Falsch hier


Mein Gott, ich bin so schön!

Und - ich - hasse - es!
Wenn ich Moritz’ Blicke sehe, dann weiß ich es: Eigentlich bin ich noch viel schöner.
Moritz ist mein Freund, seit Kindergartentagen - mein Lover, seit letzter Woche.

„Liebling, du bist anbetungswürdig!“, flüstert er, als er mich im Evaskostüm sieht, denn darauf warten, dass er mich auszieht, das kommt gar nicht in Frage!
Der Blick in den Spiegel bestätigt es. Milch und Honig! Meine Haut ist weich und hell wie Schlagrahm, das Haar lang und golden. Mutter hat es gezüchtet und mir verboten, diese langen Zudeln endlich loszuwerden. Alles, was Hosen anhat, reagiert darauf, und natürlich auf meinen zerbrechlichen Körper. Eine Taille, um die zwei große Männerhände locker herumreichen – die von Moritz allerdings nicht! Meine Brüste, rosig und fest wie Pfirsiche und sanft gerundete Hüften, ich weiß es ja. Wie oft muss ich mir noch anhören, welch traumhaft schöne Beine ich doch hätte? Normalerweise kann ich mich sogar darüber amüsieren, aber manchmal nervt es einfach.

Und Moritz’ Dackelblick … Grrrrrrrr!

Ich schmeiße mich rücklings aufs Bett, spreizte die Beine und knurre ungehalten: „Nun mach schon!“

Ich komme mir vor wie ein Schwuler, dabei bin ich das überhaupt nicht, bloß – falsch hier!


Moritz ist ein Romantiker, und er schaut auch schon ziemlich irritiert. Trotzdem! Ich kann es nicht mehr hören! Dabei müsste er es doch wissen, besser wissen als alle anderen! Aber ich bin halt sein Schneewittchen, seine Zauberfee – zumindest optisch! Da verabschiedet sich der Verstand schon mal in den Schwanz. Ich versteh es ja, bloß: Es nervt!

Er reißt sich den Rest seiner Klamotten vom Leib und kommt näher.
„Wird das heute noch was?“
Moritz grinst. „Halt verdammt nochmal dein vorlautes Maul, du Götterfunken!“

Das passt. Schließlich ist er mein Kumpel!

Dann kniet er sich zwischen meine Schenkel und beugt sich über mich. Seine Zunge leckt über Berg und Tal und Tal! Es fühlt sich nicht so schlecht an. Ich stöhne – einerseits lüstern, anderseits genervt.
Mit beiden Daumen öffnet er meine Schnecke, die zugegebenermaßen heiß und nass ist. Dieser verdammt Mist-Körper!

Er leckt nochmal. Dann schiebt er mir einen Finger hinein, zwei, drei und beginnt zu stoßen.

„Wenn du jetzt mal kurz so tun könntest, als würde es dir gefallen … sagen wir für die nächsten 15 Minuten, dann hab ich danach eine Überraschung für dich!“
Ich schlage die Augen auf. „Es ist ja nicht sooo übel!"
Er packt meine Beine, hebt mich hoch und haut mir auf den Hintern!
„Au!“
„Was verstehst du nicht an „so tun als ob“?“
Ich verrolle die Augen, aber ich versteh ihn ja, und außerdem … ist er ja der einzige, der mich so kennt und versteht, wie ich bin.
„Also gut!“

Er kommt näher, legt sich halb auf mich, umfasst meine Brust und knetet. Seine Spitze schiebt sich tiefer. Ich spüre ihn zwischen meinen Schamlippen und kann es sogar ganz kurz genießen. Sein Mund kommt näher berührt meine Lippen, und ich schnappe zu. Küssen ist klasse, bloß nicht ganz so zuckersüß. Ich sauge seine Zunge in mich und fühle ihn loslegen. In Gedanken fange ich an zu zählen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht …
Dann heb ich meine Hüften, greife unter mich und erwische seine Eier, drücke. Neun, zehn, elf … Ich grinse, als er losschreit. Keine 15 Minuten! Zwei gebe ich ihm noch.

„Meine Überraschung?“
Er steht auf und holt eine Dose aus seiner Tasche. Was ist das? Vaseline? Er reibt sich eine große Portion zwischen die Backen.
„Hä?“
„Wart’s ab!“
Dann fischt er ein Geschirr heraus. Ein Geschirr mit einem … Dildo?
„Steh auf!“
Ich folge, und er legt es mir an. Mir dämmert’s! Ein Strap-on!
„Halleluja!“
Dann kniet sich Moritz aufs Bett, reckt mir seinen Arsch entgegen.

Endlich stimmt mein Gefühl.
Auf ihn mit Gebrüll!

Dabei bin ich wirklich nicht schwul!

 

© Anna