Unterhaltung zweier Hosenbeine im Schrank

Das linke Hosenbein verfiel in Fehde

Mit seinem Zwilling, dem rechten Hosenbein,

und stellte ihn zur Rede:


„Was machst du nur mit deinem Bein,

was soll wohl das Geschmeichel?

Ja, glaubst du denn, ich seh‘ nicht das Gestreichel?

Du schmiegst dich an,

du klebst an ihm,

du zeichnest jede Falte!


Muss das denn sein?

Ich finde, das ist liederlich!

Denn weiblich ist dies Bein,

und allzu widerlich

ist dein Betragen!


Ich kann es wirklich kaum ertragen,

wie du in aller Offenheit

für dies Bein bist bereit

und offen für die Zweisamkeit.

Du bist verdorben, bist nichts wert,

denn was erfährt

die Welt durch dich als schmutziges Gehabe –

da lob‘ ich mich!

Für mich ist’s keine Frage,

dass mehr Distanz ich wahre.“


Der rechte Zwilling schweigt,

die Dummheit, Ignoranz der Klage

berührt ihn nicht -. Sie sind in gleicher Lage:


Sie steigt hinein, ins linke erst und dann ins rechte,

streicht beide glatt,

genießt den Stoff,

fühlt sich umschmeichelt gleich von beiden –

die Hose ist die rechte!

 

© Carlito