Demonstration

Wie ich sie liebe, diese Minuten … diese Minuten davor. Den Weg der Lust, jeden Schritt hin zu dir. Gerade haben wir uns verabredet, und jetzt weiß ich, dass du auf deinem Balkon stehst … die letzte Zigarette rauchst, deren Geschmack ich von deinen Lippen lecken werde, gleich … und zusiehst. Mir. Wie ich dastehe, im hell erleuchteten Rechteck meines Fensters.  

 

Langsam schäle ich mich aus meinem Kuschel-T-Shirt, das eh nur knapp meinen Po bedeckt. Nackt. Meine Nippel richten sich auf in der plötzlichen Kühle, als ich sie gegen das Fensterglas presse. Ich sehe ich in deine Richtung… nur das Glimmen der Zigarette zeigt mir, dass du da bist … das, und dein Blick, den ich brennend auf meiner Haut spüre.

 

Das muss ich lindern, jetzt sofort. Ich greife nach der Bodylotion-Flasche, und kleckse ein bisschen davon auf meine Brüste, verteile die milchig-trübe Flüssigkeit, streiche sie in meine Haut. Ich weiß, was du jetzt denkst, da oben … wie es wäre, wenn ich nicht Nivea, sondern deinen Saft auf meinen Brüsten verteilte … in mich einstreichelte, den herb-scharfen Duft erschnupperte … so wie ich es meistens tue, wenn du am Anfang der Nacht deine erste Ungeduld zwischen meinen Brüsten kühlst. Ja, daran wirst du denken – wie sich meine vollen, festen Brüste um deinen Schwanz schließen, ihn drücken, reiben, melken, wie deine Lust ansteigt, mehr und mehr – und wie du, in dem Moment, wo du den Orgasmus in deinen Lenden ziehen fühlst, die Gier in meinen Augen lesen kannst.

 

Genüsslich spiele ich weiter, streife über meine Nippel, hebe dir meine Brüste entgegen, als wäre da dein Mund, der sie küssen und lecken würde … deine Zunge, die kühlend über die Nippel streicht … und deine Zähne, die sich in sie schlagen, als wollten sie mich in ihrer Gier zerreißen. Hm .... Ich streichle mich selbst, über meinen flachen Bauch, die Rippenbögen und die Hüften, fahre die Linien nach, die meine Schenkel beschreiben … drehe mich um, und zeige dir meinen Po, den prallen, festen, der sich dir entgegenwölbt, und meine Hände auf den weißen Halbkugeln, als wollten sie dir zeigen, was du tun sollst: ihn kneten, umfassen, liebkosen und sanft schlagen … meine Hand fährt dazwischen, zeigt dir die nackte, glänzende, pralle Feuchte meiner Scham.

 

Deine Zigarette hat aufgehört zu leuchten. Na gut, dann - Ende der Vorstellung. Zumindest für jetzt. Noch einmal streiche ich über meine Brüste, und lösche das Licht. Ich würde so gerne jetzt … mein Finger streift durch meine Schamlippen, verteilt die Nässe auf der glatten Haut, taucht wieder ein, tiefer, treibt meinen Körper weiter in die Lust. Aber nein, ich werde sie mir aufheben … sie aufstauen … für dich.

 

Zeit, mich anzuziehen. Schwarze Strümpfe, deren Abschluss ich zärtlich um meine Schenkel presse, bevor ich die Naht glatt streiche. Hohe Schuhe mit Fesselriemen, die den Bogen meines Fußes betonen – und meine Beine endlos verlängern. Und mein Trenchcoat, der für Außenstehende einen tiefen Ausschnitt und einen kurzen Rock vermuten lässt – und dir sagen wird, dass ich nackt bin.

 

Ich verschließe meine Tür und mache mich auf den Weg um den Block. Die Nachtkälte durchdringt meine Haut. Ich gehe rascher, spüre, wie meine Nippel sich am glatten Futterstoff reiben – und die kühle Luft die nasse Feuchte zwischen meinen Schenkeln liebkost. Mein Atem beschleunigt sich, ob aus Lust oder aus Anstrengung … wer weiß. Grinsend ziehe ich das Handy aus der Tasche, wähle deine Nummer. Du hebst ab – und verstehst sofort, auch ohne dass ich ein einziges Wort spreche. Mein Atem … das Keuchen … und das eilige, getriebene Klick-Klack meiner Absätze sagen dir genug.

 

Jeder Schritt bringt mich näher zu dir und trägt die Vorhergegangenen in sich. Dein Lachen am Telefon, das Kribbeln in meinem Bauch, der Kitzel des Beobachtet-Seins, meine streichelnden Hände – sie alle werden sich auflösen in diesem ersten, tiefen Kuss, der mir meinen Atem nimmt und deinen einhaucht.

 

© Tanguera 2007                                                                                   Ihre Meinung?