gewissenhaft staffiere ich mit Kissen ein gemeinsames gemütliches Lager aus.

 Mein Halbsteifer drückt gegen ihre kleine Höhle,

ihr Gesicht habe ich auf Armlänge im direkten Blickfeld,

und ich erzähle ihr …

 

***

 

… dass ich,

bis zu meinem sechsten Lebensjahr,

mit meiner Mutter auf dem Hof meiner Großeltern wohnte.

Später kam ich in den Schulferien immer wieder auf den Hof zurück,

 eigentlich bis zum sechzehnten Lebensjahr.

Ich lebte dreizehn Wochen im Jahr bei meinen Großeltern –

im eigenen Zimmer, direkt neben den Zimmern der Mägde im Haupthaus.

Die Knechte waren alle im Nebenhaus untergebracht.

Im ersten Winter, als ich allein - ohne Mutter - auf dem Hof war,

durfte ich, wenn es sehr kalt war, zu den Mägden ins Bett schlüpfen.

Die beiden Mägde teilten sich ein großes Zimmer, das im Winter heizbar war.

Meistens schlüpfte ich bei Hedi, der etwas Fülligeren, unter die Decke.

Sie lehrten mich schnell den „kleinen Maulwurf“ spielen.





Eine scharf gestellte Maulwurfsfalle sieht aus wie ein Paar gespreizte Schenkel.

Auf halber Höhe ist ein Spannring, der bei Berührung wegspringt.

Die Schenkel klappen zusammen und der Maulwurf ist gefangen.

Klar, ich war der kleine Maulwurf, der in diese Falle krabbelte.

Wenn ich dann oben ankam und kitzelte,

klappte die Falle zu, und ich war zwischen den Schenkeln eingeklemmt.

Ich wurde dann von den Mägden gekitzelt.

Natürlich versuchte ich mich aus der Umklammerung zu winden.

Aber erst, wenn ich auf den Öffnungsknopf - den Bauchnabel - drückte,

öffnete sich die Falle.

 

Beim Erzählen fangen wir an, uns durch rhythmisches Spannen und Entspannen

von Bauch, Gesäß und Beckenboden zu reizen –

uns wieder hochzuschaukeln.

Mein Pint ist inzwischen erstarkt und tief in ihr.

Wir ertappen uns dabei, dass wir beide irgendwie nach innen horchen

und der Konversation nur noch bedingt folgen.

 

Als ich erzähle, wie der Ring wegspringt, berühre ich kurz ihre Perle.

Doris zuckt zusammen, und ich komme jetzt erst richtig in ihre Schere.

Und schon sind wir wieder mitten drin!

„Erzähl weiter!“, ermahnt mich die „Schere“ schmunzelnd,

als ich entrückt ihre vaginale Tiefenmassage genieße,

aber bei meiner Antwort „Was hast du gesagt?“ offenbart sie ebenfalls ihre Abwesenheit.

 

Wir stammeln, brabbeln, wispern

- zwischen Lecken, Knabbern, Schmatzen -

Unzusammenhängendes.

Diese Wortfetzen kommen aber,

oh Wunder,

von unseren Ohren auf besondere Art decodiert

als „Heilsgeflüster“ in unseren Hirnen und Leibern an.

 

Es fühlt sich an wie eine lange Atlantikdünung.

Ein langes Anheben der Sinnlichkeit

– auf einen Scheitelpunkt –

und ein langes Ausklingen der Erregung,

ohne jedoch die Sinnlichkeit zu verlieren.

Wir haben keinen Höhepunkt –

aber einen Scheitelpunkt,

 auf dem wir in der Ferne die brechende Dünung als Brandung,

als Höhenpunkt nur erahnen.

 

Wie benommen bleiben wir zurück.

Still und wortlos, nur durch körperliche Berührung,

durch Streicheln, Drücken, Küssen kommunizierend,

beginnen wir uns anzuziehen, zu bedecken.

Wir ahnen beide, dass wir jetzt einen Abstand brauchen.

Nur ein gehauchtes Tschüss!

 

Gedankenfetzen stürzen auf mich ein.

Fensterputzen … müssten geputzt werden.

Algen … Terrassenboden … Essig.

Unkraut in den Fugen zwischen den Pflastersteinen … kratzen.

Brombeerstrauch hängt in den Weg … zurückschneiden.

Mein Geist hat in den Schutzmodus geschaltet.

 

Sonntagvormittag 11:15 Uhr jäte ich Unkraut und denke darüber nach,

ob ich in die obere Ecke des Gartens anstelle der Stockrosen,

die sich nicht so richtig entwickeln,

doch besser einen Hibiskus pflanzen soll.

 

Um 13 Uhr Anruf von Jorg, meinem Ältesten.

Am Mittwoch ist er in der Gegend.

Ob ich Lust habe mit ihm zusammen seine Spesen zu verfressen!

Habe ich natürlich!

 

Um 14 Uhr meine Tochter – übernächstes Wochenende.

Du kennst doch Lotte.

Sie hat die dritte Taufe und ich bin Patin …

ist die Gästewohnung frei?

Klar ist sie frei, und die Kinder kommen mit!

 

Um 15 Uhr fliegen meine Beine, und das Rad surrt über den Asphalt.

Befreiung von Geist, Seele und Gemüt.

 

Um 16 Uhr bin ich in Asselt bei „Appeltaart met slagroom en koffie”.

 

Um 17 Uhr in Arcen mit einer großen Portion “Kibbeling met Frit” in den Händen.

 

Um 18 Uhr stelle ich mein Rad in die Garage.

 

Um 18:20 Uhr stehe ich unter der Dusche, als es an der Tür Sturm klingelt.

 

Um 18:22 Uhr öffne ich die Tür und werde von einem Kommando zweier

über die Toppen geflaggter, weiblicher Fregatten überrollt,

gefolgt von einem schwarzen Torpedo

– der nur als Husch im untersten Blickwinkel erkennbar ist.

 

„In einer halben Stunde kommen die Pizzas!

Den Apero haben wir bei der Vernissage geschnorrt!”,

und sie strecken mir zwei Flaschen Prosecco entgegen.

„Prost!”

Ach ja ...

Zora schiebt laut scheppernd ihren Fressnapf durch die Küche!

„Na denn Prost!”

 

 

© S’ Rüebli