Erinnerung an Max

Das braune Licht sah sie immer noch vor sich. Wie auf einer dieser alten Fotografien war es gewesen: Sepia - und Bella lächelte!

 

Max war ein Sandkastenfreund gewesen, einer, der immer schon da war in ihrem Leben, fast wie ein Bruder. An einem Spätnachmittag in diesem Sommer hatten sie beschlossen, endlich die alte Scheune seines Großvaters zu durchsuchen, die ihnen immer verboten worden war.

Nachbarskinder waren sie gewesen. Bella die Arzttochter und Max der Bauernsohn, aber was gab es in Bellas schicker Villa schon zu entdecken? Da war der große, alte Bauernhof, der schon von Max’ Urgroßvater stammte, weit interessanter. Besonders die Scheune!

 

Die war ein Pferdestall gewesen – früher. Zumindest hatte das Margit erzählt, die alte Magd. Jedenfalls stand sie ganz am Ende des Grundstücks, oben am Hügel. Das breite Tor war immer verschlossen gewesen, und so versuchten sie es da erst gar nicht. Sie schlichen sich von hinten an – wie die Indianer, obwoh die weizenblonde Bella niemals als Squaw durchgegangen wäre. 14 waren sie damals gewesen, vielleicht 15! Und sie hatten Glück: Das letzte der Fenster, die sie inspizierten war kaputt, und so hatte Max auch gar kein schlechtes Gewissen, die Scheibe noch weiter zu zerstören – bis sie durchpassten.

 

Drinnen war es schummrig, eben dieser besondere Sepia-Ton, den sie so liebte. Die Fenster waren seit 100 Jahren nicht mehr geputzt worden und verwandelten das Licht in die perfekte Kulisse für ihr Abenteuer.

Neugierig sahen sie sich um. An den Wänden hingen noch alte, lederne Geschirre und Halfter, und in dem uralten Heuwagen gab es noch die Rest seiner ehemaligen Ladung zu bestaunen.

 

„Bel, komm doch mal her!“

Das aufgeregte Flüstern ihres Freundes hätte sie schon vorbereiten sollen, auf das, was sie dann sah. Max zog an einer alten Plane, zog und schob – und befreite ein altes, goldenes Mercedes Cabriolet 300 S.

„Wow!“

Staunend standen sie davor.

„Warum fährt keiner damit?“, fragte Bella und ließ sich über die Türe rückwärts hineingleiten. „Ist bequem!“ Ihre Hände tasteten rundum und schon fiel die Rückenlehne zurück. Sie kuschelte dich an das warme, alte Leder und räkelte sich.

Max fand, dass dieser Wagen für sie gemacht war. Schön sah sie aus. Bella hatte nur ihr verschlissenes, ehemals rot gewesenes Sommerkleidchen an, und er fand, sie habe nie schöner ausgesehen, wie sie das so lehnte, die nackten Beine gespreizt, die bloßen Füße auf dem Armaturenbrett abgestellt. Er stieg auf den Fahrersitz und setzte sich oben auf die Windschutzscheibe – sah auf sie herab.

 

Bella lachte. „Schau mal!“

Von einem der Balken baumelte ein altes Sportgerät. Vielleicht war das mal eine alte Schaukel gewesen. Bella streckte sich und griff nach den Ringen, zog sie zu sich herunter. Ihr Kleid rutschte hinauf, und Max konnte ihre nackten Beine sehen – bis ganz nach oben. Ihm wurde heiß, aber Bella machte Sport. Sie zog sich hoch und sank zurück, dann wieder hoch … und zurück.

Max beobachtete fasziniert den Saum ihres Kleidchens. „Zeig doch mal!“, flüsterte er heiser.

Bella sah ihn seltsam an und ließ einen der Ringe los. Ihre Hand lag plötzlich auf ihrem Bauch und rutschte langsam, ganz langsam höher - mitsamt ihrem Kleid. Sie streckte ihre Beine, schloss sie aber nicht – und … sie trug kein Höschen!

 

Max schluckte und rutschte hinab von der Windschutzscheibe, über das Lenkrad – tiefer. Er streckte seine Hand nach ihr aus, und seine Fingerspitze berührte ihr warmes Fleisch.

Bella stöhnte, zog sich einhändig hoch und ließ sich wieder sinken – auf seinen Finger.

Er drückte sich tiefer in ihr weiches Fleisch.

Von oben rieselte Staub in das goldene Licht des Bildes, und Max schnappte nach Luft. Zärtlich streichelte er dieses Hügelchen, das nur spärlich von blondem Flaum gesäumt wurde, der im Dämmerlicht wie pures Gold schimmerte.

Max rutschte näher.

 

„Du, der Wagen rollt!“

Es war ihm gleich. Offenbar hatte sein Hinterteil die Handbremse gelöst. Seine Finger und seine Augen aber erkundeten unbekanntes, hochinteressantes Land.

Bella räkelte sich ihm entgegen. „Der Wagen rollt!“

Was kümmerte es ihn?
„Verdammt, der Wagen rollt!“ Ihre Stimme wurde hektisch, als er das Eingangstor durchstieß. Dann schnellte sie hoch, wie eine Raubkatze, drückte ihn beiseite und zog die Handbremse.

 

Schwer atmend stand sie vor ihm.

Zornig!

„Verdammt, was tust du denn da?“

Er wusste nicht genau, was sie meinte.

 

Sie lächelte in Gedanken. Sie hatte es wohl selber nicht gewusst.

 

© Anna