Verbotene Liebe




Du hältst eine Rose in der Hand - und ich freue mich so sehr dich zu sehen. Als du mich in deine Arme nimmst, fühle ich nur noch Geborgenheit. Du bist da - bei mir - hältst mich fest. Alles andere ist vergessen. Es fühlt sich so gut an.

 

Gemeinsam suchen wir einen Platz in der Sonne und dann sitzen wir uns gegenüber, sehen uns tief in die Augen - so tief. Es ist fast schon peinlich - aber nur fast. Nein, ich werde die Augen nicht abwenden - ich kann es einfach nicht. Es ist so wunderbar, deine strahlenden Blicke zu sehen. Du liebst mich! Du begehrst mich! Es ist nicht zu übersehen.

 

Deine Hände greifen nach meinen. Meine kalten Finger schmiegen sich in die Wärme deiner Hand. „Wie kalt du bist!”, flüsterst du und wärmst mich. Versuchst so viel wie nur möglich von meinen Händen zu halten, zu drücken, zu liebkosen. Und ich genieße es so sehr dich zu spüren. - Dieses Gefühl! Es geht mir durch und durch. Schauer auf der Haut. Ich spüre dich - überall!

 

Das Sonnenlicht fällt auf dein Haar, lässt es aufglänzen. So gern hätte ich meine Hand ausgestreckt, um dich zu berühren. Wirst du es falsch verstehen? Oder wirst du es genau richtig verstehen? Ich sehne mich nach dir. Dein Haar, deine Haut, deine warmen Hände - dich - jetzt spüren. Mich an dich schmiegen - deine Lippen, die meine berühren - zärtlich und weich. So erregend! Eine Vorstellung, die mir den Atem nimmt.

 

Meine Hand hebt sich, Fingerspitzen berühren sanft dein Haar. „Hab ich da ein Tier?” - Wunderbar. Du lieferst mir die Begründung. Ich nicke. „Wie schön, dass es so kleine Tierchen gibt!”, murmelst du. Dann legst du den Kopf schräg, schmiegst dein Gesicht in meine Handfläche - und ich - schließe meine Augen und liebkose dich.

 

Einmal will ich es sagen. Einmal sollst du es wissen. Es brennt in meiner Seele. Meine Lippen bewegen sich lautlos. Weißt du es? Kennst du meine Sehnsucht? - Darfst du es wissen? - Nein, du darfst es niemals wissen! - Es ist zu schwer für dich. Du liebst mich doch - begehrst mich so unendlich. Wenn du erst weißt, wie sehr ich dich will ….! Du wirst keine Beherrschung mehr aufbringen. Dich nicht mehr beherrschen - können - es nicht mehr wollen. Und wenn du erst einen ernsthaften Versuch unternimmst, mich zu küssen, zu lieben, zu verführen…? Ich habe nichts, dir entgegenzusetzen. Ich werde erliegen - mich dir ausliefern.

 

Bloß nicht daran denken! Ich stöhne sehnsüchtig. Nur noch spüren. - „Nein!” Deswegen bin ich nicht gekommen. Ich will dich nicht lieben - nicht auf diese Art - lieben. Und doch ist da diese Versuchung. Das leise Zittern meines Herzens, das sich wie ein kleiner Vogel in deinen Händen bergen möchte.

 

Mit Mühe halte ich mich aufrecht - und es geht vorbei. Aber du bist bei mir. - Schön - so schöön! - Erzählst mir all die Dinge aus deinem Leben, die ich verpasse. Kleinigkeiten des Alltags, die ich gern mit dir geteilt hätte. Ich träume davon - alles - mit dir zu teilen - schweife ab.

 

Du bist bei mir - in meinen Gedanken. Ganz nah bei mir. Ich kann deinen Duft riechen, deine Wärme fühlen. Ich will dich. So sehr! - Deine Hände berühren mich. Sanft und zärtlich. „Küss mich! - Ja! - Bitte, küss mich!” Dein leises Flüstern jagt mir verlangende Schauer über den Leib. Du willst mich genauso sehr, wie ich dich.

 

Lippen an meinem Hals. Feuchte Küsse. Dein Duft, der mich berauscht. „Komm!” - Sehnsucht - glühendes Verlangen. „So komm schon - endlich!” Verschmelzen mit dir. Ganz dicht - anschmiegen - dich atmen - küssen - spüren. Deine Wärme - deinen Duft - deine Gegenwart - deine Lust.

 

Dein Verlangen - erfüllen. Deine Wünsche - einen nach dem anderen - wahr machen. Dich zu dem machen, was du bist: Verführer - Liebhaber - wunderbarer Mann - Du! Ich sehne mich so. Nach dir. Möchte dir alles schenken - was auch immer du willst. - Mich! Wünsche erfüllen - alle deine Wünsche - erfüllen.

 

Du greifst nach meiner Hand, ziehst sie zu dir hin und drückst sie sanft. Dann beginnst du ein Spiel - ein verlockendes Spiel. Sanft berührst du sie, streichst entlang, umrundest meine Finger und schmiegst deine Hand in meine Handfläche. Deine Hand in meiner - als hätte ich …! - Hab ich ja auch - längst!

 

Du hast die Situation umgekehrt. Meine Hand hält dich - fest - beginnt zu spielen. Ich wollte doch nicht! Keine Initiative! - Wie hast du das gemacht? Bist es du, der es tut - oder bin ich es? Hab ich nicht längst in meinem Kopf die Grenze überschritten?

 

Und doch! War nicht ich es, die gesagt hat: „Die Gedanken sind frei!”? Hab ich das wirklich so gemeint? Oder wollte ich dir nur die Freiheit geben? Du brauchst sie doch. Bist so gefangen in tausend Zwängen. Du brauchst mich doch. Brauchst mich, um endlich frei zu sein. Ein Leben zu leben, das lustvoll sein darf - nicht geknechtet von anerzogenen Schuldgefühlen.

 

Es ist eine Gratwanderung - ein verdammter Balanceakt. Ich möchte dir so gern helfen, all das hinter dir zu lassen - und muss doch auch auf mich achten. Darauf, dass ich nicht mein Herz verliere - an dich. Denn vielleicht - vielleicht würdest du es nicht mehr hergeben. Und dann? - Dann?

 

Da ist immer noch deine Hand, die ich streichle. Sanft - nur mit der Fingerspitze. - Auf und ab. - Zärtlich. - Entlang deiner Handkante hinab - umrunde deine Fingerkuppe, schiebe mich weiter zwischen kleinen und Ringfinger. Mein Finger reibt, gleitet über deinen Handrücken und drängt sich zwischen Daumen und Zeigefinger. Spontan schließt du deine Hand um meinen Finger - hältst ihn fest und deine Augen blitzen. „Ich weiß, was du jetzt denkst!” Deine Stimme ist so heiser - auf einmal.

 

Du hast Recht! Unsere Gedanken sind wohl synchron - heute. Natürlich denke ich es. Wenn dein Handballen drückt - meinen Finger behutsam bedrängt. Was fällt mir dabei ein? - Oder ist es doch deine Suggestion? Mein Finger - tief in dir - ich in dir - du in mir? An anderer - ganz anderer Stelle? Ich schließe die Augen und stöhne. Ich kann dich fühlen - an dieser Stelle. Ich möchte dich spüren - an dieser Stelle. Darf ich das denken? Darf ich mir vorstellen …? - Oh Gott! Die Sehnsucht wird immer stärker - Begehren lässt mich vergessen, was ich niemals vergessen darf. - Nein! Ich vergesse es nicht. Es ist ja da - das Bewusstsein, das Wissen um Recht und Unrecht. Und doch! Dein Lächeln, das so wissend ist - verführt mich zu verbotenen Geständnissen. Einmal nur!

 

Und dabei willst du nur Sex. Ich weiß es ja. Endlich - den heißen Sex haben, nach dem du dich so sehr sehnst. Und ich würde ihn dir schenken - wenn es ein Geschenk wäre, wie jedes andere auch. Ist es aber nicht. Wirklich nicht! Also geht es nicht.

 

Aber denken kann ich - darf ich? - Denken, dass du mich liebst. Dass wir zusammen sind - sein dürfen. Dass du bei mir bist - im Sonnenschein - auf einer Wiese. Ganz versteckt. Umrahmt von Büschen. Auf der Decke - du erinnerst dich? Die Decke, die niemals mitzunehmen wir uns versprachen?

 

Dass deine Hände mich suchen - dass sie mich finden. Ich sie ergreife und an mich ziehe - dich! Auf mich - über mich. Dein Gewicht auf mir! Dich spüren! Deinen Körper - deine Lust. Dein Stöhnen in meinen Ohren, deine Lippen auf meinen. Deine Zunge - in mir. Deine gierige Härte.

 

Ich will es - so sehr - und verbiete es mir mit aller Macht. Denn wenn ich erst schwach werde, was wird dann geschehen? Auch du willst es doch - und willst es nicht. Mein „Nein” hält dich in Zaum. Was, wenn ich „Ja” sage? - Wirst du erliegen? - Mir erliegen? - Oder deiner Sehnsucht? - Ich werde es nie wissen! Darf es nie wissen! - Verdammte Versuchung!

 

Und unsere kurzen, gestohlenen Stunden verfliegen. Nie vergeht die Zeit so schnell. - Du machst sie rasen. Und es ist schon wieder vorbei - verflogen wie ein Rausch, ein süßer, ein verbotener Traum - mein Wunschtraum von unserer Liebe.

 

Als du mir die Hand gibst zum Abschied, fällt es mir wieder ein. Du wirst gehen. Mich verlassen. Schmerz fährt mir durchs Herz. Beinahe hätte ich laut aufgeschluchzt. Beinahe! Aber auch in deinen Augen sehe ich diesen Schmerz. Du suchst meinen Blick, hältst ihn fest - und dann nimmst du mich in die Arme. Sanft drückst du deine Lippen auf meine Wange. Ich zittere. „Gibst Du mir einen Kuss?” Einen Kuss willst du haben - von mir. Einen Kuss! - Diesen Kuss, den ich schon hunderttausend Mal geträumt habe - heute. Diesen gefährlichen, so verlockenden, ganz und gar verbotenen Kuss! Ganz leise klingen deine Worte - bittend. Hast du es nicht auch schon längst getan - in deinem Geist?

 

Eine winzige Bewegung nur. Meine und deine! Und unsere Lippen finden sich, berühren sich, verschmelzen. Alles - alles - alles ist vergessen. Nur noch deine Arme, deine Lippen, deine Küsse. Ich öffne mich dir, stöhne vor Sehnsucht. Bitte! Mehr! - Dich spüren! Deine Hände, deinen Körper, heiße Küsse, feucht und begehrlich. Deine süße Zunge, die eindringt - tiefer - sich immer noch tiefer hinein schiebt. „Jaaahhh!”

 

Du drückst mich an dich - dich an mich. Sanft und verlangend. Ich will dich lieben - so sehr! Meine Hand berührt dein Gesicht, streichelt deine Wange, deine Schläfe. Dein Haar hat mich schon immer verlockt. Es streift meine Finger. Ich kann einfach nicht widerstehen. Meine Hand tut es von allein. Sie liebkost dich, rutscht in deinen Nacken, umfasst dich und dann bin ich es, die küsst. - Dich küsst! Stöhnend dränge ich mich an dich. Einmal nur - einmal! Bestimmt - nur ein einziges Mal. Ich schwöre!

 

Und auch du kannst nicht länger - Beherrschung üben. Darfst du das tun? - Nein! Du darfst nicht! - Wer fragt? - Wer weiß es? Deine Hand berührt meine Haut, nackte Haut - aufregend nackt. Mein Dekolleté - du wolltest es schon immer - und mehr - viel mehr. Tiefer! - Zärtlich gleiten deine Finger hinein. Was für ein Gefühl! Kühl und so glatt! Prall und fest und doch so weich. - „Jaaahhh!” - Und dann - eine steife Knospe - lustvoll - steil - zwischen deinen Fingerspitzen. „Oh großer Gott - jaaahhh! - Ich liebe Dich!”

 

Doch dann lässt du mich los - gibst mich frei und ich kann durchatmen. Meine Beherrschung wieder finden. „Adieu! Adieu meine Liebste!” Du gehst - lässt diese Situation vergehen. Ich danke dir - denn möglicherweise, ja möglicherweise - hätte ich dich nicht mehr loslassen können. Wieso bist du gegangen? Bist du stärker als ich - beherrschter? Oder - ein wunderbarer Gedanke - so zauberhaft wie unglaublich: Du liebst mich wirklich!

 

Ein Verzicht, der mehr wert ist als alle Erfüllung - das war dein Geschenk an mich. „Ich liebe Dich!”, flüstere ich zärtlich - und stelle erstaunt fest, dass das die Wahrheit ist.

 

© BvS                                                                                                        Ihre Meinung?