Lieblingsfantasie


Da lag sie nun in diesem Bett, in dem er noch letzte Woche mit ihr gelegen hatte. Warum sehnte sie sich so nach ihm?
Er und sie, das war einfach eine Beziehung, die nicht funktionieren konnte. Es war eine verbotene Beziehung, aber es war auch so wunderschön.

Ihre Hand hatte sich schon wieder dahin verirrt, wo sie nichts zu suchen hatte. Verflixt, wieso war sie so geil, wenn sie nur an ihn dachte?
„Ach, mein süßer Schatz!"
Gut, er war nicht bei ihr, aber schließlich war es nicht verboten, an ihn zu denken.
Sie schlug die Bettdecke zurück und zog ihr Nachthemd hoch.
„Ich liebe dich!", flüsterte sie, und ihr Finger begann zu kreisen.
Sie würde sich einfach ihre Lieblingsfantasie zu Hilfe holen.

„Komm schon, du willst es doch auch! Ich weiß es. Erinnerst du dich?"
Sie jedenfalls erinnerte sich gut. Ihre Augen waren fest geschlossen und doch konnte sie ihn sehen. Wie schön war es gewesen, wie heiß! Damals!
Er, auf dieser Couch, halbnackt - und sie hatte ihn verwöhnt.
Zum ersten Mal hatte sie seine Haut an dieser speziellen Stelle gefühlt, zum ersten Mal hatte sie seinen Geschmack auf der Zunge.
Und wie sehr hatte es ihm gefallen. Ihm, der eine Frau hatte, die an Sex nicht interessiert war. Jahrelang hatte er es still ertragen, immer mit der Maßgabe, er sei ja nicht unglücklich.
Und dann hatten sie beide sich getroffen, und es hatte gefunkt. Sie wollten eigentlich beide nicht fremdgehen, und doch …

„Sag mir, was du haben möchtest!"
Aber dazu war er ganz und gar nicht in der Lage. Sex war für ihn ein fremdes Land, in dem man(n) nicht nach dem Weg fragte.
Er schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht, Liebling!"
„Gut, dann zeig es mir!"
Seine Augen waren immer größer geworden, aber er hatte genickt. Sie war die erste Frau in seinem Leben, der er seine Lust gestehen konnte. Sie würde ihn nicht dafür verurteilen, denn sie teilte seine Lust.
Und wie geil war es gewesen zu sehen, wie er sich zusammenrollte, fast bis zu den Ohren die Knie anzog und ihr seinen geilen Arsch präsentierte.
Sie träumte heute noch von dieser Aussicht.
Er hatte sich überwunden - für sie!

Und daran dachte sie jetzt, während sie sich vorstellte, seine Finger zu spüren.
Seine Fingerspitze an ihrem Kitzler, stöhnte sie sehnsuchtsvoll:
„Ja Schatz, ja! Zeig mir deinen Arsch, zeig mir, was du haben willst! Komm, greif zu, zieh deine Backen auseinander. Zeig mir dein geiles Geheimnis."
Damals hatte sie ihre Finger mit Spucke benetzt, war ganz zärtlich durch diese Furche geglitten, und er hatte gezuckt, gestöhnt, und sich ihr entgegengedrückt.
Oh ja, er hatte es gewollt.
Ihre Fingerkuppe kreiste, während sie auf seine Reaktionen achtete. Sie lächelte auch heute bei dem Gedanken.
„Du willst meinen Finger - drin haben, stimmt’s?"
Er stöhnte.
„Du willst gefickt werden!"
Nein, gesagt hatte er es nicht, aber er hatte genickt. Und so hatte er bekommen, was er begehrte, denn sie wollte ihm all das schenken, was er bisher nie gehabt hatte. Es war auch für sie neu gewesen.

Und jetzt stellte sie erstaunt fest, dass seine Lust das war, was sie am meisten erregte.
Ihre Fingerspitze wirbelte, und sie stellte sich vor, wie sie mit der anderen Hand zugegriffen und ihn zum Spritzen gebracht hatte. Sein Schließmuskel hatte sich um ihre Fingerspitze verkrampft und gezuckt, so wie der ganze Mann vor ihr - und so wie sie jetzt.

Stöhnend wand sie sich bei diesem Bild vor ihrem inneren Auge.
„Das war der heißeste Orgasmus meines Lebens!“, hatte er gestanden – und so war es! Auch heute - für sie!

 

© Anna