Nachhilfe in Sachen Liebe


Dr. Peer Rix war ein Macho vor dem Herren. Eigentlich liebte er nur seine Frau. Die anderen waren uninteressant. Bis auf...! Ja, bis auf - sie! Diese Eine! Seine neue Kollegin: Dr. Veronique Bey! Er war verwirrt, seit er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Er hatte Gefühle für sie, die er nicht kannte - die es eigentlich nicht gab! Nicht für ihn! Er sehnte sich...

 

Und sie? Was empfand sie? Normalerweise wollte er das gar nicht wissen! Nicht einmal bei seiner Frau! Frauen waren nur dazu da, seine Wünsche zu erfüllen! - Nicht sie! ER wollte IHRE Wünsche erfüllen - wollte sie glücklich machen! Unfasslich! Aber… sie sehnte sich doch genauso! - Er sah es in ihren Augen. Oder?

 

Was hatte sie gesagt, als er sich in der Mittagspause zu ihr setzen wollte? Sie waren zusammen in die Kantine gegangen, und er trat zu ihr an den Tisch nachdem er sein Essen geholt hatte. „Lassen Sie mich an die linke Seite - näher zu Ihrem Herzen!", hatte er gescherzt. Ihre großen, grauen Augen waren noch größer geworden - noch runder, und sie hatte spontan geantwortet. Ehrlich - da war er ganz sicher. „Um Gottes Willen bloß nicht! Da sind Sie sowieso schon viel zu nahe! Bitte nicht noch näher!" Sein Lächeln war entgleist.

 

Die Sehnsucht nach ihr überschwemmte ihn. Sein ganzer Körper war von einer Gänsehaut überzogen. Er konnte gerade noch vermeiden laut aufzustöhnen. - Wie bezaubernd sie war! Wie unglaublich verführerisch! Und sie ließ ihn ahnen, was sie empfand für ihn - obwohl sie es nicht sagte, nicht wollte - sowenig wie er! Aber sie war machtlos dagegen - so wie er auch!

 

Schweigend saßen sie da und stocherten in ihrem Mittagessen herum. Als seine Hand ihren Arm berührte, zuckte sie zusammen, wie ein erschrockenes Reh. Sie trank - senkte den Kopf. „Können wir nicht Freunde sein?", fragte sie so leise, dass er es fast überhört hätte. Peer wusste, dass das nicht möglich war! Nicht für ihn! „Nein, können wir nicht!", antwortete er brüsk. Veronique sah stoisch auf ihren Teller. Sie war sicher, er wollte sie nicht zurückweisen, obwohl er es natürlich tat. „Männer und Frauen können keine Freunde sein!" Das war seine ehrliche Überzeugung. Sie lächelte sanft. „Ich glaube, Sie haben noch niemals eine Frau wie mich kennen gelernt!" Jetzt sah sie direkt in seine Augen. Warum konnte sie bis in seine innerste Seele sehen? Er hatte dieses Gefühl - erschreckend und wunderbar! Vor ihr gab es keine Lügen. Er nickte. - Er hatte noch nie eine Frau wie sie kennen gelernt! „Frauen sind keine Freunde - Frauen sind Geliebte!"

 

„Niemals!" Es kam sofort und sehr bestimmt. Es schnitt wie ein Messer in sein Herz. Hatte er gehofft...? Er wusste doch - es war unmöglich! Er wollte es nicht einmal! Es würde nur Probleme und Verwirrung bringen. Und sie wusste es genauso - da war er sicher! - Und doch!

 

Aber sie ließ nicht locker: „Sehe ich das richtig: Sie würden mich als Geliebte akzeptieren - nicht aber als Freund?" Jetzt musste er Farbe bekennen. Peer nickte - bevor er etwas dagegen tun konnte. Er wollte es ja! Jede Faser seines Leibes schrie nach ihr. Sein Herz brannte in wilder Sehnsucht. Er wollte sie in seinen Armen fühlen, sie an sich ziehen - nie wieder los lassen!

 

Veronique nickte fast gleichzeitig. Sie wusste es ja auch! Sie fühlte es ja selber! Und doch: Es war unmöglich! Sie waren beide vergeben! „Wäre es nicht besser, mich als Freund zu haben - als überhaupt nicht?" Diese grauen Augen! Sie brachten ihn dazu Dinge zu denken, die er nie gedacht hatte - Dinge zu wollen, die er sich nie gewünscht hatte! „Darüber muss ich nachdenken!", sagte er kurz und dann stand er auf und ging. - Ohne ein weiteres Wort.

 

Tagelang gingen sie sich aus dem Weg. Sich zu sehen - die Sehnsucht in den Augen des anderen zu sehen, und sie nicht erfüllen zu dürfen! - Es war mehr als sie verkraften konnten. Sie hatten doch gar nicht so viel Kontakt! Sie kannten sich doch noch gar nicht so lange! Wieso fühlte er sich so zu ihr hingezogen? Sie war so anders, als alles, was er kannte! Sie war so...?????????

 

„Ich möchte dein Freund sein!" Das war seine Begrüßung, als sie zusammen den OP-Plan durchgingen. Sie nickte. Mehr war dazu nicht zu sagen! Gemeinsam saßen sie in ihrem Büro und verglichen Fälle und Zeiten. Er sah keine Zahlen. Er sah nur sie! „Warum?", fragte er mitten hinein in ihre Rede. „Warum was?", fragte sie zurück und sah in seine Augen. „Warum führst du mich so in Versuchung?" Sie lächelte liebevoll. „Das tue ich nicht! - Es erscheint dir nur so!" Peer nickte. Sie hatte Recht. „Ich möchte dieser Versuchung erliegen!", gestand er. „Du bist nicht gut für mich!" Er hasste dieses Gefühl der Unsicherheit - der Nachgiebigkeit - der Schwäche. Er war ein Mann! Er wusste, was er wollte - wusste, was er tat! Und wenn er eine Frau wollte, dann nahm er sie sich.

 

Nur bei dieser hier ging das nicht. Er hatte sich verloren an sie! War verliebt, wie ein Mädchen. Hilflos! Aber sie war nicht wie andere! Sie versuchte nicht, ihn vorzuführen. Sie würde keinem Menschen erzählen… von seiner Liebe. Sie würde sich nicht brüsten, ihn nicht bloßstellen. Sie würde schweigen.

 

Woher wusste er das? - Er wusste es einfach! Und sie würde nicht nachgeben! Er würde sie nicht bekommen! Aber sie leugnete seine Anziehung auf sie auch nicht! Sie bekannte sich zu der Macht, die er über sie hatte. Ohne ihr nachzugeben! War das eigentlich alles noch logisch? Dieses Gewirr von Gedanken - von Sehnsüchten, die seinen Kopf beinahe zum Platzen brachten? Er konnte kaum noch arbeiten - ohne sie an seiner Seite. Peer gestand es sich ein: Er brauchte sie!

 

Er hatte noch niemals eine Frau gebraucht! Nicht einmal seine eigene! Er war kein Schwächling! Und doch war diese Schwäche in ihm! Er hasste sich dafür! - „Erzähl mir von ihr!" Hatte er sich jetzt verhört? Spürte sie seine Gedanken? - „Komm schon! Erzähl mir von deiner Frau!" Jetzt war sie durchgedreht. Das würde er nicht tun! Niemals! Sie sah seine Ablehnung und wieder lächelte sie. „Du weißt, dass wir so nicht weiterleben können?", stellte sie fest. „Wir müssen uns besser kennen lernen - aber nicht so, wie du das gerne möchtest! Du weißt doch, dass das nicht sein darf! Wir können es nicht! - Die einzige Möglichkeit, die uns bleibt, ist: Wir werden Freunde! Das schließt deine Frau mit ein! - Oder ich lasse mich versetzen!" - „Nein!" Er schrie es fast. Aber der Schreck, der ihn durchfuhr bei dieser Vorstellung, brachte ihn schier um den Verstand.

 

Er durfte sie nicht verlieren. Er würde nicht weiter können! Er würde sterben! - Was für ein jämmerlicher Kerl war er doch! Über solche Schwächen lachte er sonst doch nur! Er hatte andere Männer ausgelacht, die sich in den Fängen der Liebe verstrickten - und nun? „Also! Was ist sie für eine Frau?" Peer wollte nicht von einer anderen Frau zu ihr sprechen - erst recht nicht von seiner Frau. Er wollte nur sie, wollte sie lieben, wollte sie hassen, wollte sie verletzen!

 

„Hast du Sex mit ihm?", fragte er grob. Veronique zuckte nicht einmal zusammen. Sie wusste genau, er wollte sie nicht brüskieren - nicht wirklich! Er wollte sie nur irgendwie besitzen - und sei es verbal. Das war in seinen Augen noch kein Betrug! Ihr Blick suchte ihn, hielt ihn fest. „Ja! Ich habe Sex mit meinem Mann!", sagte sie dann deutlich. „Er ist ein wunderbarer Liebhaber!"

 

Peer hatte das Gefühl, als habe sie ihm das Herz herausgerissen. Er musste sich beherrschen, denn sonst würde er in Tränen ausbrechen. Aber er hatte es doch gewusst! Natürlich liebte sie ihren Mann! Natürlich schlief sie mit ihm! Warum hatte er das gefragt? - Wahrscheinlich aus demselben Grund, aus dem sie nach seiner Frau fragte! Sie konnten sich nicht aufgeben, also mussten sie eine Weg finden, der für sie beide gangbar war! Einen ehrenhaften Weg. Aber so einfach war das nicht für ihn.

 

Er brauchte zumindest einen Strohhalm. „Hast du an mich gedacht?" Veronique wusste, was er meinte. Er wollte wissen, ob sie an ihn gedacht hatte, als sie in den Armen ihres Mannes lag! Er wollte hören, dass sie mit ihm Sex gehabt hatte - zumindest in ihren Gedanken. Dass sie sich zu ihm sehnte!

 

In diesem Moment liebte sie ihn! Sie wusste, wie sehr er litt - und es war ja die Wahrheit. Sie hatte tatsächlich schon an ihn gedacht - in ganz und gar unpassender Situation! Aber sie hatte nicht mit ihm geschlafen - auch nicht in ihren Gedanken. Es war total daneben gegangen. Ihre Erregung war innerhalb von Sekunden auf Minus 200 Grad gesunken. Sie liebte ihren Mann - und doch war Peer eine Versuchung, der sie kaum widerstehen konnte. Eines wusste sie jedoch sicher: Sie konnte nicht mit ihrem Mann schlafen und von Peer träumen. Sie würde ihren Mann betrügen müssen, um ihn tatsächlich zu betrügen. Und das würde sie nicht tun! Niemals!

 

Trotzdem konnte sie ihre Gedanken nicht kontrollieren, ihre Sehnsüchte. „Und du, hast du...?" - Warum fragte sie das? Warum tat sie sich das an? Sie wusste doch, was er sagen würde - sagen musste! Und doch wollte sie es hören! Oder doch nicht? Hoffte sie auf ein Wunder? Und dann sah sie seinen Blick. Er hatte alles verstanden: Sie wollte ihn - sie liebte ihn - so wie er sie! Wenn sie frei gewesen wären...!

 

Peer stand auf und trat hinter sie - behutsam legte er seine Hände auf ihre Schultern, streichelte sanft ihren Hals, glitt unter ihr halblanges Haar. Er beugte sich zu ihr hinunter, legte sein Gesicht sanft an ihres. „Einmal nur!", flüsterte er. „Ein einziges Mal nur! - Veronique, ich liebe dich! Ich glaube, ich habe niemals vorher geliebt! - Verzeih mir!" Dann drehte er sich um und ging.

 

Veronique saß in sich zusammengesunken da und stöhnte vor Schmerz. Es tat so weh. Sie liebte ihren Mann! Sie liebte ihn über alles. Er war der perfekte Mann für sie. Sie waren seit fast zwanzig Jahren zusammen und hatten drei Kinder. Sie waren eine Bilderbuchfamilie! - Und nun? Peer liebte sie - und sie? Sie konnte kaum noch an etwas anders, als an ihn denken. Ihr Herz brach in Stücke. Warum zog er sie so an? Sie wollte das nicht! - Konnte man zwei Männer lieben? - Er war ein überheblicher Macho! Der Herr Chefarzt, der jede, die ihm gefiel anmachte! Und jetzt stand sie auf seiner Liste. - Und doch war alles ganz anders! Sie wusste es! Sie musste einen Weg finden.

 

In der nächsten Zeit versuchten sie den Umgang miteinander so sehr zu begrenzen, wie nur irgend möglich. Sie trafen sich niemals alleine - versuchten es nicht einmal. Aber irgendwann wurde ihre Sehnsucht nacheinander so groß, dass sie nicht mehr widerstehen konnten. Zumindest ein vertrautes Gespräch musste sie führen - alleine! Und als er sah, dass sie Nachtdienst hatte, kam er zurück - mitten in der Nacht. Veronique saß im Ärztezimmer. Sie saß nur da und sah hinaus in die Nacht. Der Schnee rieselte vom Himmel und sie hatte das Deckenlicht ausgeschaltet. Natürlich dachte sie an ihn - und als er kam, machte ihr Herz einen schmerzhaften Sprung. „Hallo!", war alles was er sagte, als er sich zu ihr setzte. Eine ganze Weile saßen sie sich schweigend gegenüber. „Ich musste dich einfach wieder sehen!", bekannte er. „Du siehst mich doch täglich!", antwortete sie - obwohl sie wusste, wovon er sprach. Es ging ihr ja genauso! Sie hatte nur erbärmliche Angst vor sich selber - vor ihren Reaktionen - vor ihren Sehnsüchten! Peer nickte. Sie verstanden sich ohne Worte!

 

„Sie ist fünf Jahre jünger als ich - so wie du auch!", begann er. Er nahm das Gespräch einfach da wieder auf, wo sie es abgebrochen hatten - vor Tagen. „ Sie ist eine schöne Frau, dunkelhaarig, ein bisschen südländisch, schlank und sportlich. Sie ist Innenarchitektin! - Was willst du noch wissen?" Sie hörte an seinem Tonfall, wie unwillig er war. „Warum erzählst du mir das jetzt?", fragte sie deshalb. „Du wolltest es doch wissen!" Veronique nickte. „Was willst du wissen?", fragte sie zurück.

 

„Wie oft kommst du, wenn du mit ihm schläfst?" Seine Stimme klang wie ein Peitschenhieb. Sie wusste, er quälte sich absichtlich. Er wollte Schmerz empfinden! Wollte sie aus seinem Herzen reißen! - Trotzdem verstand sie die Frage nicht. Sie war fast zwei Jahrzehnte mit ihrem Mann verbunden. Er kannte sie durch und durch - so wie kein anderer. Er wusste um jede ihrer Reaktionen, kannte jede einzelne, ihrer erogenen Zonen - und er war ein erstklassiger Liebhaber. Einfühlsam und überaus zärtlich. Also war die Frage überflüssig. Wollte er das tatsächlich wissen? Oder ...steckte hinter dieser Frage ganz etwas anderes?

 

„Jedes Mal!", antwortete sie verärgert. Doch plötzlich hatte sie eine Eingebung. „Und deine Frau? - Wie oft hat sie einen Orgasmus, wenn du sie liebst?" Das war des Pudels Kern. Er, der Macho, war total verunsichert! Sie konnte es fast nicht hören, als er sagte: „Ich weiß es nicht!" Ihr Herz bebte. Die Menschen waren verrückt. Sie waren verheiratet - jahrelang - und sprachen nicht miteinander. Sie gingen miteinander ins Bett und liebten sich - aber sie kannten sich nicht! Sie hatten Angst davor, dem Partner ihr Innerstes zu öffnen. Und wenn nicht einer von beiden anfing - waren sie einsam - bis zum Ende ihrer Ehe, oder bis zum Ende ihres Lebens!

 

„Peer!" Sie brach ab. Es schmerzte zu sehr. Aber jetzt sah sie den Weg, den sie gehen würde. Sie würde ihm helfen, zu seiner Frau zu finden. Sie würde ihm den nötigen Mut geben, den ersten Schritt zu tun. Und jetzt würde sie ihn überrumpeln. „Sie hatte noch nie einen Orgasmus, stimmt's?" Seine Augen sahen sie an - furchtsam - so als würde er ein Donnerwetter erwarten. Hilflos zuckte er mit den Schultern. „Ich weiß es nicht - wirklich!" Veronique stand auf und ging zu ihm hin, nahm ihn in den Arm. „Mein armer Liebling!", flüsterte sie. Sie musste ihm diese Last abnehmen, denn mit dieser Bürde auf seinen Schultern, würde er es nicht schaffen. Verzweifelt klammerte er sich an sie. Im Augenblick war er nicht der überragende Chirurg, der coole Macho. Er war ein kleiner Junge, der seine Mama um Hilfe anflehte.

 

Sie streichelte über seinen Kopf. „Weißt du wirklich nicht, wie wundervoll es ist, eine Frau zu erregen? Ihr Lust zu bereiten? Sie mit Zärtlichkeiten so zu verführen, dass sie sich verliert - an dich? Dass sie sich völlig hingibt - öffnet für deine Liebe?" Er schüttelte den Kopf. Für ihn war eigentlich bisher nur seine Erfüllung wichtig gewesen. Dass es auch eine seelische, eine geistige Ekstase geben könnte - daran hatte er noch niemals gedacht! Befriedigung durch die Augen des geliebten Menschen!

 

„Du bist so anders! Du bist so warm, so weich! Stark und doch hilfsbedürftig zugleich! Dir möchte ich alle Träume erfüllen, alle Zärtlichkeit schenken, die ich habe!" Er presste sie an sich. „Sie ist immer so stark, so überlegen! Sie braucht mich nicht!", seufzte er. Veronique schüttelte den Kopf. „Das ist nicht wahr! Sie hat nur aufgegeben! Sie darf nicht brauchen, was du ihr nicht geben kannst - oder vielleicht willst! Sonst würde sie sterben! Verstehst du? Es würde ihr zu wehtun! Deshalb tut sie so, als ob!"

 

Er ließ sie los. „Woher weißt du das?" Sein Interesse war erwacht. Eigentlich liebte er seine Frau. Sie war ihm nur so fremd - so fern. Vielleicht lag das ja nicht nur an ihr! „Ich bin eine Frau - vergiss das nicht!", lächelte sie. „Dann hilf mir, die Frauen zu verstehen! - Hilf mir - meine Frau zu verstehen!" - „Warum kannst du mich das fragen - das bitten? - Warum nicht sie - die Frau, mit der du seit Jahren verheiratet bist?" Wieder zuckte er nur resignierend mit den Schultern. Veronique verstand die Welt nicht mehr. Aber langsam, so nach und nach dämmerte es ihr. Bei ihr hatte er keine Angst sich zu blamieren. Warum das so war, das wusste sie nicht.

 

„Gut!", sagte sie. „Lass uns sehen, wie wir dieses Problem entwirren." Sie hatten sich losgelassen und sie setzte sich zu ihm - dicht an seine Seite. Leise und vertraut sprachen sie miteinander. „Erzähl mir...!" - Seine dunklen Mandelaugen brannten. Widerwillig fauchte er: „Du weißt es doch! Du weißt doch, dass ich dich will! - Und du verlangst, dass ich dir intime Details aus dem Liebesleben mit meiner Frau erzähle?" - Sie nahm seine Hand, drehte sie um und legte ihre offene Handfläche auf seine - ganz vorsichtig. „Komm schon - sei nicht störrisch! - Auch das ist eine Form von Intimität! - Und alle anderen Möglichkeiten sind uns versagt - du weißt es doch!"

 

Peer nahm die Hand und führte sie an seine Lippen, küsste sanft ihre Innenfläche. Veronique stöhnte leise. Er war die größte Versuchung ihres Lebens - und doch! Sie war entschlossen zu widerstehen. Sie würde nicht zwei Familien zerstören! Peer spürte ihren starken Willen. Er spürte, dass sie ihm nicht nachgeben würde. Aber sie hatte Recht! Auch das, was ihn und sie verband war eine äußerst intime Erfahrung. Geistiger Striptease! „Ich - meine Frau und ich ..." begann er stockend - brach hilflos ab.

 

„Komm mit!", forderte sie und zog ihn hoch. Was sie jetzt vorhatte, war riskant. Aber sie wusste auch: Anders würde es nicht gehen. Er würde es nicht können! Veronique nahm ihn mit in den Ruheraum. Sie legte sich auf das breite Bett und sah ihn erwartungsvoll an. „Was - was soll das werden?" Peer keuchte fast vor Erregung. „Willst du, dass ich über dich herfalle?" Sie lachte. „Das würdest du niemals tun! Nicht ohne meine Zustimmung!", erklärte sie bestimmt. Sie vertraute ihm - grenzenlos! Soviel Vertrauen konnte man einfach nicht enttäuschen! Er konnte es nicht! Er würde sich im Griff haben - obwohl sein Unterleib vibrierte vor Begierde!

 

Er legte sich neben sie, vermied es aber peinlich sie zu berühren. Veronique drehte sich zu ihm, kam ihm ganz nah. Er konnte ihre Wärme spüren, hatte ihren Duft in der Nase. Diese ganze Situation war einfach völlig irr. Vertraulich - erregend - verrückt! Aber auch irgendwie so, wie zu Hause. Wie an Abenden, in denen er im Bett seiner Mutter gelegen hatte, in ihrem Arm. Auf einmal fühlte er sich geborgen bei ihr.

 

„Weißt du, wir schlafen nicht oft miteinander!", begann er leise. Veronique spürte die Änderung in ihrer Beziehung. Sie schob ihren Arm unter seinen Kopf und zog ihn noch näher. Was für ein gefährliches Spiel spielte sie da? Ihr ganzer Körper sehnte sich nach ihm - und sie vertraute darauf, dass er sie nicht ... Er brauchte nur seine Lippen auf ihre zu legen und sie war verloren. Sie würde sich nicht wehren können! Warum hatte sie sich nur in solche Gefahr begeben? Sie wollte ihn doch! Wenn sie die Augen schloss, konnte sie ihn spüren - auf ihrem hungrigen Leib.

 

Obwohl sie kaum mehr atmen konnte vor Sehnsucht, fragte sie: „Warum?" Sie würde durchhalten! „Ich weiß es nicht! Ich glaube nicht, dass sie mich will!" Dieses Geständnis war kaum noch zu hören. Veronique musste fast lachen. Männer! „Glaubst du, du würdest es wollen, wenn du wüsstest, es erregt dich bis du fast ... - und dann - ist da nichts mehr?", fragte sie provokant. Erstaunt sah er sie an. So hatte er es nie gesehen! Warum nicht? Er war doch sonst nicht so schwer von Begriff! „Glaubst du ...? Glaubst du, ich ... sie ..." Er begann zu stottern. „Glaubst du, es erregt sie?", begann er erneut. Innerlich schüttelte sie den Kopf über soviel Unwissenheit. Er war doch Mediziner - und ein sehr guter noch dazu. „Natürlich erregt es sie! - Du erregst sie! Sonst würde sie nicht mit dir schlafen! - Und jedes Mal hofft sie...!"

 

Sie überlegte. Sollte sie ihm wirklich alle Einzelheiten erklären? Das hatte sie nicht einmal bei ihrem Mann getan! Er hatte es aber auch nicht nötig! Und damals wusste sie selber nicht so genau, was ihr gut tat. Sie hatten gemeinsam die Liebe und auch die Lust entdeckt. Sie wollte, er wäre jetzt hier bei ihr! Peer erschien ihr auf einmal eher wie ein unerfahrener Junge. Aber nun war sie schon einmal hier, sie würde es zu Ende führen!

 

„Peer, du weißt doch, wie eine Frau gebaut ist?" Er nickte an ihrer Schulter. „Was tust du, wenn...?" - Er wand sich. - Auf der anderen Seite, hatte er jetzt eine Chance, die er nie wieder bekommen würde. Eine Frau weihte ihn in Geheimnisse ein, die sein Leben verändern konnten. Und vielleicht würde sie ja...! Er war einfach verrückt nach ihr. Sein Penis pulsierte - er war ganz nahe daran! „Ich stecke ihn rein!", sagte er grob.

 

Veronique lachte kurz und trocken auf. „Peer! Hast du noch niemals das Vergnügen empfunden, den Leib einer Frau zu erkunden? Ihren ganzen, weichen Körper zu deiner Spielwiese zu machen?" Er schüttelte den Kopf. „Es reicht doch ..." Sie legte ihre Hand auf seinen Mund. Solchen Unsinn wollte sie nicht hören. „Nein! Tut es nicht!", erklärte sie kategorisch. „Das genügt einer Frau nicht! - Und du, mein Schatz, du hast keine Ahnung, was dir entgeht!" Sie drängte sich noch enger an ihn. Spürte seine harte Begierde. „Was würdest du jetzt gerne tun?", fragte sie so leise, dass er Mühe hatte es zu verstehen. „Außer...!"

 

Peer dachte nach. Er sollte sie lieben, aber ohne in sie einzudringen! Seine Hand suchte nach ihrem Busen, griff zu und drückte ihn zwischen seinen Fingern. Veronique stöhnte auf, dann nahm sie seine Hand und legte sie zurück. „Nicht anfassen!", gebot sie. „Nur in Gedanken!" - „Verdammt!", entfuhr es ihm. Sie lachte leise. „Sei doch nicht so ungeduldig! Lass dir doch Zeit - und auch - deiner Frau! Frauen brauchen Zeit, um die Lust zu genießen - viel mehr als Männer!"

 

Peer wusste das genau - aber mit seiner Frau, hätte er sich längst vergessen. Er war kein geduldiger Mensch. Bei Veronique jedoch - er wollte ihr gefallen! Wollte alles tun, was sie verlangte! „Ich möchte dich ausziehen!", stöhnte er. „Anfassen!" - „Genauer!", forderte sie. Er presste sie an sich, spürte ihren Körper - weich und fordernd an seinem. „Deinen Rock - hochschieben - über diese zauberhaften Beine - meine Hände dazwischen schieben! Deine aufreizenden Schenkel aufsprengen!" - „Sch - sch - sch!" Sie scheuchte ihn - wie eine Katze. „Nicht so eilig! Nicht mit Gewalt! - Du willst doch meine Liebe - meine Lust! Du willst doch, dass ich es dir schenke. Dass sich meine Schenkel auftun - für dich!" Sie legte zärtlich ihre Lippen an seine Schläfe, strich darüber hin, wie mit Engelsflügeln.

 

Oh ja! Er wollte ihre Lust! Er wollte sogar mehr. Er wollte ihre Leidenschaft - Begierde! Solche Gier, dass sie nicht mehr anders konnte, als ihn zu lieben! „Gut!", flüsterte er. „Ich möchte - deine Brüste - berühren! - Ich habe sie schon gesehen! Nackt! - Unglaublich - geil!" Peer wollte, dass sie es wusste. „Wann?", fragte sie irritiert. „Als du dich umgezogen hast - nach der OP! - Ich habe dir zugesehen!" Veronique schmunzelte. Sie hatte nichts bemerkt. Aber es war gerade recht so. „Was hast du gesehen? - Erzähl es mir - ganz genau!" Er atmete tief. Diese Frau trieb ihn in den Wahnsinn!

 

„Du hast den grünen Kittel hochgestreift. Und es war - nichts darunter! Nur nackte Haut! deine Brustwarzen waren hart und groß und braun - und ich hätte dich am Liebsten...! - Dann hast du die Augen geschlossen und mit diesen prallen Brüsten gespielt. Du hast sie gestreichelt, massiert. - Du hast gestöhnt! - Ich bin fast verrückt geworden!" Er keuchte. „Weiter!", forderte sie. „Du machst das gut so! - Wunderbar! - Erzähl weiter! - Genauso kannst du eine Frau erregen!" Jetzt hatte sie seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Es war ja tatsächlich so geil! Es war nicht nur für sie - es erregte ihn ja ganz genauso!

 

„Unter der OP-Hose war nicht viel mehr! Nur ein winziges, schwarzes Höschen! Ich wollte ..." Er phantasierte jetzt. „Ich ziehe es dir aus, meine Hände gleiten über deinen Po - hinunter über deine langen Beine! Du hast die längsten Beine, die ich je gesehen habe! - Ich umfasse deine Backen und presse sie mit meinen Händen zusammen, drücke dich an mich. - Deine nackte Möse an meinen geilen Schwanz! - Ich schiebe ihn hinein!" - Veronique gebot Einhalt. „Soweit sind wir noch lange nicht, mein süßer, gieriger, ungeduldiger Schatz!" - „Was denn noch?" Seine Ungeduld kam wieder durch. Sein Glied schmerzte vor unsäglicher Gier. Er wollte zustoßen - sich Erleichterung verschaffen. Und doch wusste er, er würde sie überhaupt nicht lieben dürfen!

 

„Was noch?", fragte sie erstaunt. „Hast du noch nie ... - eine Frau geküsst? An dieser Stelle? Auf diesen Mund - der so weich ist - so feucht - so sehnsüchtig darauf wartet - geliebt zu werden - von dir!" Und tatsächlich: Sie hatte ins Schwarze getroffen! Das war etwas, das er vermieden hatte. Instinktiv hatte er gewusst, seine Art „Liebe zu machen" war dafür nicht gut genug. Er hatte Angst - davor, nicht zu genügen - zu versagen!

 

Er schloss die Augen und murmelte: „Zeig es mir - Veronique! Bitte!" Sie stieß die Luft aus. Dieses Spiel ging zu weit - eindeutig! Sie fühlte ihre eigene Lust - zwischen ihren Beinen. Die Feuchtigkeit machte sie bereit - für ihn. Aber sie wollte nicht weiter! Sie wollte nur - ja, was wollte sie eigentlich? Wusste sie das noch so genau? - Und doch. Sie war zu weit gegangen, um jetzt noch zurück zu können. Sie musste diese „Lektion" beenden!

 

„Gut!", sagte sie bestimmt. „Ich werde es dir - nein! Nicht zeigen! - Erklären!" Ihre Stimme wurde immer leiser. Sie drehte sich um, weg von ihm. „Verzeih!", flüsterte sie. „Ich kann dich nicht spüren - fühlen an meinem Körper - so dicht, so erregend - ich kann nicht - widerstehen!" Sein Herz hüpfte vor Glück. Er erregte sie genauso sehr, wie sie ihn. Sie wollte ihn ja! Er hörte ihren schweren Atem. Sie rang mit sich.

 

„Was muss ich tun?", fragte er. Veronique umfasste ihre Brüste, drückte zu. „Knie dich zwischen ihre Schenkel! - Streichle ihre Beine - ganz zärtlich - von den Knöcheln aufwärts - die Knie. Küss ihre Kniekehlen - sie sind sehr empfindlich!" Plötzlich spürte sie seine Fingerspitzen an ihren Schenkeln - kurz oberhalb des Knies. Eine Gänsehaut überlief ihren ganzen Körper. Er machte seine Sache gut! - Zu gut! „Nicht! - Bitte nicht, Peer!"

 

„Ich liebe dich!" Er hauchte in ihren Nacken, küsste sie zärtlich. Von wegen! Dieser Mann war nicht sensibel genug für die Liebe! Natürlich war er das! Er war ein hervorragender Arzt - er hatte nur nie den Mut gefunden, die Liebe zuzulassen! Hatte nie gewusst, ob seine Liebe willkommen war! Hatte sie für Schwäche gehalten! Sie wollte ihn - und sie wollte, dass es aufhörte! Was sollte sie jetzt nur tun?

 

Veronique drehte sich in seinen Armen und ließ zu, dass er sie an sich zog. Sie schmiegte sich an seinen Körper, ganz eng, ganz zärtlich und dann öffnete sie ihre Lippen für seinen Mund. Stöhnend vor Lust, küsste sie ihn - fühlte seine Zunge, die vorsichtig ihren Mund erkundete, spielte mit ihr, ließ sich gehen - genoss die Liebe, die sie zu ihm hinzog. Aber nur einen einzigen, kurzen Moment. Dann ließ sie ihn los - rückte in kleines Stück ab von ihm. „Ich kann nicht weiter, Peer!", bekannte sie. „Ich werde jetzt gehen! Zu meinen Patienten - ich habe Nachtdienst!" Er machte keinen Versuch sie zurückzuhalten. Er wusste es ja auch - genau wie sie: Es durfte nicht sein!

 

Als Veronique auf den Gang trat, wusste sie, dass sie sich richtig entschieden hatte. Sie schloss die Augen, sammelte sich - und dann ging sie ins Ärztezimmer. Sie trank einen Kaffee und beschloss, einen Rundgang zu machen. Sie würde nach ihren Patienten sehen - das würde sie zurückbringen auf den Boden der Tatsachen. Als sie zurückkam, stand eine elegante Frau im Ärztezimmer. Sie trug ein schickes, dunkelblaues Kaschmirkleid. Es schmiegte sich eng an einen unglaublich perfekten Körper. Sie sah sie an - aus großen, blauen Augen. „Kann ich Ihnen helfen?", fragte sie. Sie wiegte den Kopf - zweifelnd. „Ich suche meinen Mann!", erklärte sie. „Ich bin Tara Rix. Als ich nach Hause kam, fand ich einen Zettel von Peer, dass er noch einmal zurück ins Krankenhaus müsse. Ich wollte ihn abholen!" Veronique war überrascht von dem Zauber, den diese Frau ausstrahlte. Jetzt verstand sie, dass er sie liebte. Und doch konnten sie nicht wirklich zusammenfinden, obwohl sie ein wundervolles Paar waren.

 

„Ich bin Dr. Veronique Bey! Ihr Mann hat mir bei einer großen OP geholfen - vorhin! Er ist jetzt im Ruheraum. Ich denke er schläft. Gehen sie doch zu ihm!" Die schöne Frau lächelte sie an. „Danke, Veronique!" Sie drehte sich um und ging. Scheinbar kannte sie sich im Haus aus. Wenn sie jetzt Glück hatten, konnte alles gut werden.

 

Tara öffnete die Türe zum Ruheraum. Das gedämpfte Licht des Flurs fiel auf ihren Mann. Leise schloss sie die Tür hinter sich und schlich sich näher. Sie wollte ihn nicht erschrecken. Er war müde und erschöpft. Sie beugte sich über ihn und küsste ihn sanft auf seine unrasierte Wange. Peer war schläfrig, verwirrt und voller Sehnsucht. Als er den zärtlichen Kuss spürte, drehte er sich zu ihr und umschlang ihren Körper, zog sie an sich. „Du bist gekommen! Liebling! - Komm! Komm zu mir!"

 

Tara war so überrascht von seiner Reaktion, dass sie einfach nachgab. Sie sank zu ihm aufs Bett, erwiderte seine Küsse. Er war so leidenschaftlich! Seine Hände strichen über ihren Körper, verirrten sich unter ihren Rock. Sanft glitten sie über ihre Beine - immer höher. Tara drängte sich näher an ihn. „Oh jaa, meine Süße!", flüsterte er an ihrem Ohr. „Lass mich dich verrückt machen! - Du bist so schön!" Seine Lippen fanden wieder ihren Mund und verschmolzen mit ihm. Wie vertraut sie ihm war! Sie spürte seine Erregung - und doch war irgendetwas anders als sonst. Sie wusste nur nicht was! Aber es gefiel ihr.

 

Seine Finger hatten den Rand der Strumpfhose gefunden, streiften sie hinab. „Ich werde so zärtlich sein, wie noch nie!", murmelte er. „Ich werde dich glücklich machen! - Ich verspreche es dir, Liebes!" Unablässig küsste er sie. Den Mund, ihre Wangen, den Hals - tiefer hinab zu ihrem Dekolleté - und sie erwischte sich dabei, wie sie ihn wieder küsste. Was war es nur, das sie so erregte? Normalerweise war die körperliche Liebe zwischen ihnen nicht so aufregend. Jetzt aber, hatte er sie entflammt! Sie half ihm ihr Kleid auszuziehen. Er stöhnte laut vor Lust, als er ihre nackte Haut fühlte. Schnell streifte er seine Kleidung ab, drückte sich an sie. „Liebste, meine Liebste!" Peer richtete sich auf, beugte sich über sie. Es war zu dunkel um sie zu sehen, aber seine Finger sahen sie genau. Schließlich kannte er sich sehr gut aus, in der Anatomie der Frauen.

 

„Wie wunderbar weich deine Haut ist! Wie zart! - Lass mich dich berühren - überall!" Beschwörend flüsterte er auf sie ein und wie in Hypnose folgte sie seinen Wünschen. Nachdrücklich spreizte er ihre Schenkel, streichelte sie verführerisch. Glitt immer höher, immer näher. Aber er vermied es, ihren Venushügel zu berühren. Seine Hände streichelten ihren Bauch - und kehrten wieder zurück zwischen ihre Beine. Tara stöhnte. Erst da legte er seine Handfläche auf sie, drückte vorsichtig. Lust durchzuckte ihren gesamten Leib. Sie wollte ihn - jetzt! Normalerweise wäre er längst in sie eingedrungen. Sonst hatte er nicht so viel Geduld. Aber heute schien alles anders zu sein. Und sie war fast selber an dem Punkt, an dem sie ihn bitten würde...

 

Genau in diesem Augenblick fühlte sie seinen Atem - an höchst intimer Stelle. Sie zuckte zusammen. Sein Mund küsste sie - weich - flüchtig - wie ein Schmetterling. „Ich will dich lieben - so wie du es verdienst!", keuchte er und seine Zungenspitze drängte sich zwischen ihre prallen Schamlippen. Tara hob sich ihm entgegen. Sie war so gierig ihn zu spüren, dass sie ihm einfach alles bot. Sie half ihm - öffnete sich noch weiter - für seine Finger, seine Lippen, seine Zunge. „Jaah! Oh jaaahh!" Hingerissen stöhnte er, presste sich immer tiefer in diese feuchte, warme, enge Muschi. Leckte und streichelte sie - fühlte, wie sie auf ihn reagierte - immer gieriger wurde nach ihm, immer geiler!

 

Jetzt erst erkannte er, wie Recht Veronique hatte. Wie wunderbar war die Liebe, wenn eine Frau seine Lust teilte. Was war er für ein feiger Idiot gewesen. Wieso hatte er soviel Angst gehabt sich preiszugeben? Was er geschenkt bekam, war viel mehr. Er fühlte sich so wunderbar, wie nie in seinem Leben - und er war so beherrscht, wie nie zuvor. Er konnte sie lieben, bis zu ihrem Höhepunkt, und erst danach würde er an sich denken! Er wollte alles Glück der Welt - für seine Frau! Peer dachte nur noch an seine Frau - diejenige, die er liebte. „Liebster - mein Peer, komm! - Komm zu mir! - Komm in mich! - Ich muss dich jetzt spüren!" Sie flehte, sehnte sich nach ihm - Tara!

 

Es war Tara - seine Tara! Es war ein Wunder geschehen. Er hatte einen Fehler gemacht und die Vorsehung hatte ihn gerettet - oder war es Veronique gewesen? - Egal! Jetzt wollte er darüber nicht nachdenken - jetzt wollte er sie lieben! Er griff nach dem Kissen und schob es unter ihr Becken, dann kniete er sich zwischen ihre Schenkel. Seine Finger spielten immer noch mit ihr, spreizten ihre Scham und rieben sanft an ihrem Kitzler. Er drückte seine harte Spitze gegen sie, spürte ihre Hitze, ihre gierige Nässe. Und Tara wippte gegen ihn, traf ihn immer wieder, schickte elektrische Schläge in seinen Unterleib. „Ja!", stöhnte sie. „Ja, ja, ja, ja, ja!" Und mit jedem Wort, stieß sie gegen ihn. Ihre Stimme brach mitten entzwei. Wimmernd drückte sie sich gegen ihn. „Bitte! - Bitte! Peer - jetzt!" Sie schrie ihre Lust heraus. Und in diesem Augenblick stieß er zu. Tara zuckte und wand sich unter seinen Stößen, krallte ihre Finger in die Laken. Sie bebte - genoss diesen wunderbaren Höhepunkt - stieß immer noch rhythmisch gegen seine Härte. Ihr Mann hatte sie geliebt, wie ein Gott und sie wollte sich ihm schenken - mit Haut und Haar. Tara spürte, wie er schneller wurde. Ihre Hände fassten nach ihm, ergriffen seine Backen und pressten ihn tief in sich hinein. Peer stieß einen unartikulierten Schrei aus und explodierte auf dem zitternden Leib seiner Frau. Keuchend sank er auf sie, küsste sie liebevoll. „Ich liebe dich, meine Tara!", flüsterte er in ihr Ohr. „Verzeih mir, dass es so lange gedauert hat, bis ich dir geben konnte, was du brauchst! Aber ich verspreche: Ich werde mich bessern!"

 

Tara schmunzelte. „Unmöglich!", stieß sie hervor. Er hatte trotzdem Recht. Sie hatte lange gewartet, aber nach diesem grandiosen Erfolg heute, konnte er sich kaum noch verbessern. Es war perfekt gewesen! Sie war einfach nur glücklich. Ihr ganzer Körper summte vor Zufriedenheit. Sie schwebte richtiggehend. Glücklich kuschelte sie sich an ihn: „Ich liebe dich!" - Peer ließ sich von ihr herab gleiten und setzte sich auf. „Komm, meine Liebste, lass uns nach Hause gehen! Er knipste die Nachtischlampe an und reichte ihr das Kleid. Gemeinsam zogen sie sich an. „Woher wusstest du eigentlich, wo du mich findest?", fragte er. Aber er wusste die Antwort im Voraus. „Deine Kollegin hat mich zu dir geschickt - Veronique Bey!" Peer nickte. Er öffnete die Tür, ließ ihr den Vortritt. „Geh einstweilen vor. Ich muss noch schnell zu ihr. Ich muss wissen, wie es unserem Patienten geht!"

 

Tara ging. Instinktiv wusste sie, dass Veronique etwas zu tun hatte, mit der überraschenden Wende in ihrer Ehe. In Gedanken bedankte sie sich bei ihr - genauer wollte sie es nicht wissen.

 

Dr. Peer Rix ging ins Ärztezimmer. Er hatte seine Entscheidung getroffen und - er war nicht mehr unsicher. Er war gut! - Veronique saß in der kleinen Sitzgruppe und sah ihm entgegen. Schon an seinem Gang sah sie, dass er erfolgreich gewesen war. Sie lächelte! Er trat hinter sie - wie am Anfang dieses Abends. Zärtlich legte er wieder seine Wange an ihre. „Veronique, ich danke dir!", sagte er leise. „Du bist die klügste Frau, die ich kenne - und ich bin stolz darauf, dein Freund zu sein!" -

 

„Gute Nacht, mein Liebster!", flüsterte sie, als er den Raum verließ und als die Türe in Schloss fiel, wischte sie eine kleine Träne aus ihrem Augenwinkel.

 

 

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