Verlockende Wärme


Ich stehe an der Ampel und warte auf grün.

Was für ein Tag.

Blauer Himmel und Sonnenschein - und klirrende Kälte.

Ich kann meinen Atem sehen.

Minus 8 Grad.

Ich stehe ganz in mich zusammengezogen,

die Arme eng an den Körper gelegt und die Beine aneinander gepresst.

Gott ist das kalt!


Jetzt ist es halb neun.

Wenn ich mich beeile, könnte ich um neun Uhr wieder zuhause sein.

Bei dir!

Du liegst noch im Bett.

So schön warm - in deinem Armen!

Und ich stehe hier und klappere mit den Zähnen.

Es ist so schrecklich kalt.

Ich zittere still vor mich hin.


Als es mir bewusst wird, beschließe ich, das zu ändern.

Ich lockere meine Schultern und mache einen kleinen Schritt zur Seite.

Stehe breitbeinig,

öffne meine Arme und empfange die eisige Kälte wie ein Geschenk!

Plötzlich zittere ich nicht mehr.

Ich kann die Kälte genießen.

Es ist nicht mehr nur kalt - es ist Sinnenreiz!

Anreiz zu träumen.


Meine Gedanken eilen zu dir.

Dein entspanntes Gesicht betrachten und zärtlich deine Lippen küssen.

Ich mag deine verschlafene Stimme, wenn ich dich aus dem Schlaf schmeichle.

Dein Bewusstsein kehrt erst langsam zurück - aus dem Reich deiner Träume.

Aber deine Arme reagieren schon.

Du ziehst mich an dich.

So schön warm!

Ich schlüpfe unter deine Decke und schmiege mich an dich.


Dein weicher warmer, haariger Bauch an meinem - nackt - aufregend!

Hände die mich liebkosen, meinen Rücken streicheln, hinunter zu meinem Po.

Ich beginne leise zu schnurren wie ein Kätzchen.

Es ist so angenehm dich zu spüren.

Ich kuschle meine Nase in die weiche Beuge an deinem Hals.

Wie gut du riechst!

So vertraut und so anregend.

Ich ziehe mein Knie an, streife mit meiner Wade an deinem Bein entlang.

Verlockend!

Ich schlinge mein Bein um dich - öffne mich dir.


Da springt die Ampel auf grün und ich kehre zurück in die Wirklichkeit.

Jetzt aber nichts wie nach Hause.

Schließlich liegst du noch im Bett!

 

© BvS