Frei Haus

 

Edda ist erst den 4. Tag in unserem Laden, und der Chef schickt sie mit diesem Auftrag alleine los! Das kann nicht gut gehen. Na ja, vielleicht doch. Edda ist resolut und selbstsicher - aber trotzdem! Außerdem könnte sie schon noch jemanden brauchen, der ihr hilft. Denn schließlich ist das ein Buffet für 35 Leute. Also reichlich zu schleppen und aufzubauen. Außerdem ist meine Schicht zu Ende. „Hey Edda, nimm mich mit! Ich helfe dir beim Aufbau!“ Edda lächelt - lieb - und nickt! Sie ist so süß. Edda gefällt mir - und will ich nicht, dass ihr was passiert.

 

Ich weiß, dem Chef gefällt gerade dieser Gedanke. Nur deshalb schickt er Edda, die Neue mit ihren 19 Jahren alleine in den Swingerclub. Ich weiß inzwischen genau, was er tun wird. Er wird sich einschließen in seinem Büro und keine Ahnung haben, dass alle Lehrlinge durch das Oberlicht grinsen, wenn er sich einen von der Palme schüttelt. Blödmann, der er ist! Dann hockt er da und stellt sich vor, wie die ganzen geilen Wichser in der „Oase Amore“ über die kleine, unwissende Edda herfallen. Oh nein! Tun werden sie ihr nichts! Nicht wirklich, denn er will keinen Stress mit der Polizei, der Chef. Aber erschrecken werden sie sie. Sie werden sie zu sechst oder zu acht in die Ecke drängen und ihr zeigen wie das geht. Und Edda werden die Augen aus dem Kopf fallen, wenn sie ihre Schwänze bearbeiten! Wenn sie sich nicht wehrt, werden sie sie „abschießen“. Denn das ist die stille Abmachung mit dem Chef. Die neuen Aushilfen werden diesen geilen Böcken „geliefert“! Frei Haus!

 

Edda wird nicht geliefert! Dafür werde ich sorgen. Ihre blauen Augen lachen mich an, als ich zu ihr in den Lieferwagen steige. „Danke Jürgen, dass du mir hilfst!“ - „Kein Problem, Edda! Du musst nicht alleine in den Swingerclub!“ Edda schaut mich an. Konsterniert. „Swingerclub?“ Ich nicke. Eine Weile herrscht Schweigen zwischen uns. Dann grinst sie. „Das ist also des Rätsels Lösung! - Ich habe mich schon gefragt, warum er so lächerlich blöd geglotzt hat, als er mich ins Amore befohlen hat! Ich hab ihn gefragt, ob das eine Pizzeria ist, die mal was Besonderes servieren will! Er meinte nur: „So ähnlich!“ Edda lächelt. „Danke Jürgen!“

 

Eine ganze Weile herrscht Stille. Dann meint Edda: „Ich muss vorher noch mal schnell nach Hause, Jürgen! - Ich will mich... ähm... passend ... kleiden!“ Und dann lacht sie, die Edda. Das ist kein Problem. Ihr Elternhaus liegt sozusagen auf dem Weg. Also halten wir kurz und ich warte. „Anton Baumeister“ steht da in goldenen Lettern an ihrer Haustüre. „Ermittler“. Aber schon kommt Edda zurück und mir fallen beinahe die Augen aus dem Kopf. „Willst du das wirklich machen?“, frage ich verdutzt. Edda trägt einen weißen Jeansmini, der so kurz ist, dass sogar mir die Luft wegbleibt. Dazu ein Stretchtop in türkis, das vorne einen Reißverschluss hat - der zudem ziemlich weit offen steht. Ich kann ihren knappen Spitzenbüstenhalter sehen. Er hat ein Glitzersteinchen in der Mitte! „Wir wollen ihn doch nicht enttäuschen!“, kichert sie und ich gebe Gas.

 

„Ich werde dich keine Sekunde aus den Augen lassen!“, verkünde ich. „Erst recht nicht in diesem Outfit!“ Edda grinst schon wieder. „Doch, doch! Das wirst du!“, lacht sie. „Sonst klappt es nicht!“ - „Was?“ Eddas Augen schillern, als sie leise sagt: „Ich wollte das schon immer mal sehen!“ Da steht mir doch glatt der Mund offen! So ein neugieriges kleines Biest. Vielleicht hätte ich ... „Aber Jürgen ich danke dir, dass du mit gehst! Alleine würde ich mich nicht trauen!“ Doch! Sie ist süß, die Edda!

 

Als wir ankommen ist noch alles ruhig. Obwohl schon acht dicke Bonzenschlitten auf dem versteckten Parkplatz stehen. Renée, der Geschäftsführer, grinst Edda schmierig an, als sie aussteigt und ihm den Lieferschein überreicht. Erst als er mich sieht, entgleist sein Lächeln! „Was willst denn DU hier?“, schnappt er mich an. „Helfen!“, gibt ihm Edda kurz Bescheid, und dazu kann er ja nun nichts sagen. „Geht schneller so!“

 

Er führt uns in die „Südsee“. Ein großer Raum mit „Meerblick“. Die Wand ist tapeziert mit einem wundervollen Strand und davor tatsächlich Sand, Liegestühle und Sonnenschirme. Ich war auch noch nie hier. Schaut wirklich schön aus. Ein großer, ovaler Swimming-Pool lädt zum Planschen ein. Aufblasbare Liegen und Sessel treiben im hellblauen Wasser. Daneben steht eine große, stabile Tafel. Ist sogar schon mit weißen Damastdecken abgedeckt und mit bunten Mitteldecken geschmückt. Auch das Geschirr steht schon da und  glänzendes Besteck, Gläser und diverse Flaschen Rotwein. Ja, da wurde gut vorgearbeitet. Edda hätte es auch allein geschafft. Aber das war ja auch klar. Sie soll ja zwar das Buffet liefern, aber eben nicht ausschließlich! Edda ist hier die Attraktion - und das auch noch gratis! So ein Saukerl, unser Boss!

 

Edda geht zurück zum Auto und öffnet den Kofferraum. „Pass bloß auf!“, flüstere ich ihr zu und helfe ihr, die Platten hineinzubringen. Als ich wieder draußen bin, sehe ich aus dem Augenwinkel einen Schatten. Ich schleiche zum Fenster und schaue hinein. Edda hantiert mit den Platten. Fein, dass das Fenster offen steht. Erstens höre ich alles und zweitens kann ich im Zweifelsfall eingreifen!

 

Der Typ der da angeschlichen kommt, den kenne ich doch! Bloß etwas ungewohnt - nur mit Handtuch bekleidet. Das ist Herr Poder, der fette Metzger, der immer sein Lehrmädel in den Hintern zwickt - vorausgesetzt die Ehefrau schaut gerade nicht. Ich kann ihn nicht ab, den Kerl. Klar, dass der hier sein muss! Wer denn auch sonst? Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ob da noch jemand ist, den ich kenne? Vielleicht der Herr Schulrat oder der Apotheker? Jetzt grinse ich. Edda hat es wohl gewusst, so wie sie sich amüsiert hat. Schlaues Mädel, diese Edda!

 

Als ich die letzte Kiste mit Platten hineintrage, wendet er sich ab. Genierlich, der Herr! Und da kommt noch so ein halbnackter Typ. Den kenne ich nicht. Er geht zielsicher zu dem nächsten Liegestuhl, legt sein Handtuch darüber und breitet seinen Luxuskörper darauf. Nackt! Seine Augen hängen an Edda - und der Anblick tut seine Wirkung. Aber Edda beachtet ihn überhaupt nicht. Weder ihn noch seinen Schwanz! Na ja, immerhin! Der Typ hat eine gute Figur. Was man von den zweien, die jetzt um die Ecke kommen nicht gerade sagen kann. Hey! Die kenne ich doch auch! Bloß noch nicht nackt! Ich grinse sie an und sie werden rot - alle beide. Mit einem männlichen Helfer hatten sie wohl nicht gerechnet. Es ist wirklich der Apotheker - und der Architekt. Die gesammelten Honoratioren der Stadt! Mistkerle sind sie! Geile Böcke - allesamt! Ich muss jetzt raus hier. Erstens, weil ich sonst sofort kotze und zweitens, weil mich Edda sonst frisst. Sie will ja sehen, was passiert. Was hat sie bloß vor? Das würde mich schon interessieren.

 

Aber das ist ja kein Problem. Ich werde durchs Fester ... Zu viert sind sie jetzt schon. Ich bin gespannt, wie viele es werden. Der Chef wird sie alle abzocken, da bin ich mir sicher. Er tut nichts ohne Moos. Nur Edda hat nichts davon, außer einem Riesen Schrecken - im Normalfall! Nur heute nicht! Sie weiß, was da Sache ist. Ich muss grinsen. Edda ist kein hilfloses Opfer, das vorgeführt wird und nicht weiß, was zu tun. Nein! Außerdem bin ich auch noch da! Ich sprinte zum Fenster - meinem Beobachtungsposten.

 

Gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Dr. Biersack die "Bühne" betritt. Das darf doch nicht wahr sein! Der alte Kerl! Er war mein Grundschuldirektor! Der auch?! - Und wie der auch! Nomen est omen! Der alte, geile Sack hat ein Gehänge wie ein Oldenburger. Sein „Biersack“ hängt bis zum Knie - und die fette Wampe hängt oben drüber. Und er hat seinen Schwanz in der Hand und wichst eifrig. Seine Schweinsäuglein kleben an Edda!

 

Die sind doch alle über sechzig! Na ja, der Fünfte nicht. Der, den ich nicht kenne. Der ist höchstens fünfunddreißig oder vierzig! Was bringt einen Mann zu so einer Aktion? Vielleicht ist er ein Zuhälter und will zukünftige Pferdchen abschätzen. Auf jeden Fall steht er jetzt auch auf und nimmt seinen Steifen in die Hand. Was macht sie bloß, die Edda? Die soll schauen, dass sie abhaut! Aber sie steht mit dem Rücken zur Meute und dekoriert das Büffet.

 

Poder, der Schweinskopf, gesellt sich zu den zwei Wichsern. Ist das jetzt ein Gesellschaftsspiel? Ich dachte so was macht man, wenn man alleine ist. Die betreiben das im Rudel! Was kommt als nächstes? Rudelbumsen mit Edda? Von wegen! Ihr geilen Hunde! Da werde ich euch schon einen Strich durch die Rechnung machen. - Nun kann den Architekten wohl auch nichts mehr halten. Er tritt zu den anderen - näher an Edda heran und greift zu. Ob das gemeint war mit dem Spruch, den er auf seinem Auto hat? „Do it with an architect“ Also wenn mir das einer gesagt hätte! Schaut schon einigermaßen dämlich aus, diese Herrenriege! „Gewehr“ bei Fuß! Was haben die bloß vor?

 

„Könnten Sie uns wohl mal helfen, Fräulein Edda?“, fragt der Apotheker - er kennt sie anscheinend und streckt seinen Schwanz in ihre Richtung. Und nun? Edda beugt sich über den Tisch und rückt die Flaschen zurecht. Sie ist fertig. Außerdem rutscht ihr weißer Mini so hoch, dass man fast die Backen sehen kann. „Einen Moment noch, bitte!“, flötet sie und lässt die alten Böcke diesen reizenden Anblick genießen. Geniale Beine hat sie, die Edda! Lang und braun, glatt und nackt. Und diese Schuhe! Die sind mir noch gar nicht aufgefallen! Weiße Riemchensandaletten - mit einem goldenen Kettchen um die Fesseln. Wie kann sie bloß laufen - auf diesen Absätzen? Die sind doch mindestens 13 cm! - Der Herr Lehrer wichst wie besoffen. Seine Augen sind glasig und ich glaube, er fängt gleich an zu sabbern.

 

Jetzt bückt sie sich noch hinunter, um die Servietten aufzuheben. Dass sie die selber hinunter geworfen hat, ist bestimmt nur mir aufgefallen! Die fünf da drinnen sind leer im Hirn. Kein Wunder! Dieser Anblick macht sogar mir zu schaffen. Sie hat ein türkises Höschen an unter dem Rock! Oder ist das Top ein Body? - Egal! Es sieht so heiß aus! Der Stoff schiebt sich zwischen ihre prallen Backen, drängt sie auseinander und - obwohl man absolut gar nichts sieht - hat man den Eindruck ... Arrg! Kein Wunder, dass die alten Kerle nur noch röcheln! Eigentlich schon zum Lachen, das Ganze! Und Edda hat die Situation voll im Griff, obwohl die keine Ahnung davon haben!

 

„Froillein!“, schnauft der dicke Metzger. „Nun guck dir doch schon endlich meinen Schwanz an!“, soll das wohl heißen. Und Edda richtet sich auf - langsam. Sie hebt einen Fuß und reibt mit dem Fußrücken an ihrer Wade - auf und ab. Dass so was geil sein kann, weiß ich seit eben! Das leise Geräusch, das man hört, wenn ihre Schenkel aneinander reiben! Wow! Ich glaube, ich muss auch gleich...

 

Und nun dreht sie sich um - in Zeitlupe! Edda! Du bist das heißeste Mädel aller Zeiten! Interessiert schaut sie sich die Männer an, die da in Habt-Acht-Stellung vor ihr stehen.  Von oben nach unten - und zurück! Der Zuhälter macht einen Schritt auf sie zu. Die anderen folgen wie in Trance. Die wollen doch nicht etwa meine Edda anspritzen? Ich werde sie töten!

 

Edda lächelt. Unglaublich aber wahr. Edda lächelt und legt die Hände auf ihren Busen. - Was macht sie denn da bloß? Ihre Fingerspitzen - rot gelackte Nägel - fassen den Reißverschluss und ziehen ihn weiter nach unten. Ihr Dekolleté klafft auf. Wirklich umwerfend ihre Brüste! Und sie zieht den offen stehenden Stoff noch ein Stück weiter auf - und zeigt ihnen ihren Spitzen-Büstenhalter. Ihre Augen leuchten, als sie beinahe singt: „Bitte lächeln!“ In diesem Moment zuckt ein gleißender Blitz durch den Raum. - Was ...? Großer Gott! Was hat sie ...? - Ich breche zusammen! Das Teufelsmädchen hat die fünf nackten Schweinebäuche fotografiert! Mit dem Schwanz in der Hand! - Nein, ich kann nicht mehr an mich halten. Ich lache, bis mir der Bauch weh tut. Laut und schallend.

 

„Edda komm, wir müssen ...!“, rufe ich in die „Südsee“ und verschlucke mich vor Lachen. Sie wendet den Kopf und grinst mich an. Die  nackten Honoratioren sind paralysiert. Sie glotzen nur noch. Nicht mal mehr wichsen tun sie. Geht auch nicht mehr, ehrlich gesagt! - Und Edda schreitet hocherhobenen Hauptes durch die Herrenriege, die dasteht wie die Jungs vom Turnvater Jahn. Frisch - fromm - fröhlich - und vor allem frei!

 

Als sie ins Auto steigt, lache ich immer noch. Ich kann es nicht fassen. „Edda!“ Ich bringe kaum ein Wort heraus. „Wie ... ? - Edda, wie ...?“ - „Du willst wissen, wie ich das gemacht habe?“ Sie dreht sich zu mir und hält mir ihren Busen unter die Nase. Kein Mensch guckt auf das Glitzersteinchen am BH. Alle glotzen nur auf ihre Prachttitten. Das ist der Fehler! Blitz! Ich zwinkere. Sie grinst. „Papa ist Privatdetektiv! So was gehört zur Grundausstattung! Er wird sich freuen über dieses Bild - und unser Chef erst!“ - „Schade!“, sage ich. „Du wirst nicht mehr lange bei uns arbeiten!“ Edda nickt. „Aber dich lade ich jetzt ein! Wie wäre es mit schwimmen? Wir haben auch einen Pool!“ - Ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. „Ich hab keine Badehose!“ Edda grinst zurück. „Macht nix! Ich hab schon mal nen Schwanz gesehen!“

 

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