Osterurlaub 2020

Wellness all inclusiv


Meine liebe Freundin!

 

Urlaub muss schon sein an Ostern, hab ich mir gedacht. Du kennst mich ja, und so bin ich, spontan wie ich halt nun mal bin, dieses Jahr zur Abwechslung wieder mal auf Balkonien verfallen. Da bin ich gewissermaßen ja schon Ehrenbürgerin, komme ich doch schon jahrzehntelang hierher. Die Anreise war tatsächlich ganz und gar unspektakulär. Man hört ja in letzter Zeit immer, dass es kaum Staus gibt, und was soll ich sagen? Es scheint zu stimmen.

Das Wetter entwickelt sich auch wirklich prächtig. Gott sein Dank. Ich würde aber trotzdem nicht empfehlen so früh im Jahr hierher zu fahren. Die Blüte ist noch nicht richtig entwickelt und das Hotel noch ziemlich leer. Also kann ich diesmal keine neuen Leute treffen, und das gehört für mich normalerweise zum Urlaubserlebnis einfach dazu.

 

Man sieht allerdings, dass fast alles gerade frisch geputzt und poliert worden ist für die neue Saison. Auch der Gärtner werkelt eifrig in der hoteleigenen Gartenanlage herum. Der Pool ist zwar schon sauber, aber leider noch nicht eingelassen. Es ist ja zwar noch recht kühl, besonders nachts, aber man sagte mir, er sei beheizbar, also warum nicht? Würde mir schon gefallen. Mal sehen, wann sie sich dazu bequemen.

 

Was ich dir wirklich empfehlen kann, ist diese umwerfende einheimische Küche. Sie ist einfach genial. Überaus abwechslungsreich! Das Frühstücksbüffet mit Joghurt, vielerlei Früchten, frisch gepressten Säften und Cappuccino ist so ganz nach meinem Geschmack. Zum Lunch steht immer ein üppiges Salatbüffet zur Verfügung. Zumeist mit warmem Weißbrot oder Wraps, die wirklich sehr fantasievoll gefüllt sind.

Gestern hatte ich einen mit Meerrettich-Käse, Räucherlachs und Frühlingszwiebeln. Köstlich! Dazu ein Glas Aqua Mirabilis Extra dry. Wun-der-bar!

 

Mindestens an drei bis vier Tagen der Woche kocht der Chef des Hauses persönlich. Erstens ist er ein exquisiter Koch und zweitens ein sehr charmanter Gastgeber. Wann immer er Zeit findet, setzt er sich zu mir und unterhält mich mit allerlei Lustigem und Besinnlichem. Und er kommt wirklich nie, ohne einen Espresso oder eine kleine Leckerei mitzubringen. Ich befürchte allerdings, dass ich bei diesem Service ein paar Pfund zulegen werde in den Wochen in seinem Haus, denn diesen kulinarischen Genüssen zu widerstehen ist wirklich sehr schwer.

 

Tatsächlich muss ich gestehen, dass „mein“ Hotelier nicht ausschließlich mit kulinarischen Genüssen aufzuwarten vermag, und ich kann und will seinen variationsreichen Angeboten kaum widerstehen. So sind seine Wellnessmassagen, die er teilweise mit Fellhandschuhen zu machen pflegt, einfach sensationell und man bekommt wirklich Appetit auf mehr. Ich hatte da so meine Bedenken, wie da eine Steigerung noch möglich sein sollte. Allerdings ist er ein Mann, der immer hält, was er verspricht.

 

Auch die Workshops des Hotels gefallen mir. Manche mehr, andere weniger. Den Workshop „Durchblick - wir arbeiten mit Glas“, hatte ich mir ehrlich gesagt, anders vorgestellt. Wobei! Ich kann nicht leugnen, dass wir hinterher den Durchblick hatten! Und der Unkostenbeitrag hielt sich auch in Grenzen. Nur 2,50 Euro für Spiritus. Die Lappen wurden gestellt.

 

Bei der „Partnergymnastik - Vivre en Amour“ hatte ich schon gedacht, ich müsse passen, obwohl es mir durchaus gutgetan hätte, mich ein bisschen mehr zu bewegen, aber ich bin ja, wie du weißt, alleine hier. Aber … der Hotelier – wir sind mittlerweile per du – bot sich an, mich gymnastisch zu unterstützen, und ich stelle fest: nicht nur meinem Rücken geht es seitdem viel besser. Übrigens: Er hat mir sogar die Kursgebühr erlassen! Wenn das nicht Dienst am Kunden ist!

 

Bei „Downunder – wir erkunden das Gewölbe bei Kerzenschein“ habe ich, neugierig wie ich nun mal bin, meine Handy-Taschenlampe angeknipst. Hätte ich nicht tun sollen. Danach bin ich sehr schnell wieder verschwunden. Ich hasse Spinnen! Ts!

 

Den Workshop „Farbe - wäscht dir den Staub von der Seele“ gefiel mir allerdings über die Maßen. Malen wollte ich schon immer, leider fehlte mir bisher immer die Muße. Jetzt, im Urlaub, kann ich das so richtig genießen. Natürlich lege ich dir eines meiner „Werke“ bei. Ich muss aber zugeben, dass mir die rosarote Brille, mit der ich den Chef des Hauses betrachte, bei der Auswahl der Farben sehr behilflich war.

 

Also alles in allem gefällt es mir hier über die Maßen. Dass ich einen derart reizenden und charmanten Mann hier vorfinde, war nach so langer Zeit eigentlich kaum zu erwarten. Und was soll ich dir sagen: Ich habe beschlossen zu verlängern!

 

Liebste Grüße

von deiner

 

 

 

© Anna