Nach dem Tango

 

Du bist ständig auf der Tanzfläche, lachend, weinend, ein wirbelnder, schwarz-blonder Männertraum. Sooo elegant-sexy, so verführerisch… und so unerreichbar. Eine echte Tanguera eben. Das denken zumindest die meisten. Dass das nicht ganz die Wahrheit ist, wusste ich schon lange – eigentlich immer dann, wenn dein Blick länger auf mir hängen blieb, als es die Regeln des Aufforderns verlangt hätten. Fast spürte ich das suchende, liebkosende Gleiten… das Nachfühlen… das Entdecken meines Körpers, wohl auch mal ein fragendes Prüfen über meine Hüften und die leichte Wölbung meiner Hose, die unser Blickkontakt unwillkürlich in mir auslöst… aber mehr als einen Tango hast du noch nie zugelassen.

 

Heute ist es anders. Vorhin, beim Tanz, hatten wir uns aneinander, ineinander geschmiegt. Dein weicher, biegsamer Körper, der sich an meine harte Brust anlehnte, fast in mich eindrang durch zwei dünne Lagen Stoff, verwirrte mich. Meine Sinne, mein Empfinden.  Hingebungsvoll und zugleich so hungrig… zum ersten Mal habe ich dich so erlebt, völlig versunken in den Tanz, in mich.

 

Am Ende, mitten im allgemeinen Abschieds-Busseln, hast du mir ein „Ich geh jetzt… kommst du nach?“ ins Ohr geflüstert. Sprachlosigkeit. Du, die sich an sämtliche Regeln hält – du forderst mich auf? Zu einem letzten Tanz, ganz für uns? Oder… zu mehr? Verdammt erregend, wenn eine Frau – noch dazu eine solche – die Initiative ergreift. Im Fünf-Minuten-Abstand folge ich dir durch den Park, hole dich noch vor der Haustür ein. Sacht hängst du dich ein, führst mich in deine dunkle Wohnung, streifst den Mantel ab. Noch im Flur schmiegst du dich wieder an mich, eng und samtweich, und ich halte dich an mein klopfendes Herz gedrückt. Wie gut du duftest… und wie sanft du bist… dein Kopf hebt sich, deine Lippen streifen feucht über mein Kinn, spielen an meinem Mundwinkel. Stöhnend gebe ich nach, öffne dir meinen Mund.

 

Jetzt bist du wieder total Frau, wieder verkörperte Leidenschaft. Gott, kannst du küssen! Dieser Hunger. Diese Leidenschaft – Liebe. Wie du dich bereits im Kuss offenbarst, verwundbar zeigst, mir völlig offen bist. Wie du dich auf mich stürzt. Diese Lippen! Dieser wahnsinnige Mund! Deine geile Zunge, die mich erobert, entwaffnet. Im Nu bin ich steinhart und lasse dich meine Härte spüren. Und deine Hand, eben noch meinen Hinterkopf streichelnd, senkt sich dem verhüllten Phallus entgegen, reibt, streichelt. In Sekunden ist meine Erregung hochgepeitscht. Ich will dich! Jetzt! Sofort! Und ich will dich nackt.

 

Und du? Zwischen zwei Küssen drängst du mich in dein Schlafzimmer. Meine Hände öffnen den Gürtel. Schuhe fliegen. Hose und Slip fallen und ich sitze im Sessel. Nur unser beider Hunger zählt noch. Du kniest zwischen meinen offenen Schenkeln. Heiß, gierig rage ich vor dir auf und deine Hände liebkosen mich jetzt – die eine um die Lanze. Die andere, an der nassen, prallen Eichel. Mein ganzes Sein ist nur noch Fühlen, bist nur noch DU, DU – eine Sinfonie der Sinnlichkeit, deine Lust, die du mir so wundervoll schenkst! Langsam treibst du mich in den Wahnsinn! Du massierst mich gekonnt wie nur du es kannst, und rasend schnell den göttlichen Gefühlen zu, die ich erst viel später genießen wollte. Immer wieder lasse ich mich von dir an die Schwelle der Erfüllung treiben, ergreife deine Hand, genieße gierig auch Stille, nur um sie gleich wieder in himmlische Bewegung zu setzen. Dann tun wir es einen Moment lang Hand in Hand, auf und ab, sehen uns dabei tief in die Augen. Endlose Lust. Ich lese deinen Durst nach mir aus deinen Blick, deine Gier… und du meine. Lange halte ich das nicht mehr aus – und doch ist es so gut. Meine Seele zittert dir zu – und du weißt wie wundervoll du mich quälst!

 

Ich kann deine schweren Brüste sehen. Du hast dir die Bluse geöffnet, hebst sie heraus. Diese wundervollen Warzen, prall geschwollen und dunkelrot! Deine Nippel zwischen meinen Daumen und Zeigefingern. Deine Züge, die ich so liebe, jetzt von deiner Lust verklärt noch schöner. Ich will dich nackt sehen – dein Gesicht im Taumel deines Liebesrausches bewundern. Ungeduldig zerre ich an deiner Bluse, bis sich die Knöpfe endlich lösen. Deine süßen, schmalen Schultern, und der Sonnenfleck, genau im Grübchen deines Halsknochens, wie ein Wegweiser „bitte küssen“. Sacht erobere ich die Kuhle, fülle sie mit meiner Zunge, lecke über deine Halsschlagader. Dein gieriges Stöhnen und die Wildheit, mit der du deinen Schamhügel in meine Hand presst, zeigt mir, dass du es genießt…

 

Jetzt küsst du mich, wie jeder Mann geküsst werden will. Süßes Saugen. Dein Kopf geneigt, hin und zurück über mein Glied. Deine Zunge, die mal rauh über meine Kuppe leckt, mal nass-seidig gleitet. Ich bin im Himmel, kämpfe, kann mich kaum noch zurück halten. Das ziehende Gefühl des Lustrausches – ich kann nicht mehr warten. Gleich bin ich am Ziel. Gleich öffnet sich die Schleuse.

 

Ich will es noch nicht. Zitternd sage ich dir jedoch WAS ich will. Dich. Dass du mich reitest, dass du mich benutzt zu deiner Lust. Dann sitzt du rittlings auf meinem Schoß. Hoch aufgerichtet lässt du dir den Tanga beiseite schieben, erlaubst mir, deine Perle zu streicheln, schaust zu als ich dir das Häubchen zurückstreife – senkst dich auf meinen Speer, stöhnst. Ganz still sind wir, eng vereint. Dein Kuss ist nicht mehr wild sondern tief, liebend. Ich bin dir immer noch hingegeben. So wie ich tief in deinem Schoß, in der Glut deiner Liebe, willkommen bin, so bin ich es jetzt auch an deinen Brüsten. Und ich küsse, lecke, beiße sanft, sauge. Wie dein Stöhnen mich erregt, während du mir zusiehst. Ich hänge an deinen Brüsten. Langsam hebst du dich, erlaubst mir tief in dich hinein zu stoßen. Ooohhh Gott! Ich will doch noch nicht kommen! Ich will den Orgasmus in DIR erleben, sehen, beobachten, genießen.

 

Und dann geschieht es! Mit einem Keuchen, dann einem Seufzer aus der Seele: “Oooohhh…“ Deine inneren Muskeln um mich verkrampft. Du atmest nicht mehr. Dein Kopf ist dir in den Nacken geflogen. Ich kann dein Gesicht kaum noch sehen. Du bist versteift. Dann wimmerst du deine Lust in die Welt – laut, fast schluchzend. Der Orgasmus schüttelt dich. Dein Kopf schnellt vorwärts. Nie war dein Kuss so wild, so wollüstig. Und ICH habe dieses Wunder in dir erzeugt. Jetzt kann ich nicht mehr an mich halten – hebe dich von mir. Zitternd, erschöpft kniest du wieder zwischen meinen Schenkeln, leckst dir wollüstig die Lippen. Jetzt, ja… jetzt darfst du mich verwöhnen – bis zum Ende meiner Lust.

 

Oh – ich liebe dich! Schaue dir zu wie du mich liebkost, nun auch wieder an mir saugst, leckst, über meine Kuppe züngelst, um meinen Speer nur eine Sekunde tief in dich einzusaugen. Ganz plötzlich weiß ich: Das Wunder kommt! Die Krise ist hier! Das Paradies öffnet sich! Jetzt bin ich dein – hingegeben wie du mir hingegeben warst. Du schaust zu mir hinauf, willst auch in meinem Gesicht lesen, hast mich fest in deiner Hand, und weißt genau was du jetzt tun musst. Deine Hand, ganz langsam, aber so unheimlich fest, treibt mich in den Wahnsinn, und deine Lippen saugen nur noch ganz zart! Meine Sinne toben! Verzweifelt sporne ich dich an. Dann spritzt mein Samen kraftvoll in deine Hände. Mein Leib schleudert dir meine Lust, meinen Genuss an dir, entgegen. Die Gefühle überwältigen mich, wollen nicht enden. Ich verzucke mich vor deinen geliebten Augen. Wir erleben das Wunder der Entladung zusammen. Lächelnd beseitigen wir zusammen die Spuren meiner Lust.

 

Minuten später kuscheln wir auf deinem Bett, genießen das himmlische Abklingen – das Gefühl des Einschlafens. Ganz leise, ganz tief atmest du mir deinen Traum ins Ohr, Bandoneónklänge und irgendein Tango von Liebe und Glück. Als ob du im Schlaf tanzt, mit mir…

 

 

© Nimrod und Tanguera, 2007                                                                     Ihre Meinung?