Beilager


Magdalen kannte ihn schon immer, und sie mochte ihn – eigentlich, aber sie kannte auch die altmodischen Ansichten seiner Familie. Gerade was die Ehe anging, waren sie unglaublich rückständig. Eine Frau war für sie nichts wert, weniger als ein Esel. Dabei war das neue Jahrtausend schon drei Jahre älter als sie: 1021!

Darum hatte sie, als ihre Familie sie zu ihm gebracht hatte, Höllenängste ausgestanden! Sie wusste von ihrer Mutter, was sie erwartete. Also war sie zitternd und zagend in ihr „neues“ Heim gekommen, und dann passierte etwas, womit sie niemals gerechnet hatte.

Albrecht hatte sie nicht geprügelt und benutzt. Er hatte ein Schauspiel geliefert für seinen Vater, der vor der Türe lauschte, und sie hatte ihm geholfen, und dann, als er sicher sein konnte, das der alte Patriarch verschwunden war, warf er ihr ein altes Kleid über den Kopf und schlang sich eine Decke um die Schultern.

„Komm!“, flüsterte er, griff ihr neues Untergewand und öffnete die Tür. Sie folgte ihm hinaus in den Wald, wohl wissend, dass der Alte das Recht gehabt hätte zuzusehen. Hoffnung zitterte in ihrem Herzen, wie eine soeben erblühte Blume im Sturm. Magdalen wusste, wohin er sie führte. Sie hatten dort als Kinder gespielt, und sie hatte es niemals vergessen.

Da knieten sie dann mit gesenkten Köpfen.
„Du weißt, du bist mein Weib und musst mir zu Willen sein.“ Seine Stimme klang unsicher.
„Das will ich!“, hauchte sie.
„Dann dreh dich!“, bestimmte Albrecht.
Jetzt oder nie. Magdalen hob ihre Augen und sah ihn an.
„Ich hörte sagen …“ Ihre Stimme versagte. Sie musste doch gehorchen.
„Was?“ Albrecht war nicht wütend, wie der Vater gewesen wäre.
Magdalen holte tief Luft.
„Es ginge auch von Angesicht zu Angesicht!“
„Wie soll das sein?“ Jetzt klang er doch verärgert.
„Die alte Klara, du kennst sie, des Vaters Muhme, sagte …“
Klara! Die Frauen gingen zu ihr in den Wald, heilten ihre Kinder nach ihrem Wort, aber die Männer verachteten sie – zumindest bis sie sich keinen anderen Rat mehr wussten. Der Gedanke an sie missfiel Albrecht. Soweit war er noch nicht!
„Glaubst, ich frag ein Weib?“
„Nein!“

So ging das nicht, das wusste Magdalen. Jetzt war es an ihr. Sie stand auf und warf das Kleid von sich - errötete über und über - dann legte sie sich nackend ins Moos.
Albrecht Augen wurden immer größer. Er beugte sich zu ihr, legte eine Hand auf ihre kleine Brust.
„Lass es uns erfinden!“, flüsterte sie, und Albrecht hatte im Nu Tunika und Bruche von sich geworfen. Er stand über ihr und erkundete ihre Nacktheit mit Blicken. Noch nie hatte er ein Weib so gesehen.
Magdalen öffnete ihre Beine und Albrecht kniete sich dazwischen.
„Mir ist ganz zittrig, Albrecht! Halt mich!“
Das gefiel ihm, und er beugte sich über sie, spürte die festen Knospen ihrer Brüste an seiner Haut. Seine Rute schlug aus, und er drängte sich an sie, fühlte weiches Haar. - Und nun?

„Mein Herr!“, murmelte Magdalen und schlang ihre Arme um ihn, zog ihn an sich. Wie eigen mir ist, wie weich und hingebend.“ Ihre Lippen strichen über seine Oberlippe, sie hauchte, leckte sanft und spreizte ihre Schenkel.
„Ob das schon jemals einer so getan hat? Ob es nicht Sünde …?“
Aber Sünde oder nicht: Sie war sein Weib, und es war unglaublich!
Auf einmal wusste er wohin. Seine Wünschelrute fand die Quelle, drang ein und fühlte Glut. Ihre Augen hießen ihn fortfahren.
„Mehr!“, flüsterte Magdalen heiser, und er folgte.
Der Schrei, den sie ausstieß, war mehr Lust als Qual, und sie lächelte, als sie den Beweis mit ihrem Untergewand einfing.

 

„Mein Gemahl!“, flüsterte sie, und ihre Augen leuchteten.

 

© Anna