Stewardess

für Mariechen


 

Was war er doch für ein Gauner! Dieser Mann, den ich so sehr liebte. Mein Mann! - Aber eben doch auch ein Gauner. Ich hatte es schon gesehen. Diesen Blick, der sagte: „Was bist du für ein tolles Weib!“ Nur sagte er es nicht zu mir. Nicht dieses Mal.


Wir hatten uns gerade eben niedergelassen - in der ersten Klasse des Fluges nach Vancouver. Einmal im Monat fliegen wir hier und ich habe darauf gewartet, wann er sie bemerkt, die hübsche Stewardess. - Sie ist hübsch! Ja! Ich bemerke es selber. Und er ist ja nur verheiratet - und nicht blind.


„Gucken darfst du!“, denke ich mir und meine Gedanken schweifen zu dem rassigen Flugkapitän mit dem attraktiven 3-Tage-Bart, der mir vorhin schon so tief in die Augen schaute. - Sind eigentlich alle Männer gleich? Ich grinse. - Hoffentlich!


Sie serviert uns einen Drink und sie betrachtet ihn. „Darfst du, Mädchen! Schau ihn dir nur an. Sieht er nicht gut aus?“ - „Ende Vierzig, groß, breitschultrig mit dunklen Locken. Sehr jugendlich. Wenn auch schon leichte Silberfäden sein Haar durchziehen. Mir gefällt’s.“ - Ihr anscheinend auch!


Aber auch sie ist sehenswert. Wirklich! Er hat Geschmack, mein Mann!  Hübsch ist sie. Nicht mehr ganz jung. Reif. Dunkle Augen. Spricht mit einem charmanten frankokanadischen Akzent. Fast automatisch kümmert sie sich um ihre Fluggäste. Durch die Bluse kann man den Büstenhalter erkennen. Der Busen dazu ist fast ein bisschen zu klein. Ganz so wie er es mag.


Seine Augen blitzen sie an - und sie hat es gesehen. Ob er schon bemerkt hat, dass sie mit ihm spielt? Ihr kurzer Blick zu mir wollte nur feststellen, ob sie hier Schwierigkeiten zu erwarten hat. Er hat ihn nicht gesehen, diesen Blick. Männer sehen so was nie! Auch nicht mein „Einverständnis“. Sollen sie ihren Spaß haben. Ich werde mehr davon haben als sie. Dafür sorge ich schon! Aber zuerst greife ich nach meinem Krimi. Was man neben einem Krimi so alles mitbekommt! Wirklich erstaunlich!


Er mustert sie. Sehr genau. Sein Blick gleitet an ihr entlang, über ihre blonden Locken, ihren  hübschen Po. - Ja, so mag er ihn! Meiner ist ihm fast schon zuviel. Zumindest was die Optik anbetrifft. Sonst nicht! - Ich weiß genau, was er jetzt denkt. Schließlich sind wir seit fast 20 Jahren verheiratet.


„Das ist fast noch aufregender, als bei meiner Frau! Der flache Bauch, diese reizenden Flanken. Links im Gesicht hat sie ein Grübchen. - Entzückend!“ - Ein kurzer Blick sagt mir, was ich wissen muss. Oh ja, er ist angesprungen! Und wie! - Und sie auch! Ein winziges Lächeln huscht über ihr Gesicht und sie funkelt ihm den entsprechenden „Don’t Stop“ Blick zu.


Auch ihr Schritt wird flinker. Die Hüften wiegen sich ein bisschen stärker. Zu dem älteren Ehepaar gegenüber ist sie sehr nett - charmant. Und während sie ihn gerade geschmeichelt ANblitzt, blitzt sie die Blicke der beiden jungen Herren vor uns AB. Donnerwetter! Sie beherrscht es, das Spiel!


Manchmal öffnet sich ihr Mund und ihre Zunge spielt mit der aufgesprungenen Oberlippe - so, dass er es sieht. Klar, was er sich dabei denkt! - „Junge, Junge! Jetzt brauchst du aber dringend eine Zeitung. Sonst wirst du hier noch öffentliches Ärgernis erregen! - Wie potent er ist, mein Hübscher!“ - Unauffällig lege ich meine Jacke über seinen Schoß. Dankbar lächelt er mich an, mein Gauner - und seine Hand gleitet darunter.


Mit der anderen Hand drückt er kurz die meine. Jetzt weiß er es! Wir kennen uns doch so gut! Aber seine Augen kann er nicht von ihr lassen. - Tut sie das eigentlich absichtlich? Oder ist es nur der Job, der solche Möglichkeiten eröffnet? Vielleicht hätte ich Stewardess werden sollen?!


Da! Jetzt geht sie in die Hocke, um der alten Dame in der Reihe vor ihm, auf der anderen Seite des Ganges mit der Decke zu helfen. Sehr hübsch! Wie ihr Rock sich über ihren gewölbten Schenkeln spannt ...  Er stellt sich jetzt bestimmt vor, wie es wäre ... ihr in dieser verführerischen Stellung die Hand unter den Rock zu schieben – langsam, vorsichtig, zärtlich. Beinahe kann ich es spüren.


Er würde bestimmt gerne die Innenseiten ihrer Schenkel liebkosen. Vielleicht trüge sie keine Strumpfhose sondern richtige Nylons - die oben aufhörten, die ihn ihre Haut ganz nahe an der Muschi, vielleicht sogar das Höschen über ihrem Schamberg erfühlen ließen ...


"Was hatte seine Frau eigentlich an - darunter?" - Aber die Kleine hat gesehen, wie er ihr zusah, als sie in die Hocke ging. Sie überlegt bestimmt, ob er ihr unter den Rock geschaut hat...? Oh ja, überlegt sie! Und ganz langsam öffnet sie ihre Schenkel ein bisschen - für ihn.


Und ich fühle plötzlich wie ihr die Liebe aus den Schamlippen  herauströpfelt - ihr Höschen benetzt, oder reagiere ich so auf die offensichtliche Begierde meines Mannes? Wenn sie auch momentan nicht mir gilt? Er lächelt ihr flirtend zu. Sie wird noch ein bisschen röter. „Aber du schon auch, mein Liebster, warte nur! - Gleich!“


Als er meine Hand spürt, die sich behutsam über ihn schiebt, schnappt er nach Luft. „Donnerwetter, du bist ganz schön heiß, mein Freund“. Ich kann seine Gedanken lesen. „Wie kann sie das machen? Sie liest doch offensichtlich ganz entspannt in ihrem Krimi? Wo hat sie bloß überall ihre Augen?“


Aber als sich meine Finger um dich schließen, hast du Mühe, dein Stöhnen zu unterdrücken. Jetzt habe ich deine volle Aufmerksamkeit! Dein Kopf sinkt an meine Schulter und ich spüre, wie du meinen Duft einatmest. Ganz unauffällig drehe ich meinen Kopf. „Ich hab kein Höschen an!“, flüstere ich dir ins Ohr - und spüre, wie du dich aufbäumst - in meiner Hand. Es stimmt nicht, aber du kannst es ja momentan nicht nachprüfen! Und bis dahin...


... kannst du träumen, mein Gauner! Ich sehe deine geschlossenen Lider. „Stell dir vor ...“ Dein Atem geht schneller - erwartungsvoll. „Nur die dunkelblauen Strapse, die du so magst!“, wispere ich leise. - Wirst du jetzt kurzatmig - oder ist das die dünne Höhenluft? „Zeig sie mir!“, keuchst du. Ich lächle in mich hinein. Das wird ein hübscher Besuch in Vancouver werden. Sicher! Mein Buch liegt ungenutzt in meinem Schoß. Dort wärst du mir jetzt gerade lieber.


„Geduld, meine Liebe!“, ermahne ich mich. „Geduld!“ - „Was soll ich tun?“ Rasselnd holst du Luft. „Knie dich aufs Bett - und zieh ihn hoch, diesen verdammten Rock!“ - Ich grinse. Wie leidenschaftlich du sein kannst! - Es ist nur ein kleiner Kick nötig.


„Bitte klappen Sie Ihre Tische hoch und stellen Sie die Sitze senkrecht, wir landen in zehn Minuten in Vancouver! - Das Wetter ist kalt und regnerisch.“ Lächelnd ziehe ich meine Hand zurück und packe meinen Krimi ein. Was interessiert mich das Wetter? Mich wird es nicht frieren! Dafür wirst du schon sorgen! - Und eine bezaubernde Stewardess.
   

© BvS                                                                                                        Ihre Meinung?