Schwestergespräch

 

Saskia war gerade aus ihrem Urlaub zurück. Sie konnte es gar nicht erwarten ihrer Schwester über Skype von ihrem abenteuerlichen Urlaub zu berichten.

 

„Hallo Große – ich bin zurück!“, meldete sich Saskia

„Hallo Kleine ...“ war die gewohnte Antwort „... wie geht es dir?“

 

Diese Frage bezog sich auf ihr Liebesleben.

Saskia ging der letzte Mann nicht aus dem Kopf. Genau genommen ging er ihr nicht aus ihrem Herzen und somit auch nicht aus ihrem Kopf. Er war aber vergeben. Er hatte ihr gesagt, dass er seine Frau lieben würde, und ohne sie nicht mehr leben wollte. Grund genug für Saskia sich zukünftig von ihm fern zu halten. Mit ihrem Herzen aber war sie ihm so nah wie zuvor. Sie litt sehr unter der Trennung von ihm. Wie gerne hätte sie auch zukünftig ein paar Minuten mit ihm gesprochen, mit ihm gelacht. Sie vermisste all diese glücklichen Momente. Verdrängen half nicht – er tauchte immer wieder in ihren Gedanken auf. Besonders in ihren Träumen war er – einfach ihr Traummann.

Ob er das wusste? Bestimmt nicht, sonst hätte er doch wenigstens ein paar nette Worte für sie gehabt? Oder wusste er es und sprach genau aus diesem Grund nie mehr mit ihr?

 

Ihre Schwester, seit langen glücklich verheiratet, machte ihr zwischendurch immer ein paar Vorwürfe. „Was hast du dir dabei gedacht? Du wusstest doch - er ist verheiratet. Wolltest du seine Ehe zerstören?“

 

Nein, ganz bestimmt nicht! Sie hatte nicht einmal vor gehabt sich zu verlieben. Aber mit einem Mal war er da gewesen. In ihren Gedanken und noch tiefer in ihrem Herzen. Sie konnte ihn nicht abschütteln – wollte es auch nicht. Von Anfang an hatte sie gespannt seinen Worten gelauscht. Sie hatte das Gefühl, dass sie etwas mit ihm verband. Er hatte es wohl auch gespürt?

 

Saskia versuchte ihre Gedanken von ihm wegzuführen, eifrig berichtete sie über ihren Urlaub und die erworbenen Eindrücke. Es gab viel Schönes aber auch Negatives zu berichten. Auch ihre Schwester wusste um Neuigkeiten. Sie hatte inzwischen ein paar erotische Geschichten geschrieben und las vergnügt einige vor.

 

Es waren wundervolle Geschichten. Saskia geriet ins Träumen, und schon waren ihre Gedanken bei ihm – Ralf! Wie gerne wäre sie bei ihm. Sie wollte sich an seine Brust kuscheln, ihn streicheln – sich streicheln lassen, und - jaaaa – sie wollte seinen Schwanz spüren.

 

Nein, sie wollte nicht, dass er fremdginge. Verkniffen biss sie sich auf ihre Unterlippe. Dennoch hätte sie gerne ... es war zum Verzweifeln. Gab es keine Möglichkeit, ihn real zu spüren, ohne dass er seiner Frau untreu würde? Ihre Gedanken rotierten, suchten Ideen.

 

„Schwesterherz – ich hätte da eine Frage: Wenn Ralf mir einen Silikonabdruck von … seinem Penis schickt … und ich ihn als Dildo benutze … ähhhmm … geht er dann fremd?", fragte sie zaghaft.

 

„Solange er nicht dabei ist und sein Original womöglich hinterher schiebt, geht er nicht fremd.“

 

Saskia hatte eine andere Antwort von ihrer Schwester erwartet. „Gut!“,  rief sie erleichtert aus. „Dann wünsche ich mir einen Silikonabdruck von ihm – ich habe in einem Sexshop so eine Möglichkeit gesehen.“

 

„Du hast bitte … WAS gesehen?“, fragte ihre Schwester erstaunt.

 

„Es nennt sich „Cloneboy“ und kostet ungefähr 66 Euro. Ist so eine Masse, womit der Mann einen Silikonabguss von seinem … allerbesten Stück machen kann - um ihn seiner Freundin als Dildo zu schenken.“ 

 

„Er geht deiner Ansicht nach wirklich nicht  fremd … wenn er mir so einen Abdruck von sich schenkt?“

„Nein – tut er nicht.“

 

„Gut! Ich werde ihn fragen.“, meinte Saskia entschieden. „Dein Ralf wird beglückt sein! – Wie willst du ihn fragen?“

 

„Ich werde ihm einen Brief schicken in dem steht:  Ich wünsche mir deinen Schwanz!

Nein - ich schreibe Folgendes:

 

Lieber Ralf,

 

ich bin total unglücklich - noch immer liebe ich dich!

Kannst du mir nicht ETWAS von dir schenken? Als ewiges Andenken sozusagen und als wertvolle Erinnerung an dich. Einen Abguss von deinem allerwertvollsten Stück! Damit ich in genüsslichen Stunden diesen Teil von dir für immer bei – ähhh - in mir tragen kann.

 

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Deine Saskia

 

Schwesterherz was hältst du davon? – Glaubst du, das geht?“

 

Herzhaftes Lachen drang an Saskias Ohr. „Oh du! – Du bist verrückt, weißt du das?“ fragte ihre Schwester. Verlegen lächelnd nickte Saskia. Ja, sie wusste, sie war verrückt – verrückt nach ihm – immer noch!

 

„Dein Ralf wird einen Dauerständer bekommen, wenn er dein Schreiben liest, du bist wirklich verrückt.“ Sie kicherte. „Weißt du, wir sollten dieses Gespräch aufschreiben. Es gäbe eine gute Geschichte. Allein unsere Gespräche würden Stoff für mehrere Geschichten liefern, oder vielleicht nicht?

 

Erneut musste Saskia nicken. Mit einem Mal wurde es ihr leichter ums Herz. Was für eine fantastische Möglichkeit. Sie würde ihm schreiben - noch heute Nacht!

 

Und das Gespräch mit ihrem Schwesterherz würde sie auch aufschreiben.

 

Sie fragte noch: „Welche Überschrift fändest du am Besten?

 

„Dauerständer“

„Ich wünsch mir deinen Schwanz“

„Herzenswünsche“

„Traumhafte Fantasien“

Oder „Fantasien über etwas Handfestes vom Traummann“

 

... ;-)“

 

© Azraela                                                                   Ihre Meinung?

 

Fortsetzung folgt

 







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