Die Spinne und der Schmetterling

Für A.

in Erinnerung an einen heißen Sommer - mitten im Winter


 

 

Er ging mit ihr durch den Wald – allein. Seine Gedanken waren dabei düster, er würde sich heute von ihr trennen, er musste es. Sie wusste von all dem noch nichts. Er liebte sie, dessen war er sich bewusst. Genauso, dass er sie nun verlassen musste, es war unumgänglich. Er fühlte sich zu alt für sie. Verliebt beobachtete er, wie sie um ihn herumtanzte. Anders konnte er ihre Leichtigkeit, mit der sie ihn umkreiste, nicht nennen. Leicht und beschwingt - so frisch, so jugendlich.

 

Sie kannte seine Gedanken noch nicht. Er wusste, er würde sie verletzten, sehr hart treffen, daher zögerte er das Gespräch noch um einiges hinaus. Gönnte ihr jede Minute des gemeinsamen Glücks. Sie zeigte auf wunderbare Kleinigkeiten, die sie im Wald entdeckte. Hier ein kleiner Käfer, dort eine interessante Pflanze. Mit einer begeisternden Frische war sie mal hier mal dort. Ihre geschmeidigen Bewegungen, ihr weiches Auftreten - und ständig wich sie vom Wege ab.

 

Ein gestürzter Baumstamm parallel zum Weg. Schwups balancierte sie darauf entlang, als sei es das Normalste. Ihre ganze Art erinnerte ihn an einen prächtigen Schmetterling, wundervoll bunt. Die ganze Welt noch durch einen Regenbogen betrachtend. Und wenn sie ihn dann so anstrahlte so wie jetzt, dann konnte auch er seine Sorgen loslassen, unbekümmert sein wie ein junger Spund. Dann, ja dann, fühlte auch er sich so leicht, als ob er fliegen könne.

 

Gemeinsam überquerten sie einen Bach. Seine Erfahrung ließ ihn hier gezielt Steine zum Drauftreten finden. Sie hatte es mit zwei Sprüngen geschafft und wartete schon freudestrahlend auf ihn. Sie brauchte ihn nicht! Sie war jung, hatte noch alles vor sich! Er war ein Klotz, eine Belastung. Er hielt ihr Voranschreiten nur auf - so wie jetzt. Es schien ihr aber gar nicht aufzufallen - oder zeigte sie es ihm nur nicht?

 

Schon wieder hatte sie etwas entdeckt. Es musste etwas völlig Ungewöhnliches sein, denn sie rief ihn ziemlich erregt bei seinem Namen:

 

„Ralf, Ralf komm doch mal bitte! Schnell! Du ahnst nicht, was ich hier entdeckt habe! Das gibt es doch nicht! Wer hat das denn gemacht?“ Als er näher kam, erkannte er den Grund ihrer Aufregung. Ein paar Jugendliche hatten zwischen zwei Bäumen ein weißes, riesiges Spinnennetz gespannt. Es war zwischen zwei bis drei Meter hoch und ebenso breit. Sie hatten sich dabei viel Mühe gegeben, denn es sah täuschend echt aus. Wie in einem Horrorfilm erwartete man jeden Augenblick eine überdimensionale Spinne - zugehörig zu diesem Netz.

 

Saskia stand dicht davor: sein Schmetterling. Sie bestaunte das Netz mit großen Augen. Unschuldig streckte sie ihre Hand aus, das Netz vorsichtig berührend. „Nicht!“ Er hatte es so laut ausgerufen, dass sie verschreckt zusammenfuhr. Lange schaute sie ihn an. „Was ist?“ fragte sie. Deutlich sah er ihre Fragezeichen auf der Stirn. Wie unschuldig sie aussah! Ein Engel kurz davor gefangen zu werden. Sein Engel. Schnell verwarf er dieses Bild - ärgerlich auf sich selbst. „Ach nichts, es war nur so ein komischer Gedanke!“, war seine Antwort. Erschrocken über seinen zu grimmig, geratenen Ausruf ging er weiter, dicht am Netz vorbei. Ihr erneutes: „Schau mal!“, ignorierte er einfach.

 

„Was sollte das nur?“, fragte er sich selbst. Er musste sich doch von ihr trennen. Aber als sie da so vor dem Netz stand, war ihm ganz anders geworden. Sie - so zart. Er musste sich erst mal an einem Baum lehnen. Seine aufkommenden Gefühle abschütteln. Er suchte sich einen dicken Stamm aus, lehnte sich rücklings daran. Die Dicke des Stammes trennte ihn von ihr. Das tat ihm gut.

 

Sie rief seinen Namen. Er hörte nicht, brauchte einfach seine Ruhe. Sie rief ihn erneut, nun schon fast ängstlich. Ängstlich? Deutlich hörte er ihre Angst, als sie ihn erneut zu sich rief, und es kam auch ein sehnsüchtiges „Bitte!“ hinterher. Vorsichtig lugte er um den Stamm herum. Sie hatte sich in das Netz gehängt. Beide Arme hoch gespreizt und auch ein Bein hing etwas seitwärts in der Luft - oder besser im Netz. „Was soll denn das werden?“ fragte er sie amüsiert. „Ralf, du musst mir helfen, bitte!“, war ihre Antwort. „Sassi, lass den Unsinn und komm weiter!“ erwiderte er und wollte sich gerade wieder umdrehen, als sie ihn erneut rief. „Ralf, ich hänge fest! Bitte nicht lachen, aber ich hänge wirklich fest! Du musst mir helfen!“

 

Das gab es doch gar nicht. Wieso sollte sie fest hängen? fragte er sich und kam langsam auf sie zu. Da sah er es. An den Knotenpunkten des Netzes waren feine Schlingen eingearbeitet. So hatte jeder Knoten eine Fixiermöglichkeit. - Es war wohl doch nicht das Werk von Jugendlichen gewesen. - Saskia hatte sich, wie sie ihm nun sagte, rücklings ans Netz gestellt und war neugierig mit ihren Händen durch die Schlingen gefahren. Auch den einen Fuß hatte sie durch eine tiefer gelegene Schlinge gesteckt. Es konnte ja nichts passieren, denn die Schlingen waren offen. Dann aber hatte sie kurz ihr Gleichgewicht verloren und war in das Netz gestolpert. Dabei hatten sich die Schlingen fest zugezogen, und nun hing sie da. - Gefangen im Netz.

 

„Ich wollte doch nur mal sehen, wie sich eine Motte im Netz fühlt!“, klagte sie ihm ihr Leid. „Seine Saskia!“, er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Unmöglich, die Kleine!“ - „Und nun soll ich deinen Helden spielen und dich wieder aus dem Netz befreien, bevor die böse Spinne kommt und sich an deinem zarten Fleisch erfreut?“, fragte er grinsend, als er auf sie zuschritt.

 

„Ach ja! Bitte, lieber Ralf! - Sei mein Held und befreie mich. Bitte! Bevor womöglich tatsächlich noch eine böse, große Spinne hier erscheint. Die es gelüstet, mich zu vernaschen!“, bat sie ihn ganz lieb. Sie war in ihrer Hilflosigkeit richtig rührend. So trat er ganz dicht an sie heran, er sah ihre Augen, die ihn erwartungsvoll anblickten, ihren Brustkorb, der sich hob und senkte, ihren schlanken, freien Hals, ihre zarten Arme hilflos nach oben gestreckt.

 

„Bist du wirklich fest?“, fragte er – seine Stimme, ein Flüstern. „Ja!“ hauchte sie zurück. Er schluckte. „Was ist, wenn ich nun diese große Spinne wäre? - Die sich dir nun nähert - ganz vorsichtig - sanft?“ „Was hat diese Spinne denn nun mit mir vor?“ Er konnte sie kaum vernehmen - so leise fragte sie. Sie war aufgeregt, schluckte und eine Gänsehaut hatte deutlich all ihre freien Körperstellen überzogen.

 

Er spürte ihren Atem. Langsam, ganz langsam näherte er sich ihrem Hals „Nun, was alle Spinnen nun mal so tun, dich beißen, saugen, aussaugen – ganz liebevoll aussaugen, fressen halt! Mit Haut und Haar!“, murmelte er. „Keine Angst, ich bin eine liebe Spinne, ich werde es ganz vorsichtig tun. Spürst du es? Dich liebevoll betäuben. Du wirst es mögen.“ Dabei berührten seine Lippen vorsichtig ihren Hals, glitten sanft küssend tiefer. Seine Hände – die zuerst ihre Hüften umfasst hatten, glitten zärtlich ihre weiblichen Konturen nachziehend, nach oben. Sie strichen vorsichtig an ihren Unterarmen entlang, bis zu ihren Handgelenken. Dort verweilten sie ein wenig. Dann umgriff er sie kurz ein wenig fester, aber schon fuhr er wieder, sanft wie eine Feder, mit seinen Händen an ihrer Armoberseite zur Körpermitte zurück.

 

Sie hatte ihre Augen geschlossen, lehnte sich leicht stöhnend ans Netz. Er küsste ihren Mund, und sie erwiderte seinen Kuss sofort mit aller Leidenschaft. Er löste sich von ihr, zog sich zurück, sie folgte ihm, aber das Netz hielt sie zurück. Sie öffnete die Augen - voller Sehnsucht. „Bitte“, hauchte sie ihm zu „Komm wieder zurück zu mir! – Bitte!“

 

Er taxierte ihren Körper. Wie schön sie doch war! Deutlich zeichneten sich ihre Brustwarzen durch den dünnen Stoff ihrer Bluse ab. Perlen der Lust! Er begann die Bluse aufzuknöpfen. Knopf für Knopf - langsam. Dabei den Körperkontakt zu ihr vermeidend, den sie sich so sehr wünschte. So weit es ihre Fesseln zuließen, drückte sie sich durch - zu ihm hin, versuchte mit ihrer Brust seine Hände zu berühren.

 

„Ralf, streichele mich! Komm schon! Du machst mich wahnsinnig, willst du das?“ - „Ich will - deine Lust!“, war seine bestimmende Antwort. „Ich will deine Lust - sehen!“ - Hatte er das wirklich gesagt? So langsam war er sich nicht mehr sicher. Er war sichtlich berauscht. Ihr Anblick, ihre Hilflosigkeit. Er lebte wie in Trance. Ein unbeschreibbares Gefühl machte sich in ihm breit. Eine erotische Spannung der besonderen Art ergriff ihn, fesselte auch ihn, unsichtbar. An sie!

 

„Zieh mir bitte meine Jeans aus, dann siehst du meine Lust! - Schau dir meine Feuchtigkeit an - wie sie nach dir schreit. Ich schwimme schon vor Sehnsucht nach dir!“, heizte sie ihm ein. Er tat, was sie wollte, zog ihr die Schuhe aus, öffnete den Reißverschluss und zog die Jeans herunter. Hastig half sie ihm, schlüpfte ungeduldig mit ihrem freien Fuß heraus. Er ließ ihre Hose am anderen Bein nach unten gleiten. Ganz deutlich war nun der große nasse Fleck auf ihrem Höschen zu sehen.

 

Sie roch so süß – so verlockend. Behutsam strich er mit seinem Zeigefinger seitlich unter ihr Höschen. Als er ihre Schenkelinnenseite berührte, schnappte sie lustvoll nach Luft. Sein Finger teilte ihre Schamlippen, glitt tiefer hinein. Wie feucht, nein nass, sie dort war. Er hörte sie lustvoll stöhnen. Ihr Becken kreiste, er spürte, wie ihre Lippen anschwollen, seinen Finger festzuhalten suchten. Er entzog ihn ihr nur, um sie von ihrem Unterhöschen zu befreien. Ihren nun nackten Bauch dabei küssend, ließ er sich vor ihr niedersinken. Laut und hemmungslos stöhnte sie, ließ ihn ihre Lust deutlich hören. Er spürte ihr Vibrieren, das Zittern in ihr. Langsam verschwand seine Zunge in ihrem Spalt, leckte ihren süßlichen Nektar - wurde gierig, wollte immer mehr schmecken. Sie schrie laut auf, machte ihn rasend. Wild warf sie sich ihm entgegen. „Ralf, ich kann nicht mehr stehen! Bitte befrei mich!“, keuchte sie ihm entgegen.

 

Auch er wollte sich jetzt hinlegen – zu ihr. Er holte eine Decke aus seinem Rucksack. Dabei sah er sich das Netz genauer an. Diejenigen, die es geknüpft hatte, waren sehr geschickt gewesen. Die Enden des Netzes waren mit leicht zu lösenden Schlaufen um die jeweiligen Bäume gebunden. Er brauchte nur an den freien Enden zu ziehen – praktisch. Schnell breitete er die Decke am Boden aus. „So, Saskia! Die Spinne verschleppt nun ihr Opfer in ihr Nest.“ Dann löste er ein Seil nach dem anderen, um es in Bodennähe wieder am Baum festzubinden – so, dass es für in grad richtig war.

 

Da lag sie nun vor ihm. „Alles in Ordnung?“ fragte er liebevoll. Sie nickte. „Ich liebe dich, Ralf! Ich möchte dich ganz dicht bei mir, in mir spüren – bitte, mach weiter!“ Er spreizte ihre Beine. Fixierte nun auch den anderen Fuß in einer Schlinge. Und dann sehnte sich seine Zunge wieder zurück zwischen ihre wunderbaren Schenkel.

 

© Azraela                                                                                                     Ihre Meinung?

 







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