Delta of Venus

 

Ein Delta ist eine dreieckige Landform, dort, wo die Mündung eines Flusses in den Ozean fließt. (Wikipedia)

 

Wenn deine Zunge in meinen Mund eindringt, meine umkreist… dann ist es, als wolltest du eine Quelle zum Sprudeln bringen, die tief unter der Oberfläche brodelt. Du stupst sie zart-fordernd an, lockst spielend sie heraus.

 

Verlangen, diffus wie Morgentau, sammelt sich an meinem Gaumen, rinnt in Tröpfchen meinen Rachen hinab, meinen Hals hinunter, dorthin, wo dein Atem über meine Haut streicht, deine Lippen mich necken. Es ist, als ob sich meine Lust aufstaut, sich sammelt wie in einem Bergteich, klar und kühl noch.

 

Als deine Zähne sich plötzlich in meiner Schulter verbeißen, ist dies der Tropfen, der sie zum Überlaufen bringt. Sacht zuerst, ein dünnes Rinnsal Vorfreude, das mich sanft aufstöhnen lässt, als es über mein Schlüsselbein rinnt, schneller jetzt, und über die Klippen meiner Brüste springt.

 

Deine Hände folgen, leiten den wirbelnden Bach, kneten und formen das weiche Fleisch meiner Brüste zu einem Bachbett, auf dem dein Kopf ruht, während du trinkst, saugst, als wolltest du mich, meine Lust, leertrinken. Kein Rinnsal mehr, kein munteres Bächlein – ein Fluss ist sie geworden, wild, reißerisch, wie sie über meinen Körper fließt.

 

Längst ist er dir entglitten, hat ein Eigenleben entwickelt, das du nicht mehr kontrollieren kannst. Der wirbelnde Strudel meines Nabels zieht dich hinab, verlockt dich zu einem Nasenstups. Du atmest tief ein, den salzig-tangingen Duft meiner Lust, der dir vertraut ist, und doch jedes Mal anders schmeckt. 

 

Mein Rücken biegt sich durch, meine Hüften winden sich unter deinen Händen und formen Stromschnellen, in denen deine Lippen sich verfangen – an der Rundung meiner Rippen, der Kuhle zwischen Hüftknochen und Taille, dem sanften Übergang von Bauch zu Schambein.

 

Deine Finger teilen den Strom auf in kribbelnde Bäche der Erregung, die über meinen Bauch strömen, mich rasend vor Lust machen, mich überall berühren, und doch nicht ausreichen, um mir Erlösung zu geben. Mit festem Druck zwängst du sie in gleichmäßige Bahnen, erst weit auseinander, leitest sie über das glatte Flussbett meines Schambergs. Wie gut es tut, dieses Streicheln, dieses Strömen.

 

Unwillkürlich öffnen sich meine Schenkel, zeigen dir meine geschwollen, feucht glänzenden Schamlippen, meine feste Perle, die glatt und hart wie ein Kieselstein darüber liegt. Aus halb geschlossenen Augen sehe ich dir zu, wie deine Fingerspitzen über sie streifen, wie du sie mit dem Daumen massierst, und fühle, wie sich meine Lust – einmal noch – aufstaut. Sacht, vorsichtig erst, lässt du deine Zunge deinen Fingern nachfühlen, leckst einmal durch meine Spalte, kostest die Flut meiner Lust, um dich dann hineinzustürzen.

 

Ja, trink von mir, mein Gelieber, du. Trink… du hast sie freigegraben, die Quelle, und jetzt sprudelt sie, will genossen werden. Unter deinen saugenden Küssen, dem Spiel deiner Finger, überrollt mich ein Orgasmus – und du hörst nicht auf, lässt meine Lust nicht abebben, sondern treibst mich weiter, immer weiter.

 

Das diffuse Verlangen, der stille Bergteich ruhiger Erregung, das Rinnsal Vorfreude, das Bächlein lustvollen Spielens, sie alle sind da, und sind es doch nicht, weil sie sich aufgelöst haben im Strom meiner Geilheit.

 

Ich explodiere. Meine Lust strömt von überall in meinem Körper zusammen auf einen einzigen Punkt – und von dort wieder in jede Zelle zurück. Deine Hände beschützen mich, wiegen mich wie sanfte Wellen aus dem Orgasmus in einen sanften Schlummer.

 

Ein Delta ist eine dreieckige Landform, dort, wo die Mündung eines Flusses in den Ocean fließt. (Wikipedia)

 

Mein Delta, das salzig-nasse Dreieck der Lust. Und du, der es zum Überborden bringt, der es jedes Mal wieder in einen Ozean aus Verlangen verwandelt.

 

© Tanguera - 2006                                                                         Ihre Meinung?