Neue Begriffe für die schönste Sache der Welt

 

Was bietet sich bei diesem Schmuddelwetter besseres an, als einen gemütlichen Nachmittag auf dem großen Kuschelsofa zu verbringen?

 

So tat ich es neulich auch wieder mit meiner Liebsten. Die Zentralheizung machte das Wohnzimmer schön warm, und unsere Leiber taten durchs gegenseitige Verwöhnen das ihre, um die Zimmertemperatur in die Höhe zu treiben.

 

Ich hatte meiner Freundin gerade wieder einmal eine ausgiebige Ganzkörpermassage angedeihen lassen. Nachdem ich damit fertig war, fragte sie mich zum wiederholten Male, wer mir das beigebracht habe und warum ich das überhaupt so gut mache.

Natürlich fühlte ich mich erneut geschmeichelt, aber ich konnte ihr auch nichts anderes als beim letzten Mal antworten, nämlich dass ich es einfach mit Leidenschaft tue.

 

Nun möchte ich noch kurz etwas über die Frau an meiner Seite erzählen. Sie besitzt ein ausgezeichnetes Gefühl für Sprache und ein ebenso sicheres Gespür für das richtige Wort oder den passenden Begriff zum jeweiligen Sachverhalt. Schon manches Mal haben wir angeregt darüber diskutiert, welches Wort exakt das ausdrückt, was man beschreiben will.

 

Und auch diesmal, in dieser entspannten Situation, meinte sie: „Leidenschaft ist dafür aber ein unpassender Ausdruck! Du tust das doch gern, und mit Leiden hat das irgendwie so gar nichts zu tun.“

 

Ich schmunzelte und stimmte ihr zu. Gleichzeitig dachte ich über ein besseres Wort nach. Mir fiel aber kein passendes deutsches ein, nur das französische „Verve“, was aber übersetzt auch nichts anderes bedeutet. Allerdings finde ich, das der Klang des Wortes sehr schön und passend ist. Nur eben nicht deutsch, und Fremdwörter mag meine Liebste nun mal nicht.

 

Nach kurzem Grübeln kam mir eine Idee. Ich würde einfach mal wieder einen neuen Begriff „erfinden“, als Schriftsteller steht mir das sowieso zu, oder?

Der neue Begriff setzt sich aus zwei altbekannten zusammen: Lustschaft, bzw. lustschaftlich. Ist das nicht viel zutreffender und schöner, zudem auch wohlklingender?

 

Von jetzt an wird es mir eine Freude sein, althergebrachte Worte durch neue, den Gefühlen oder Stimmungen der Erotik passendere, zu ersetzen. Wer weiß, vielleicht tauchen sie in meinen nächsten Geschichten auf?

Und Eifersucht heißt dann Herzhirnfraß, Geilheit ist Lendenbrand und Orgasmus heißt nicht mehr „der kleine Tod“, was ja einer kurzfristigen „Erlösung“ entspricht, sondern „Samsara“, was ein schönes altes Wort aus dem indischen Sanskrit ist und „Erfüllung für alle“ bedeutet.

 

Bis zum nächsten Mal wünsche ich ihnen viele zeitlose Erfüllungen (zeitlos deshalb, weil niemand hinterher sagen kann, wie lange seine jeweilige Erfüllung angedauert hat!),

 

Ihr Matthias Kayser

 

 




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