Avancen

Für U. und M.

(Jedoch die Verhältnisse, die sind nicht so)


 

Ursula dachte nach. War das nun ein Angebot gewesen oder nicht? Und wenn ja - gefiel es ihr? Sie saß auf ihrer Terrasse und hatte ein Glas Rotwein vor sich stehen. Die untergehende Sonne wärmte immer noch sehr angenehm und das Journal lag ungenutzt in ihrem Schoß. Eigentlich wollte sie es studieren - und nun hatte sie seit drei Stunden nicht eine Zeile gelesen. Ihre Gedanken schweiften. Rudolf! Rudolf hatte ihr ein Problem beschert. Eigentlich ein sehr angenehmes - aber dennoch ein Problem.

 

Im Geist sah sie ihn vor sich. Ein attraktiver Mann! Doch ja - er gefiel ihr, obwohl er reichlich viel älter war als sie. Trotzdem! Sie kannte ihn schon seit vielen Jahren und noch nie hatte sie einen Gedanken an ihn als Mann verschwendet. Und nun auf ein Mal saß sie hier und träumte - von ihm. Von seinen Händen! Es war sicher nur, weil sie so alleine war. Sie fühlte sich so verlassen - und schließlich hatte er ihr doch Avancen gemacht - oder bildete sie sich das nur ein? - Herrgott! Was für eine unangenehme Situation! Sie konnte ja schlecht zu ihm gehen und fragen: „War das ein Angebot, Rudolf? Aber irgendetwas würde ihr einfallen müssen zu diesem Thema. Denn schließlich wollte sie es wissen. War er nun interessiert oder nicht? Es war wirklich peinlich - nicht zu wissen, ob man nun begehrt wurde - oder eben nicht!

 

Ursula versank in ihren Erinnerungen. Ihr Leben tauchte in Bildern vor ihrem inneren Auge auf. Über die Hälfte hatte sie nun in Kalifornien verbracht und doch hatte sie noch immer Heimweh nach ihrer Schweizer Heimat - zumindest ab und zu. Fünfzehn war sie gewesen, als sie hierher kam - und es hatte ihr gefallen. Nein, zurück wollte sie auch heute nicht mehr - und trotzdem! Vielleicht war es ja nur, weil sie alleine war.

 

Als sie ihren Mann gefunden hatte, war ihr Heimweh vergangen. Leider hatte sie aber sehr schnell herausgefunden, dass ihr ihr „Schotte" zu schottisch war. So konnte sie nicht leben. Irgendwie war er ihr dann auch abhanden gekommen - ihr Ehemann. Vielleicht zur Wiederherstellung seines Rufes hatte er ihr ein wunderschönes, großes Haus hinterlassen. Welcher Anfall von Generosität ihn da befallen hatte, wusste sie nicht, aber sie nahm es dankbar hin. Das Heimweh allerdings war zurückgekommen, und sie hatte sich schon beinahe daran gewöhnt. Es währte nun schon so lange. Warum suchte sie sich keinen anderen Mann? Sie war doch noch jung genug - gerade mal 35 Jahre. Aber seltsamerweise befiel sie eine unüberwindliche Lethargie, wenn sie daran dachte.

 

Es gab sicher einige interessierte Bewerber, aber keiner brachte es fertig einen zweiten Blick von ihr zu erhaschen. Und nun war da plötzlich einer, der all ihre Gedanken okkupierte. Verflixt! Wie hatte er das bloß gemacht? Sie hätte es gerne gewusst. Und war er nun interessiert - oder nicht?

 

Auf jeden Fall war SIE es! Was für ein Kerl! Bekannt war Rudolf Kusch auch - wie ein bunter Hund. Na ja, er war nicht umsonst Nachrichtensprecher. - Wirklich ein toller Mann! Wieso hatte sie das nicht eher bemerkt? Wenn er auch fünfundzwanzig Jahre älter war als sie - ihr gefiel er. Vielleicht gerade deshalb? Bei ihm fühlte sie sich geborgen. Das war schon immer so gewesen - auch als er noch verheiratet war. Aber privatere Gefühle hatte sie nie für ihn gehabt. Und jetzt - auf einmal... Warum fiel ihr jetzt auf, wie dicht sein hellgrauer Haarschopf war, wie muskulös seine Statur und wie maskulin dieser ganze Mann? Bloß weil er ihr diesen Tipp gegeben hatte? Diesen genialen, lehrreichen und ganz und gar unverschämten Tipp!

 

So ein frecher Hund! Mut hatte er ja, dass musste man ihm lassen. Ein anderer hätte das nicht gewagt. Einmal im Monat trafen sie sich - um ihre Herkunft nicht ganz zu vergessen - um ihr Heimweh zu teilen mit Menschen, die wie sie die Heimat verlassen hatten, um den amerikanischen Traum zu träumen. Nun, es ging ihnen gut hier - sie wollten auch nicht zurück in ihre jeweiligen Heimatländer, aber sie wollten sie auch nicht vergessen. Und so hatte man sich zusammengeschlossen. „Dort" konnten sie Deutsch sprechen - wenn es auch ein bunt gemischtes Völkchen war, das sich hier traf. Schweizer, Österreicher, Bayern und Preußen. Und er - dieser wagemutige Kerl - hatte ihr eine sms geschickt: „Zur Verbesserung deiner Sprachkenntnisse! - Geh zu www.BeatricevonStein.com - und lerne!"

 

Ahnungslos war sie gewesen. Ahnungslos und neugierig, was er da wieder einmal aufgetan hatte. Und dann rührte sie der Donner, als sie sah, WAS er da gefunden hatte! - So ein Gauner! Er hatte sie auf eine Seite geschickt, die ihr den Atem benahm. Erotik pur! - Ursula las und las. Sie konnte einfach nicht damit aufhören. Gott sei Dank konnte er das ja nicht ahnen! Und sie lernte! Nur nicht gerade Deutsch! - Woher hatte er das gewusst - dass sie es nötig hatte? Sah sie so unschuldig aus? Sie hatte immer geglaubt, sie sei sexy und auch - ein bisschen verrucht. Offensichtlich nicht! Oder wollte er sie nur foppen? Jede freie Minute verbrachte sie an ihrem Computer und „lernte". Nur eines wusste sie nicht: Wie sie jetzt reagieren sollte?! Also stellte sie sich tot. Sie reagierte gar nicht - zunächst. Aber auf Dauer ging das nicht. Spätestens bei der kommenden Zusammenkunft musste sie Farbe bekennen. Zumal sie auch noch in ihrem Hause stattfand - und auch noch bald. Viel zu bald!

 

Oh ja! Dieses Treffen stand an - und Rudolf war gar nicht wohl zumute. Was hatte er sich bloß dabei gedacht? Es war ein spontaner Entschluss gewesen, Ursula diese Internetadresse zukommenzulassen. Er kannte Beatrice von Stein and Friends schon lange und genoss es immer wieder dort vorbeizuschauen und ein paar wirklich erotische Geschichten zu lesen. Aber bisher war das sein Geheimnis gewesen. Was hatte ihn nur gebissen sie einzuweihen? Vielleicht war er auch zu weit gegangen? Vielleicht hatte er sie verloren? Verloren - ohne sie jemals gewonnen zu haben! Was war er bloß für ein Idiot?!

 

An diesem Freitag hatte er sie in der Stadt gesehen. Nur ein paar Sekunden waren es gewesen, denn er fuhr im Auto, und sie saß in einem Straßencafé - aber es hatte genügt, um den Groschen fallen zu lassen. Was für ein Prachtweib! Nie vorher war ihm aufgefallen, wie aufregend ihre Beine waren. Lang und wohlgeformt - und so sexy! Er wusste ja, dass sie fast immer Röcke trug - aber dieser hier! War er nun so kurz gewesen, oder war er nur so weit hinaufgerutscht? Auf alle Fälle war Rudolf so beeindruckt von diesem Anblick, dass er ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. Und das war wahrscheinlich der Grund gewesen, diesen blöden Fehler zu machen. Wie konnte er ihr bloß BvS empfehlen? - Sie antwortete auch nicht auf seine sms. Das war doch wohl deutlich genug.

 

Noch dazu, wo er selber unter die Autoren gegangen war. Hatte er gewollt, dass sie ihn las? Schließlich wollte er sich nur beweisen, dass er es konnte. In seinem Kopf fanden sehr oft heiße Liebesgeschichten statt. Na ja, zumindest heiße Sexgeschichten - oder beides in Kombination! Die würde er doch wohl zu Papier bringen können. Und so hatte er es versucht - und siehe da: Er hatte Erfolg. Sicherheitshalber hatte er sich unter einem Pseudonym versucht - wenn auch in seiner Biografie einiges stand, das Rückschlüsse auf ihn zuließ - zwar nicht unbedingt hier in Kalifornien, aber grundsdätzlich. Hier las keiner Beatrice von Stein. Oder vielleicht doch? Konnte man von ZEUS auf ihn kommen? Ursula konnte das ganz sicher. Sie musste nur zwei und zwei zusammenzählen - und schon war sie bei ihm!

 

Er war verärgert über sich selber. Nichts gedacht! Nur seinem Unterleib war er gefolgt. Und der sagte ihm, dass er sie haben wollte. - Wie schön sie war. Dunkelhaarig, üppig, geheimnisvoll. Rudolf wusste, dass sie verheiratet war - nur ihren Mann hatte er noch niemals gesehen. Warum war er nicht da, ließ seine junge, sexy Frau so oft alleine?

 

Oh ja, sie war sexy - und wie! Wenn er sich vorstellte ihre vollen Brüste zu berühren... oder... den üppigen Po! Rudolf schüttelte sich. Wieso war er plötzlich so verrückt nach ihr, dass sie ihm nicht mehr aus dem Kopf ging? Nur wegen dieses hinreißenden Anblicks in der Stadt? Oder weil er selber schon so lange einsam war? - Ihre Hände! Diese schönen, gepflegten Hände - mit langen, schlanken Fingern und rot schimmernden Nägeln! Was sie damit alles tun könnte! - Er stöhnte vor Begierde. Diese Frau machte ihn wild.

 

Und nun würde sie ihm einen Anpfiff verpassen, der sich gewaschen hatte - und er würde ihn demütig über sich ergehen lassen. Schließlich hatte er ihn verdient. - Er richtete sich auf zu voller Größe, streckte seinen Rücken und gab sich in Gedanken einen Tritt in den Hintern - bevor er ihr Haus betrat. Da hatte er doch tatsächlich Schmetterlinge im Bauch! Rudolf war der zweite Gast - und Ursula stand auf, um ihn zu begrüßen. Sie kam auf ihn zu - und ihm stockte der Atem. Aber erst, als sie sich an ihn schmiegte um ihm ein Küsschen auf die Wange zu hauchen wusste er, was Atemnot war. Ihr Duft stieg in seine Nase und vernebelte sein Gehirn. Wie gut diese Frau duftete! - „Aufpassen jetzt!" - Sanft legte er seine Hände in ihre Taille und hielt sie zärtlich - bis sie sich von ihm löste. Was für ein Erlebnis! Noch niemals hatte sie ihn so begrüßt - weder ihn, noch einen anderen.

 

War das nun ein Zeichen? Wollte sie ihm sagen, dass sie ihm nicht böse war? Er hoffte es! Aber eigentlich war es doch ganz eindeutig. Wäre sie verärgert gewesen, hätte sie ihn doch nicht geküsst - oder? Während des ganzen Abends erwischte er sie immer wieder, wie sie ihn betrachtete. Und manchmal glaubte er, sie spräche nur zu ihm. Sie sah nur ihm in die Augen und sprach nur ihn direkt an. Ob das den anderen auch auffiel? Er genoss die unterschwellige Spannung zwischen ihnen, und als seine Freunde begannen sich zu verabschieden, zögerte er seinen Aufbruch ein klein wenig hinaus. Er wollte ihre Gegenwart noch ein bisschen genießen - ihre Ausstrahlung - ihre Anziehung - den Glanz dieses Augenblicks!

 

Aber als sich dann der letzte Gast erhob, konnte er auch nicht mehr anders. Unmöglich jetzt noch zu bleiben. Als er durch die Halle schritt, war sie plötzlich an seiner Seite. „Ich begleite dich noch ein Stück!", erklärte sie. „Ich muss meiner Nachbarin noch eine Zeitschrift bringen!" Lächelnd verabschiedete sie den Freund - und hängte sich bei ihm ein.

 

In seinem Kopf wirbelten die Gedanken. Kam jetzt die Abrechnung - oder... „Nein, es war nur ein Vorwand. Ich wollte mit dir alleine sein!" Rudolf schluckte. „Muss ich mich jetzt bei dir entschuldigen?", fragte er befangen. Ihr silberhelles Lachen beantwortete seine Frage. „Aber nein! Musst du nicht!" Ihre Augen leuchteten wie Sterne in der Dunkelheit. Am liebsten hätte er sie in seine Arme gezogen. Nie war sie ihm verführerischer erschienen. Er biss die Zähne zusammen. Sie war eine Freundin - nicht mehr. - „Im Gegenteil, ich muss mich bei dir bedanken - für diesen Tipp! - Er hat mein Leben verändert. - Na ja, zumindest mein Liebesleben!" Er hätte sie küssen mögen. Wie freimütig sie gestand, dass es ihr gefiel - bei Beatrice von Stein! Was für eine zauberhafte Frau! Und dann kam der Satz, der ihn beinahe umhaute: „Natürlich wäre es noch schöner, wenn ich jetzt einen Mann in meinem Leben hätte, mit dem ich das alles...!"

 

Rudolf holte tief Luft. Was für ein Angebot! Wie ein delikater Leckerbissen - verlockend - schwebte dieser Satz von schimmernden Lippen. Und er schnappte danach, wie ein Fisch nach dem Haken, wartete nur darauf eingeholt zu werden - von zarter Hand.

 

Ursula ließ sich zurückfallen. Irgendwie wagte er es nicht stehen zu bleiben. Langsam ging er weiter. Ihre dunkle Stimme tönte ganz leise an sein Ohr: „Übrigens, wenn ich dir begegnete... beispielsweise auf der Straße...? Sagen wir, ich würde hinter dir gehen... und ich würde dich rufen... „Zeus!" - Würdest du reagieren?"

 

Da hatte er den Salat! Guter Gott, hätte er doch nur sein großes Mundwerk gehalten! - „Los reagier’ schon, du Kamel!" So schnell hatte er schon lange nicht mehr gedacht. „Ach Ursula, du könntest rufen was immer du möchtest! Nach dieser Stimme würde ich mich auf jeden Fall umdrehen!" - Und dann drehte er sich um - lächelnd. Gerade noch mal die Kurve gekriegt! Sie war jetzt nicht klüger als zuvor - und er hatte ihr ein Kompliment gemacht.

 

Und da stand sie nun - in lauer Frühlingsnacht unter den Sternen..., schön wie ein Traum... und sie lächelte ihn an. Ein klein wenig unsicher, ein ganz klein wenig schüchtern... und doch - ziemlich siegessicher. Einfach unwiderstehlich! - Verdammt war sie nun verheiratet oder nicht? Konnte er das wagen? - Er wollte wieder eine Frau an seiner Seite. Er wollte diese Frau! Aber kein Verhältnis, das er verstecken musste, weil sie verheiratet war! Er hörte sie leise seufzen.

 

Herrgott! Was denn noch? Musste sie ihm eine schriftliche Einladung schicken? - War dieser Mann langsam! Konnte er sie nicht endlich küssen? - Verdammt! - Wenn er wenigstens nicht so sexy gewesen wäre! Sie sehnte sich so nach seiner Berührung, dass es beinahe wehtat. Aber noch deutlicher konnte sie ja wohl nicht werden. Schließlich wollte sie sich ihm nicht an den Hals werfen. Es war seine Entscheidung! Sie wollte nur, dass er um die Möglichkeit wusste.

 

Und eigentlich hatte sie gedacht, er... Hatte sie da etwas missverstanden? Diese unterschwellige Anziehung ... sie war doch da gewesen - zwischen ihnen. Wo war sie jetzt? Sie hatte sie gespürt: Die Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzten einen Paarungstanz - das war völlig eindeutig. Nur noch eine Sekunde - dann würde - müsste sie gehen ... Mehr war nicht möglich ...

 

Enttäuscht senkte sie ihren Kopf, ließ ihr Haar ins Gesicht fallen, dass er die Tränen in ihren Augen nicht sah. „Gute Nacht, Rudolf!", flüsterte sie und dann drehte sie sich um. Langsam ging sie zurück. Warum nur fühlten sich ihre Schultern an, als trage sie die Last der Welt? Sie war doch so sicher gewesen...

 

„Ursula!" Da stand er nun, gespannt wie eine Raubkatze auf dem Sprung und tat doch nichts. Fragend sah sie ihn an, beinahe bittend. „Und... dein Mann?" Man konnte den Stein hören, der ihr von der Seele fiel. „Ich bin geschieden!"

 

Mit einem Satz war er bei ihr. Hielt sie, drückte sie an sich, umschlang sie mit beiden Armen und murmelte ein ums andere Mal: „Gott sei Dank! Uschi, süße Uschi! Gott sei Dank!" Nur langsam drang es in ihr Gehirn. „Du dachtest, ich bin verheiratet?", fragte sie fassungslos. Rudolf nickte. Mit einer Hand strich er ihr das Haar aus dem Gesicht - sah ihr tief in die Augen. „Ich dachte, du bist verheiratet!" Und jetzt würde er sie küssen. Ganz behutsam und langsam legte er seinen Mund auf ihre Lippen. Er wollte sie nicht verschrecken.

 

Ursula rührte seine Rücksichtnahme. Beglückt schmiegte sie sich in seine Arme, neigte ihren Kopf und öffnete ihre Lippen - lud ihn ein - sie zu besuchen - da, wo kein anderer Zutritt hatte. Und er reagierte. Die Zungenspitze streichelte sie zärtlich, erkundete neugierig unbekannte Gefilde. Und dann - auf einmal - schmeckte sie ihn, kam ihm entgegen. Ihre Zungen berührten sich - und es war um sie geschehen.

 

In ihren Köpfen explodierte die Lust wie ein Feuerwerk. So lange hatten sie sich gesehnt. Jetzt konnten sie nicht mehr warten! Sie drängten sich ineinander, hielten sich fest umfasst und stöhnten begierig. Ursula zog ihn mit sich - zurück in ihr Haus - zurück in die Diskretion der eigenen vier Wände.

 

Nervös fingerte sie an seiner Krawatte herum, zerrte sie ihm schließlich vom Hals und ließ sie einfach fallen. Gleichzeitig half sie ihm ihre Bluse zu öffnen, schob sie von den Schultern. Ein schwieriges Unterfangen, nachdem er sich immer noch nicht dazu entschließen konnte, sie aus seinen Armen zu entlassen. Immer wieder küsste er sie. Rückwärts - stolperten sie mehr als sie gingen - sich gegenseitig entkleidend, küssend, liebkosend, bis sie beide beinahe völlig nackt voreinander in ihrem Wohnzimmer standen. „You sexy thing!" Schwer atmend betrachtete er diese verführerische Frau, die ihm da so völlig unerwartet ein so wundervolles Geschenk machte.

 

Sie lächelte. „Ich fühle mich so wohl bei dir. So frei! - Das ist überhaupt dein Geheimnis: Die Geborgenheit, die du schenkst - die du mir schenkst!" Rudolf schmunzelte. „Komm her, mein Lämmchen! Ich werde dich gut behüten!" Er zog sie in seine Arme, sank mit ihr auf die große Couch. „Lass mich dein Schäfer sein!", flüsterte er ihr ins Ohr. Ursula kicherte. „Mähhh!", blökte sie kläglich wie ein Schäfchen, das sich verlaufen hatte und dann lachte sie plötzlich laut. „Wie wäre es denn dann mit einem Schäferstündchen?" - Sie schaffte es immer wieder, ihn zu verblüffen. Was für eine Frau!

 

Ursula fühlte seine Finger über ihre nackte Haut gleiten - kühl und glatt. So verlockend. Rudolf hielt sie fest, drückte ihren Körper sanft an sich. Seine Hände streichelten ihren Rücken - tiefer hinab. Gab es eine vollkommenere Rundung als die, die er in seiner Hand fühlte? Er stöhnte ihr seine Sehnsucht entgegen, knetete hingebungsvoll ihr Fleisch.

 

Wie sehr wollte sie ihn jetzt fühlen. Wie sehr wollte sie ihn glücklich machen, sich ihm überlassen, ihm alles zueignen, alles was sie war, aber auch alles, was sie für ihn sein wollte. Ihm nicht nur alles geben - nein, dies eine Mal sogar zulassen, dass er sie beschenkte! Sich öffnen - für ihn allein. Ihm ihr Herz und ihre Seele zeigen, ihre Begierden - all ihre Lust. Ohne Scham, ohne Angst vor seinem Urteil, einfach erfüllt von Liebe und Vertrauen. Niemals hatte sie auf diese Weise gefühlt - niemals!

 

Behutsam löste sie sich aus seinen Armen, drängte ihn in die Tiefe der Couch und ließ sich davor zu Boden sinken. Seine Männlichkeit ragte vor ihr auf. Beeindruckend - begehrenswert - ihr als süßes Kompliment entgegenstrebend. Sollte sie? Zärtlich berührte sie seine Knie, streichelte simultan an der Außenseite hinab - langsam wieder hinauf. Ließ ihre Finger in seine Kniekehle wandern und ihre Blicke IHN streicheln.

 

Rudolf schloss die Augen, atmete schwer. Nein! Er wusste nicht was..., konnte nicht - riss die Augen auf - wollte keine Sekunde verpassen. Wie aufregend ihre Blicke ihn eroberten! Wie geil sie ihn machten! Und die zärtlichen Fingerspitzen, die verführerisch langsam über seine Oberschenkel glitten. Was würde geschehen, wenn sie angekommen waren? Angekommen am Ziel seiner Wünsche?

 

Nur ihre Fingerkuppen berührten seine Haut und hinterließen Spuren glühender Hitze. Eigentlich hätte er rote Brandmale erwartet. Sein Schoß war zum Mittelpunkt seines Wesens geworden. Sehnsüchtig erwartete er ihre Berührung - die Inbesitznahme all seiner Sehnsucht! Rudolf schnappte nach Luft, als er sie fühlte. Eine Fingerspitze nach der anderen, zärtlich wie kleine Regentropfen, rieselte auf seinen Phallus. Sie hielt ihn wie eine Flöte, so als wolle sie... Würde sie doch bloß endlich zufassen! Aber dann beugte sie sich vor und ...

 

Uschi wollte es wissen. Wollte ihn fühlen, schmecken, die sanfte Weichheit seiner Haut ertasten. Wollte ihn lieben! Und so legte sie behutsam ihre Lippen auf seine Eichel, leckte zärtlich über diese pralle Spitze. Als sie sein Stöhnen hörte, lächelte sie zufrieden. So sollte es sein. Er sollte sich ihr schenken - und sie würde sich ihm hingeben - anschließend. Ihre Zunge schob sich langsam unter seine Kuppe, schmeckte die Schärfe seiner Lust und dann saugte sie ihn tief zwischen ihre Lippen.

 

Rudolf stöhnte in heißer Gier. Eine winzige Bewegung noch - und es war geschehen. Das konnte doch nicht sein! Niemals hatte er... - Und dann spürte er ihre Hand, die sanft und warm an seinem Glied entlangfuhr, hinunter zu den Hoden, sie umschmeichelte und dann fest umschloss. Im selben Moment, indem sie seinen Penis ...

 

Das war zuviel. Rudolf hatte das Gefühl in seinem Kopf und in seinem Unterleib würden feurige Sonnen schmelzen. Eruptionen glühender Magma ließen ihn zittern. Er stieß einen lauten Schrei aus, bäumte sich auf - und ergoss all seine Lust zwischen ihre verrücktmachenden Lippen. Zärtlich massierte sie ihn - langsam ausklingend. Keuchend zog er sie zu sich hinauf. Wie hatte sie das nur gemacht? So durchschlagend und vor allem so schnell waren seine Reaktionen normalerweise nicht.

 

Ursula war glücklich. Zärtlich schmiegte sie sich an ihn, umfing ihn mit weichen Armen und bettete seinen Kopf an ihren Busen. Er sollte sich ausruhen, sollte nicht nur die Lust genießen in ihren Armen, sondern auch Geborgenheit, Fürsorge und Liebe. - Sie hatte das Gefühl, dass es ihm gut tat, sich von ihr wiegen zu lassen. Er schnurrte wie ein zufriedener Kater in der Sonne - und sie kraulte ihm den Pelz. „Liebling, mein Liebling, was machst du nur mit mir?", murmelte er an ihrem Hals. Zärtlich küsste er sie. „Ich bin wahrlich kein unerfahrener Mann, aber so hab ich die Liebe noch niemals empfunden - so... allumfassend."

 

Er staunte wirklich. Dass seine Lust so blitzartig über ihn hereingebrochen war, konnte er sich ja gerade noch irgendwie erklären. Er war schon lange abstinent und er hatte in letzter Zeit fast ausschließlich an sie gedacht. Hatte sich immer wieder vorgestellt wie sie ausgesehen hatte - in der Stadt. Ihre langen, schönen Beine! Wieder und wieder war seine Fantasie mit ihm durchgegangen und hatte ihm Bilder vorgespiegelt, die er so gerne gesehen hätte - in der Realität. - Und nun vernaschte sie ihn nach Strich und Faden! Wow! War das ein Hammer gewesen! Doch trotz allem! Es war mehr! Da war ein Gefühl, das er niemals empfunden hatte mit einer Frau, die sein Bett teilte. Nicht einmal mit seiner Ehefrau hatte er es gefühlt. Hier, mit ihr, spürte er es plötzlich. Er war zuhause. Sein Herz gehörte hierher!

 

„Magst du einen Schluck Rotwein?", fragte Ursula, stand auf und drehte sich um. Sie beugte sich über ihre Couch und griff nach den Gläsern, die immer noch auf dem Flügel dahinter standen. Wie sexy sie aussah! Einfach unwiderstehlich! Ihr dunkles Haar schimmerte wie poliertes Ebenholz über der hellen Haut ihrer Schultern. Ihr langer Rücken faszinierte ihn und der süße, runde Po riss ihn hin.

 

Rudolf schob sich neben sie und legte seine Hand zwischen ihre langen Oberschenkel. Ursula erstarrte mitten in der Bewegung. „Darling, sweet Darling!", murmelte er und küsste sie auf den Po. Sie dehnte sich genüsslich und seine linke Hand suchte ihre Brust. Zärtlich ließ er sie sich in seine Hand fallen, drückte vorsichtig. Wie kühl und glatt sich ihre Haut anfühlte - und wie aufregend steif ihre Spitzen sich in seine Handfläche drückten. Er wusste nicht, was ihn mehr anmachte. Die pralle Fülle ihres Busens in seiner Linken, oder die zarte Weichheit an der Innenseite ihrer Oberschenkel.

 

Andererseits ging es da ja noch weiter. Langsam glitt seine Hand höher hinauf. Er spürte die zunehmende Hitze an seinem Handrücken. - Jetzt! Oh ja! Jetzt! - Er berührte sie. Wie wunderbar heiß und feucht sie war. Geil! Sie wollte ihn! Sein Herz flog ihr zu. Er zog sie näher heran, bedeckte ihre Haut mit winzigen Küssen. Seine Handkante rieb sanft an ihren weichen Schamlippen entlang. Langsam. Zärtlich. Vor und zurück. Beglückt hörte er ihr begieriges Stöhnen.

 

Sie ließ den Wein Wein sein und öffnete sich ihm. Jetzt nur noch genießen. Seine Hände, die sie so unglaublich sanft und so durchdringend streichelten, dass sie gar nicht anders konnte, als sich ihm schenken. Diese Küsse, die die empfindsamste Stelle trafen, die weiche Seite ihrer Brust unterhalb der Achseln. Sie schickten Schauer durch ihren gesamten Leib. Wie sehr sie sich nach ihm sehnte! Nach ihm und nach der Erfüllung all ihrer sinnlichen Wünsche. Als seine Fingerspitze tiefer glitt, stieß sie ein leises Wimmern aus. „More honey, give me more!", flehte sie und spreizte einladend ihre Schenkel.

 

Wie unglaublich schon diese Stellung war! Sein Gesicht an ihre Brust geschmiegt - sein Mund, leckend, küssend. Eine Hand ihren Busen massierend und ihr heiße Begierde in den Bauch schickend und die andere - von hinten zwischen ihren Beinen! Wie geschickt er war! Wie behutsam! Wie aufreizend langsam! Er ließ ihr Zeit ihre Lust zu genießen, sie zu steigern.

 

Ursula sehnte sich danach ihn jetzt zu spüren und doch wusste sie, da gab es noch mehr. Viel mehr! Und Rudolf wusste das offensichtlich auch. Er reizte sie, steigerte ihre Begierde, machte sie verrückt - und dafür liebte sie ihn. Herausfordernd reckte sie ihm ihr Hinterteil entgegen. Jetzt musste er es doch merken! Bitte endlich - IHN spüren! Tiefer - härter - wilder!

 

Und immer noch berührte er gerade mal eben ihre Schamlippen. Streichelte so verdammt sanft, dass sie glaubte wahnsinnig zu werden. Eine winzige Fingerkuppe drang ein - nur ganz wenig - beinahe noch nicht. Sehnsüchtig drückte sie sich gegen seine Hand. Ihr Becken begann zu schwingen. Sie rieb ihre Scham an ihm! Immer wieder! Hin und her, hin und her! Wie unglaublich erregend! Seine linke Hand streichelte ihre harten Spitzen, kniff zärtlich hinein und glitt dann tiefer über ihren Bauch hinunter - tief - tiefer - bis zu ...

 

„Jaaaahhh!", stöhnte sie gierig als seine Finger ihren Kitzler erreichten. Ihre Bewegungen wurden schneller - ungeduldiger. „Bitte Rudolf! Please, do it!" Ihr Becken stieß. Als sein Daumen in sie eindrang schrie sie auf. Wie geil sich das anfühlte! Er rieb, kreiste um ihren Kitzler und machte sie gleichzeitig wild mit diesem wunderbaren Finger, der ihre gierige Liebesöffnung verzauberte. „Come on, Darling! Jetzt, ja, jetzt! Tu es!", bettelte sie am Ende ihrer Geduld. Und als er die Hand abzog um nach ihrer Hüfte zu fassen wimmerte sie: „Oh don’t stop! Don’t stop! Come on! Come on for me!" Rudolf schwang sich hinter sie und umfasste seinen Penis, setzte an und stieß tief in sie hinein.

 

„Ja, oh jaaahh!", schluchzte sie verrückt vor Lust. „Stoß zu!" Sie passte sich sofort seinen Bewegungen an, stieß sich leidenschaftlich auf ihn. Rudolf keuchte. Ein, zwei Stöße noch. „Uschi! Oh jaahh! - Yes - Yes - Yes! - Du - Du - Uschi komm! Jetzt! Bitte, Sweetheart, bitte!" Und dann stieß sie einen lauten Schrei aus und bäumte sich auf, erstarrte zu einer Skulptur der Lust in seinen Armen. „Wie schön sie ist!", war der letzte Gedanke der ihn streifte, bevor er explodierte. Keuchend stieß er ein letztes Mal zu, gab ihr all die Lust zurück, die sie ihm schenkte.

 

Gemeinsam ließen sie sich auf die Couch sinken. Er hielt sie immer noch in seinen Armen. Drückte sie immer noch an sich, und als sie den Kopf wandte, küsste er sie zärtlich! - „Süße Ursula!" Plötzlich lachte er. „Glaubst du, wir könnten als Vorbild für eine Geschichte dienen? Bei BvS?" Sie löste sich von ihm und holte nun endgültig den Wein. Nachdenklich setzte sie sich zu ihm, kuschelte sich an seine Seite. „Schreib sie doch - unsere Geschichte!", schmunzelte sie wissend. „Die Geschichte von DIONE und ZEUS!" Und das war der Moment an dem er einen Hustenanfall bekam, denn er hatte sich ganz plötzlich an dem köstlichen Wein verschluckt.

 

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