Strahlend blaue Augen

 

Für Claire

 

 

Er war da,

gab ihr die Hand.

Sie weinte.

Ihre Welt war zusammengebrochen.

Mit verweinten Augen sah sie ihn an.

Blaue Augen schimmerten feucht.

 

Waren es ihre blauen Augen,

die ihn so faszinierten?

Sie war jung – zu jung für ihn, oder nicht?

Er, 73, hätte ihr Großvater sein können!

War er aber nicht.
So ließ er Gefühle zu,

die ganz anderer Natur waren.

In ihm regte sich etwas,

unendlich tief

- trat hervor,

kam an die Oberfläche,

ließ ihn sich lebendig fühlen.

Er fühlte sich wie ein junger Mann.

Er wollte sie halten,

sein eigen nennen

– beschützen?

So fasste er den Entschluss ihre Welt zu reparieren

und ein klein wenig heller zu machen.

Wenn auch nur für kurze Zeit.
Wie hell es für sie würde,

wusste er in diesem Augenblick noch nicht abzuschätzen

– oder doch?

* * *


Weißes Haar, blaugraue Augen

so schaute er sie an.
Er betrat ihre Welt,

machte ihr Mut,

-         sah Dinge die sie tief in ihrem Herzen verborgen glaubte.

Vergraben in düsteren Verliesen.

Da hockte sie,

ein kleines Mädchen,

ein kleiner Engel

-         verlassen und traurig.

Seine Hand berührte ihre Wange,

-         fing eine Träne auf

ließ sie zwischen seinen Fingern verschwinden.
Sie zitterte - seine Hand.

Nicht vor Altersschwäche.

Würde sie das erkennen?

Sie lächelte!

Wie wundervoll sie aussah.

Lächle, mein kleines Engelchen!

In seinem Herzen wurde es warm.

Sie schenkte ihm ihr Lächeln.

Ein zauberhaftes Lächeln.

Sah ihn an mit der Wärme einer jungen Frau.

Einer Frau,

die ihn mit anderen Augen sah.

Sah sie in ihm den jungen Mann von damals?

Es schien ihm so.

Ihre Blicke versanken, die Zeit blieb stehen.

Magie des Augenblickes

- kurz bevor die Zeit zu rasen beginnt.

Stunden zu Sekunden.

* * *


Er sah sie nackt,

trug sie auf seinen Armen,

legte sie auf sein Bett,

betrachtete sie mit Augen

und Händen.

Fühlte ihre glatte, junge Haut.

Staunte,

raunte

- begehrte sie.

Spürte Hände zärtlich seine behaarte Brust entlang gleiten,

ihren Kuss auf seinen Lippen.

Ihre Lippen, seine Lippen

- Zungen die sie trafen.

Seine Hände,

glatter Busen.

Streicheln voller Lust.

Er hörte sich stöhnen - nach ihr verlangen,

roch ihren Duft.

Sie begehrte ihn.

Schmecken, lecken, tief, mehr.

Sie keuchte,

flehte,

verlangte so sehr.

Er verlor seine Beherrschung,

ging in ihrer Begierde zu ihm auf,

drang tief in sie ein.

Schneller,

tiefer,

stoßen wie ein Tier.

 

Einig mit ihr verbunden

– stöhnend in Lust

– schreiend in Erlösung.

Völlige Entspannung in ihr

- auf ihrem Körper

- dampfend

- so warm.

 

Er öffnete seine Augen und sah

- strahlend blaue Augen.

 

© Azraela

 

 

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