Kurfürstendamm


Kurfuerstendamm

 

Thomas fühlte sich, als wäre er vom Blitz getroffen worden - noch bevor er sicher war, dass die Frau vor ihm wirklich Margarete war. Plötzlich hatte er vergessen, warum er den Kurfürstendamm entlang spazierte, wohin er wollte oder was als nächstes kommen würde an diesem ereignisreichen Tag. Die junge Frau, die in ihrer Stewardessen-Uniform vor ihm herging, sah aus wie sie - in ihren späten Zwanzigern. Sie war ein bisschen kleiner als Thomas und nicht mehr ganz so schlank, wie er sie in seiner Erinnerung hatte. Aber ihre Figur war noch schöner als damals, wenn das überhaupt möglich gewesen wäre.


Sie waren zusammen aufgewachsen - in Wilmersdorf, waren zusammen zur Schule gegangen. Und als er 16 war und sie 15 - da hatte er sie das erste Mal verführt, hatte sie im Apartment ihrer Eltern entjungfert. Sie hatten immer dann die Schule geschwänzt, wenn sie wusste ihre Eltern würden vor abends nicht zurück sein - und er hatte sie in ihrem eigenen Bett geliebt.


Thomas' eigenes „Erstes Mal“ hatte er nur ein paar Monate früher erlebt, als Anna eine acht Jahre ältere, hübsche Medizinstudentin eine Affäre mit ihm begann, die den ganzen Sommer über andauerte. Jung, sportlich und sinnlich hatte Anna Thomas in die Kunst der Liebe eingeweiht - und er hatte sein Wissen an das Mädchen weitergegeben, das er liebte seit er sie zum ersten Mal gesehen hatte: Margarete. Sie war damals 12 gewesen - und er war 13.


Und es war so wundervoll gewesen in Margaretes Bett damals - so frei von Angst, so frei von jeglicher Schuld. Sie war nur kurz verschwunden - und dann rief sie ihn in ihr Schlafzimmer. Als Thomas das Zimmer betrat, fand er sie nackt auf dem Bett liegend. Blitzartig war auch er nackt und lag neben ihr - und sie griff nach seinem Phallus, wie sie es früher ein, zwei Mal in den dunklen, geheimen Ecken des nahen Stadtparks getan hatte. Auf dem Bett liegend betrachtete sie seinen Penis zwischen süßen Küssen und streichelte ihn zu voller Größe. „Wie ein richtiger Mann!“, hatte sie gesagt.


Und dann hatte er sie geliebt, hatte sie richtig genommen und ihr den Höhepunkt geschenkt - zwei Mal! Und obwohl Thomas gelernt hatte sich unter Kontrolle zu halten, konnte er nun nicht mehr länger warten. Er zog sich aus Margaretes Muschi zurück und spritzte ihr seinen Samen auf das Bäuchlein. Und sie sah ihm dabei zu! Dann hatten sie sich innig geküsst und waren gemeinsam eingeschlafen. Und Margarete war nicht schwanger geworden. Sie spielten diese leidenschaftlichen Spiele während ihrer gesamten Universitätszeit weiter. Sie waren verrückt nacheinander und liebten sich beide mit unverminderter Leidenschaft.


Als Thomas 22 war, hatten seine Eltern für ihn einen Amerika-Aufenthalt vorbereitet um seine Zweitsprache Englisch zu perfektionieren und vielleicht eine Karriere daraus zu machen. Nach einigen Jahren im Land entschied er sich dort zu bleiben und Amerikaner zu werden. Und er bat Margarete zu ihm über den Atlantik zu kommen, um seine Frau zu werden. Er bat, er bettelte, er flehte - vergeblich! Thomas wusste, Margarete war ein Schmetterling. Sie flirtete und kokettierte gerne, aber sie liebte ihn. Immer wieder versicherte sie es ihm in ihren Briefen, am Telefon oder wenn er sie zuhause in Deutschland besuchte.

 

Wenn er sie jedoch wieder verließ, gewannen ihr ihre Schönheit und ihr zauberhafter Charme Bewunderer wohin sie auch kam. Und so zögerte sie noch immer. Zunächst wollte sie nach England, um dort für ein halbes Jahr als Au Pair Mädchen zu arbeiten und dann ein weiteres halbes Jahr bei einer zweiten Familie. Dann erklärte sie, dass sie auf dieselbe Weise Französisch lernen wolle - indem sie bei einer Familie in Paris lebte. Thomas hatte das Gefühl, dass sie mit ihm spielte, nur um zu beweisen, dass ausschließlich sie über ihre Verbindung entscheiden würde. Schließlich stellte er ein Ultimatum - nur um einen Brief zu bekommen, in dem sie endlose Erklärungen fand, warum er noch länger warten solle.


Aber inzwischen hatte sie Thomas' Herz zerbrochen. Er hatte aufgegeben, war ärgerlich und verletzt. Für ihn gerade rechtzeitig, verliebte er sich in eine junge Kinderkrankenschwester, die Freunde ihm vorgestellt hatten. Und als er sich mit ihr verlobte, schickte er die Zeitungsanzeige an Margarete. Jetzt war es endgültig vorbei.


Und nun, zwei Monate nach der „Verlobungsanzeige“, war Thomas in Berlin, lief hinter der ahnungslosen Margarete her und erkannte, dass er noch nie in seinem Leben so schreckliches Herzeleid gefühlt hatte. Sie hatten eine Kreuzung erreicht und warteten auf Grün. Da trat Thomas hinter Margarete und hielt ihr die Augen zu. Margarete wirbelte herum. Sie hatte seinen Duft wahrgenommen.


„Tho ... Thomas?“, stotterte sie fassungslos. „Du bist... du bist... in Berlin?“ Sie warf ihre Arme um ihn und brach in Tränen aus. Ein paar Minuten später saßen sie an einem Tisch auf dem Gehsteig vor dem Café Kranzler, bestellten Kaffee und Torte und versuchten ihren Schock zu überwinden. Margarete war noch immer überwältigt. „Oh Thomas!“, flüsterte sie. „Du hast keine Ahnung, was du mir angetan hast! Diese „kleine Notiz“ die du mir schicktest - sie brachte meine Welt zum einstürzen. Ich habe dich immer geliebt. Ich wünschte nur, ich würde dich nicht so sehr lieben! Natürlich wollte ich deine Frau werden! Ich hätte nur mehr Zeit gebraucht, um mein Leben als Single zu genießen. Wir hätten noch so viel Zeit gehabt für Heirat, Kinder, ein Heim - später. Warum hast du das bloß nicht verstanden? Warum hast du MICH nicht verstanden?“ Margarete, die sich jetzt mit einem Piloten traf, begann wieder zu weinen. „Ich wollte, ich würde dich nicht so sehr lieben!“, wiederholte sie. Diesmal glaubte ihr Thomas. Er gestand ihr, dass auch er niemals aufgehört hatte sie zu lieben. Und plötzlich erkannte er, dass dieses Treffen sehr, sehr traurig enden würde und dass es nichts gab, das sie dagegen tun könnten.

 

Margarete war gerade anlässlich einer Zwischenlandung nach Hause gekommen und wohnte während der Flugpause bei ihrer Mutter in Wilmersdorf. Ob sie die Nacht mit Thomas verbringen würde, der ein Zimmer im Hotel Kempinski genommen hatte, gleich ein Stück die Straße hinauf? - „Ja, oh ja! Natürlich werde ich das!“, wisperte sie unter Tränen. Thomas gab ihr seinen Hotelschlüssel. Er würde nachher dem Zimmermädchen erzählen, dass er ihn im Zimmer vergessen hätte und deshalb ihre Hilfe benötige. Und nun wussten sie beide, dass dies ihre letzte gemeinsame Nacht werden würde - die letzte Nacht, in der sie sich lieben würden! Thomas war so erschüttert von dem unerwarteten Zusammentreffen mit Margarete, dass er seine Pläne für diesen Tag nicht mehr einhalten konnte. So kehrte er zurück in sein Hotel, bat an der Rezeption um Hilfe, um in sein Zimmer zu kommen und legte sich hin.


Seine Gefühle waren in Aufruhr. Warum hatte er sich bemerkbar gemacht - gerade zu diesem Zeitpunkt? Was für ein Irrsinn! Es würde nur eine schreckliche, alte Wunde in seinem Herzen wieder aufreißen, die so lange gebraucht hatte um zu heilen. Wie hatte er um Margarete geweint. Der Schmerz um sie hatte ihm Herz und Verstand zerfressen - und er hatte es zugelassen. Und wie lange hatte er gebraucht, um darüber weg zu kommen! - Noch vor einer Stunde WAR er darüber weg! Jetzt hatte er sie wieder gesehen und sein Herz blutete, wie es schon einmal geblutet hatte. Und das Schlimmste war, dass es Margarete genauso ging. Diese gesamte Angelegenheit war jenseits alles Vorstellbaren. Sie waren Liebende gewesen. Sie hatten das sinnliche Wissen um ihre gemeinsame Lust geteilt seit sie Teenager waren. Sie hatten gemeinsam den Himmel gesehen, hatten sich das geheime Gesicht ihrer Lust gezeigt und sich zum Höhepunkt geküsst. Sie hatten Dinge entdeckt, die sie ein Leben lang verbinden würden. Und jetzt wusste er, es konnte nicht dauern - aber Margarete würde zu ihm kommen - ein einziges Mal noch!

Danach würden sie sich niemals wieder sehen. Tränen liefen über sein Gesicht. Vielleicht sollte er sie heimschicken - sich und ihr den Schmerz des Abschieds ersparen - morgen früh. „Bist du denn völlig verrückt?“, schrie sein Herz. „Diese Nacht wird vielleicht die glücklichste Nacht deines Lebens sein! Wenn du sie wegwirfst, wird dich die Frage danach, was hätte sein können quälen, für den Rest deines Lebens.

 

„Wie wahr!“, dachte Thomas. Hier und jetzt trafen sie sich - an der Schwelle auf dem Weg in ihre eigenen Leben: Er war verlobt mit Gail. Der Hochzeitstermin stand fest. Margarete traf sich mit ihrem Piloten. In zwei oder drei Wochen wäre diese Situation nicht mehr möglich gewesen - nicht einmal wenn sie es gewollt hätten. Plötzlich erschien es Thomas, als ob das Schicksal sie zusammengeführt hätte - hier und heute. In dieser Stadt - auf dem Kurfürstendamm - um ihnen die Gelegenheit zu geben sich ein letztes Mal voneinander zu verabschieden, um es dann... um es dann zu beenden. Um es endgültig, endgültig zu beenden! Thomas wusste, der Schmerz dieser Nacht würde ihn zerreißen und er wusste auch, dass es nichts gab, das er dagegen tun konnte. - Oh Gott! Er war immer noch so verrückt nach ihr! Sie nur anzusehen - dort auf der Straße - ihre schwellenden Brüste unter der Uniformjacke zu sehen, machte ihn wild. Er erinnerte sich, wie „reichlich ausgestattet“ sie schon vor 11 Jahren gewesen war... - als er zum ersten Mal ihre Bluse geöffnet hatte - ihren Büstenhalter... - um ihre harten Spitzen zu küssen. Wie er beinahe verrückt geworden war, bevor sie ihm endlich, endlich das erste Mal erlaubte sie zu berühren - unterhalb der Gürtellinie. Und es war so gut gewesen - für sie beide - als ES endlich passierte.


Ihre Lust erschien ihm wie eine Symphonie, die man sogar im Himmel hören konnte. - Thomas musste eingeschlafen sein, denn das Nächste was er wusste war, dass Margarete neben der Couch stand auf die er sich gelegt hatte. Sie war hereingekommen und hatte nur ein kleines Beautycase mit Toilettenartikeln dabei. Jetzt war sie in Zivil, und sie war hinreißender, als gut für ihn war. Glücklich sah sie aus. Sie brachte es fertig all die Trauer zu verdrängen. Oh Gott! Und Thomas' Trauer war tiefer als der Ozean. Wie sollte das bloß funktionieren? Und dann war da diese Stimme - diese Stimme aus seiner Vergangenheit - und sie tönte so freundlich: „Hast du schon etwas gegessen? Sollten wir uns nicht vom Zimmerservice etwas bringen lassen?“ - Ja, sie würden essen. Thomas stand auf, stand jetzt sehr nahe bei Margarete - und sie wurde plötzlich sehr ernst. „Thomas!“, flüsterte sie ganz sanft, „Thomas, küss mich! Bitte, küss mich!“ Er nahm sie in seine Arme, beugte sich über sie und dann tat er genau das: Er küsste sie. Lange und tief - und so leidenschaftlich. Er fühlte, wie ihre Zunge die seine berührte, liebkoste, als er sie an sich drückte.


Margarete zitterte in seinen Armen und er hielt sie nur noch fester. Als sie sich trennten, atmeten sie schwer. „Es ist das allererste Mal, dass ich einen Orgasmus habe - von einem Kuss! Ich bin jetzt ganz nass, und das ist allein deine Schuld! Du solltest ein Mädchen nicht so küssen. Besonders dann nicht, wenn sie ohnehin so verrückt nach dir ist!“ Es war erst 7 Uhr als sie gegessen hatten, aber sie konnten es kaum erwarten  miteinander ins Bett zu gehen. Sie wussten es beide: Sie waren nicht hier um miteinander zu reden! Sie waren hier um zusammen zu sein, einmal noch vereinigt - zum letzten Mal in ihrem Leben. Sie würden sich spüren, Haut an Haut, so intensiv wie niemals zuvor - und niemals wieder nachher. Sicher! Sie würden reden miteinander. Sich vielleicht die wichtigsten Dinge in ihrem Leben anvertrauen - aber sie würden nackt sein dabei. Sie würden sich in den Armen halten und sich lieben, und sie wussten, dass die nächsten Stunden sie in ihren Grundfesten erschüttern würden, so wie bereits die zwei oder drei vergangenen es getan hatten.


Langsam, beinahe  methodisch, entkleideten sie sich voreinander. Sie wussten, sie würden jetzt tun, was jedes verheiratete Paar ganz rechtmäßig tun konnte: Sie würden den Durst löschen! Den Durst nacheinander. Sie würden sich satt trinken an ihrer Liebe, satt trinken an ihrer Lust, an ihrer Leidenschaft. Thomas hatte beschlossen, dass er diese Nacht zu ihrer Hochzeitsnacht machen würde. Zu der Hochzeitsnacht, die sie niemals haben würden. Nur würde diese Nacht nicht den Beginn ihres gemeinsamen Lebens einläuten, sondern ihr Ende!


Und diese Nacht würde für Thomas viel bedeutungsvoller durch „geben“, denn durch „nehmen“ sein. Und Margarete fühlte genauso. Sie kannten sich schon so lange - es bestand keine Notwendigkeit für Worte. Sie mussten ihre Wünsche nicht erklären, aber ihre Augen sprachen! Und ihre Augen sagten: Liebe! Ihre Augen sagten: Ich bin „geil“ nach dir! Dieses Wort kannten sie seit sie Teenager waren und gemeinsam ihre Körper entdeckten. Als Thomas damals auf ihr gelegen hatte, hatte sie ihn gefragt, wo er gelernt habe so zu lieben, aber er hatte Anna mit keinem Wort erwähnt, keines der wilden Liebesspiele, die er mit ihr erlebt hatte. Stattdessen zeigte er ihr, wie sie ihn streicheln musste - wie er sie so verrückt machen konnte, dass sich ihr Körper in Lust nach ihm verzehrte. Sie war so jung gewesen damals und doch war es ihm gelungen sie zu erwecken zu all den Genüssen, zu all der sexuellen Ekstase, die die meisten Frauen erst Mitte Zwanzig kennenlernen.

 

Und nun lag sie vor ihm, nackt und bloß in all ihrer bezaubernden, jungen Weiblichkeit - sah ihn an, wie er aus der Dusche kam. Er war bereits hochgradig erregt und bereit sie zu lieben, bereit ihren schönen Körper zu genießen und ihr seinen zur Lust zu schenken. Noch einmal erinnerte er sich bei diesem Anblick an ihre Teenagerzeit. Als sie zum ersten Mal seine Küsse erwidert hatte, mutiger wurde, als er es sie lehrte - wie zärtlich sie ihn liebkoste! Es waren immer ihre Zunge gewesen und ihre unglaublichen Augen, die ihn so faszinierten. Er hatte es geliebt sie zu küssen, einzig wegen der Art, in der sie ihn in ihrer warmen Mundhöhle willkommen hieß und wegen ihrer süßen Zunge, die ihn dann besuchte. Und erst als er sie davon überzeugt hatte es mit seinem Penis zu versuchen! Ohhh! Sie hatte seine Eichel in den Mund genommen, sie förmlich gebadet in Lust, liebkost mit ihrer Zunge. Sie legte ihre Schüchternheit ihm gegenüber vollkommen ab. Und er zeigte ihr alles - wie sie ihn massieren musste, wenn er sich aus ihr zurückzog, weil ihn die Gier überwältigte. Wie sie ihn zärtlich streicheln konnte und er seinen Samen in ihre Hand spritzte. Und wie sie ihm schließlich erlaubte zwischen ihre Schenkel zu kommen - und sie ihn dann beobachtete, wenn er ihre Muschi küsste bis der Orgasmus über ihr zusammenschlug.


Schritt für Schritt hatten sie gemeinsam die Freude am Sex entdeckt und waren schließlich völlig vertraut miteinander, sich so nahe. Und nun, Jahre später, lag Thomas neben ihr in diesem Hotelbett, küsste sie leidenschaftlich und saugte an ihren rosa-farbenen Brustwarzen - wie er es so oft in der Vergangenheit getan hatte und wie er es nie wieder tun zu können glaubte, in der Zukunft. Und auf einmal lag da die junge Frau, die er immer noch so sehr liebte unter ihm, sah mit liebenden Augen zu ihm auf und wisperte: „Liebe mich, Thomas! Bitte liebe mich, jetzt - bitte! Du machst mich völlig verrückt!“ Bevor sie beide wussten wie, schüttelten sie die Turbulenzen ihrer Liebe durch und durch und durch. Thomas konnte sich nicht trennen von ihren Lippen, drängte seinen Penis in ihre heiße Feuchte und füllte sie völlig aus. Margarete umklammerte ihn mit ihren Muskeln, hielt ihn, fühlte seine sanften Bewegungen tief in ihrem Inneren. Ihre Küsse wurden immer verzweifelter - tiefer, Seele zu Seele, wie es in der Vergangenheit so oft gewesen war. Wirklich ein Fleisch! Und Thomas wollte Ewigkeit. Er fühlte Margaretes steigende Erregung, spürte dass ihr zweiter Höhepunkt nahe war, stieß tiefer nun, fester, härter. Margaretes Stöhnen verwandelte sich in lustvolles Keuchen. Sie sehnte sich nach Erlösung. Plötzlich verkrampfte sie sich unter ihm, wurde wild, schrie ihre Ekstase heraus. Der Orgasmus überrollte sie, schüttelte sie eine kleine Ewigkeit und verließ sie keuchend, schwitzend und schwach. „Oh Thomas!“ Sie rang um Atem. „Du kannst mir „das“ so oft antun, wie du magst - bis zur Bewusstlosigkeit. Ich werde von dir wohl niemals genug bekommen!“, stöhnte sie, obwohl der größte Hunger einstweilen gestillt war.

 

Thomas drängte es die Vergangenheit noch einmal zu erleben. „Weißt du noch, was wir getan haben, als wir noch zur Schule gingen?“, fragte er: „Damals, als unsere Eltern nicht zu Hause waren? Du weißt, ich hab dich auf besondere Art zum Höhepunkt gebracht... Magst du es noch mal?“ Margarete erinnerte sich sofort. „Ich hatte es fast vergessen! Aber ja! Ja, lass es uns noch mal tun!“ Sie setzte sich auf, im Schneidersitz - Thomas vor ihr. Es war seine Lieblingsstellung, denn so konnte er sie ansehen wenn der Orgasmus sie schüttelte. Nun saß sie vor ihm, wie sie mit 16 vor ihm gesessen hatte und er begann die Innenseiten ihrer Schenkel zu liebkosen - ganz langsam, zärtlich - vorsichtig schob er seine Hände immer dichter an ihre Muschi heran.


Ihr Spiel hatte immer beinhaltet, dass sie sich tief in die Augen sahen dabei und Margarete erinnerte sich an jede Einzelheit und an alle Gefühle die sie währenddessen durchlebt hatte. Langsam schoben sich Thomas' Finger nun zwischen ihre Schamlippen, streichelten sie zärtlich - innen und außen, auf und ab. Margaretes Liebessäfte flossen jetzt reichlich  und Thomas beobachtete ihr Gesicht. Sie sah ihm in die Augen und da war nichts, außer Liebe zwischen Ihnen. Der Sex offenbarte nur, was sie in ihren Herzen fühlten. Thomas' andere Hand berührte nun ihre Klitoris. In dem Spiel, das sie damals gespielt hatten, hatte er sie zärtlich gestreichelt, ihren Kitzler hin und her bewegt und mit flinker Fingerspitze so schnell wie möglich gerieben. Heute, so wie damals sank Margaretes Kopf zurück. Ihr Mund war leicht geöffnet und sie war unfähig die Augen noch länger offen zu halten. Sie keuchte.


„Thomas, ohhh Thomas! - Hör bloß nicht auf! - Ohh Thomas, ich glaube  - mir kommt es jetzt - gleich - ohh jaahhh - gleich - Ohhh jaaah, Thomas, jaah! - Sieh mich an - Thomas! - Schau nur - jetzt - jaahh - jetzt bin ich wieder dein Mädele!“ Und Thomas sah sie an -  genauso wie damals - bestaunte ihre atemlose Schönheit - wie Jahre zuvor. Wie verrückt dieses Bild ihn machte! Ihr Mund, wie sie verzweifelt auf ihre Unterlippe biss. Ihr Gesicht! Das aussah, als würde sie jeden Moment ohnmächtig. Sie hatte sich ihm völlig geschenkt, war so verletzlich jetzt, gab sich selbst auf für ihn, dass er diesen Augenblick genießen konnte, in dem er ihr höchste Lust schenkte. Und dann, als er ihre Klitoris zärtlich liebkoste, mit den Fingern der anderen Hand zärtlich und tief immer wieder in sie stieß, spürte er auf einmal die konvulsivischen Zuckungen ihres Höhepunktes. Margarete hatte schon sehr früh in ihrer Beziehung entdeckt, was für ein visueller Mann Thomas war und sie konnte diese Eigenart genießen. Das Wissen, dass dieser Mann sie so intim betrachten konnte, während seine Finger sie gleichzeitig liebten - machte ihre eigene Lust so überwältigend, dass sie es kaum aushielt. Oh wie sehr sie ihn doch liebte! Sie hatte nur den einen Wunsch: Sich ihm so vollständig wie möglich zu schenken. Die nackte, junge Frau wimmerte ihre Sinnenlust in das Hotelzimmer, beinahe unfähig sich noch länger aufrecht zu halten. Sie ertrank in diesem Orgasmus, der nicht enden wollte. Aber dann war er vorüber und Margarete war total gesättigt, total erschöpft und über die Maßen glücklich.


Von einem Ohr zu anderen grinsend, ließ sie sich in die Kissen sinken - immer noch schwer atmend. Thomas legte sich jetzt neben sie und zog sie in seine Arme. Margarete kuschelte sich an ihn und schlief kurz ein. Aber dann begannen sie von neuem. Sie würden sterben dafür sich noch einmal lieben zu können und so taten sie jetzt etwas, das sie noch niemals zuvor getan hatten, denn sie hatten noch nie eine ganze Nacht zusammen verbracht. Thomas bat sie, sich vor ihn hinzuknien, so dass er sie von hinten nehmen konnte. Zitternd - keuchend vor Erregung tat Margarete worum er sie bat.


Jetzt hatte er alles! Er konnte ihre Brüste massieren, die Spitzen reizen und ihren Kitzler streicheln, während er sie liebte. Und dieses Mal hielt er sich nicht mehr zurück. Er stieß zu, tief und fest, hielt ihre Hüften umfasst und stieß und stieß - fühlte, dass der Höhepunkt auf sie beide wartete. Dann war er beinahe angekommen, an dem Punkt von dem es kein Zurück mehr gab. Aufrecht kniete er hinter dieser wundervollen Frau, die den Gipfel mit ihm erklimmen würde. Und dann schrieen sie gemeinsam ihre übermächtige Lust heraus, zuckend und bebend in den Wellen eines gigantischen Orgasmus, der sie in den Grundfesten ihres Seins erschütterte. Thomas - steil aufgerichtet, hinter Margarete, die ihm eine aufregende, rückwärtige Ansicht bot. In vier mächtigen Salven schoss sein Sperma in Margarete. Sie glaubte beinahe das Auftreffen in ihrer Vagina zu spüren - zog sich zusammen. Und dann brachen sie erschöpft aufeinander zusammen.


Diese ganze Nacht lang liebten sie sich - bis an die Grenzen ihrer Kraft. Immer wieder vereint - manchmal glücklich, immer leidenschaftlich, aber auch hoffnungslos und unsagbar traurig - sogar weinend hielten sie sich in den Armen. Jetzt waren sie gesättigt wie niemals zuvor. Sie hatten sich gegenseitig erlaubt die höchsten Wonnen des Partners zu sehen, hatten geschrieen, gewimmert in gemeinsamer Lust. Margarete war fast wahnsinnig geworden, weil Thomas sie von einem Orgasmus in den nächsten jagte.

 

Gegen Morgen nahm Thomas sie ein letztes Mal. Überwältigt erlebte er seinen Höhepunkt tief in ihrem Leib. Wie sie ihn verlockte es zuzulassen, ihn unsagbar reizte und sich dann auf dem Gipfel mit ihm vereinte. Sie hatten ihre Einswerdung zelebriert. Zum ersten Mal hatten sie wahrhaft allumfassende Leidenschaft gekostet. Sie hatten sich zutiefst kennengelernt, nicht nur im sexuellen Sinn. Niemand hätte sie jemals mehr trennen können, wenn ihnen das ein paar Jahre früher geschehen wäre. Nur war es nicht geschehen! Es war mehr als genug für eine leidenschaftliche Nacht, und sie würden es niemals wieder vergessen, ihr ganzes Leben lang. Ja, es war genug für diese eine Nacht - und doch war es viel zu wenig. Aber es würde ihnen genügen müssen!

 

Der Tagesanbruch fand sie aneinandergeschmiegt und schwach wie kleine Kinder. Und nun kam die Traurigkeit über sie. Die nächste Nacht würde kommen - Thomas wusste es. Und dann eine nach der anderen - und alle seine Sterne würden verlöschen, und es würde nichts übrig bleiben  - nur noch Dunkelheit. Es würde ein ganzes Leben brauchen, sein gebrochenes Herz zu heilen und er fragte sich, wo die Heilung beginnen sollte. Und dann war alles still. Dieser Abschied würde für ihn dauern - bis zum Ende aller Zeit und Thomas wünschte, dieses Ende wäre bereits gekommen. Sie waren unterwegs nach Frankfurt. Margarete hatte mit einer Freundin getauscht, um auf Thomas' Flug sein zu können. Sie servierte ihm einen Piccolo, beugte sich über ihn und sah geflissentlich aus dem Fenster. Beide hatten denselben Gedanken: „Ich wünschte, es würde abstürzen...“


Sie sah ihn an und ihre Stimme war fast ein bisschen vorwurfsvoll: „...und ich wollte Kinder von dir haben!“, und dann drehte sie sich beinahe unwillig um. Jetzt war er alleine! So sehr alleine - einsam und verlassen! Ihre letzten Worte würden ihm in den Ohren klingen bis zu seinem Ende: Sie hatte ihre Hand auf seine Wange gelegt, seinen Mund geküsst und in seine Augen gesehen und unter Tränen hatte sie geflüstert: „Ich werde dich so schrecklich vermissen, Darling!“
 

© Nimrod - Übersetzung BvS                                                          Ihre Meinung?

 








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