Regen auf der Haut

 

Sie dachte an ihn.
Fast immerzu - dachte sie an ihn.
Heute Nacht
hatte sie von ihm geträumt.
Es hatte gewittert
und ein gewaltiger Donnerschlag
hatte sie aus seinen Armen gerissen.
Das Gefühl konnte sie immer noch spüren -
wenn sie nur die Augen schloss.

 

Doch nun war heller Morgen.
Noch in ihrem Nachthemd trat sie auf den Balkon.
Es war kälter geworden.
Der Garten glänzte in der Morgensonne,
wie frisch gewaschen.
Ihre Pflanzen waren unversehrt.
Grün und üppig.
Ein riesengroßer Asparagus hatte sich
mit tausenden winziger Wassertropfen geschmückt.

 

Entzückt trat sie näher
und tauchte beide Hände in seine feuchte Kühle.
Wie wunderschön das aussah.
Ihre Hände waren mit
schimmernden Perlen aus Nässe
bedeckt.
Sie überlegte kurz ob sie mit dieser Taufrische
ihr Gesicht kühlen sollte,
aber dann änderte sie ihre Absicht.

 

Das Nachthemd fiel ihr weit
und nur von zwei dünnen Trägerchen gehalten
fast bis auf die Füße.
Eine Seite war herabgerutscht
und hatte beinahe ihre rechte Brust entblößt.
Lächend betrachtete sie ihre glitzernden Hände.

 

Sie dachte an ihn
- sehnsüchtig -
und dann schob sie eine Hand unter den dünnen Stoff
berührte mit der Handfläche
die empfindliche Haut ihrer Brust,
benetzte die steife Knospe.
Seufzend schloss sie die Augen
und genoss den Schauer,
der sie überrieselte.

 

Irgendwann musste sie ihn spüren!
Sie wusste es.
Einmal
musste sie mit ihm ...

 

... glücklich sein!

 

© BvS

 

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