Die Schlafende

 

Kurzmitteilung erhalten von 0179-3559403: „Ich mache Mittagschlaf… nackt. Die Türe ist offen…“

 

Ein besseres Angebot hättest du heute nicht bekommen können, oder? Ein trister Novembertag, langweilige Arbeit – und dann das. Den ganzen Vormittag schon bin ich ruhelos und erregt von unserem Kuss heute Morgen, von deiner Zunge an meinem Gaumen, und deiner Hand, die kurz meinen Schamberg unter dem Bademantel erfühlte, bevor du gingst. Du sollst eine schlafende, nackte Nymphe finden…bereit für dich. Ich lege mich aufs Bett, rolle mich herum, drehe mich, bis ich eine bequeme Position gefunden habe. Leise Musik… und erwartungsvolles Wohlbehagen. Ich muss tatsächlich eingeschlafen sein, als ich das Klicken der Tür höre.

 

Jetzt mich nur nicht verraten… ich halte still, stelle mich schlafend. Und als du die Zimmertür aufschiebst, und ich dein heiseres Einatmen höre, weiß ich, dass du magst, was du siehst: mein Körper, der sich bäuchlings auf der Decke räkelt. Das Gesicht halb verdeckt von blonden Wuschellocken. Und mein Körper, gespannt wie ein Bogen, der vom Nacken über meine Schultern führt, sich in meiner Wirbelsäule fortsetzt, die volle Rundung meines Pos und die Kurve meiner Schenkel einschließt und an meinen überkreuzten Füßen endet. Glänzend von Öl, duftend nach zarten Blüten und schwerem Moschus.

 

Wie ein Gemälde… und du spielst Museumsbesucher, läufst um mich, betrachtest mich aus diesem und jenem Winkel. Die zwei Grübchen am Ende meiner Wirbelsäule. Das Dreieck von Schulter, Arm und Rücken, unter dem sich meine Brust herausdrückt. Und den zart geröteten Nippel, der sich auf meiner weißen Haut abhebt. Meine überkreuzten, schmalen Fesseln. Die Kuhle meines Schlüsselbeins, die du im Dunkel unter meinem Hals erahnen kannst. Meine zusammengepressten Oberschenkel, über denen sich mein Po wölbt. Deine Blicke streicheln meinen Körper, und ich spüre sie. Wie streichelnde Wärme, leckend-lodernde Feuerzungen… wieder und wieder gehst du um mich, siehst mich an. Ein Kribbeln wandert über meine Haut, zieht sich durch meinen Kopf.

 

Ist das wirklich dein Ernst? Gucken und nicht mehr? Willst du lieb sein, und mich nicht wecken nach der letzten anstrengenden Woche… oder weißt du, worauf ich aus bin, und willst mich noch ein bisschen hinhalten? Warten lassen? Endlich… sacht hauchst du auf meinen Nacken, und die samtweichen Flaumhärchen stellen sich auf, jagen mir eine Gänsehaut über die Schultern. Dein Finger schiebt eine Locke beiseite, um die Krümmung meines Rückens besser zu sehen, und streicht sanft die einzelnen Rückenwirbel hinunter, tupft die Grübchen am Ende.

 

Ob ich dir wohl helfen soll? Jaja, ich „schlafe“ noch, tief und fest… aber was hindert mich, mein rechtes Bein anzuwinkeln, und die Hüfte ein bisschen zu knicken? Vorsichtig schiebe ich das Bein am anderen hoch, lasse es über meine weiche Haut und wieder aufs Bett gleiten… drehe mich seitlich… und du seufzt hörbar auf. Der Anblick muss ja auch außerordentlich sein… mein voller Po, der sich leicht spreizt, und rasierte, prall geschwollene, dunkelrote Schamlippen, die herausquellen.

 

Dein Finger dringt in mich ein, fühlt die dampfige Feuchtigkeit, und das Zucken, mit dem sich meine Muskeln um ihn pressen. Du weißt, ich bin bereit. Offen. Hungrig. Ein Rascheln von Stoff auf Haut, und du sitzt neben mir auf dem Bett. Vorsichtig manövrierst du dich über meinen Körper, spreizt deine Beine über meine, stützt dich mit den Händen ab – und dringt mit einem einzigen, tiefen Stoß in mich ein.

 

Meine Hand ist, unmerklich für dich, von meinen Brüsten zwischen meine Beine gewandert, reibt meine Perle. Und während du fester, immer fester zustößt, baut sich in meinem Körper Spannung auf. Mehr, immer mehr, zwischen dem Reiben meiner Hand und deinen Stößen. Spannung, die unerträglich, fast schmerzvoll wird, bis ein Patsch auf meinen Po sie endlich auslöst, mich zum Orgasmus katapultiert. Noch ein letzter Stoß, und ich fühle das Zucken deines Schwanzes, gepulste Fontänen der Lust, die meinen Unterleib überschwemmen und tief in mir anschlagen. Und mich so ausfüllen, dass ich deinen Rückzug kaum bemerke, sondern völlig erfüllt in den Halbschlaf zurückgleite, aus dem du mich geweckt hast.

 

Kurzmitteilung von 0152-7346899: „Bist du aufgewacht, meine schlafende Nymphe? Und…hattest du süße Träume?“

 

Eine Stunde später weckt mich der Handy-Pips, und ich lächle. Weißt du, was ich an dir mag? Dass wir Phantasien teilen können…

 

© Tanguera                                                                                       Ihre Meinung?